Tiger im Zoo Köln erschossen

Diskutiere Tiger im Zoo Köln erschossen im Katzenkörbchen Forum im Bereich Katzen Forum; Nur mal so am Rande: ich durfte während meines Parktikums im Leipziger Zoo von Weitem zu gucken, wie ein Leopard betäubt wurde um tierärztlich...
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #81
Nur mal so am Rande: ich durfte während meines Parktikums im Leipziger Zoo von Weitem zu gucken, wie ein Leopard betäubt wurde um tierärztlich untersucht zu werden. Es wurden schon zwei Stunden vorher Vorkehrungen getroffen, damit das Tier Ruhe hat und sich nicht unnötig aufregt. Die ganze Prodzedur mit Blasrohr richten, Position finden etc. pp hat dann auch fast 15min gedauert. Den ersten Pfeil hat sich das Tier gezogen, d.h. es musste nachdosiert werden. Erst nach dem zweiten Pfeil und einer Wartezeit von nochmal 20min war das Tier soweit ruhiggestellt, dass man es gefahrlos transportieren konnte. Und in diesem Fall lag weder ein verletzter Mensch IM Gehege neben dem Tier, noch war das Tier besonders erregt.

Ich finde nicht, dass man in der Situation eines quasi "freilaufenden" Tigers, der sicher aufgeregt und nervös war und einer neben ihm liegenden schwer verletzten Person noch verlangen kann, dass man 30min Zeit damit verbringt den Tiger iwie in Narkose zu bekommen. Zumal man bei der Dosierung manchmal so viel höher liegen muss um überhaupt etwas zu erreichen, das kann man vorher gar nicht einkalkulieren.

Und wer schon mal einen Hund (kleiner und besser einzuschätzen als ein Tiger) mit 2 (!) Tuben Sedalin intus im Gesicht hängen hatten, nachdem er schon auf der Seite lag und augenscheinlich betäubt war, der schreit in einem Fall von "Gefahr im Verzug" und "Lebensgefahr" sicher nicht mehr ohne Nachzudenken nach einer Narkose...
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #82
Noch mal was um das Für und Wider der Betäubung zu klären:

"Als Rechtfertigungsgründe für eine Tötung von Tieren im Zoo können nach Einzelfallprüfung gelten:
[...]
-Töten von Tieren aus Gründen des Selbstschutzes bei Lebensgefahr"

Und:

" Die Betäubung endothermer Tiere[...] ist von einem Tierarzt durchzuführen.
[...] Die zur Immobilisation einzusetzenden Präparate sind verschreibungspflichtig.
Die Vorschriften des Arzneimittelrechts über den Bezug und die Anwendung dieser Arzneimittel unter tierärztlicher Aufsicht müssen eingehalten werden.Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz sind strafbar."

(Quelle: Zootierhaltung, Tiere in menschlicher Obhut, Grundlagen, von L. Dittrich)

Die wichtigen Stellen hab ich fett markiert.
Die können nicht mal eben vordosierte Betäubungsmittel lagern, Durchführung nur durch Tierarzt.

Eine Betäubung in einer solch akuten Situation ist also nicht einmal erlaubt.

Damit sieht es so aus als hätte der Direktor gar keine andere Möglichkeit gehabt. Für den Notfall ist also festgelegt wie man Menschen rettet und das Raubtier tötet.
Trotzdem wäre es gut, wenn Personen die sich mit Dosierungen von Betäubungen auskennen, prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, das Tier sofort in Narkose zu legen, ohne dass es gleich getötet wird. Und gleichzeitig müsste geprüft werden, ob es Tier zuliebe in diesem Ausnahmefall eine Erlaubnis für den Zoodirektor geben könnte, zuerst die sofort wirkende Betäubung zu probieren.
Ich will damit nicht sagen, dass es falsch war, wie der Zoodirektor gehandelt hat. Er hat offensichtlich nach den Gesetzen und Vorgaben richtig gehandelt. Und aus Sicht der Pflegerin natürlich sowieso, denn es bestand immerhin die Möglichkeit, dass sie noch lebt und ihr Leben u.U. noch retten zu können, hatte höchste Priorität.
Dass Tiere in Zoos nicht artgerecht gehalten werden, haben wir ausgiebig diskutiert und ebenso festgestellt, dass es wohl kaum möglich sein wird etwas zu ändern, weil es einfach zu viele Menschen gibt, die sich nicht darum scheren, ob das Tier nun artgerecht gehalten wird oder nicht. Sie möchten einfach nur ihren Kindern ein Tier zeigen und das soll bitte auch sofort zur Verfügung stehen. (Ich bin mal in Südafrika durch einen Elefantenpark gefahren und alles was wir gesehen haben, waren schwarze Käfer, aber wir haben uns nicht darüber aufgeregt. Damit muss man eben rechnen, wenn die Tiere artgerecht leben können. Und das geht eben vor.)
Mein Gedanke ist einfach nur, ob man nicht etwas am Notfallplan verbessern könnte. Menschenleben retten und vielleicht das Leben des gefangenen Tieres auch noch. Wie ich finde, ein schöner und sinnvoller Gedanke. Ob er durchführbar ist, kann ich nicht beurteilen. Das können sicher nur Mediziner und Rechtswissenschaftler. Aber man könnte wenigstens mal beginnen darüber nachzudenken
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #83
ob es Tier zuliebe in diesem Ausnahmefall eine Erlaubnis für den Zoodirektor geben könnte, zuerst die sofort wirkende Betäubung zu probieren.

genau das ist das Problem: es gibt keine sofort wirkende Betäubung!
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #84
Und gleichzeitig müsste geprüft werden, ob es Tier zuliebe in diesem Ausnahmefall eine Erlaubnis für den Zoodirektor geben könnte, zuerst die sofort wirkende Betäubung zu probieren.

hier liegt für mich das problem. so eine entscheidung wird innerhalb von kürzester zeit getroffen. da ist nicht viel mit probieren denke ich :)

Es wurden schon zwei Stunden vorher Vorkehrungen getroffen, damit das Tier Ruhe hat und sich nicht unnötig aufregt. Die ganze Prodzedur mit Blasrohr richten, Position finden etc. pp hat dann auch fast 15min gedauert. Den ersten Pfeil hat sich das Tier gezogen, d.h. es musste nachdosiert werden. Erst nach dem zweiten Pfeil und einer Wartezeit von nochmal 20min war das Tier soweit ruhiggestellt, dass man es gefahrlos transportieren konnte. Und in diesem Fall lag weder ein verletzter Mensch IM Gehege neben dem Tier, noch war das Tier besonders erregt.
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #85
Was würdest denn du sagen, wenn du da schwer verletzt liegst und die anderen dich anstarren und irgendwas rumprobieren um den Tiger zu retten, während du schmerzen hast und möglicherweise grade stirbst.

Der Wunsch nach einer Lösung, bei der der Tiger am Leben bleibt, ist nicht erfüllbar, vielleicht könnte eine gute Fee da was machen
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #86
Was würdest denn du sagen, wenn du da schwer verletzt liegst und die anderen dich anstarren und irgendwas rumprobieren um den Tiger zu retten, während du schmerzen hast und möglicherweise grade stirbst.

Der Wunsch nach einer Lösung, bei der der Tiger am Leben bleibt, ist nicht erfüllbar, vielleicht könnte eine gute Fee da was machen

das gleiche wurde evy - die eine ähnliche auffassung vertritt - ja ebenfalls gefragt. ich frag mich immer wie weit da der "tierschutz"-"gedanke" geht. über menschenleben?! oder nur bis zum eigene leben?!
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #87
Der Wunsch nach einer Lösung, bei der der Tiger am Leben bleibt, ist nicht erfüllbar, vielleicht könnte eine gute Fee da was machen

Zumindest nicht in Situationen, wie jene im Kölner Zoo. Offene Schleusentüren und ein schwer verletzter Mensch im Einzugsbereich eines aufgeregten Tigers lassen keine Zeit für lange Überlegungen und "Experimente". Und das in solchen Fällen das Leben eines Menschen vor dem eines Tieres steht, ist für mich etwas, was man nicht diskutieren muss.
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #88
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #89
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #90
das gleiche wurde evy - die eine ähnliche auffassung vertritt - ja ebenfalls gefragt. ich frag mich immer wie weit da der "tierschutz"-"gedanke" geht. über menschenleben?! oder nur bis zum eigene leben?!

Das verstehe ich jetzt nicht. Ich habe ganz klar gesagt, was Priorität ist und du beginnst nun mit Unterstellungen. Das finde ich sehr schade. Vielleicht machst du einen Unterschied zwischen dir, deinen Nächsten oder Fremden - ich jedenfalls nicht. Auf so eine Idee wäre ich nicht mal gekommen, aber du anscheinend schon. Vielleicht aus gutem Grund.
Ich habe ganz klar gesagt, dass man darüber nachdenken könnte, etwas zu verbessern. Wenn ich der Zoodirektor wäre, würde ich sofort eine Arbeitsgruppe aus Wissenschaftlern der betroffenen Bereiche gründen um diese erarbeiten zu lassen, ob hier etwas möglich ist oder nicht. Was daran nun schlecht oder negativ ist, erschließt sich mir nicht. Das geht nicht, sagt sich immer leicht. Aber wie heißt es so schön - geht nicht, gibt's nicht - und das sollte die Devise sein.
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #91
Nur mal so am Rande: ich durfte während meines Parktikums im Leipziger Zoo von Weitem zu gucken, wie ein Leopard betäubt wurde um tierärztlich untersucht zu werden. Es wurden schon zwei Stunden vorher Vorkehrungen getroffen, damit das Tier Ruhe hat und sich nicht unnötig aufregt. Die ganze Prodzedur mit Blasrohr richten, Position finden etc. pp hat dann auch fast 15min gedauert. Den ersten Pfeil hat sich das Tier gezogen, d.h. es musste nachdosiert werden. Erst nach dem zweiten Pfeil und einer Wartezeit von nochmal 20min war das Tier soweit ruhiggestellt, dass man es gefahrlos transportieren konnte. Und in diesem Fall lag weder ein verletzter Mensch IM Gehege neben dem Tier, noch war das Tier besonders erregt.

Ich finde nicht, dass man in der Situation eines quasi "freilaufenden" Tigers, der sicher aufgeregt und nervös war und einer neben ihm liegenden schwer verletzten Person noch verlangen kann, dass man 30min Zeit damit verbringt den Tiger iwie in Narkose zu bekommen. Zumal man bei der Dosierung manchmal so viel höher liegen muss um überhaupt etwas zu erreichen, das kann man vorher gar nicht einkalkulieren.

Ich finde es toll, dass Du Deine "Live-Erfahrungen" hier mal postest. Ich war zwar auch immer davon ausgegangen, dass die Narkosen bei Wildtieren immer ne Weile brauchen, um zu wirken (und bei manchen wirken sie gar nicht oder erst bei Nachdosierung) aber ich habe mein "Wissen" sozusagen nur aus Fernsehberichten. Live hab ich das noch nie gesehen.

Gut, dass Du es hier mal schreibst und davon berichtest. Vielleicht wird dann etwas klarer, warum man in diesem Fall nicht länger warten oder irgendwas "versuchen" konnte...
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #92
Das verstehe ich jetzt nicht. Ich habe ganz klar gesagt, was Priorität ist und du beginnst nun mit Unterstellungen. Das finde ich sehr schade. Vielleicht machst du einen Unterschied zwischen dir, deinen Nächsten oder Fremden - ich jedenfalls nicht. Auf so eine Idee wäre ich nicht mal gekommen, aber du anscheinend schon. Vielleicht aus gutem Grund.
Ich habe ganz klar gesagt, dass man darüber nachdenken könnte, etwas zu verbessern. Wenn ich der Zoodirektor wäre, würde ich sofort eine Arbeitsgruppe aus Wissenschaftlern der betroffenen Bereiche gründen um diese erarbeiten zu lassen, ob hier etwas möglich ist oder nicht. Was daran nun schlecht oder negativ ist, erschließt sich mir nicht. Das geht nicht, sagt sich immer leicht. Aber wie heißt es so schön - geht nicht, gibt's nicht - und das sollte die Devise sein.

ich hab dir rein gar nichts unterstellt. die dopplung von "?" und "!" war schon ganz bewusst gewählt. aber wenn man der auffassung ist, dass man noch rumprobieren soll während ein mensch im sterben liegt und jeden moment entgültig getötet werden oder seinen verletzungen erliegen kann frage ich mich wirklich wie man das aus persönlicher sicht empfinden würde. nicht mehr und nicht weniger. ich bin einfach der auffassung, dass es unheimlich leicht gesagt ist man solle da noch mit dosierungen rumprobieren während jemand im sterben liegt solange man selbst nicht der sterbende ist. die frage ist also: hättest du anstelle des opfers auch gewollt, dass man zeit in eine dosierung investiert anstatt dir sofort zu helfen? das hat mit unterstellung für mich rein gar nichts zu tun.
du vertrittst die auffassung, dass man den tiger nicht "einfach hätte abknallen" sollen wie du geschrieben hast. ich hingegen frage ich mich ob du auch für die verzögerung der hilfemaßnahmen wärst, wenn du eben in dieser position wärst. ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass du im sterben liegst und dann noch denkst " prüft mal bitte ob man den tiger nicht einfach betäuben kann". vll täusche ich mich. aber ich kann mir diesen gedankengang nicht vorstellen.
die wahl der betäubung ist eben nicht mit sofortiger hilfe verbunden. eben weil die sofortige hilfe so nicht gewährleistet wird. und hier gehen unsere meinungen möglicherweise auseinander. ich halte es für indiskutabel, die rettung einer person zu verzögern, wenn dies über leben und tod des menschen entscheiden kann.

ich habe auch nicht gesagt, dass ein genaues prüfen negativ wäre. aber wir haben hier doch nun wirklich oft genug gehört wie es rechtlich und praktisch aussieht. dass man alleine schon aus moralischen gründen nicht noch 20 minuten mit der dosierung herumprobieren kann bevor man eine sterbende person rettet.
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #93
Ich finde "Arbeitsgruppen" machen durchaus Sinn, um dann eventuelle Möglichkeiten durchzuspielen. Aber eben nicht in unvorhersehbaren Notfällen und wenn ein Menschenleben akut auf dem Spiel steht und man innerhalb von kürzester Zeit entscheiden muss, was zu tun ist.

Solche Vorfälle sind ja nicht die Regel, sondern tragische Unglücke.
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #94
ich hab dir rein gar nichts unterstellt. die dopplung von "?" und "!" war schon ganz bewusst gewählt. aber wenn man der auffassung ist, dass man noch rumprobieren soll während ein mensch im sterben liegt und jeden moment entgültig getötet werden oder seinen verletzungen erliegen kann frage ich mich wirklich wie man das aus persönlicher sicht empfinden würde. nicht mehr und nicht weniger. ich bin einfach der auffassung, dass es unheimlich leicht gesagt ist man solle da noch mit dosierungen rumprobieren während jemand im sterben liegt solange man selbst nicht der sterbende ist. die frage ist also: hättest du anstelle des opfers auch gewollt, dass man zeit in eine dosierung investiert anstatt dir sofort zu helfen? das hat mit unterstellung für mich rein gar nichts zu tun.
du vertrittst die auffassung, dass man den tiger nicht "einfach hätte abknallen" sollen wie du geschrieben hast. ich hingegen frage ich mich ob du auch für die verzögerung der hilfemaßnahmen wärst, wenn du eben in dieser position wärst. ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass du im sterben liegst und dann noch denkst " prüft mal bitte ob man den tiger nicht einfach betäuben kann". vll täusche ich mich. aber ich kann mir diesen gedankengang nicht vorstellen.
die wahl der betäubung ist eben nicht mit sofortiger hilfe verbunden. eben weil die sofortige hilfe so nicht gewährleistet wird. und hier gehen unsere meinungen möglicherweise auseinander. ich halte es für indiskutabel, die rettung einer person zu verzögern, wenn dies über leben und tod des menschen entscheiden kann.

ich habe auch nicht gesagt, dass ein genaues prüfen negativ wäre. aber wir haben hier doch nun wirklich oft genug gehört wie es rechtlich und praktisch aussieht. dass man alleine schon aus moralischen gründen nicht noch 20 minuten mit der dosierung herumprobieren kann bevor man eine sterbende person rettet.

Ich verstehe nicht, dass du andauernd schreibst, ich wäre der Meinung, dass man während ein Mensch schwer verletzt im Raubtiergehege liegt, anfangen sollte Dosierungen auszuprobieren oder Arbeitsgruppen zu gründen. Das ist doch völliger Unsinn.
Warum liest du denn nicht was ich geschrieben habe? In meinem Beitrag stand nämlich, die Rettung der Pflegerin hatte oberste Priorität.
Es geht doch hier darum, was man aus diesem Vorfall lernen sollte. Und ich meine, man sollte nicht achselzuckend zur Tagesordnung übergehen, sondern sich lieber Gedanken machen, ob man hier in Zukunft etwas ändern kann.

Und wir beginnen ja immer erst nachzudenken, wenn etwas Schreckliches passiert ist.

Ich habe doch weiter oben schon geschrieben, dass es keine andere Möglichkeit gab und das die Rettung der Pflegerin oberste Priorität hatte. Das ist aus menschlichen Gründen sowie rechtlichen Gründen gar nicht anders möglich gewesen. Ein Rumprobieren mit Dosierungen und die Gründung eines Ausschusses, wenn gerade Leben gerettet werden muss, ist natürlich hier nicht die Frage, d.h. es steht wohl außer Frage, dass hier unverzüglich ein Menschenleben gerettet werden musste.

Trotzdem gefällt mir an dem Notfallplan nicht, dass das gefangene Tier hierbei sterben muss. Und deshalb bin ich der Meinung, dass der Zoo Köln und nicht nur der, sich mit seinen Notfallplänen auseinandersetzen sollte und Wissenschaftler ausarbeiten lassen sollte, ob es eine Möglichkeit gibt, Menschenleben zu retten, ohne dass das Tier stirbt. Und es wird ja hoffentlich erlaubt sein, sich Gedanken um das Leben und Sterben von Tieren und dann noch Tieren die vom Menschen gefangen gehalten zu werden, zu machen.
Nach allem was im Moment bekannt ist, ist das offensichtlich nicht der Fall, aber zum Glück gibt es und gab es immer Menschen, die sich mit dem was man gerade als das Richtige erachtet, nicht zufrieden gegeben haben - Menschen für die immer galt "geht nicht, gibt es nicht" und ich hoffe auch in diesem Fall wird es Wissenschaftler mit Ideen geben.

Das ist jetzt mein letzter Versuch. Wenn man mich absichtlich mißverstehen will, dann kann und will ich das auch nicht ändern.
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #95
Es geht doch hier darum, was man aus diesem Vorfall lernen sollte. Und ich meine, man sollte nicht achselzuckend zur Tagesordnung übergehen, sondern sich lieber Gedanken machen, ob man hier in Zukunft etwas ändern kann.

Aber meinst Du nicht, dass das bereits Leute getan haben? Dafür gibt es vermutlich diesen Notfallplan. Und das Gewehr mit dem Das Tier erschossen wurde, muss ja parat gewesen sein. Wäre es möglich, so ein Tier innerhalb von Sekunden zu betäuben, würde man das doch sicher tun, statt es zu erschiessen.
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #96
Trotzdem gefällt mir an dem Notfallplan nicht, dass das gefangene Tier hierbei sterben muss. Und deshalb bin ich der Meinung, dass der Zoo Köln und nicht nur der, sich mit seinen Notfallplänen auseinandersetzen sollte und Wissenschaftler ausarbeiten lassen sollte, ob es eine Möglichkeit gibt, Menschenleben zu retten, ohne dass das Tier stirbt.

Ich glaube, so einen Notfall kann man einfach nicht vorhersehen und in Arbeitsgruppen "ausarbeiten".
Das war ein tragisches Unglück und bestimmt nicht so geplant und die "Regel"..:eusa_think: Aber der Schuss war die einzige Möglichkeit, überhaupt an die Pflegerin ranzukommen und versuchen, sie zu retten. In der Situation war es das einzig richtige, was man machen konnte, finde ich. Das war wohl ne Entscheidung "aus der Situation" heraus.

Sehr tragisch, dass die Pflegerin dennoch nicht gerettet werden konnte.:(

Klar, tut es mir um den Tiger auch leid, aber dennoch finde ich dass man in diesem Fall mal den "Tierschutzgedanken" hinten an stellen sollte.
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #97
Off-Topic
Ich verstehe nicht, dass du andauernd schreibst, ich wäre der Meinung, dass man während ein Mensch schwer verletzt im Raubtiergehege liegt, anfangen sollte Dosierungen auszuprobieren oder Arbeitsgruppen zu gründen. Das ist doch völliger Unsinn.
Warum liest du denn nicht was ich geschrieben habe? In meinem Beitrag stand nämlich, die Rettung der Pflegerin hatte oberste Priorität.
Es geht doch hier darum, was man aus diesem Vorfall lernen sollte. Und ich meine, man sollte nicht achselzuckend zur Tagesordnung übergehen, sondern sich lieber Gedanken machen, ob man hier in Zukunft etwas ändern kann.

Und wir beginnen ja immer erst nachzudenken, wenn etwas Schreckliches passiert ist.

Ich habe doch weiter oben schon geschrieben, dass es keine andere Möglichkeit gab und das die Rettung der Pflegerin oberste Priorität hatte. Das ist aus menschlichen Gründen sowie rechtlichen Gründen gar nicht anders möglich gewesen. Ein Rumprobieren mit Dosierungen und die Gründung eines Ausschusses, wenn gerade Leben gerettet werden muss, ist natürlich hier nicht die Frage, d.h. es steht wohl außer Frage, dass hier unverzüglich ein Menschenleben gerettet werden musste.

Trotzdem gefällt mir an dem Notfallplan nicht, dass das gefangene Tier hierbei sterben muss. Und deshalb bin ich der Meinung, dass der Zoo Köln und nicht nur der, sich mit seinen Notfallplänen auseinandersetzen sollte und Wissenschaftler ausarbeiten lassen sollte, ob es eine Möglichkeit gibt, Menschenleben zu retten, ohne dass das Tier stirbt. Und es wird ja hoffentlich erlaubt sein, sich Gedanken um das Leben und Sterben von Tieren und dann noch Tieren die vom Menschen gefangen gehalten zu werden, zu machen.
Nach allem was im Moment bekannt ist, ist das offensichtlich nicht der Fall, aber zum Glück gibt es und gab es immer Menschen, die sich mit dem was man gerade als das Richtige erachtet, nicht zufrieden gegeben haben - Menschen für die immer galt "geht nicht, gibt es nicht" und ich hoffe auch in diesem Fall wird es Wissenschaftler mit Ideen geben.

Das ist jetzt mein letzter Versuch. Wenn man mich absichtlich mißverstehen will, dann kann und will ich das auch nicht ändern.

nimms mir nicht übel. aber ich habe nirgendwo gesagt du hättest behaupten man solle vor der rettung erstmal ne arbeitsgruppe gründen ;)

das was ich eben schwierig finde ist diese aussage von dir
Trotzdem wäre es gut, wenn Personen die sich mit Dosierungen von Betäubungen auskennen, prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, das Tier sofort in Narkose zu legen, ohne dass es gleich getötet wird. Und gleichzeitig müsste geprüft werden, ob es Tier zuliebe in diesem Ausnahmefall eine Erlaubnis für den Zoodirektor geben könnte, zuerst die sofort wirkende Betäubung zu probieren.

ich störe mich im grunde eben an der sache mit dem ausprobieren in so einer situation. ich finde einfach nicht, dass in so einer situation probiert werden sollte. und das es die sofort und sicher wirkende narkose eben nicht gibt (augenblicklich) wissen wir ja nun auch :)
natürlich wäre es schöner, wenn der tiger hätte überlegen können. ich persönlich sehe in so einer situation aber keinen weg. es gibt ja gewisse vorschriften für notfälle. und ich kann mir nicht vorstellen, dass man eben "einfach so tiere abknallt". ich meins wie gesagt nicht böse. ich bin einfach nur nicht deiner auffassung :)
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #98
Dem widerspricht sie ja gar nicht. Aber ich fände es schon auch interessant zu wissen, wie dieser Notfallplan ausgetüftelt wurde..was da alles bedacht wurde etc.
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #99
Zur Narkose möchte ich jetzt mal ein bsp von mir bringen.
Ich sahs die letzten wochen drei mal beim Zahnarzt und war dermassen unruhig und aufgeregt.
Zu erst, dauerte es ewigkeiten*länger als bei einem Normal ruhigen Patienten*das meine Betäubung wirkte.
Und dann musste sage und schreibe 2 Mal nach gespritzt werden, damit ich nichts mehr merke.
Wovon einmal komplett abgebrochen werden musste, weil mein Adrenalin zu hoch war.
Gestern wurde bei mir alleine 5-6 mal nachgespritzt, weil ich so voller Adrenalin war, das die Betäubung nicht richtig wirken konnte.
Und genauso wird das bei Tieren auch sein.
Wenn ein Tier dermassen unter Stress steht, dann kann man das nicht einfach so innerhalb von 10 sekunden betäuben.Das geht einfach nicht.

Man kann da doch keine 2 Std rum probieren, bis das Tier in Narkose liegt bzw das Tier ruhig gestellt ist.
Bis dahin wäre die Person tot, sofern die Person noch leben würde, und es wäre fahrlässig.

Glaubt man wirklich, das der Zoo ein Tier, welches ihm Geld einbringt, weil es so beliebt ist, einfach zu Töten?
Ich glaube nicht.
Dem Zoo liegt auch was an seinen Tieren.
Auch wenn es natürlich absolut nicht schön ist, die Tiere in Gefangenschaft zusehen.
Aber man muss auch mal daran denken, das der Zoo für und von seinen Tieren lebt.

Die Knallen doch nicht einfach nen Tiger ab, wenn es andere möglichkeiten, des Rettens gegeben hätte.
Die Leute, die da arbeiten, die machen ihren Job nicht zum Spass, sondern auch mit Überzeugung.
Guckt man sich z.b. Thomas Dörflein an, was der für Herzblut da rein gesteckt hat in die Pflege von Knut.
Und so wird es hier auch gewesen sein.
 
  • Tiger im Zoo Köln erschossen Beitrag #100
Ich glaube, so einen Notfall kann man einfach nicht vorhersehen und in Arbeitsgruppen "ausarbeiten".
Das war ein tragisches Unglück und bestimmt nicht so geplant und die "Regel"..:eusa_think: Aber der Schuss war die einzige Möglichkeit, überhaupt an die Pflegerin ranzukommen und versuchen, sie zu retten. In der Situation war es das einzig richtige, was man machen konnte, finde ich. Das war wohl ne Entscheidung "aus der Situation" heraus.

Sehr tragisch, dass die Pflegerin dennoch nicht gerettet werden konnte.:(

Klar, tut es mir um den Tiger auch leid, aber dennoch finde ich dass man in diesem Fall mal den "Tierschutzgedanken" hinten an stellen sollte.

Das Tragische ist wirklich, dass die Pflegerin dennoch nicht gerettet werden konnte, aber das wußte man ja in dem Moment nicht. Es hätte ja auch sein können, dass sie noch lebt.

Ich glaube aber nicht, dass es eine Entscheidung aus der Situation heraus war. Ich glaube, dass es einen ganz klaren Notfallplan gibt und dass in Notfällen danach vorgegangen werden muss. Ich nehme an, dass es Pflicht für jeden Zoo ist einen Notfallplan zu haben. Dieser Plan besagt eben, dass ein Tier erschossen werden muss, wenn ein Mensch sich in Gefahr befindet.

Da es heutzutage viele Menschen aber - zum Glück - nicht mehr so gerne sehen, dass Tiere erschossen werden, war eben meine Überlegung, ob man nicht Wissenschaftler auf diesen Notfallplan ansetzen könnte, die etwas austüfteln, damit auch das Tier den Notfall überlebt.
Wobei die oberste Priorität immer die Rettung von Menschenleben bleiben sollte.



Aber meinst Du nicht, dass das bereits Leute getan haben? Dafür gibt es vermutlich diesen Notfallplan. Und das Gewehr mit dem Das Tier erschossen wurde, muss ja parat gewesen sein. Wäre es möglich, so ein Tier innerhalb von Sekunden zu betäuben, würde man das doch sicher tun, statt es zu erschiessen.

Ja unbedingt - das haben Leute getan. Zoos gibt es seit ca. 100 Jahren. Manche kürzer, manche vielleicht länger. Ich weiß nicht wie alt die Notfallpläne der Zoos sind, aber ich bin mir ganz sicher, dass man sich überlegt hat, was passieren könnte, wenn ein Löwe oder Tiger oder ein anderes Raubtier in die Freiheit gelangt. Um Menschenleben zu schützen, hat man natürlich beschlossen, dass das Tier sofort erschossen wird. Das ist auch richtig und nachvollziehbar. Und wenn der Notfallplan vielleicht schon 50 Jahre alt ist, hat man sich ausschließlich Gedanken um die Sicherheit des Menschen gemacht, aber an ein Tier hat damals niemand gedacht.
Heute denken die Menschen aber vermehrt an Tiere und sie wollen nicht, dass Tiere erschossen werden und deshalb kann man doch über den Notfallplan sprechen. Wir - die Menschen - haben so unglaublich viele Techniken und Fertigkeiten entwickelt und da soll es nicht möglich sein auch hier eine bessere Möglichkeit zu finden? Das glaube ich einfach nicht. Ich rege einfach an Experten darüber sprechen zu lassen und vielleicht neue Möglichkeiten entwickeln zu lassen.

Off-Topic


nimms mir nicht übel. aber ich habe nirgendwo gesagt du hättest behaupten man solle vor der rettung erstmal ne arbeitsgruppe gründen ;)

das was ich eben schwierig finde ist diese aussage von dir


ich störe mich im grunde eben an der sache mit dem ausprobieren in so einer situation. ich finde einfach nicht, dass in so einer situation probiert werden sollte. und das es die sofort und sicher wirkende narkose eben nicht gibt (augenblicklich) wissen wir ja nun auch :)
natürlich wäre es schöner, wenn der tiger hätte überlegen können. ich persönlich sehe in so einer situation aber keinen weg. es gibt ja gewisse vorschriften für notfälle. und ich kann mir nicht vorstellen, dass man eben "einfach so tiere abknallt". ich meins wie gesagt nicht böse. ich bin einfach nur nicht deiner auffassung :)

Ich glaube dann war das ein Mißverständnis. Ich möchte auch nicht, dass in Notsituationen herumexperimentiert wird, aber ich hätte wie gesagt gerne eine Expertenrunde (und zwar genau jetzt, bevor wieder ein Notfall eintritt) die sich mit Betäubungen und Dosierungen auseinandersetzt und dann Vorschläge unterbreitet. Es kann ja auch sein, dass festgestellt wird, dass man nichts ändern kann, aber es kann auch sein, dass man einen Weg findet das Tier außer Gefecht zu setzen ohne dass es mit dem Tod dafür bezahlen muss.
 
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