Hi,
dann möchte ich auch mal meine Erfahrungen berichten. Wie es bei uns im Verein läuft und worauf ich bei der Auswahl geachtet habe.
Bei uns im Verein gibt es Welpen und Junghundekurse.
Die Welpenkurse sind für Hunde zwischen 8-16 Wochen (Allerdings weicht das bei besonder forschen oder ängstlichen Hunden schon mal ab). Die Teilnehmerzahl schwankt zwischen 3-8 Hunden. Und wenn es doch mal mehr werden wird die Gruppe geteilt. Es ist immer eine Trainerin und 1-3 Helfer auf dem Platz. Die für Fragen zur Verfügung stehen und mit aufpassen, das Mobbing vermieden wird.
Es sind verschiedene Geräte und Untergründe vorhanden die erkundet werden können. (Bällebad, Knisterfolien, Schaukel, Tunnel,...)
Der Ablauf ist meist so dass sich erst mal alle Sammeln, ihre Hunde aufmerksam machen, ableinen und dann "auf Kommando" spielen lassen. (Der Hund soll mit diesem kleinen Ritual lernen nicht direkt einfach loszulaufen.)
Während die Hunde spielen haben die Trainerin und die Helfer einen Blick auf die Hunde und greifen ein wenn es notwendig ist, und beantworten eventuelle Fragen zum aktuellen Spiel, oder auch allgemein.
Je nach vorhanden Welpen werden dann zwischendurch kleinere Übungen gemacht. Ziel ist es das der Hund sich an verschiedene Situationen gewöhnt. Das kann sein das der Hund durch eine Reihe Menschen abgerufen (gelockt) wird, oder Herrchen/Frauchen in einer der Mitte einer Gruppe hockt und den welpen ruft, sich versteckt und den Hund ruft, oder ... Oder es werden zusammen mit den Besitzern verschiedene Geräte erkundet. Bspw. ein Steeg über den der Hund geführt wird, oder ein Trampolin, oder eine Schaukel. Bei diesen Übungen steht im Vordergrund das der Hund ohne Druck das "Hinderniss" mit Herrchen/Frauchen zusammen überwindet, und so Vertrauen in sich selbst und in Herrchen/Frauchen gefördert wird. Am Ende lassen wir die Hunde dann meist noch mal abrufen, wer kann auch über ein kleines Hindernis, wie das Bällebad, oder einen kleinen Reifen der Flach auf dem Boden liegt.
Die Stunden variieren schon mal je nach Hunden und aktuellen Fragen der Teilnehmer.
Ich kenne neben unserem Verein, und ein paar andern Vereinen, noch eine meiner Meinung nach gut Hundeschule die ähnlich verfährt.
Für mich habe ich folgende (Haupt-)Kriterien augemacht:
- Das Sozialspiel steht absolut im Vordergrund
- Also kein stundenlanges Üben von Kommandos, o.ä.
- Es sollten kleinere "Geräte", bereit stehen
- zum spielerischen erkunden
- zum "trainieren" der Motorik / Sensorik
- und einfach um sie mit Herrchen/Frauchen zusammen "zu bezwingen"
- Das Spiel wird "Überwacht", und läuft nicht unkontrolliert
- Der Trainer / die Helfer erklären und greifen notfalls ein
- Die Hunde werden nicht sich selber überlassen
- Zu Rüpelige Hunde werden ggf. abgelenkt, eingeschränkt, der Kurs wird geteilt, oder Sie kommen je nach Alter in den nächsten Kurs
- Wichtig ist das keiner "unter die Räder" kommt und gemobbt wird
- Ängstliche Hunde dürfen sich Schutz bei Herrchen/Frauchen holen (Hier kommt es aber stark auf das WIE an)
- Es wird mit positiven Verstärkern "gearbeitet"
- Es wird kein Druck auf den Hund ausgeübt
- Der Hund macht die "Übungen" freiwillig
- Die Welpen sollten alle auf einem ähnlichen Entwicklungsstand sein.
- Keine Junghunde im Welpenkurs. (Die sind meist zu wild/rüpelig für die ganz kleinen.)
- Erwachsene Hund nur in Ausnahmefällen. (Hier sollte der Hund schon älter, geduldig und gut sozialisiert sein, und vor allem Welpen mögen.)
- Es ist dann auch mal schön zu sehen wie sich auch die Rüpelchen unter den kleinen Respektvoll dem älteren nähern.
- Aber: Das sollte wirklich nur der Fall sein wenn der erwachsene wirklich 1a ist, und er sollte auch nicht die ganze Zeit anwesend sein (IMHO)
- Der Trainer (und möglichst auch die Helfer)
- sollte Erfahrung haben
- sollte das aktuelle Geschehen immer im Blick haben und Interpretationen geben können.
- sollte Flexibel auf Fragen/Probleme eingehen können
- die Stunde nach den Bedürfnissen der Hunde/Besitzer anpassen.
Aber am wichtigsten ist das alle Beteiligten Spass an der Sache haben, und dass es für den kleinen Hund reich an positiven Erfahrungen ist.
Von Stunden in denen die Hunde sich selbst überlassen werden, oder sie auf Kommandos gedrillt werden habe ich leider auch schon gehört, aber in dieser Form noch nicht selber das noch nicht erlebt. Davon würde ich dann auch die Finger lassen, da sich der kleine Welpe gerade in einer sensiblen Phase befindet in der die Grundpfeiler für die spätere Entwicklung ausgebaut werden. (Im idealfall hat hier der Züchter schon vorarbeit geleistet.)
Da ich grundweg positive Erfahrungen gemacht habe, (In einigen Kursen hat es mir mal mehr oder weniger gut gefallen, aber ich bin noch in keinem Kurs gelandet den ich wirklich schlecht fand.) würde ich mit jedem Welpen die Chance nutzen einen (oder mehrere) Kurse zu besuchen. Das was die Hunde hier (vor allem untereinander) lernen kann man für sich selbst sonst nur mit sehr großem Aufwand organisieren.
Die Kosten lagen bisher zwischen (5-12 € / Stunde). Bei uns im Verein als Mitglied war es für mich kostenlos.
Soviel zu meinem Erfahrungsbericht.