So, ich misch auch noch mit.

Hab mir nicht alles gründlichst durchgelesen, aber ich denke, so das wichtigste hab ich aufgeschnappt.
@Fliederbusch: (ich find Deinen Nicknamen toll - ich LIEBE Flieder

) Ich bin auch damit gross geworden, dass Katzen in Einzelhaltung okay sind. Wir hatten 1 Katze in meiner Kindheit und ich hab sie abgöttisch geliebt.
Sie war Freigänger.
Nachts kam sie oft von ihren Streifzügen zurück und krabbelte dann zu mir ins Bett.
Ich bin öfters aufgewacht, weil es verdammt schwer auf meiner Bettdecke war! Und was war es... Meine Katze lag im Bett zusammen mit einem fremden Kater! In meinem Bett! Und die haben sich offensichtlich wohlgefühlt. Bis ich das Schreien angefangen habe natürlich :mrgreen:
Also hat sie sich offensichtlich ihre Artgenossen draussen gesucht und sie kurzerhand mit nach Hause genommen.
Seit ich hier im Forum bin (angemeldet wegen Hunden) habe ich immer wieder im Katzenforum gelesen. Ich dachte, ich werde keine Katze haben bis die Hunde irgendwann nicht mehr sind und ich vermisste es. Also stillte ich meine Sehnsucht hier im Forum. Und sah all die Fotos und Berichte von all denen, die mehr als 1 Katze haben.
Ein kleiner Teil meines Hirnes fing an nachzudenken.
Für mich macht es schlichtweg Sinn, mind. 2 Katzen zu haben. Es klingt logisch. Ich brauche keine wissenschaftliche Untermauerung.
Nur weil es jahrzehntelang so praktiziert wurde, heisst es nicht, dass es richtig ist.
Als ich 20 war, holte ich mir eine Mieze aus dem Tierheim. Sie war alleine, ihr ganzes Katzenleben lang. In dem Fall eher ein Segen. Sie war eine typische Einzelkatze. Ob dazu gemacht oder tatsächlich so in ihrem Kopf - wer weiss... Auch Menschen können Einzelgänger sein.
Ich weiss nur, dass sie im Tierheim eine ganz schlimme Zeit hatte, weil sie von allen anderen Katzen ständig verprügelt wurde und niemals genug Futter abbekam. Als ich sie holte - ich brauchte über 2 Jahre, bis ich den Futternapf mal leer lassen konnte und sie keine Angst mehr hatte, da kommt nichts mehr. Sie war richtig traumatisiert.
Bei mir blühte sie auf. Manchmal ging ich nachts mit ihr ein bisschen raus. Sie wollte nicht wirklich raus, aber wenn ich nen kleinen Spaziergang machte, kam sie manchmal mit. Bei einem dieser Spaziergänge traf sie einen Artgenossen.... Ich brauchte fast 1 Stunde, bis ich sie gefunden hatte. Sie hockte in einer Garage unter dem Auto drunter. Ich musste sie mit Gewalt da rausziehen und ich könnte schwören, ihre Krallen quietschten auf dem Beton....
Sie hatte vor lauter Panik Durchfall bekommen. Es klebte ÜBERALL! Sie stank ganz schrecklich und war nicht fähig, auch nur einen Meter zu laufen. Sie zitterte am ganzen Körper. Ich musste sie nach Hause tragen.... Und stank dann selber auch ganz schrecklich.... Danach ging sie nie wieder mit mir spazieren.
Viel, viel später zog ich mit meinem damaligen Freund zusammen. Er hatte auch eine Katze. Einzelhaltung. Seine Katze war absolut verhaltensgestört. Sie pinkelte überall hin, liess sich nicht anfassen, fauchte nur und hockte den ganzen Tag in irgend einer Ecke.
Als wir zusammenzogen, blühte seine Katze sichtlich auf. Nach einigen Monaten konnte ich sie problemlos auf den Arm nehmen, sie liebte es, im Bett neben meinem Kissen zu schlafen und mir die Haare zu putzen. Sie genoss den Artgenossen im Haus! Auch wenn der nichts von ihr wissen wollte. Meine Katze war natürlich alles andere als glücklich über die andere Katze und machte ihr das Katzenleben zur Hölle. Es ging über 1 Jahr, dann musste ich umziehen und ich trennte die Katzen wieder, weil nicht genug Platz da war. Ich fand ein schönes Plätzchen für die andere Mieze - leider wieder Einzelhaltung, weil ich es nicht besser wusste zu dem Zeitpunkt.
Ups, ich schreib Romane.
Ich versuch mal abzukürzen. Ich habe derweil wieder Katzen. Zwei Katzen.
Ich fand letztes Jahr im Sommer einen kleinen Kater an einer Strasse. Ich nahm ihn mit und fand raus, dass es wunderbar funktioniert mit meinen Hunden, also blieb er natürlich. Nach einigen Monaten war ich finanziell soweit abgesichert, dass ich eine zweite Katze in Betracht zog.
Warum? Mein Kater war einsam. Definitiv. Er hockte ständig auf mir, wollte die ganze Zeit mit mir spielen, manchmal mit den Hunden und war regelrecht unerträglich. Ich konnte keinen Schritt machen ohne den kleinen Kerl an meiner Seite. Und er war am jammern. Den ganzen Tag lang.
Im November holte ich eine zweite Katze, die mir als Kater vermittelt wurde. Ich fand dann später raus, dass es ne Mieze ist.
Sie ist sehr gut sozialisiert, kommt von einem Bauernhof mit 14 anderen Katzen. Das war ein Segen, weil mein kleiner Kater offensichtlich keine Manieren hat und die Katzensprache nur spärlich beherrscht.
Es dauerte ungefähr 1 Woche, dann schliefen beide Katzen zumindest im selben Raum.
Ich war skeptisch, muss ich gestehen und dachte bei mir selber, dass er vielleicht auch eher ein Einzelkater ist wie meine Katze die ich mit 20 hatte und das es gereicht hätte wenn er nur die Hunde zum spielen hätte.
Fehlanzeige.
Mittlerweile wird hier täglich durchs Haus getobt. Kater vorneweg, Katze hinterher. Sie spielen zusammen, sie fressen aus demselben Napf und gestern war grosse Premiere (leider keine Fotos *flenn) - beide Katzen lagen in meinem Bett, aneinandergekuschelt, der Kater hatte seine Pfoten um den Hals der Katze und hat ihr mit Hingabe den Kopf und die Ohren geputzt und die kleine Mieze hat so laut geschnurrt, dass das Bett fast gebebt hat

Mein Fazit: nie wieder Einzelhaltung.
Im Moment sind beide Katzen draussen unterwegs. Und warum beide? Weil Mieze raus wollte und der Kater gucken muss, was Mieze da draussen eigentlich treibt :mrgreen: Wo die eine ist, ist der andere nicht weit. Kommt einer rein, ist der andere auch wieder drin.
Bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe eine zweite Katze zu holen.
Ich find es gut, dass Du Dich informierst und versuchst das Richtige zu tun. Dass Du das tust, zeigt mir, dass Du dasselbe kleine logische Stimmchen in Deinem Hinterkopf hast, was auch bei mir dafür gesorgt hat, dass ich meine Meinung geändert habe.
Wenn Du wirklich nur 1 Katze haben willst, dann such in den Tierheimen nach so einer Katze wie ich sie hatte.
Wenn Du Kitten haben willst, dann bitte (auch für Deine eigenen Nerven), hol 2. Mein Kater fing bereits an mir hier die Wohnung auseinanderzunehmen vor Langeweile. Bis die zweite Katze kam - dann hörte es schlagartig auf.
Wenn ihm jetzt langweilig ist, stiftet er einfach die Mieze zu irgend einem Blödsinn an. :eusa_shhh: