Geburt/Aufzucht sowie die Genetik sind mein Spezialgebiet =)
Von den Haltungsbedingen mal abgesehen. Ich habe mir schon meinen Teil gedacht als ich gelesen habe wie oft die Tiere abgehauen oder weggelaufen sind. Ehrlich? Ich hätte Angst, dass fremde Tiere einfach so rein können. Wenn irgendwas ein Gehege verlassen kann, kommen Räuber oder Wildkaninchen im Regelfall immer rein. Die Haltung ist definitiv verbesserungswürdig. Aber darauf haben ja schon einige geantwortet. Deswegen hake ich dieses Thema hiermit ab.
Deine Eltern sollten sich wirklich mal mit Inzucht beschäftigen. Es ist ein sehr interessantes Thema und in den falschen Händen tödlich. Nicht nur für die Jungtiere sondern auch die Häsin. Bei Kaninchen muss man viele Faktoren beachten, denn so einfach ist die Genetik nicht. Vor allem gibt es Regeln vom Tierschutz, die das Verpaaren von gewissen Tieren/Rassen oder Farben untereinander verbietet. Man kann sich somit ganz schnell strafbar machen. Das Hauptproblem bei Inzucht ist nicht nur die Inzuchtdepression sondern die vielen genetischen Defekte/Erkrankungen. Diese treten nämlich deutlich häufiger auf durch den hohen Verwandshaftsgrad. Ich könnte über die ganzen anatomischen Defekte und Möglichkeiten ein ganzes Buch schreiben. Deswegen gehört Inzucht nicht in Laienhände. Es kann zuviel daneben gehen.
Die TA kosten gehören zu Tieren im Regelfall dazu. Eine Häsin muss es nicht immer hin bekommen. Sie kann an einer Geburt ganz schnell sterben. Es muss nur ein Jungtier blöd im Geburtskanal stecken bleiben oder bei der Geburt den Geburtskanal verletzen. Beides ist binnen weniger Stunden tödlich für Häsin und Jungtiere, eine Behandlung teuer. Es ist beides ein qualvoller Tod mit Schmerzen verbunden. Das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass bei Tieren ein unnötiges Leid zu vermeiden ist.
So zum eigentlich nämlich dem Nachwuchs:
Es gibt ein paar Grundlegende Dinge zu beachten. Erstens die Stressvermeidung. Häsinnen sind oft während der Aufzucht sehr gestresst. Deswegen gilt es die Umgebung so ruhig und stressfrei wie möglich zu halten und die Häsin bei ihrer Aufzucht nicht zu stören. Nestkontrollen sind ok, sollten aber nicht so oft gemacht werden. Häsinnen sind nicht doof und bemerken anderen Gerüche sowie Manipulationen am Nest. Es kommt sehr schnell dazu, dass eine Häsin den Wurf sich selbst überlässt, da sie diesem aufgrund der Störungen keine allzu große Chance gibt. Es reicht im Regelfall, wenn man am nächsten Tag eine Kontreolle macht, ob die Jungtiere gesäugt wurden. Ich bin ein Gegner von täglichen Kontrollen oder Wiegen. Das ist purer Stress für Häsin und Jungtiere. Weniger ist hier mehr. Dann kommt dazu, dass eine Häsin mehr Platz braucht. Bei Jungtieren bis zur 4. Lebenswoche sind das 25% ab der 4. Woche wären das schon 50% mehr Platz.
Da Inzucht mit ihm Spiel ist, wirst du der Mutter Natur nicht viel abnehmen können. Defekte äußern sich im Regelfall in den ersten 12 Lebenswochen. Stark betroffene Jungtiere werden dir in der ersten Lebenswochen versterben.