Hallo Werderfan,
als unsere Hündin mit Ihren 6 Wochen zu uns kam war Sie unser Sonnenschein. Mein damaliger Partner hat sie wie ein Kuscheltier behandelt und natürlich überall hin mitgenommen ( Bett, Sofa...herumgeschleppt) irgendwann als Sie dann ca. 4 Monate alt war und auch schon ein paar Kilos mehr auf den Rippen hatte legte Sie folgendes Verhalten an den Tag.
- Spielt, beißt einem ins Hosenbein...und wenn man das nicht möchte knurrt Sie einen an und beißt in den Ärmel wenn man Sie vom Hosenbein lösen wollte....(Jacke kaputt!)
- Juckelte bei meinem Freund am Bein herum (dominanz) und mein Freund hat sich halb totgelacht ...anstatt dagegen etwas zu unternehmen....
- Mitten beim Essen oder Fernsehen...stand Sie vor uns und hat uns angebellt ( zum spielen aufgefordert sind wir nicht darauf eingegangen wurde sie richtig wütend )
** einige Beispiele von vielen
Das schlimmste Problem war, das Sie immer spielen wollte und aggressiv wurde sobald wir nicht spielen wollten....und uns gebissen hat ( es handelt sich übrigens um eine Bordeaux Dogge die heute über 50 Kilo wiegt !)
Wir sind zu einem "Hundepsychologen" gegangen, der alle 3 Wochen zu unserem TA in die Praxis kommt. Wir haben unseren Hund niemals geschlagen. Aber wir haben dort gelernt was wir als Menschen für falsche Signale gegeben haben und das unser Hund gar nicht anders konnte als sich als Chef aufzuführen. Dadurch das wir eindeutig wurden, wurde unserem Hund sehr schnell klar welchen Platz sie in unserem Rudel hat ! Sie war nie wieder uns gegenüber aggressiv...denn es gab nichts mehr das zu "klären" galt !
Ich empfehle Dir Dich gemeinsam mit Deinem Freund an jemanden zu wenden der Euch hilft eindeutig mit Eurem Hund zu kommunizieren. Du mußt Deinem Freund erklären das das was er da tut nichts mit Hundeliebe zu tun hat und das er einen sehr großen Teil dazu beiträgt das der Hund dieses Verhalten an den Tag legt.
Dein Freund behandelt den Hund wie einen König, kein Wunder das der Hund Dich in Frage stellt und....es ist schon arg spät wenn der Hund Dich aggressiv anbellt und anknurrt...! Es nützt nichts wenn Du das gelesene nicht anwenden kannst und selbst anscheinend nicht genug Hundeerfahrung hast. Es scheint auch so das Dein Freund den ernst der Lage nicht erkennt und Dich 100%ig unterstützt.
Wenn Du magst gebe ich Dir die Nummer von dem Tierpsychologen. Vielleicht kennt er einen Kollegen der in Deiner Nähe ist oder kann Dir schon einmal vorab einen Tip geben etc.
Es sind die Kleinigkeiten im Alltag, Du solltest täglich mit Deinem Hund "Unterordnungsaufgaben" üben. Auch Dein Freund sollte den Hund konsequent vom Bett auf seinen eigenen Platz schicken.
Gebt dem Hund nicht 100% Eurer Aufmerksamkeit wenn er z.B. ankommt um zu kuscheln. Schickt ihn dann z.B. erst einmal auf seinen Platz und ruft Ihn nach ein paar Minuten. Ihr müßt bestimmen wann er zu Euch kommen darf, so bestimmt es auch der Ranghöchste Hund im Rudel.
Benutzt beide die gleichen Befehle Ihr seit die die Zuhause das sagen haben. Geht als erstes durch die Tür wenn es um den Spaziergang geht. Kommuniziert beide eindeutig mit Eurem Hund, dann wird er es auch akzeptieren mit der Zeit.
Vielleicht solltest Du mit Deinem Paul auch schöne Dinge erleben, damit er mit Dir nicht nur die "vermeindlich" negativen Dinge verbindet. Fordere Du Ihn zum spielen auf, übe Dinge mit Ihm (sitz, platz) lobe ihn immer überschwenglich wenn Du erfolge hast.
Starre Ihn nie an ! Bleibe ruhig auch wenn er auf dem Bett liegt....zögere nicht und sei konseqent. Sehe Ihn nicht an, rufe Ihn damit er vom Bett zu Dir kommt und schicke ihn dann auf seinen Platz (wenn er dort liegt loben,loben, loben). Ziehe ihn nie als erstes mit mit Gewalt vom Bett...schließe die Tür vom Schlafzimmer. Alles in Ruhe....Belohne Ihn auch mal wenn er lieb in seinem Korb liegt....vom Bett herunterziehen nur in letzter Konsequenz wenn gar nichts geht...und wichtig...das sollte auch Dein Freund machen ! Nicht nur Du !
Werderfan......ein Neufundländer ist ein sehr intelligenter Hund der ja oftmals in Rettungsstaffeln tätig ist. Unterschätze seine Denkweise nicht. Ich glaube das es Dir und Deinem Freund eine große Hilfe wäre wenn Euch jemand professionell unterstützen würde. Es gibt Hundesport Vereine, aber auch Tierpsychologen. Die Std. hat damals 80 DM gekostet...ich hatte insgesamt 3 Std. danach sind wir allein klar gekommen. Und ich denke mir das es ja vielleicht auch für Euch drei ein schönes gemeinsames Hobby werden könnte wenn Ihr zu dritt z.B. Unterordnung oder Agility machen würdet.
Erkundigt Euch bei Unterschiedlichen Anbietern, Hundeschule, Hundesportvereine, Tierärzten, oder Hundetrainern bzw. Hundepsychologen nach Preisen und Vorgehensweisen. Einen Versuch sollte es Euch auf jeden Fall wert sein.
Ich wünsche Euch alles gute
die Putschi