Kopfarbeit - nur welche?

Diskutiere Kopfarbeit - nur welche? im Hundesport Forum im Bereich Hunde Forum; Huhu, Bubuka hat weiter oben etwas zitiert, was mich auch denken lässt, das dein Hund mächtig Unsicher ist. Du machst mit ihm Party und der...
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #21
Huhu,


Bubuka hat weiter oben etwas zitiert, was mich auch denken lässt, das dein Hund mächtig Unsicher ist.

Du machst mit ihm Party und der Hund dreht richtig ab, wenn du wieder kommst?
Das machen Hunde, die Unsicher sind und die einfach froh sind, wenn sie ihren normalen Ablauf und die Kontrolle wieder kriegen.
Dich zu beobachten und dir nachzulaufen.
Der Hund hat einfach Angst vor Dir.
Das Hinterherlaufen ist ein Ausdruck ihrer extremen Unsicherheit, weil sie sich von alleine nichts mehr zutraut.

Für mich ist das ein widerspruch, wie kann ein Hund, der Angst vorm Besitzer hat, ewig hinterherlaufen, wenn sie sich alleine nichts zutraut?
Das verstehe ich nicht so recht die Zusammensetzung, was du meinst.
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #22
Man kann Hunden jegliche Selbstständigkeit, jegliches Selbstvertrauen nehmen, wenn man sie "falsch behandelt". Das ist kein Widerspruch. ;)

Stell dir mal vor, du erntest für alles (oder auch nur für vieles) Strafe, verstehst aber nicht warum du gestraft wirst. Es dauert bei sensiblen Lebewesen nicht lange, dann wollen die nichts mehr (allein) machen, brauchen für alles ein "ok". Kann man übrigens auch bei Menschen beobachten.
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #23
Exe, ich schrieb:
Für mich ist das ein widerspruch, wie kann ein Hund, der Angst vorm Besitzer hat, ewig hinterherlaufen, wenn sie sich alleine nichts zutraut?
;)

Nun, ich kenne das nicht, das man dem Hund seinen willen abnimmt.
Ich kenne Hunde, die Kontrollieren und nach laufen.
Und ich kenne Hunde, die sich vom Halter fernhalten, weil sie Angst haben.

Diese form, habe ich noch nie mitbekommen.
Und bevor es hier Äusserungen gibt, die Falsch verstanden werden, frage ich bei Bubuka lieber einmal nach.
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #24
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #25
@Knopfstern
Exe hat es sehr gut getroffen.

Link von Exe eingestellt:
[h=3]Verhaltensstörungen[/h] Wenn Hunde Strafen nicht vorhersehen bzw. nicht kontrollieren können, entwickeln sie häufig Verhaltensstörungen wie Aggressivität, Hyperaktivität oder Ängstlichkeit. Im schlimmsten Fall kommt es dann zur Erlernten Hilflosigkeit.

Irgendwo gibt es auch einen sehr guten Artikel darüber. Vielleicht finde ich den noch.

Ein extrem verunsicherter Hund traut sich selbst nichts mehr zu. Wenn der Mensch, der ihn zutiefst verunsichert hat, alleine lässt, dann hat der Hund Überlebensängste.

Darum kotet diese arme Hündin auch die Wohnung voll und ist völlig erleichtert, wenn ihr Frauchen endlich wieder da ist und sie ihr folgen kann.
Die anderen Familienmitglieder scheinen diese Hündin in ihrer Not nicht aufzufangen, sondern sind eher genervt.

Genauso dramatisch ist das Wegsperren der Hündin in den Keller, wenn keiner Zuhause ist.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Dieser Artikel bezieht sich auf die Kontrolle des Hundes. Wenn ein Hund zuviel kontrolliert wird, wird er lebensuntauglich und darf seine Bezugsperson nicht aus den Augen verlieren.
Das bezieht sich auch auf Hunde, die durch das Verlangen nach Kadavergehorsam, seelisch gebrochen sind und kein Selbstvertrauen mehr haben.

Man kann einen Hund auch mit unangemessener Strenge brechen, dazu braucht es nicht einmal körperliche Gewalt.


Um in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben, muß ein Lebewesen - egal ob Tier oder Mensch - eine gewisse Kontrolle behalten können. Denn gerade in schwierigen Momenten des Lebens kann es das Leben kosten, wenn man den Notausgang nicht kennt.

Hunde sind sehr neugierige Tiere, wie Menschen auch, nur wird ihnen das häufig negativ ausgelegt Ich nenne dieses Verhalten deshalb lieber "Erkundungsfreude".

Hunde, die das nicht machen, sind immer Hunde, denen verboten wurde, von sich aus etwas zu erkunden. Sie machen einen verunsicherten Eindruck, wirken oft scheu und ängstlich, und haben nicht wirklich viel Spaß am Leben...

Wer seinen Hund allerdings dazu erzieht immer und unter allen Umständen die Kontrolle abzugeben und alle Entscheidungen seinem Menschen zu überlassen, der muß mit üblen Folgen rechnen. Eine dieser Folgen kann Trennungsangst sein.

Denn wer nie für sich selber sorgen und entscheiden darf, gerät natürlich leicht in Panik, wenn die Person verschwindet, die das für ihn erledigt. Und ist es nicht nachvollziehbar und logisch, daß ich permanent aufpassen muß, daß mir dieser Mensch ja nicht aus den Augen kommt?


 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #26
Solche Hunde habe ich mal in Italien gesehen. Die waren ständig geschlagen worden und waren total unerträglich unterwürfig. Das konnte einem voll leid tun, dazu hat es auch echt keinen Spaß gemacht, mit solchen verstörten Kraturen zu sein. :(
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #27
wie wäre es mit Dummy Training, da darf sie rennen und wird geistich ausgelastet.
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #28
Bubuka, ich beherrsch mich grade wirklich tierisch, im Sinne der Forenregeln und aller anderen... Zwei Punkte vorab, die ich dringend loswerden muss: 'Die arme Hündin' ??!!!!! Was willst du mir damit genau sagen? Zweiter Punkt: Meine arme Hündin ist täglich für ca. 15 Minuten allein im Keller. Erklär mir mal, wo da der Ort beim alleine sein eine so große Rolle spielt? Alleine ist alleine, und während andere Hunde diese Zeit in einem Kennel verbringen, hat mein Hund den kompletten Kellerbereich. Tagsüber geht sie übrigens oft alleine da runter, weil sie da Ruhe vor den Kindern hat und sich wohl fühlt. Abends ruf ich 'Betti' durchs Haus und sie geht wie selbstverständlich runter auf ihren Platz, holt sich ihre letzte Streicheleinheit und rollt sich zusammen. Wir haben es lange versucht, sie im kompletten Haus zu lassen, aber sie kommt mit so viel Platz nicht klar (was übrigens bei vielen Hunden der Fall ist) Du weißt nicht, welche Umstände hier herrschen und wie alleine gelassen ich mit ihrer Erziehung bin. Sie ist mein erster Hund und eine Trainerin kann ich mir einfach in der Ausbildung nicht leisten. Es ist okay, dass ihr mir meine Fehler aufzeigt, aber du übertreibst es mir langsam. Es geht mir verdammt nah, wenn mein Hund als armer Hund dargestellt wird. Sie bedeutet mir unendlich viel und ich versuche immer, mein bestes zu geben. Ich wollte nie einen Hund, der mir die Kontrolle entreißt und tut was er will, weil ich Angst hatte, ihn dann wieder abgeben zu müssen..vielleicht habe ich zu sehr in diese Richtung gedacht und sie bedingungslos an mich gebunden, um deine Worte etwas positiver auszudrücken. Meine Strenge war oft zu viel, das weiß ich, aber durch ihren Charakter merkt sie sich auch wirklich alles negative und duckt sich demnach auch, wenn ich mich mal ruckartig bewege. Solche Kommunikationsprobleme können bei den anderen Familienmitgliedern gar nicht entstehen, weil sie nicht mit ihr arbeiten. Würde sie mir aber aus purer Unsicherheit hinterherlaufen, warum macht sie das dann abwechselnd bei allen anderen auch? Das ist ihre Kontrolle über uns und egal was jetzt wieder kommt...in meinen Augen gibt es auch Hunde, die mehr Verlassängste haben als andere. Klar kann man das noch bestärken, aber nicht jeder Hund ist gleich. Du weißt nicht, wie Nicki tickt und wie schwer das als Ersthundbesitzer ist. Aber bei aller Liebe, so Unsicher und Angespannt wie sie manchmal ist.. Angst vor mir hat Nicki definitiv nicht. Ich nehme ihr die Kontrolle in manchen Situationen einfach bewusst, und davon gibt es gar nicht viele. Wenn ich nach Hause komme, möchte ich nicht sofort angesprungen werden. Ich möchte auch mal alleine durchs Haus laufen können.. diese Dinge macht Nicki schon vom ersten Tag an, und wenn ich sie auf ihren Platz schicke, während sie eigentlich anderes im Kopf hat, dann liegt sie da in voller Erwartungshaltung, hechelt und bibbert am ganzen Körper. Ja was soll ich machen? Sie schalten und walten lassen? Den ganzen Tag umher laufen lassen? Ich war heute 2 Std. Fahrrad fahren + UO und toben mit anderen Hunden. Meine Schwester war 20 Minuten laufen und meine Mutter 30. Meint ihr sie schläft jetzt? neee.. 10 Minuten waren die Augen zu und das wars. Es geht einfach an die Nerven und dieser Hund muss lernen, mal zur Ruhe zu kommen. So, nun bring ich meinen armen Hund auf seinen Platz.. sorry übrigens dass ich ohne Absätze schreibe, aber die ENTER Taste will heute nicht. Ihr könnt mir übrigens gerne Ratschläge geben, was ich allgemein im Umgang anders machen muss/soll/kann, um ihr Selbstbewusstsein wieder zu pushen.. Bis dahin erst mal gute Nacht ;)
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #29
Ich war heute 2 Std. Fahrrad fahren + UO und toben mit anderen Hunden. Meine Schwester war 20 Minuten laufen und meine Mutter 30. Meint ihr sie schläft jetzt? neee.. 10 Minuten waren die Augen zu und das wars.
Vielleicht ist das ZU VIEL für sie?

Ich würde: dem Hund einen Rückzugsort bieten, eine Box wenn möglich. Sie langsam, ganz langsam daran gewöhnen und ganz kleinschrittig die Box mal schließen. Da kann sie sich entspannen, ruhen und kann (und muss) nicht mehr jedem Reiz folgen.

Dann würde ich mit ganz einfachen Dingen, die sie schon kann - und die sie gern macht, gibts da was? - anfangen, ihr Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Ein Kommando, Leckerlie, Party - Ende.
Vielleicht kannst du so Dinge wie Handtouch oder Ähnliches aufbauen. Vermeide jegliches "nein" oder "falsch" einfach, wenn es falsch ist, mach es halt nochmal.

Jeder hier war mal Ersthundebesitzer. Ein so sensibler Hund macht es nicht unbedingt leichter, aber diese unnötige Strenge, würde ich mal ganz weglassen. Kaum ein Hund will die Weltherrschaft.
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #30
hmm... warum schiebst du nun alles auf Bubuka?

Andere waren ja der gleichen Meinung?
Warum übergehst oder ignorierst du das einfach?

Da stehen doch nun wirklich sehr viele Tipps für dich und deinen Hund...


Ähmm... man kann immer nur von dem ausgehen, was du schreibst und wie du die Situationen schilderst....

Und ich muss mich demnach auch den anderen wie auch Bubuka anschließen, ..

Bitte denke über das Ganze wenigstens noch mal nach...du möchtest doch auch, das es deinem Hund gut geht und das alle miteinander harmonieren?
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #31
Jaja der Ersthund:D.
Ich kann beide Seiten gut verstehen. Aus deinem Text liest es sich wirklich so heraus, dass Nicki Angst hat und du das mit deiner "Strenge" einfach noch unterstuetzt. Es gibt da wirklich wahnsinnig sensible Hunde.

Ich habe 2 Hunde und die koennten unterschiedlicher gar nicht sein. Hazel, meine Dackeldame, nimmt sich quasi nichts zu Herzen. Wenn es nein heisst, wird mindestens noch 2 mal probiert, obs nicht doch klappt. Wenn mein nein etwas energischer wird , macht ihr das ueberhaupt nichts aus. Ein hoechst beleidigter Blick und schon dampft sie ab. Coco, meine Mischlingshuendin ist dagegen super empfindlich... einmal die Stimme erhoben und schon Schwanz eingezogen, Ohren zurueckgeklappt usw..

Das Nicki so reagiert, wenn sie allein zu Hause ist, ist schon krass. UIch denke auch, dass das Hinterherlaufen keine art von Respekt ist.

Auch kommt mir das mit den restlichen Familienmitgliedern sehr bekannt vor. Mein Mann macht auch sehr sehr wenig mit den Hunden. Zum einen liegt es daran, dass er echt viel zutun hat, einfach nicht das Haendchen hat und auch von vornherein geklaert war, dass ich mich kuemmer.

Was meinst du eigentlich mit streng? Verbietest du alles? Wirst du laut?
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #32
*stellt erst einmal Tee für alle hin*
Jetzt beruhigen wir uns bitte erstmal alle wieder. Chat Sauvage ist hier wirklich bemüht, die Ratschläge anzunehmen und sie bittet um Hilfe, da muss ihr nicht gesagt werden, wie arm ihr Hund doch sei. Sagt ihr doch lieber, wie sie es besser machen kann, anstatt ihr nur ihre Fehler vorzuwerfen ;). Und Kranich: Ich weiß nicht, ob das so gemeint war, aber vergleich das bitte nicht mit einem misshandelten Hund aus dem Auslands-TH!
Chat Sauvage: Erstmal durchatmen. Du hast ja schon Ratschläge bekommen und ein erster Erfolg war ja auch schon zu sehen, das ist doch schon mal was! Arbeite einfach weiter – vor allem auch an dir, wie jeder Hundehalter das muss – und beherzige die Tipps, die hier gegeben wurden.
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #33
Soo, wo fang ich an.

Mir ist schon klar, dass ihr alle ziemlich der gleichen Meinung wart, aber Bubuka drückt das immer gleich so aus, als würde es Nicki bei mir nicht gut haben. Sätze wie 'die arme Hündin' und '..wird weggesperrt' müssen einfach nicht sein. Sowas geht mir sehr nah. Meine Fehler habt ihr mir deutlich aufgezeit, dazu brauche ich nichts mehr sagen und ich will auch an mir arbeiten, deshalb wäre ich über eure Ratschläge sehr dankbar. Momentan weiß ich einfach nicht, wie ich das umsetzen soll.

Box geht leider gar nicht, als Welpe haben wir sie daran gewöhnt. Die Box war ihr einziger Platz und stand im Wohnzimmer, immer offen. Aber meine Mutter hat von einem Tag auf den anderen einen entscheidenden Fehler gemacht. Nicki war noch nicht so weit, dass man die Box längere Zeit schließen konnte, und meine Mam hat einfach zu gemacht und war kurz außer Haus. Danach hatten wir ein riesen Loch im Netz und der Hund war natürlich nicht mehr drin. Seitdem habe ich das nie wieder versucht, weil ich eben den ganzen Tag außer Haus bin und ohne die Unterstützung der anderen geht das nicht.
Wenn wir nun wollen, dass sie nicht ständig umher läuft, kommt sie mal für 15 Minuten runter auf ihren Platz. Dort kann sie uns zwar hören, aber nicht ständig beobachten. Oder wir leinen sie für eine Zeit an.

Nicki hat übrigens keine Probleme mehr beim alleine bleiben. Zwischendurch mal, ja, aber wir haben schon lange keine Pfützen und Häufchen mehr. Wenn wir wieder nach Hause kommen, jammert sie auch nicht gleich, sondern bleibt ruhig, bis wir sie nach oben holen. Anfangs hat sie uns dann total überschwänglich begrüßt, mit fiepen und anspringenl. Mittlerweile kommt sie schwanzwedeln hoch, will kurz gestreichelt werden und gut.

Nun aber nochmal zu meinen Fehlern. Da ich gerne einiges anderes machen würde, brauche ich eure Hilfe. Ich nenne mal ein paar Beispiele.
Wenn sie mir jetzt wieder hinterher läuft oder keine Ruhe gibt, wie reagiere ich? Soll ich sie nach wie vor immer wieder auf ihren Platz schicken? Bzw. mal anleinen oder nach unten bringen? Oder soll ich sie machen lassen? Hilft das, ihr Selbstbewusststein zu stärken? Habe nur keine Lust, dass sie mir ab sofort immer hinterher läuft und das für selbstverständlich hält.

Zweites Beispiel: Ich fahre oft Fahrrad. Nicki hat die Angewohnheit, drei Meter neben mir zu laufen oder ständig zu schnell zu laufen. Wenn ich 100 mal 'langsam' sag, ob energisch oder ganz normal, reagiert sie zwar, macht aber zwei Sekunden später das gleiche wieder. Irgendwann wird mir das einfach zu blöd, nicht ernst genommmen zu werden. Dann ziehe ich schon mal ruckartig an der Leine und werde laut. Sie zuckt kurz zusammen, aber dann lässt sie es auch bleiben. Sie weiß ganz genau, wie man richtig am Rad läuft, aber grade in so Phasen wie jetzt hat sie ihren Kopf überall, aber nicht bei mir. Da kann ich mir den Mund fusselig reden. Was also soll ich da tun? Solche Situatuonen komplett vermeiden, bis ihr Selbstvertrauen wieder stärker ist? Verzichten will ich ungern aufs Fahrrad fahren. Grade unter der Woche ist das einfacher, wie 3 Stunden zu laufen.

Letztes Beispiel: Wenn sie unterwegs zu einem anderen Hund rennt, obwohl sie nicht darf, rufe ich sie während dem Spiel sofort wieder zurück. Dann ermahne ich sie und lasse sie kurz sitzen. Mit ermahnen meine ich ein 'nein' oder 'was soll das'. Sie bekommt dann ein Leckerli, wenn sie bleibt und mit Kommando 'lauf' schicke ich sie los. Solche Kleinigkeiten, was das ermahnen angeht, darf ich aber schon weiterhin machen, oder?

Für mich ist es einfach ein Widerspruch, ihr mehr Entscheidungsfreiheit zu geben und gleichzeitig die Dinge zu unterbinden, die nicht sein müssen. Da scheiter ich noch ein wenig dran.

Von klein auf haben wir in der Hundeschule gelernt: Erfolge werden erzielt durch positive Bestärkung und davon reichlich, bestraft wird aber kurz und hefig. Heißt, wenn ich z. B. meinen Hund dabei erwische, wie er grade eine Pfütze im Haus macht, pack ich ihn im Nackenfell, drück ihn nach unten mit einem lauten 'nein' und gut. Das ganze in 2 bis 3 Sekunden. Als Welpe war Nicki wie jeder andere Welpe auch, keiner konnte erahnen, wie sensibel sie ist. Also habe ich alles so gemacht, wie es mein Trainer allen gelehrt hat, weil ich nichts falsch machen wollte.

Am hilfreichsten wären mir Tips für unterwegs, denn während der Woche verbringe ich die meiste Zeit mit Nicki beim Spaziergang. Der sieht momentan so aus: Sie wird angeleint, ich schwing mich auf mein Rad und wir fahren zu den Feldern. Sie muss sitzen, ich leine sie ab und auf Kommando 'lauf' darf sie losrennen. Mehr passiert sie erste Stunde dann nicht, sie rennr kreuz und quer über die Felder, geht schwimmen usw. An Straßen oder wenn wir Fußgänger begegnen, steige ich ab und lass sie Fuß laufen. Auch da haben wir grade das Problem, dass ich bei 10 Meter auch ca. 5 mal das Kommando wiederholen muss und sie erst konsequent bei Fuß läuft, wenn ich mit dem Fuß auf den Boden stampfe oder einen Rucker an der Leine mache.
Unterwegs treffen wir dann meistens Hundefreunde von Nicki. Da muss sie wie oben beschrieben absitzen, kurz warten und dann wird 5 - 15 Minuten ausgiebig getobt.

Aber wo wir grade schon bei anderen Hunden sind: Nicki hat wirklich mit keinem Hund Probleme, wenn einer agressiv bellt, kommt von ihr kein Ton. Egal welchem Hund sie begegnet, sie unterwirft sich sofort, schmeißft sich also vor ihm auf den Rücken und kriecht fast in den anderen Hund rein. Ist sie auch so, weil ich ihr die Kontrolle abgenommen haben? Sie hat auch in der Läufigkeit nie andere Rüden weg gebissen oder sich richtig gewehrt.
Das ist mir gestern Abend noch eingefallen. Auf der anderen Seite mobbt sie aber gerne kleinere Hunde (Dackel, Yorki) und vor allem die, die jünger sind wie wie und schnell rennen. Da rennt sie hinterher, aber nicht im Spiel, sondern will sich den Hund dann packen und ihn fixieren. Verstehe ich immer absolut nicht.

So, der Rest vom Spaziergang besteht dann noch aus einer kleinen Trainingseinheit, mit Fuß laufen, abrufen, Tricks usw. Soll ich dann in nächster Zeit erst mal die Dinge mit ihr machen, die ihr Spaß machen und danach eine kleine 'Party' feiern?

Candy, wie du jetzt schon erahnen kannst, meine ich mit streng die Dinge wie an der Leine ruckeln, laut werden und bei größerem Mist, den sie baut, gab es auch schon 2 - 3 mal einen Klaps auf den Po, weil ich sie nicht mehr erwischt habe (sie ist eben unheimlich wendig und schlau) Das sind dann Sachen wie Deko vernichten oder Essen klauen.

Sorry für den langen Text, aber ich bin jetzt einfach total verunsichert...
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #34
Hallo :)

aaaalso... ich weiß garnicht wo ich anfangen soll :mrgreen:
Mit der Box: es ist kein Problem, wenn du deine Hündin wieder an die Box gewöhnen möchtest. Ein Hund denkt nicht, oh mein Gott, bitte bitte nicht schon wieder die böse Box... Hunde leben im hier und jetzt, für die gibt es weder Vergangenheit noch Zukunft, deswegen kann man einen Hund in die gewünschten Bahnen lenken. Hopfen und Malz ist nicht verloren. :D
Wenn du dir das nochmal mit der Box überlegen möchtest, hol dir am besten eine Neue (vorallem weil die ja jetzt kaputt ist (?)) und fang von Anfang an an. Denk nicht an die Vergangenheit, denk dir einfach, es ist nie etwas passiert oder du hast dir gerade erst die Hündin geholt und fängst jetzt erst mit ihr an. Deine Einstellung wird sie merken. Mach ihr die Box schmackhaft, leg ihr Lieblingsspielzeug herein, zur Not, kauf ihr was Neues. Dieses neue Spielzeug bekommt sie nur in der Box, auch "neue" besonders tolle Leckerchen werden nur in der Box gegeben. Anfangs bleibt die Box offen (am besten ist eine Box, die auch oben geöffnet werden kann - habe damit super Erfolge gemacht), lass sie ihr Leckerchen dort knabbern. Später kannst du die Box auch mal schließen, lass sie ihr Leckerchen knabbern bis sie die "Tür" anguckt der Box. Dann werden noch ein paar Leckerchen gegeben - Tür zu, super noch mehr Leckerchen. :) Das ganze geht nicht von jetzt auf gleich, man muss Gedulg haben, aber das schaffst du schon. :)

Zum alleine sein:
wie habt ihr das denn immer gemacht? Sofort überschwänglich begrüßt? Ich würde die Hündin erst einmal nicht begrüßen, auch nicht verabschieden in dem Sinne. Einfach raus maschieren und gut ist. Wenn du wieder kommst, zieh dich in Ruhe aus, setz nen Tee auf oder was auch immer. Begrüß deine Familie usw. Dann setzt du dich in Ruhe hin und begrüßt deine Hündin erst, wenn sie ruhig geworden ist. Lass sie zu dir kommen, jetzt ist die Zeit da, um sie zu begrüßen. Aber nicht übertreiben, es ist schließlich ganz normal, wenn Frauchen mal nicht da ist. :) Ihr könnt natürlich auch so weiter machen, eure Erfolge sprechen ja für sich. Meine Tipps dienen nur zur Hilfestellung bzw. zur Erweiterung, was man noch so machen könnte um sie ruhig zu bekommen.

Wenn sie mir jetzt wieder hinterher läuft oder keine Ruhe gibt, wie reagiere ich?

Sie brauch einen Rückzugsort, sie muss wissen, das alles ok ist, auch wenn sie dich nicht sieht. Sie merkt ja trotzdem, das du da bist. Wir machen das immer so, das wir die Türe nach uns schließen, ganz ruhig, ohne Kommentar. Wir gehen z.B. vom Wohnzimmer in die Küche - Hundchen will folgen, Tür wird ruhig zugemacht. Dann wird Tee gemacht, wir kommen wieder ins Wohnzimmer, beachten den Hund nicht, denn es ist das normalste der Welt, wenn die Tür mal zu ist. Mittlerweile rennt mir mein Hund auch nicht mehr immer hinterher. :)

Zum Thema Rad:
da würde ich, zum Teil von vorne Anfangen. Ich bin auch nur für positive Bestärkung:
nimm einen Futterbeutel mit und immer, wenn sie gut am Fahrrad läuft, bekommt sie wärend der Fahrt (vorsicht: immer nach vorne gucken :lol:) ein Leckerlie. Ziehen wird garnicht kommentiert, ein "Fuß" (oder was ihr ihr auch immer beigebracht habt) wird gesagt. Wenn sie drauf hört: Party (auf dem Rad) und Leckerlie geben. Irgendwann hat sie den Bogen raus.

Zum Thema Hundetreffen:
ermahne deine Hündin bitte nicht. Sie verknüpft das Rufen mit Schimpfe. Frauchen ruft mich, ich komme, es wird geschimpft. Dadurch könntest du ihre Unsicherheit verstärken.
Ich würde ihre Körpersprache deuten, schau sie an, "analysiere" sie. Hast du das Gefühl, sie will gleich zum Hund hinrennen, sag "nein" und geb ihr stattdessen eine Ausweichmöglichkeit, z.B. "komm". "Nein - das ist verboten" und "komm, wir müssen weiter". So weiß sie, was sie stattdessen machen soll. Auch schon von Anfang an würde ich es machen:
wenn ein Hund in die Nähe kommt und sie den Hund fixiert, würde ich "nein, sitz" sagen. Kräftig loben wenn sie dies macht. Dann das Abbruchssignal, damit sie zum Hund hinlaufen darf (lauf).

"Von klein auf haben wir in der Hundeschule gelernt: Erfolge werden erzielt durch positive Bestärkung und davon reichlich, bestraft wird aber kurz und hefig. Heißt, wenn ich z. B. meinen Hund dabei erwische, wie er grade eine Pfütze im Haus macht, pack ich ihn im Nackenfell, drück ihn nach unten mit einem lauten 'nein' und gut. Das ganze in 2 bis 3 Sekunden. Als Welpe war Nicki wie jeder andere Welpe auch, keiner konnte erahnen, wie sensibel sie ist. Also habe ich alles so gemacht, wie es mein Trainer allen gelehrt hat, weil ich nichts falsch machen wollte."

Ganz ehrlich: ich halte garnichts von diesen Hundeschulen, die FÜR positive Bestärkung sind, aber dann durch Bestrafung alles kaputt machen. Aber da bist du nicht dran Schuld, es wurde dir einfach falsch gesagt. Vorallem körperlich zu werden, hast du schon mal eine Mutterhündin gesehen, die körperlich mit ihren Welpen geworden ist? Sie bleibt immer ruhig, arbeitet nur mit ihrer Körpersprache, wird ihr es mal zu viel, wird NUR leicht gestupst.
Ignoriere einfach falsches Verhalten, klar, dauert es lange aber ich finde, man hat die größten Erfolge damit. Wie gesagt, schau deine Hündin ganz genau an, erwischt zu sie auf frischer Tat, kannst du sie natürlich Ermahnen, NICHT bestrafen. Sag ruhig "nein", das kann etwas brummeliger sein, es muss direkt sein, aber nicht laut und "böse". Ein ruhiges nein mit entsprechender Körpersprache deiner seits, z.B. Blickkontakt, bisl brummeliger gucken kann viel helfen. Wenn mein Hund z.B. wieder einmal ein Taschentuch auf dem Tisch so super findet und er gerade auf dem Weg dahin ist (man merkt wirklich, was der Hund machen möchte, am Anfang mag das vllt. noch schwer sein, aber man lernt es), gebe ich ein "Schhhh" Laut von mir (eine Art Kusch - geh weg, das sollst du nicht, hat meine Mutter früher immer gemacht und am Anfang, als der Welpe eingezogen ist auch :lol: so haben wir das einfach übernommen) und er dreht sich in die andere Richtung und lässt das Taschentuch links liegen. Aber niemals, bitte niemals einen Welpen runterdrücken, und auch jetzt nicht. Positive Bestärkung ist viel besser.

tricks usw. kannst du gerne noch machen. Vllt. wären auch Spiele was ganz tolles, kennst du die Reizangel? Sowas wäre doch auch ganz gut, denke ich. Oder einfach Apportierabreiten mit einem Futterdummy.

Und noch zuletzt ein Tipp:
werde NIEMALS laut, wer laut wird, verunsichert in dem Falle den Hund oder der Hund nimmt dich nicht mehr ernst als Rudelführer. Weder Mama- Hund noch Hund im Rudel wird laut - im Gegenteil, er zeichnet sich durch Ruhe und Stolz aus. Arbeite mehr mit deiner Körpersprache, belohne jedes richtige Verhalten, Belohnung muss sich nicht nur durch Leckerchen auszeichnen, eine Belohnung ist auch streicheln, in sich gehen und sich freuen - der Hund bekommt alles mit. Du kannst auch lächeln, auch das ist eine Belohnung für deinen Hund. Werde niemals grob, korrigiere nur ihr Verhalten, wie oben beschrieben.
Ihr schafft das schon :)

LG Picco
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #35
Picco, Du hast Dir viel Mühe gegeben mit Deinem Beitrag.
Allerdings glaube ich, dass Du das Problem nicht ganz erfasst hast.

Die Hündin hat eine Verhaltensstörung. Sie ist hyperaktiv, weil sie extrem unsicher und ängstlich ist.
Eine Hundebox würde das Ganze nur weiter verstärken.
Das ist für einen Hund kein "Rückzugsort", sondern ein Käfig, wenn die Box geschlossen wird.

Genauso bringt es nichts, einen Hund, der in diesem seelischen Zustand ist, beim Nachhausekommen zu ignorieren.

Reizangel und Futterdummy bringen auch nichts, weil sie Angst hat:

Heute wenn ich den Dummy werfe schaut sie mich kurz an und läuft dann in geduckter Haltung sofort auf ihren Platz.

Das Gleiche beim Slalom, habe ich Zuhause probeweise mit Stecken geübt und meine Geduld hält sich leider sehr in Grenzen...... Mit den Stecken brauch ich gar nicht mehr kommen, wir mussten sogar wochenlang üben um im Garten wieder Spaß zu haben.

Ansonsten hast Du den Beitrag gut geschrieben.


@Chat_Sauvage
Ich finde es gut, dass Du etwas ändern willst.
Aus diesem Grund habe ich in diesem Thread geschrieben. Ich wollte Dir deutlich machen, dass es Deinem Hund nicht gut geht, auch wenn Du eigentlich das Beste für den Hund willst.

Ob man Deiner Hündin noch Selbstvertrauen vermitteln kann, weiss ich nicht.
Sie ist seit der 8. Lebenswoche bei Dir, also die gesamte Prägezeit.
Positives und Negatives werden in dieser Zeit fast unauslöschbar geprägt.


Chat_Sauvage
Soo, wo fang ich an.

Mir ist schon klar, dass ihr alle ziemlich der gleichen Meinung wart, aber Bubuka drückt das immer gleich so aus, als würde es Nicki bei mir nicht gut haben. Sätze wie 'die arme Hündin' und '..wird weggesperrt' müssen einfach nicht sein. Sowas geht mir sehr nah.

Eine Veränderung kann man nur beginnen, wenn man seine Fehler erkennt.
Deinem Hund geht es nicht gut. Sie ist ängstlich, unsicher, hyperaktiv.
Wenn Du das akzeptiert hast, kannst Du daran arbeiten, dass Du ihr Sicherheit, Geborgenheit, Zuverlässigkeit gibst und für sie berechenbar wirst.

Ich habe in 40 Jahren mit so vielen Hunden zu tun gehabt, auch mit Tierschutzhunden, die viel erlebt haben und verängstigt waren. Meine Tipps sind meine gesammelte Erfahrung.

Erstmal ist es wichtig, den Hund so anzunehmen, wie er ist und ihn so auch zu lieben - ohne Bedingungen zu stellen. Das bedeutet viel Lob für alles, was sie kann, viel Körperkontakt und Streicheleinheiten.

Natürlich braucht ein Hund auch einen erzieherischen Rahmen, aber mit Liebe und Geduld.
Meine Pflege- und eigenen Hunde habe ich alle mit liebevoller Konsequenz erzogen.
Auch meine charakterstarken Terrier brauchten keine Strenge oder Härte.
Sie können ihren Dickkopf behalten und folgen mir trotzdem.

Was ich nicht verstehe: Hast Du Dein Zimmer in diesem Keller oder ist der unbewohnt?

Das Wegsperren eines Hundes von seinem Rudel ist eine harte Strafe für einen Hund.
Immerhin fällt öfter der Satz, dass der Hund in den Keller kommt, dass sie das Gitter dort zernagt hat, dass sie abends zum Schlafen dort runter kommt.


Nicki hat übrigens keine Probleme mehr beim alleine bleiben. Zwischendurch mal, ja, aber wir haben schon lange keine Pfützen und Häufchen mehr.

Das hast Du vor drei Tagen noch anders beschrieben.

Wenn sie mir jetzt wieder hinterher läuft oder keine Ruhe gibt, wie reagiere ich? Soll ich sie nach wie vor immer wieder auf ihren Platz schicken? Bzw. mal anleinen oder nach unten bringen? Oder soll ich sie machen lassen? Hilft das, ihr Selbstbewusststein zu stärken? Habe nur keine Lust, dass sie mir ab sofort immer hinterher läuft und das für selbstverständlich hält.

Du solltest sie hinterher laufen lassen. Das ist zur Zeit für sie lebensnotwendig.


Zweites Beispiel: Ich fahre oft Fahrrad. Nicki hat die Angewohnheit, drei Meter neben mir zu laufen oder ständig zu schnell zu laufen. Wenn ich 100 mal 'langsam' sag, ob energisch oder ganz normal, reagiert sie zwar, macht aber zwei Sekunden später das gleiche wieder. Irgendwann wird mir das einfach zu blöd, nicht ernst genommmen zu werden. Dann ziehe ich schon mal ruckartig an der Leine und werde laut.

Erstmal würde ich Verständnis für dieses Verhalten aufbringen. Sie steht so unter Stress, dass sie diesen durch das Laufen abbauen muss. Vielleicht kannst Du irgendwo fahren, wo sie ohne Leine laufen kann.

Letztes Beispiel: Wenn sie unterwegs zu einem anderen Hund rennt, obwohl sie nicht darf, rufe ich sie während dem Spiel sofort wieder zurück. Dann ermahne ich sie und lasse sie kurz sitzen.

Wenn der Rückruf in dieser Situation nicht klappt, würde ich den Rückruf sein lassen.
Auch hier im Spiel baut sie Stress ab. Bevor nicht eine gute Bindung und Vertrauen besteht, würde ich in dieser Situation darauf verzichten.

Erfolge werden erzielt durch positive Bestärkung und davon reichlich, bestraft wird aber kurz und hefig. Heißt, wenn ich z. B. meinen Hund dabei erwische, wie er grade eine Pfütze im Haus macht, pack ich ihn im Nackenfell, drück ihn nach unten mit einem lauten 'nein' und gut. Das ganze in 2 bis 3 Sekunden.

Eine Erziehung mit schlimmen Folgen. Ein Welpe, der ins Haus macht, weiss es nicht besser oder kann seine Blase noch gar nicht kontrollieren.

Wenn Du das Runterdrücken schon im zarten Welpenalter gemacht hast, dann wundert es mich nicht, wie Deine Hündin sich entwickelt hat.

Auch da haben wir grade das Problem, dass ich bei 10 Meter auch ca. 5 mal das Kommando wiederholen muss und sie erst konsequent bei Fuß läuft, wenn ich mit dem Fuß auf den Boden stampfe oder einen Rucker an der Leine mache.

Scheinbar ist sie auch hier überfordert. Eigentlich kann man einem unsicheren Hund nicht viel abverlangen. Die Konzentration hält nicht lange.
Wenn sie nicht zieht an der Leine, dann würde ich den Befehl "Fuss" weglassen.

Auf der anderen Seite mobbt sie aber gerne kleinere Hunde (Dackel, Yorki) und vor allem die, die jünger sind wie wie und schnell rennen. Da rennt sie hinterher, aber nicht im Spiel, sondern will sich den Hund dann packen und ihn fixieren. Verstehe ich immer absolut nicht.

Ein Hund, der unterdrückt wird, macht das dann auch bei Schwächeren.
Sie hat nichts anderes gelernt.

So, der Rest vom Spaziergang besteht dann noch aus einer kleinen Trainingseinheit, mit Fuß laufen, abrufen, Tricks usw. Soll ich dann in nächster Zeit erst mal die Dinge mit ihr machen, die ihr Spaß machen und danach eine kleine 'Party' feiern?

Kleine Trainingseinheiten sind ok, solange sie sich konzentrieren kann.
Ansonsten sollte das Spiel mit anderen Hunden länger, als 5-15 Minuten dauern.
Das gibt ihr evtl. Selbstvertrauen.
"Party feiern" ist so ein künstlicher Begriff in der Hundeerziehung.
Zeige doch einfach ehrliche Freude. Ein Hund merkt den Unterschied.

Candy, wie du jetzt schon erahnen kannst, meine ich mit streng die Dinge wie an der Leine ruckeln, laut werden und bei größerem Mist, den sie baut, gab es auch schon 2 - 3 mal einen Klaps auf den Po, weil ich sie nicht mehr erwischt habe (sie ist eben unheimlich wendig und schlau)

Solche Methoden sind völlig unnötig. Liebevolle Konsequenz reicht, um einen Hund zu erziehen.
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #36
Ich bin ein großer Fan der Hundebox - gerade auch für "hyperaktive" Hunde! RICHTIG aufgebaut, ist es ein Ort der Entspannung, des Abschaltens, der Hund braucht sich nicht mehr kümmern...
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #37
Erstmal verstösst das Wegsperren eines Hundes in eine Box gegen das Tierschutzgesetz.

Außerdem kann das angebliche "Abschalten" auch einfach Resignation sein.
Was hat der Hund für eine Wahl?
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #38
Na ja, ich sperre meinen Hund nicht den ganzen Tag darin ein, nicht mal stundenweise. Ich habe (hatte) einen Hund, der einfach mal "durchknallte", wenn zu viel passiert war. "Zu viel" passiert war, wenn... man sich im Haushalt mit mehren Personen bewegte, man Hausarbeiten erledigte, kochte oder Ähnliches.

Wenn ich so einen Hund habe, der sich nicht auf Dauer entspannen kann, nicht einschläft, nicht ruht - dann bin ich froh, wenn er IRGENDWIE zur Ruhe kommt. Es geht nicht darum den Hund über Stunden wegzusperren; die Box muss POSITIV aufgebaut werden, der Hund muss gerne hinein gehen. Schlafentzug ist sicher auch nichts, was ein Hund freiwillig wählt.

Das habe ich erreicht - heute steht die Box immer offen und der Hund liegt trotzdem darin.
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #39
Also ich wollt nochmal kurz was zur Box sagen:
im Sinne von wegsperren war das jetzt nicht gedacht, die Box sollte vielmehr NICHT im Keller stehen sondern dort, wo das Familienleben auch stattfindet. Wäre es keine Möglichkeit, die Box im Schlafzimmer aufzustellen? Wie gesagt, die Box sollte nur als Ruheort benutzt werden, ich bin nicht dafür, eine Box zum wegsperren zu benutzen.
Außerdem muss die Box nicht geschlossen werden, ich meinte das Schließen nur zum "zeigen", dass das Schließen bzw. der Aufenthalt in so einer Box nicht schlimm ist. Das wäre z.B. sehr hilfreich, wenn die Hündin unterwegs ist, sprich in einem Auto in der Box liegen müsste. Das ist ja auch kein wegsperren in dem Sinne.
Ich würde sie schon damit vertraut machen, aber, wie gesagt, ruhig und nicht zu voreilig. Sie braucht Zeit, vorallem wenn sie so unsicher ist.
 
  • Kopfarbeit - nur welche? Beitrag #40
Picco, vielen Dank für deinen super Beitrag! Bubuka, danke auch an dich, langsam verstehe ich es wirklich.
Zur Box: Da ist es eher wie Bubuka es beschreibt. Solange das Vertrauen und das Selbstbewusstsein im Keller ist, will ich sie eigentlich gar nicht an die Box gewöhnen, geschweige denn sie zu machen. Ist die Box offen, habe ich das gleiche Problem wie immer: Sie steht andauernd auf und läuft umher, uns nach usw. Aber dann lasse ich sie lieber erst mal oder schick sie weiterhin auf ihren Platz zurück. Die ganze Zeit muss sie mir nun auch nicht am Hintern kleben. ;)
Im Übrigen brauchen wir sonst keine Box - im Auto, (wo sie sowieso fast nie drin ist) sitzt sie gesichert im Kofferraum.

Zur Kellersituation: Meine Eltern und Geschwister haben ihre Zimmer im 1. Stock. Der ist für Nicki tabu, das klappt auch. Also habe ich sie im Welpenalter neben/in meinem Bett schlafen lassen. Da entstand dann das Problem, dass sie morgens, wenn ich aufgestanden bin, natürlich auch hellwach war und keine Ruhe mehr gegeben hat, wenn ich aus dem Haus gegangen bin. Mein Zimmer ist im Keller, ca. 5 Schritte von ihrem Plätzchen entfernt. Abends kommt sie das letzte mal um 22:00 Uhr raus, dann geht sie mit mir runter, ich streichel sie noch kurz, sage gute Nacht und sie geht von ganz alleine auf ihren Platz. Ich dann in mein Zimmer, Türe zu und gut. Morgens schläft sie dann weiter, wenn ich an ihr vorbei laufe und das Gitter hinter mir wieder schließe. Um halb 7 wird sie dann von den anderen hoch geholt.

Zu den Pfützen: Ich habe geschrieben, dass sie im GANZEN Haus uriniert oder auch kotet, wenn die anderen im Garten sind und sie drin bleiben soll. Wenn wir gehen und sie im Keller ist, passiert gar nichts mehr. Auch die Bissspuren am Kindergitter sind nicht mehr geworden, die kontrolliere ich jeden Tag. Wenn's also hoch kommt, ist sie tagsüber (regelmäßig) für 20 Minuten alleine da unten. Ausnahmen kommen auch vor, wenn wir doch mal einen Familienausflug machen. Dann sind es aber maximal 2 Stunden, länger war Nicki noch nie alleine. Wo es geht nehm ich sie sowieso mit, nur ist das manchmal schwierig, weil Nicki schon immer Autofahren gehasst hat.

Bubuka, abrufen klappt zu 99%, nur ganz selten nicht, wenn sie am Fahrrad schon Vollgas gibt und dann einen anderen Hund sieht. Da geht sie einfach ab durch die Mitte. Sowas werde ich in Zukunft einfach vermeiden, indem ich frühzeitig absteige und weiterlaufe. Dann bleibt sie von ganz alleine bei mir.
Am Fahrrad läuft sie übrigens fast immer ohne Leine, nur die kuren Strecken über/an Straßen nicht. Bei 2 Stunden Rad fahren macht das höchstens 10 Minuten aus. Ich will ja, dass sie sich dabei richtig auspowert, ABER: Seit ich jetzt abends bevorzugt Fahrrad fahre und sie richtig laufen lasse, braucht sie daheim noch länger, um runter zu kommen. Jetzt hat sie wieder angefangen, deswegen an ihren Pfoten zu knabbern. An Stellen, wo sie es vorher nie gemacht hat. Kann euch da mal ein Bild hochladen.

Zum Schluss noch ein fatales Beispiel, damit ihr nochmal deutlich merkt, dass zwischen mir und Nicki einiges schief läuft: Ich habe vor ein paar Tagen ein Intelligenzspielzeug bestellt. Eigentlich, damit meine Eltern sie Zuhause auch mal kopfmäßig auslasten können und sie nicht auf andere dumme Gedanken kommt. Das ist so ein Turm mit verschiedenen Schiebern, die sie heraus ziehen muss, damit unten Leckerli raus kommen. Früher hat sie ganz alleine rum probiert, bis sie es geschafft hat. Nun habe ich aber mal (steht auch in einem anderen Beitrag von mir) nicht ganz positiv reagiert, als ich Leckerli im Schnee versteckt habe und sie auf 'Kommando' such einfach weitergelaufen ist und sozusagen keine Lust hatte. Ich war nicht sehr laut oder gar handgreiflich, habe aber dann energischer das Kommando gegeben, Worte wie 'ohhhh maaaaan' oder 'such doch jetzt' von mir gegeben.
Das reicht völlig aus, als sie vor dem Intelligenzspielzeug stand und das Wort 'such' von mir kam, lief sie auf ihren Platz. Habe es dann an einem anderen Ort versucht, aber sie ist nur beschwichtigend um das Teil rumgelaufen und wollte mir auf den Schoß sitzen/in mich hinein kriechen.
Einen Tag später haben das meine Geschwister mit ihr gemacht - was da passiert ist, liegt jetzt auf der Hand... sie hat mit Eifer an dem Ding rumgemacht, bis sie alles ergattert hat.

Ich hoffe wirklich, dass ich eure Tips umsetzen kann. Meine Perfektionismus treibt mich manchmal in den Wahnsinn, und den Hund dann gleich mit. In vielen Situationen bin ich angespannter, als sie. Eigentlich, so dumm es sich anhört, passen wir vom Charakter her absolut nicht zusammen. Dass man Katzen nicht mit Hunden vergleichen kann ist mir klar, aber mein Kater war die Ruhe in Person, ihn hat nichts aus der Fassung gebracht und wenn ich mit ihm zusammen war, konnte ich einfach abschalten. Wir beide waren ein Herz und eine Seele..

Danke nochmal für die tollen Beiträge, wie ich das jetzt umsetze, wird auch an Nicki und den Fortschritten liegen, die wir damit machen. Mir reicht es ja schon, wenn die Kommunikation zwischen uns ab sofort klappt. Sollte sich ihr Verhalten nicht nochmal ändern, muss ich damit leben. Habe ich ja schließlich bis jetzt auch...
 
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