Liebe Kitty Baghira,
ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen

.
aber gib der Nala mal noch ein paar Tage bzw. Wochen.
Und ich kann dich beruhigen, ich bin durch die Hölle gegangen, als ich eine zweite Katze dazuholte.
Mein Kasper war damals kein Jahr alt und Käthe etwa 9 Wochen (viel zu früh, war aber eben nicht zu ändern).
Man muss dazu sagen, dass Kasper und ich sehr lange ziemlich viel zusammen waren. Ich hab ihn am Ende meines Studiums geholt und hatte keine Vorlesungen mehr, den Studijob gekündig, 2 Monate frei genommen, dann die BA geschrieben, Jobsuche etc. Käthe kam dann dazu, als ich einen Job hatte und es einfach nicht mehr ertragen konnte, ihn am Tag 9 Stunden alleine zu lassen.
Sie kam an einem Sonntag Abend. Sie war aufgeweckt, stampfte direkt auf ihn zu als wollte sie sagen "so, du bist jetzt also meine neue Mama."
(Die Besitzerin der Kleinen hatte zB auch einen älteren Kater... sie kannte das also)
Kasper hingegen kennt andere Katzen kaum. zuerst hatte er Angst, dann ging er auf Angriff. Die erste Nacht habe ich gar nicht geschlafen weil er nicht nur sie, sondern auch mich attackierte. Ich wollte sie aber nicht aussperren weil es für sie ja nun auch schwierig war, weg von Mama, fremde Umgebung etc. Also habe ich die Nacht damit verbracht, zwischen den Beiden zu schlichten. Am nächsten Tag ist mein Freund dann erst mal ne Woche bei mir eingezogen, weil der neben dem Studium mehr zu Hause ist als ich.
Die folgenden Nächte waren ebenfalls grauselig. Ständig schrie die Kleine, kotete und pinkelte sich ein... ich dachte auch, ich muss sie wieder abgeben.
Mein Freund machte dann aber eine sehr interessante Entdeckung. Er stellte fest, dass alles easy zwischen den Beiden ist und Kasper die Kleine weitesgehend ignoriert (sie also auch aufs Bett darf zum Schlafen etc) wenn ICH nicht in der Wohnung bin. Sobald ich den Schlüssen ins Schloss steckte, wurde sie gescheucht. Und dann fiel mir auf, dass ich die Kurze auch unbemerkt immer mehr links liegen gelassen habe um ihm zu zeigen, dass ER mein Bebi bleibt.
todesfalsch gemacht.. Ich hab dann im Netz recherchiert, ein paar Verhaltensregeln für mich eingepflegt und plötzlich wurde es besser. Heute sind die Beiden ein Herz und eine Seele.
Jetzt mal kurz zu deiner Situation,
hast du die Pflege-Tiger auch separiert wenn du nicht in der Wohnung warst?
Sonst hätten wir hier schon die erste Unregelmäßigkeit.. du musst darauf achten, dass du deinem Baghira klar machst, dass ER zwar der Chef ist, aber Nala nun auch bei euch zu Hause ist. Wenn sie weggesperrt ist, ist das natürlich schwierig weil sie nur als ein Eindringling in seine Räumlichkeiten hinein kommt.
Wobei du dir um das bisschen Fauchen keine Sorgen machen musst, er maßregelt sie lediglich. Ich würde dazu gar nichts sagen.. Ich bin bei meinen Beiden nur dazwischen gegangen (und das auch nur mit der Stimme) wenn die Kleine angefangen hat zu schreien (vermutlich hätte ich das nicht mal tun dürfen aber so ein kleiner Winzling... das kann man sich ja nicht mit angucken...) ansonsten habe ich die machen lassen. Baghira muss Nala jetzt klarmachen, wo ihre Grenzen liegen, was sie darf, was sie nicht darf und dass er Chef ist.
Du stellst ja selber fest, dass sie ein recht "dreistes" und "lernresistentes" Kitten ist... damit wird Baghira nun ebenso kämpfen wie du

Also gib den Beiden Zeit. Das pendelt sich ganz ganz sicher ein. Und wie bereits gesagt wurde, mit 4 Jahren ist er noch ein super Spielkamerad für die Kleine... im Moment hat sie zwar wenig entgegen zu setzen aber das kommt noch (kam bei mir auch

).
Das war aber ja gar nicht deine Frage

Wie streng man mit den Kitten sein sollte ist von Mensch zu Mensch und Kitten zu Kitten unterschiedlich. Ich bin ein großer Freund davon, die Kätzchen machen zu lassen.. Allerdings gibts bei mir auch nicht auf den Tisch (vergisst Kasper manchmal) und es gibt auch nix vom Teller. Außerdem ist Sofakratzen (eigentlich) verboten. Ich schimpfe halbherzig wenn sie gegen eine dieser Regeln verstoßen. Es sind halt Tiere... Ich denke, wenn du konsequent "Nein" sagst, dann checkt auch die dreiste Nala das irgendwann. Allerdings befürchte ich, dass das ne Kandidatin bleibt, die sich an Regeln nur hält, wenn du auch im Raum bist
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück und lass dich ja nicht entmutiten! Ferndiagnosen so drastischer Art wie sie Eingangs getroffen wurden und das aus ein paar Sätzen sind ehrlich gesagt nicht ernstzunehmen

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)
und bzgl Reisenden Katzen.
Das ist sicherlich nicht üblich und ich war auch immer der Meinung, dass Katzen ihr zu Hause nicht verlassen sollten aber auch Katzen entwickeln sich was das angeht. Die einen machen das total gerne und super, andere eben gar nicht.
Als mein Kasper noch alleine war, habe ich ihn eigentlich immer mit ins 250 km entfernte Osnabrück zu meinen Eltern mitgenommen weil ich ihn nicht 2 Wochen alleine lassen wollte (im Studium konnte man noch so lange verreisen) und der Kater hat sich da pudelwohl gefühlt. Ich hab immer gesagt, das ist der einzige Kater mit 2 Homes die 250 km von einander entfernt liegen. Er liebt meine Eltern, das große Haus, den Garten (in den er natürlich nur mit Leine darf und wenn ich dabei bin).
Käthe ist sensibel.. mit der habe ich das nicht mal versucht und würde es auch nicht versuchen (es sei denn, ein Notfall tritt ein). Kasper ist deshalb heute noch beleidigt, wenn ich meine Tasche packe und für ihn nix einstecke und sein Körbchen nicht vom Schrank hole...
Also zusammenfassend, Katzen sind da unterschiedlich. Die einen kommen damit zurecht und die anderen eben nicht. Wobei ich natürlich auch den Unterschied sehe ob mein Kater mit seiner Bezugsperson Nummer eins auf Reise geht, oder Katzen irgendwo in fremder Ungebung allein geparkt werden
