- Qualzuchten bei Katzen Beitrag #1
blackcat
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Hallo ihr Lieben,
das Thema würde ich aktuell ganz gerne einmal ansprechen und vielleicht hat der eine oder andere auch noch etwas beizutragen. Leider sind Qualzuchten immer noch etwas, worüber wenig Menschen informiert sind – und das, obwohl sie trotz (teilweisem) Zuchtverbot immer mehr Liebhaber finden.
Nicht aus Prinzip schlecht, nur: Augen auf! Denn nicht alles, was „süß“ ist, ist artgerecht, aber auch nicht alles, das wir als Qualzucht kennen, ist tatsächlich eine!
Was sind Qualzuchten überhaupt?
Als Qualzucht werden alle Rassen, in unserem Fall alle Katzenrassen bezeichnet, die bestimmte Eigenschaften haben, die das Leben der Katze in irgendeiner Form beeinträchtigen. Etwa, indem sie Schmerzen verursachen, normale Verhaltensweisen nicht mehr ermöglichen oder zu gesundheitlichen Problemen führen können.
Die Zucht dieser Katzen ist in vielen Ländern gesetzlich untersagt, unter anderem auch in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland.
Einzelheiten können, Deutschland betreffend, dem Tierschutzgesetzt §11b entnommen werden.
Welche Katzenrassen sind betroffen?
Betroffen sind unter anderem die einzelnen Rassen von: Sphinx, Manx, Rex, Känguru-Katzen, Peke Face, Perser (mit extrem „eingedelltem“ Gesicht), rein weiße Katzen (Gen W), Fold, Cymric, Munchkin, …
Einzelheiten zu den meisten genannten Rassen:
[VERSTECK]
QUELLE: http://portal.hessen.de/irj/Tierschutz_Internet?cid=9fd0b093acd12465c47cfabad61e9a83; Landestierschutzbeauftragte Hessen;
[/VERSTECK]
Natürlich entstanden?!
Das klassische Argument vieler (Schwarz-)Züchter: ihre jeweilige Rasse ist „natürlich“ entstanden. Sprich, irgendwann fiel einmal zufällig ein Kitten ohne Haare, mit Knickohren, ohne Schwanz, … und mit diesem wurde die Rasse aufgebaut, weshalb sie – da von der Natur vorgesehen – durchaus ihre Berechtigung hätte und keine Qualzucht sein könnte.
Wer in Biologie aufgepasst hat, dürfte an der Stelle die Augen verdrehen, denn: Mutationen treten in der Natur zufällig und ohne tieferen Sinn auf. Sie können dem betreffendem Individuum Vorteile verschaffen – aber genauso gut auch Nachteile. Die Natur bringt so durch Mutationen nützliche Dinge hervor, wie etwa das besondere Unterfell der Van-Katze. Schädliche Dinge, wie Gaumenspalten oder verkrüppelte Gliedmaße. Und auch Dinge, mit keinen/geringen Auswirkungen für das Tier, wie etwa die Farbe „rot“ bei unseren Hauskatzen.
ACHTUNG: Halter und selbst Züchter der Rasse sind für gewöhnlich keine Tierquäler!
Einige der oben genannten Rassen besitzen heute durchaus Zuchtzweige, die nicht (mehr) unter Qualzuchten gelistet werden! Zum Teil sind diese sehr umstritten, weshalb man – egal wie süß man die Katzen findet – zum Wohle der Tiere genau hinschauen sollte und sich nicht scheuen darf, unbequeme Fragen zu stellen und sich über neutrale Quellen zu informieren.
Vorschnell sollte man gerade in diesem kritischen Bereich auf jeden Fall kein Urteil fällen! Weder zum positiven, noch zum negativen.
Insbesondere dann nicht, wenn man nicht weiß, wie und warum ein Halter an die betroffenen Katzen gekommen ist!
Es ist leider zudem ein Fakt, dass bei weitem nicht alle Halter oder auch nur Züchter dieser Rassen sich der Qualzucht bewusst sind!
Die Katzen „leiden“ gewöhnlich nicht im wortwörtlichen Sinne, weshalb ihre Beeinträchtigungen selten als solche wahrgenommen werden.
Die Rassen entstanden schließlich auch nicht, um die Katzen zu quälen, sondern, da es Menschen gibt, die die jeweiligen Katzen ausgesprochen schön finden. Was gewiss keine Entschuldigung ist, aber uns mahnen sollte, nicht vorschnell jemanden zu verurteilen.
So, an der Stelle überlasse ich euch das Wort.
Fragen, Kommentare, Meinungen, Erfahrungen, Ergänzungen und Richtigstellungen von etwaigen Fehlinformationen sind gern gesehen!
Da wir aktuell einige Katzenhalter mit gelisteten Rassen im Forum haben, appelliere ich aber direkt an dieser Stelle an einen freundlichen Umgangston!
LG
blackcat
das Thema würde ich aktuell ganz gerne einmal ansprechen und vielleicht hat der eine oder andere auch noch etwas beizutragen. Leider sind Qualzuchten immer noch etwas, worüber wenig Menschen informiert sind – und das, obwohl sie trotz (teilweisem) Zuchtverbot immer mehr Liebhaber finden.
Nicht aus Prinzip schlecht, nur: Augen auf! Denn nicht alles, was „süß“ ist, ist artgerecht, aber auch nicht alles, das wir als Qualzucht kennen, ist tatsächlich eine!
Was sind Qualzuchten überhaupt?
Als Qualzucht werden alle Rassen, in unserem Fall alle Katzenrassen bezeichnet, die bestimmte Eigenschaften haben, die das Leben der Katze in irgendeiner Form beeinträchtigen. Etwa, indem sie Schmerzen verursachen, normale Verhaltensweisen nicht mehr ermöglichen oder zu gesundheitlichen Problemen führen können.
Die Zucht dieser Katzen ist in vielen Ländern gesetzlich untersagt, unter anderem auch in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland.
Einzelheiten können, Deutschland betreffend, dem Tierschutzgesetzt §11b entnommen werden.
Welche Katzenrassen sind betroffen?
Betroffen sind unter anderem die einzelnen Rassen von: Sphinx, Manx, Rex, Känguru-Katzen, Peke Face, Perser (mit extrem „eingedelltem“ Gesicht), rein weiße Katzen (Gen W), Fold, Cymric, Munchkin, …
Einzelheiten zu den meisten genannten Rassen:
[VERSTECK]
| 1. | Manx und Cymric mit erblich bedingter Kurzschwänzigkeit | Durch die Schwanzverkürzung bis hin zur Stummelschwänzigkeit sind nicht nur die artspezifischen Bewegungsabläufe gestört, vor allem muss mit Wirbelsäulenmissbildungen, neurologischen Ausfallserscheinungen, Schädigungen des Darms und erhöhter Schmerzempfindlichkeit im Beckenbereich gerechnet werden. |
| 2. | Reinweiße Katzen | Bei der Zucht von Katzen, deren weiße Fellfarbe durch das dominante Gen „W“ bestimmt wird (einschließlich „foreign white“), muss mit Schwerhörigkeit oder Taubheit gerechnet werden. Außerdem kann die Fähigkeit zum Dämmerungssehen durch Defekte am sog. Tapetum lucidum beeinträchtigt sein. Fast weiße Katzen mit anderer genetischer Grundlage sind vom Zuchtverbot nicht betroffen. |
| 3. | Scottish Fold, Highland Fold, Pudelkatze mit erblich bedingten Kipp- oder Faltohren | Bei Katzen mit der genetischen Anlage für das Kippohr ist mit Schäden an Knochen und Knorpel zu rechnen. |
| 4. | Einzeltiere bei Rex- oder und Sphinxkatzen, bei denen die Tasthaare fehlen oder in ihrer Funktion beeinträchtigt sind | Das Fehlen oder die fehlende Funktionsfähigkeit von Tasthaaren bedeutet den Verlust eines Sinnesorgans, das für die Orientierung, der Prüfung von Objekten und der Aufnahme sozialer Kontakte wichtig ist. Damit liegt ein züchterisch bedingter Schaden im Sinne des § 11b TSchG vor. Mit den betroffenen Einzeltieren darf nicht gezüchtet werden. |
| 5. | Einzeltiere mit extremer Kurzköpfigkeit, insb. bei Perserkatzen und Exotic Shorthair („peke face“) | Bei extrem kurzköpfigen Katzen kommt es zu einer Verengung der Atemwege oder der Tränennasenkanäle, außerdem ist die Schwergeburt- und Totgeburtrate erhöht. Mit den betroffenen Einzeltieren darf nicht gezüchtet werden. Tiere mit moderater Merkmalsausprägung ohne feststellbare Beeinträchtigung sind vom Zuchtverbot nicht betroffen. |
QUELLE: http://portal.hessen.de/irj/Tierschutz_Internet?cid=9fd0b093acd12465c47cfabad61e9a83; Landestierschutzbeauftragte Hessen;
[/VERSTECK]
Natürlich entstanden?!
Das klassische Argument vieler (Schwarz-)Züchter: ihre jeweilige Rasse ist „natürlich“ entstanden. Sprich, irgendwann fiel einmal zufällig ein Kitten ohne Haare, mit Knickohren, ohne Schwanz, … und mit diesem wurde die Rasse aufgebaut, weshalb sie – da von der Natur vorgesehen – durchaus ihre Berechtigung hätte und keine Qualzucht sein könnte.
Wer in Biologie aufgepasst hat, dürfte an der Stelle die Augen verdrehen, denn: Mutationen treten in der Natur zufällig und ohne tieferen Sinn auf. Sie können dem betreffendem Individuum Vorteile verschaffen – aber genauso gut auch Nachteile. Die Natur bringt so durch Mutationen nützliche Dinge hervor, wie etwa das besondere Unterfell der Van-Katze. Schädliche Dinge, wie Gaumenspalten oder verkrüppelte Gliedmaße. Und auch Dinge, mit keinen/geringen Auswirkungen für das Tier, wie etwa die Farbe „rot“ bei unseren Hauskatzen.
ACHTUNG: Halter und selbst Züchter der Rasse sind für gewöhnlich keine Tierquäler!
Einige der oben genannten Rassen besitzen heute durchaus Zuchtzweige, die nicht (mehr) unter Qualzuchten gelistet werden! Zum Teil sind diese sehr umstritten, weshalb man – egal wie süß man die Katzen findet – zum Wohle der Tiere genau hinschauen sollte und sich nicht scheuen darf, unbequeme Fragen zu stellen und sich über neutrale Quellen zu informieren.
Vorschnell sollte man gerade in diesem kritischen Bereich auf jeden Fall kein Urteil fällen! Weder zum positiven, noch zum negativen.
Insbesondere dann nicht, wenn man nicht weiß, wie und warum ein Halter an die betroffenen Katzen gekommen ist!
Es ist leider zudem ein Fakt, dass bei weitem nicht alle Halter oder auch nur Züchter dieser Rassen sich der Qualzucht bewusst sind!
Die Katzen „leiden“ gewöhnlich nicht im wortwörtlichen Sinne, weshalb ihre Beeinträchtigungen selten als solche wahrgenommen werden.
Die Rassen entstanden schließlich auch nicht, um die Katzen zu quälen, sondern, da es Menschen gibt, die die jeweiligen Katzen ausgesprochen schön finden. Was gewiss keine Entschuldigung ist, aber uns mahnen sollte, nicht vorschnell jemanden zu verurteilen.
So, an der Stelle überlasse ich euch das Wort.
Fragen, Kommentare, Meinungen, Erfahrungen, Ergänzungen und Richtigstellungen von etwaigen Fehlinformationen sind gern gesehen!
Da wir aktuell einige Katzenhalter mit gelisteten Rassen im Forum haben, appelliere ich aber direkt an dieser Stelle an einen freundlichen Umgangston!
LG
blackcat
