Diskussions-Thread zum Thema Impfung

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  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #181
Nur ganz kurz, weil mir nicht an einem "Streit" gelegen ist und ich mir "Belehrungen" ohnehin sparen kann:

Ja, Lepto ist sinnvoll, weil im Falle einer Erkrankung 30 % bis 50 % der Hunde daran sterben.

- siehe dazu Leitlinie zur Impfung von Kleintieren der Ständigen Impfkommission Vet. im Bundesverband praktizierender Tierärzte, Ausgabe 2009, S. 6.
- siehe dazu *** edit: auf Wunsch entfernt

Die Aufnahme von Hunden in Tierheimen, Hundepensionen und Hundetagesstätten ohne Leptospirose-Impfung ist verboten.

- siehe Anweisung Ministerium Baden-Württemberg vom 22.08.2011, S. 11
- siehe Ständige Impfkommission Vet. 2009, S. 9
- siehe Busch, Der Tierheim-Leitfaden 2010, S. 81
- siehe *** edit: auf Wunsch entfernt

Im Übrigen bin ich nicht arrogant, sondern nur sachkundig.
Ich bin ausgebildeter Tierpfleger und leite in Bayern ein Tierheim.

Und es kann ganz und gar nicht sein, dass der Moderator (!) eines bekannten, seriösen und renommierten Tierforums öffentlich (!) behauptet:
"Eine Impfung gegen Leptospirose ist mehr oder weniger unnötig".

Wie alt der Moderator ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle.
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #182
Ich habe allerdings auch schon von mehreren Seiten gehört das die Impfung nicht notwendig ist, weil sie eben nicht lange schützt..
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #183
Die Lepto Impfung schützt auch nicht gegen alle vorhandene Stammbäume. Und auch wenn es einer schreibt. Gehirn hat jeder von uns. Sich selbst zu informieren und eigene Meinung zu bilden hat noch keiner verboten und gehört mittlerweile dazu.

ich empfehle Ihnen die Bücher zusätzlich zu lesen: Hunde impfen mit Verstand


Hunde würden länger leben, wenn ...: Schwarzbuch Tierarzt

bezüglich Verbot: oh nein dann machen sich ja hunderte von Vereinen in D..strafbar..

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

**edit: Buchzitat entfernt **
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #184
ElsaundLotte: Du gehst aber leider wieder nicht auf das ein, was ich schrieb.
Du schreibst, dass Lepto eine gefährliche Krankheit ist. Schön und gut, bezweifelt auch keiner, aber wieso soll eine so wenig abdeckende Impfung dann sinnvoll sein?
Ich sage, dass für mich die Impfung unnötig ist, weil sie nicht ausreichend abdeckt. Bringt mir einen Impfstoff mit einer Wirkung wie Staupe und ich werde ihn meinem Hund mit Freuden verabreichen lassen.

Und wenn ich mir nur mal das Impfschema anschaue, das Tayet da zitiert hat kann ich mich nur anschließen: Autsch. Vielleicht solltest du dir lieber mal die Bücher von Tayet anschauen.
Ich nehme nämlich auch mal an, dass im TH einjährig geimpft wird?
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #185
Ich hänge mal die aktuellen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission Vet. des Bundesverband praktizierender Tierärzte für Welpen bei.

Danach sollen Welpen tatsächlich 4 Mal grundimmunisiert werden.
Was in den Büchern steht, stimmt also.
Vor 20 Jahren hat man nur 2 Mal grundimmunisiert.
Weil man heutzutage aber oft nur noch alle 3 Jahre impfen muss, empfehlen die Tierärzte, dass dann eine stärkere Grundimmunisierung vorhanden sein muss.
Ich kann ja nichts dafür, dass die Tierärzte und Wissenschaftler das so empfehlen und bei der Prüfung als Tierpfleger, Tierheimleiter, Tierarzthelferin oder für eine Hundepension / Hundetagesstätte muss man das so aufsagen. Sonst wird es als Fehler gewertet.
StIKo_Vet.-Impfempfehlung_Hund_08-09-001.jpg
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #186
Schätzchen ;) ich arbeite beim TA. Natürlich empfehlen die sowas. Nur die wenigen machen sich überhaupt Gedanken darüber was gut ist und was nicht. Ist mit Barfen genauso. Und deren Futter in der Praxis ist ja auch das einziges wahres....
Außerdem steht da. Impfempfehlung und nicht Pflicht. Nur weil man mir empfehlt etwas zu machen, heißt es lange nicht dass es richtig und notwendig ist.
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #187
Off-Topic
Sollte ein Post von mir verschwinden oder doppelt und dreifach erscheinen - Verzeihung, meine Internetverbindung hat mir den Krieg erklärt :roll:.


Die Impfempfehlung kenne ich, weil sie ein gutes Argument für die dreijährige Impfung ist ;).
Mich stört hier eben nur, dass die drei Impfungen zur Grundimmunisierung angegeben werden genauso wie die Impfung nach einem Jahr.
In dem Fall verlasse ich mich dann doch auf den Hersteller der Impfstoffe, denn der gibt sicher nicht weniger Impfungen als nötig an und muss die Angaben in seiner Packungsbeilage auch mit Studien untermauern, der kann ja auch nicht einfach eintragen, was er will ;).
Hier mal der Beipackzettel zu Nobivac SHP:

Das Schema von dir ist aber zum Teil auch durch die L-Komponente begründet:
Lepto muss laut Beipackzettel in jedem Alter zwei Mal geimpft werden und anschließend jährlich aufgefrischt werden.
Auch bei Kombiimpfstoffen zieht es daher die Wirksamkeit "mit runter".

Trotzdem finde ich auch dieses Schema einfach zu viel und ich lege durchaus Wert auf eine wirksame SHP und T Impfung.
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #188
Laut BPZ von Nobivac ist die Impfung auch nur gegen 2 Stämme wirksam.

P.S und ganz wichtig es spricht hier niemand darüber das die Impfungen unwichtig sind. Eine Grundimmunisierung ist in meinen Augen auf jeden Fall notwendig. Nur der weiterer Verlauf und jährliche Wiederholungen sind immer kritisch zu betrachten.
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #189
Es tut mir leid, wenn ich noch einmal wiederholen muss, dann man bei der Tierpfleger- und Tierheimleiter-Prüfung antworten muss, dass Welpen vier Mal grundimmunisiert werden sollen. Darum steht das auch völlig korrekt genau so in den Büchern.

Wenn jemand eine andere Meinung hat, anders impfen will oder die Impfstoffhersteller im Beipackzettel etwas anderes schreiben, kann und muss ich damit leben.
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #190
Sorry, aber wenns ums Impfen geht, musst du eine eigene Meinung haben.
Sonst wird i.d.R. gegen alles Mögliche und Unmögliche geimpft.

Dem kann ich mich nur anschließen. Das Problem ist, dass Nebenwirkungen und Spätfolgen beim Impfen sehr sehr oft nicht erwähnt werden. TÄ oder auch Humanmediziner heben gerne die positiven Dinge hervor, verschweigen gerne aber mal die "Problemchen". Ich weiß noch, als meine Hündin damals auch gegen L geimpft wurde, dass ich sie einen ganzen Tag nicht anfassen durfte, weil sie sonst wie am Spieß schrie. Jemand, der den eigenen Hund mal hat schreien hören, weiß wahrscheinlich wovon ich rede. Das war eine völlige Überreaktion auf den Impfstoff. In den folgenden Impfungen ließ ich L und Pi nicht impfen. Seitdem gehts.

Ich bin kein genereller Impfgegner. Da ich einen Parvohund hatte/habe, weiß ich um die Schwierigkeiten und halte die steigernde Impfmüdigkeit für bedenklich. Aber man muss abwägen. Wie lange hält die Impfung? Wie oft muss ich sie impfen? Gegen was schützt sie genau? Schützt sie vor allem Arten der Krankheit? Was könnten Spätfolgen sein? Welche Nebenwirkungen hat sie? Wie verbreitet ist die Krankheit überhaupt? Und dann muss ich schauen, ob es das wert ist. Viele denken, dass L und Pi geimpft werden MUSS. Das wird jedem Neuhundehalter eingetrichtert. Es gibt da diese Kombiimpfungen, wo alles drin ist - wir lernen also: das sind die wichtigsten Stoffe, die MÜSSEN geimpft werden. Aber es gibt auch zich Impfstoffe, wo wir oft und gerne drauf verzichten, weil uns dort nicht eingetrichtert wird, dass der Hund diese braucht. Wie beispielsweise die Borreliose-Impfung. Ein normaler Mensch würde jetzt sagen "mein Hund hat oft Zecken, Borreliose ist eine Gefahr." Ist praktisch dasselbe Argument wie "mein Hund trinkt aus Pfützen und leckt an anderen Hunden. L ist eine Gefahr". Trotzdem impft kaum einer Borreliose. Nicht zuletzt, weil die Nebenwirkungen bedenkenswert sind. Aber L impfen viele, weil sie es nicht besser wissen, uns aber auch sofort erzählt wird, dass es eben in die Standard-Impfung reingehört.

L und Pi ist übrigens kein Todesurteil, wenn man den Hund nicht sich selbst überlässt. Das sind Krankheiten, die problemlos mit Medis kuriert werden können, ohne Folgen hinterlassen zu müssen. Im Gegensatz zu Parvo oder Staupe. Wenn man da eine Stunde wartet, ists eine Stunde zu viel gewesen.
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #191
ElsaUndLotte, schon mal daran gedacht, dass es zu dem Thema Impfen verschiedene Meinungen geben kann?
Es gibt sogar Menschen, die sich gar nicht impfen lassen, die werden wohl auch ihre Gründe dafür haben, schon mal von gehört? :roll:
Verstehe nicht, warum du andere User so angreifen musst, obwohl diese nur nach bestem Wissen und Gewissen antworten.

Ich werde mich jetzt noch anderweitig über Pi und L informieren, aber nachdem, was ich jetzt so gelesen habe, werde ich L vermutlich nicht impfen lassen, denn wie wichtig kann eine Impfung sein, die nur ein halbes Jahr hält, aber man nach Empfehlung nur einmal im Jahr impfen muss?
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #192
Jedenfalls für mich, meine Familie und meinen Hund hat sich das Thema "Impfen" ein für allemal erledigt!
Es wird nicht mehr geimpft!
Was mich betrifft, schon seit 34 Jahren nicht mehr. Auch nicht gegen Tetanus!
Die letzte Impfung war eine gegen Pocken, damals noch Pflicht.
Heute würde ich mich aber lieber ins Gefängnis stecken, als gegen Pocken impfen lassen.

Es darf jeder seine Meinung zur Impferei haben, ich habe sie ja auch.
Und ich bin mittlerweile überzeugt, daß sie mehr schadet als nützt....................und höchstwahrscheinlich überhaupt nicht wirkt.
Sucht nur mal z.B. nach "Parvovirose trotz Impfung"!

Die einzigen Impfungen die möglicherweise wirken, sind meiner Meinung solche, die gegen Krankheiten sind, gegen die man nachdem man sie gehabt hat, immun ist.
Ob diese Impfungen aber deswegen sinnvoll sind, steht in einem anderen Buch.


Wie gesagt, das ist meine Meinung und jeder darf eine andere haben.
Ich werde auch nicht versuchen, sie jemandem auszureden.


Gruß
Jörg
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #193
Ist die Gefahr von L eigentlich so hoch?
Also das sich die Hunde das hier so schnell holen können mein ich.

LG
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #194
@Schattenseele: Es gibt Gebiete, die scheinbar gefährdeter sind als andere. Bei uns zumindest wurde das eine Zeit lang auch die Stuttgarter Hundeseuche genannt wenn ich mich recht erinnere (da war ich noch recht jung), weil das so oft vorkam.
Nur ist die Frage, was oft ist. Laut TA ist Lepto meldepflichtig, aber wie viele Fälle es nun gab kann/will/darf einem irgendwie keiner sagen. Auch wenn man die Leute so reden hört kommt eher sowas wie "mein Hund hatte Durchfall und Erbrechen, weil er aus einer Pfütze gesoffen hat, der hatte sicher Lepto". Wie viel Wahrheit da dann hinter steckt sei mal dahin gestellt, denn Erbrechen und Durchfall sind wohl mit die häufigsten Symptome für so ziemlich alles. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass es derart viele Fälle bei uns gibt. Als sich drei Hunde am Spritzmittel vergifteten stand es in allen Zeitungen, aber von Lepto war noch nie was zu lesen. Je nachdem, welchen TA man fragt, kommt das in meiner Umgebung wohl auch kaum vor...

Hier habe ich mal was interessantes dazu gefunden:
In der Einleitung findet man auch die Erklärung, warum die Impfung so wenig abdeckt bzw. dass sie das tut.
Gleich darunter der Abschnitt:
Ziel dieser kumulativen Arbeit, die zwei Publikationen umfasst, war eine retrospektive Auswertung der Krankenakten von 337 Hunden mit klinischem
Verdacht einer Leptospirose, die in der Zeit von Januar 1990 bis Dezember 2004
in der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität in
München vorgestellt wurden und deren Seren auf Antikörper gegen acht
Leptospiren-Serovare untersucht wurden. Dabei wurden die ätiologischen
Serovare der 42 Hunde mit der Diagnose „Leptospirose“ bezüglich Anamnese,
klinischer Symptome, Laborveränderungen und Überlebenszeit verglichen.

Das heißt schon mal, dass es in 14 Jahren in dem Raum 337 Fälle mit Verdacht gab, die es in die TK geschafft haben, davon stellten sich aber wohl nur 42 als wirkliche Lepto heraus.

Was ich ebenfalls interessant finde, auch weil Elsa und Lotte vorher von der Übertragung auf den Menschen sprach:
Studien ergaben, dass etwa 8 % der klinisch gesunden Hunde Leptospiren
über den Urin ausscheiden
Die Erreger, die den Hund infizieren können und auf die geimpft wird, sind nicht die, die den Menschen befallen. Jene, die den Menschen befallen, nutzen die Ratte als Hauptwirt und den Hund als Nebenwirt. Nebenwirte können, müssen aber keine Symptome aufweisen, Hauptwirte tun es nur selten. Nebenwirte scheiden auch nur wenige Tage, in Ausnahmefällen wenige Wochen, die Erreger aus.
Wenn es interessiert: Die Weilsche Krankheit wird durch L. copenhageni ausgelöst, die Hundelepto durch L. canicola.

Auch mal interessant zur Lebensdauer der Erreger außerhalb des Wirtes:
Die Tenazität der Leptospiren ist insgesamt sehr gering. Bei feuchter Umgebung, leicht alkalischem pH-Wert und Temperaturen über 18 °C sind sie in der Lage, im
Boden bis zu sechs Wochen und im Wasser über drei Monate zu überleben
Darum sind auch hauptsächlich Pfützen ein Problem, was die Ansteckung angeht, dort überlebt der Erreger nämlich wesentlich länger, sofern es zwischendurch nicht zu warm oder kalt wird.

Und weiter:
Leptospiren sind gegen Austrocknung und pH-Werte unter 6,8 oder über 8,0 sehr empfindlich. Aus diesem Grund geht vom sauren Urin der Carnivoren ein
geringeres Infektionsrisiko aus als von dem leicht alkalischen Urin der
Herbivoren. Da jedoch, je nach Wassergehaltes des Erdreiches, der Urin oft rasch
verdünnt wird und sich so die Bedingungen für die Leptospiren verbessern,
können die Leptospiren auch über den sauren Harn der Fleischfresser verbreitet
werden (FAINE et al., 1999; PLANC & DEAN, 2000). Twigg und Mitarbeiter
(1969) stellten eine positive Korrelation zwischen dem Wassergehalt des Bodens
und der Befallsrate von Mäusen mit Leptospirosen fest (TWIGG et al., 1969).
Bei Körpertemperaturen von 41 – 42 °C gehen die Leptospiren zugrunde. Bei
Temperaturen über 56 °C werden Leptospiren innerhalb von zehn bis 35 Minuten,
bei Einwirkung von Sonnenlicht innerhalb von ein bis zwei Stunden getötet.
Gegen Kälte sind sie jedoch recht unempfindlich. Gängige Desinfektionsmittel
führen zur raschen Abtötung (ROLLE, 2006).
Die Tierchen haben also eigentlich wirklich nur im Wasser eine Chance, auf einen neuen Wirt zu warten.

Übrigens vermehren die sich auch nicht wie wild:
Das Wachstum ist meist sehr langsam, und die Kultivierung dauert teilweise bis
zu 13 Wochen

Und zum Thema Übertragung von Hund zu Hund:
Leptospiren können direkt oder indirekt übertragen werden. Die direkte Übertragung findet über den Deckackt, transplazentar, über Bisswunden oder über
Ingestion von infiziertem Gewebe statt. Eine indirekte Übertragung des Erregers ist durch mit Urin kontaminiertem Wasser, Erde, Nahrung und Einstreu möglich. Leptospiren wurden auch in Flöhen
und Zecken nachgewiesen (MICHNA, 1970) und können durch diese sowohl
horizontal als auch vertikal übertragen werden

Auch noch sehr interessant zu wissen, wie sich das Tier eigentlich ansteckt:
Infektionen bei Mensch und Tier erfolgen meist über den Kontakt von Hautwunden oder Schleimhäuten
mit erregerhaltigen Sektreten oder Flüssigkeiten (DURA, 1993; FARR, 1995;
FAINE et al., 1999; LEVETT, 2001). Schleimhäute von Nase, Maul und
Konjunktiven sowie Mikroläsionen, besonders im Zwischenzehenbereich, gelten II. Literaturübersicht 10
als Haupteintrittspforten. Der Magen-Darmtrakt spielt eine untergeordnete Rolle,
da die Erreger durch die Säure im Magen abgetötet werden

Man beachte auch das Vorkommen in den Ländern, das sind nämlich alles sehr warme Gebiete (Deutschland wird in einer Tabelle gar nicht erst aufgeführt):
Obwohl die Erkrankung aufgrund der unspezifischen Symptome unterdiagnostiziert wird, wurden
beispielsweise 1999 in China 500 000 und in Brasilien 28 000 Leptospirosefälle
gemeldet (VINETZ, 2001). Die Länder Brasilien, Barbados und Neukaledonien II. Literaturübersicht 12
gehören mit mehr als 100 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner im Jahr zu
den Ländern mit der höchsten Inzidenz
Das betrifft aber das gesamte Auftreten, nicht nur Hunde, und das in einer völlig anderen Klimazone.
In Deutschland ist das Aufkommen vergleichsweise gering und abgesehen von einem kurzen Anstieg (bedingt durch eine erhöhte Rattenpopulation, vermehrte Auslandsreisen und mehr Aufenthalte in der Natur, aber auch Wassersport usw.) in den letzten rund 50 Jahren stetig gesunken (beim Mensch).

Eine genaue Zahl habe ich leider nicht gefunden, dafür das:
Leptospira canicola (= “Stuttgarter Hundeseuche”) ist seit Jahren nicht mehr aufgetreten und die wenigen bekannten Leptospirose Fälle der letzten Jahre sind laut dem bekannten veterinärmedizinischen Labor Laboklin ausnahmslos nicht von L. canicola verursacht, sondern z.B. von L. interrogans, L. bratislava, L. pomona, grippotyphosa usw.

Gegen den ersten Erreger hilft die Impfung, gegen die unten genannten nicht. Die unten genannten werden aber auch auf anderen - auch tiermedizinischen Seiten - als immer häufiger auftretend genannt.

Und die einzige wirkliche Zahl, die ich finden konnte, ist diese:
Diewachsende Bedeutung der Leptospirose bei
Hunden in Deutschland wurde ebenfalls
durch eine seroepidemiologische Studie belegt, die zwischen 1999 und 2002 durchgeführt wurde. Von 3 671 Serumproben zeigten
29,8 % hohe Antikörpertiter gegen Leptospiren


Wobei Antikörper eben nicht mit Infektion und Ausbruch gleichzusetzen sind, sondern lediglich mit der Aufnahme des Erregers.

Alles in allem finde ich das immer noch unbefriedigend, was die Impfung angeht. Der noch aktuelle Impfstoff deckt das ab, was vor 30 Jahren mal der häufigste Erreger war, doch inzwischen sind es meist ganz andere. Es bleibt auch die Frage, ob der Hund nur Wirt ist oder auch tatsächlich befallen ist. Und dann kommt auch noch dazu, dass die Impfung nur sechs Monate anhält. Abgesehen davon scheinen es tatsächlich nicht derart viele Fälle bei uns zu sein, auch wenn es wie gesagt leider keine genauen Zahlen zum Hund gibt bzw. ich keine gefunden habe. Beim Mensch sind es ein Deutschland übrigens etwa 40 Infektionen pro Jahr, die aber leider nicht genauer spezifiziert wurden (welcher Erreger, tatsächlicher Ausbruch usw.).
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #195
Die Parvoimpfung würde ich zumindest im Welpenalter nicht unterschätzen. Klar bleibt die Frage, ob und wie oft man diese impfen soll, aber die Infektions- und Sterberate ist nicht ohne. Gerade bei dubiosen Hundehändlern oder schlecht organisierten Tierhilfen kommt es sehr sehr oft vor, dass Hunde Parvo bekommen. Vielleicht bin ich da vorbelastet, aber ich halte die Impfung für sinnvoll. Natürlich ist dennoch eine gewisse Infektionsrate gegeben. Aber sie ist deutlich gesenkt. Parvo ist hoch ansteckend und diese Impfmüdigkeit trägt ihren Teil dazu bei, wenn sowas in Epidemien wieder erscheint. Gerade weil der Virus unfassbar hartnäckig ist und sich sehr lange hält. Je weniger Schutz die Hunde haben, umso schneller und eher breitet es sich aus und umso größer werden auch die Epidemien. Ich finde, Tollwut ist da eigentlich das beste Beispiel, dass man Impfungen nicht grundsätzlich verteufeln sollte - aber gesunder Skeptizismus sollte natürlich auch vorhanden sein.

Wenn man beim Hund die Parvo entdeckt, ist es meist zu spät. Es gibt keinen optimalen Schutz, aber ich denke, die Impfung ist die beste. Ich würde nie davon abraten und Jerry hatte noch Glück, er hatte keine Spätfolgen, die ihn in seinem Leben belasten.
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #196
Danke für den schönen Artikel Mischling,

Pewee: bin da ganz deiner Meinung. Parvo würde ich im Welpenalter auf jeden Fall impfen. Manche Züchter impfen auch Puppy Parvo mit 6 Wochen.
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #197
Danke für den schönen Artikel Mischling,

Pewee: bin da ganz deiner Meinung. Parvo würde ich im Welpenalter auf jeden Fall impfen. Manche Züchter impfen auch Puppy Parvo mit 6 Wochen.

Also erstmal, mein jetzt 8 Monate alter Hund ist geimpft.......und zwar mit 5 Wochen gegen Parvo und dann mit 8 Wochen nochmal gegen "alles" :roll: ausser Tollwut.
Weitere Impfungen habe ich nicht machen lassen und werde es auch nicht, definitiv nicht......................ausser eventuell Parvo?:?:

Hattet ihr in eurer Praxis schon Parvofälle?
Wenn ja, waren die Hunde geimpft?
Wenn ja, wie lange vor dem Ausbruch der Krankheit?

Schützt die Impfung überhaupt?
Nachweise dafür gibt es meines Wissens nicht?
Es wird eben davon ausgegangen, daß wenn Antikörper da sind, auch ein Schutz besteht. *zweifelhab, ob das so ist"
Kann durch die Impfung die Krankheit erst ausbrechen? (Es gibt diesbzgl. Behauptungen/Vermutungen)
Wie hoch ist das Risiko für einen Nichtwelpen, sich diese Krankheit einzufangen?


Das sind halt so die Fragen.........................:?


Meine Schwägerin arbeitet auch in einer TA-Praxis und ihr ist kein Parvofall bekannt. Weder an ihrer jetzigen noch an ihrer vorherigen Arbeitsstelle.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Hier noch ein Link, mit den Vermutungen, daß durch Impfungen u.U. die Krankheiten erst ausbrechen:

 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #198
Es wird eben davon ausgegangen, daß wenn Antikörper da sind, auch ein Schutz besteht. *zweifelhab, ob das so ist"
Es werden bei einer Impfung nicht ausschließlich Antikörper, sondern auch Gedächtniszellen gebildet. Die sind fast wichtiger, denn die sorgen für den Nachschub an Antikörpern, wenn es zu einer Infektion kommt, die Antikörper selbst werden dabei verbraucht. Man kann aber von der Konzentration der Antikörper her sagen, ob ein Schutz durch diesen Mechanismus besteht oder nicht.
Das ist aber ein ganz natürlicher Mechanismus, der durch die Impfung nur "angeschuckt" wird. An gutes Beispiel sind die Kinderkrankheiten wie Windpocken. Wer die einmal hatte ist sein Leben lang immun, manche bekommen sie wohl nach der Pubertät nochmal. Der Mechanismus dahinter sind schlicht die Gedächtniszellen, die sich bei einer ersten Infektion gebildet haben und im Körper geblieben sind, sodass bei erneutem Kontakt sofort Antikörper produziert werden können.
Und genau das will man mit der Impfung ja auch erreichen: Eine kontrollierte Infektion, um diesen Mechanismus auszulösen. Da die Gedächtniszellen aber nicht im Blut umher schwimmen kann man die auch nicht einfach messen.
Manche gehen davon aus, dass die Gedächtniszellen nach einer Impfung lebenslang bestehen, mir wäre das aber zu heikel. Es bleiben auch nicht alle Zellen gleich lang bestehen (siehe Grippe zum Beispiel) und Erreger verändern sich auch.

Aus dem Grund wird übrigens auch mit Totimpfstoffen oder abgeschwächten Erregern geimpft - die Immunisierung soll so natürlich wie möglich stattfinden, damit sie auch glückt.
Und da denke ich durchaus, dass die Impfung hält, was sie verspricht, zumindest im Bezug auf SHP und T. Das sind Impfungen, die großflächig ihre Erreger abdecken und lange halten.
Bei Lepto, Borreliose und Pi sieht das wieder anders aus, darum wird man sich bei diesen Impfungen auch nur schwer einig ;).

Ich persönlich finde aber SHP und T durchaus wichtig und ja, Antikörper sind für mich eine Garantie dafür, dass die Impfung wirkt, denn was soll den Hund besser schützen als seine eigenen Antikörper? Eben immer vorausgesetzt, dass gegen alle bzw. die richtigen Erregerstämme geimpft wird, was bei L, Pi und Borrelliose einfach nicht gegeben ist.

Ausbrechen kann die Krankheit übrigens nur sehr, sehr selten, denn das kann nur passieren, wenn eine andere Infektion parallel besteht und es sich um einen abgeschwächten Lebenderreger handelt. Wie du schon sagtest - es sind Vermutungen ;). Ein gesunder Hund bekommt die Krankheit nicht von der Impfung.
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #199
Hab mich jetzt entschieden wirklich nur SHP, Tollwut u. Zwingerhusten impfen zu lassen.
Was ich aber irgendwie immer noch nicht verstehe: Warum müssen Tiere eigentlich so oft geimpft werden? Ich mein, ich wurde nur als Kind gegen alles Mögliche geimpft u. werd jetzt nur alle 10 Jahre gegen Tetanus geimpft. Warum muss man beim Hund also "laut Tierarzt" jedes Jahr impfen lassen? Ich werde das jetzt auch nur noch alle drei Jahre machen lassen, aber bei den Kaninchen ist es ja z.B. auch so, dass man sie jedes Jahr gegen RHD und Myxomatose impfen muss.
 
  • Diskussions-Thread zum Thema Impfung Beitrag #200
Also erstmal, mein jetzt 8 Monate alter Hund ist geimpft.......und zwar mit 5 Wochen gegen Parvo und dann mit 8 Wochen nochmal gegen "alles" :roll: ausser Tollwut.
Weitere Impfungen habe ich nicht machen lassen und werde es auch nicht, definitiv nicht......................ausser eventuell Parvo?:?:

Tollwut auch nicht? Komplet ohne Impfung würde ich keinen Hund lassen. Ohne Tollwut schon gar nicht. Auch wenn man in Deutschland seit langem Ruhe hat, sollte doch der Verdacht bestehen, wird ein ungeimpfter Hund ohne weiteres weg genommen und ggf. eingeschläfert. Ich kann es nach vollziehen wenn manche einen älteren Hund nicht mehr impfen (ab 8 Jahre oder so), aber ein Hund ohne vernünftige Grundimmunisierung ist für sich selbst und andere Hunde eine Gefahr.

Hattet ihr in eurer Praxis schon Parvofälle?
Wenn ja, waren die Hunde geimpft?
Wenn ja, wie lange vor dem Ausbruch der Krankheit?

Wir haben in der Tierklinik regelmäßig Welpen mit Parvovirose. Bis jetzt alles Welpen und jung Hunde die ungeimpft waren und meist aus dem Ausland/Hundevermehrer kommen. Ich habe Parvo noch nie bei einem Erwachsenen geimpften Hund erlebt.

Schützt die Impfung überhaupt?
Nachweise dafür gibt es meines Wissens nicht?
warum nicht? Zeig mir eine Studie die sowas wiederlegt.

Es wird eben davon ausgegangen, daß wenn Antikörper da sind, auch ein Schutz besteht. *zweifelhab, ob das so ist"
Kann durch die Impfung die Krankheit erst ausbrechen? (Es gibt diesbzgl. Behauptungen/Vermutungen)
Wie hoch ist das Risiko für einen Nichtwelpen, sich diese Krankheit einzufangen?
Damit die Antikörper entstehen muss der Körper entweder die Krankheit gehabt haben oder geimpft sein...
...Es kann sein das manche Hunde geimpft worden sind und dann erkrankten allerdings gibt es sowas wie Inkubationszeit..muss man also schauen wann der Hund geimpft wurde (und ob wirklich geimpft und nicht nur so getan als ob.)
Es gibt auch Impfungen mit inaktiven Erreger.



zu dem Link: also die Zahlen sind teilweise so sehr hoch, da frag ich mich warum man von sowas gar nichts mitbekommt.
Off-Topic
Leptospirose - 100% innerhalb der ersten 3 Monate nach Impfung


d.h da würden ja alle geimpfte Hunde nach der Impfung krank sein?

Off-Topic
Hepatitis- 63,6% innerhalb von 3 Monaten nach Impfung



da frage ich mich wieviele Hunde wurden getestet, wie usw.

Off-Topic
In allen Fällen erkrankten über 50% der Hunde innerhalb der ersten 3 Monate nach Impfung. Dies erhärtet die Ansicht das Impfungen nicht nur nutzlos sind sondern auch
die Erkrankung oftmals erst verursachen.


wenn es stimmt würde in D regelrecht eine Epidemie von mehreren Krankheiten ausbrechen. Also der Link ist für mich überhaupt nicht seriös.
 
Thema:

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