- Mammatumor bei 9jähriger DSH-Mixhündin – Ein Krankheitstagebuch Beitrag #1
Tompina
- Beiträge
- 6.069
- Punkte Reaktionen
- 116
[FONT="]Hallo ihr Lieben,
[/FONT]
[FONT="]da ich meinen Vorstellungsthread nicht zu sehr zuschreiben will und auch für andere betroffene Hundebesitzer eine einigermaßen übersichtliche Dokumentation erstellen will, hab ich mich zu einem neuen Thread im Gesundheitsbereich entschlossen. :angel:[/FONT]
[FONT="]
Um was geht es?[/FONT]
[FONT="]Um meine Hündin Sonny, DSH-Mix, ca. 9-10 Jahre alt, seit Dezember 2012 bei mir. Ich kenne sie aber schon seit 2007, da sie vorher bei einer sehr guten Freundin von mir gelebt hat – also im Prinzip schon länger als meine anderen beiden Hunde, die waren da nämlich noch nicht mal geboren. Eigentlich wollte ich ja ein zweiten Podenco als Dritthund, aber meistens kommt es ja anders als man denkt und nun habe ich Sonny. Und ich bin sehr, sehr froh, dass ich sie habe. Sie passt zu meinem Rudel und sie passt zu mir. Obwohl sonst mit typischen WTP-Hunden nichts anfangen kann…sie hat mein Herz erobert. Schon 2007 als ich sie kennen gelernt habe und seit sie fest bei mir ist noch mehr. :049:
[/FONT]
[FONT="]Umso schlimmer waren die letzten Wochen. Anfang November hatte sie beim Gassigehen einen schweren Unfall. Sie hat sich dabei an der Hinterhand und am Bauch verletzt. Eine tiefe, sehr lange y-förmige Schnittverletzung. 1cm weiter oben an der Beininnenseite und sie wäre verblutet, weil es dann die Hauptschlagader getroffen hätte und 10cm weiter vorne und sie hätte sich in die Lunge gestochen, wäre mir also vermutlich binnen Minuten erstickt. Ein Draht, der unter ein bisschen Gestrüpp entsorgt worden war, ist ihr zum Verhängnis geworden. Sie hat sich im Laufen zu mir umgedreht, kurz nicht geschaut wo sie lang läuft und *zack* war es passiert. Sie ist abgerutscht und voll in den Draht reingerutscht…sie hat geblutet wie abgestochen, geschrien und gezittert und ich musste sie erst mal irgendwie den Abhang hoch bekommen und dann zum Auto. Das waren elend lange, schreckliche 15min und es kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit.
[/FONT]
[FONT="]Es folgten drei Stunden Not-OP und banges Warten. Die ersten Tage konnte sie das Bein gar nicht belasten, hatte Schmerzen bei jeder Bewegung. Kotabsatz und Urinabsatz waren die Hölle für sie, da sie sofort beim Hinhocken und Drücken Zug auf der Wunde hatte. Sie stand eine Woche unter starken Schmerzmittel und war auch sonst nur ein Schatten ihrer Selbst. Sie ist sonst sehr, sehr lebhaft und fordert auch bei Sturm und Wind ihre zwei Stunden Gassi ein. Ganz anders als meine Windhund-Memmen…Aber nach der OP ging es ihr wohl so dreckig, dass sie sich von selbst kaum bewegt hat, wenn sie mal lag, kam sie kaum hoch, wenn sie lief, quietschte sie bei jeden Schritt. Schrecklich. Vor allem weil man so hilflos daneben steht und nichts machen kann, außer Schmerzmittel geben.
[/FONT]
[FONT="]Ja, und nun. Die Wunde verheilt sehr gut. Sonny ist eine tolle Patientin. Und bis vor ein einhalb Wochen sah es so aus, als hätten wir das Schlimmste bald hinter uns. Leider nicht.[/FONT]
[FONT="]Bei der Wundkontrolle fiel dem TA ein Knubbel an der Zitze auf – ca. 5mm Durchmesser, nur zu ertasten, nicht zu sehen. Es hieß beobachten. Jetzt zwei Wochen später ist der Knubbel deutlich sichtbar und fast walnussgroß. Sehr schlecht. Morgen muss Sonny schon wieder unters Messer. Sie bekommt 3-4 Zitzen entfernt und den linken Hüftlymphknoten. Die Punktion des Knubbel brachte kein wirkliches Ergebnis…Fett, gute Zellen, böse Zellen, es war nicht zu beurteilen. Ein Ergebnis haben wir also erst, wenn das Ding draußen ist und im Labor untersucht wurde.
[/FONT]
[FONT="]Mammatumoren sind die häufigste Krebsart bei Hündinnen. 40-50% der Tumore sind bösartig. In 50% der Fälle kommt es trotz großräumiger Entfernung zu Rezidiven. Sonny erfüllt leider zudem noch alle Risikokriterien: spät kastriert (mit 6 Jahren), oft schweinschwanger gewesen, mit Hormonen behandelt worden. Sie ist auch im typischen Alter für diese Erkrankung mit 9 Jahren. Ja, ich weiß das sind alles Zahlen, leblose Abbilder unzähliger Einzelschicksale, aber man macht sich eben doch seine Gedanken. Man liest. Recherchiert. Und bekommt hin und wieder eine Krise.
[/FONT]
[FONT="]Jetzt sitze ich hier und habe eine Heidenpanik vor morgen. Vor der erneuten OP. Vor der Narkose – die sie letzte Mal schon eher schlecht als recht verkraftete. Vor dem Ergebnis. Vor alle dem, was kommen kann. Ist der Tumor gut, wird es wohl bei halbjährigen Check-Ups bleiben. Ist er bösartig ist es der Beginn einer Odysee. Metastasensuche. Lungenröntgen. Abdomenultraschall. Suche nach weiteren Therapieansätzen. Chemo. Bestrahlung. Was auch immer.
[/FONT]
[FONT="]Im einen Moment denke ich mir: es wird schon! Vielleicht ist es nur ein Adenom, also gutartig. Vielleicht ist es mit der OP am Freitag auch schon wieder vorbei.[/FONT]
[FONT="]Im anderen Moment ist da einfach nur Angst. Angst um den Hund. Angst vor dem was kommen kann. Angst, dass ich schon wieder einen Hund an den verdammten Krebs verliere.[/FONT]
[FONT="]
Ich würde diesen Thread hier gerne nutzen um meine Gedanken mit euch zu teilen, aber auch den medizinischen Aspekt ein wenig mit zu begleiten. Was wurde gemacht, was wird gemacht. Was ist möglich etc. pp – gerne dürfen auch andere Herrchens und Frauchens ihre persönlichen Erfahrungen mit einbringen![/FONT]
[FONT="]
Für morgen dürft ihr jedenfalls schon mal ganz feste die Daumen drücken![/FONT]
[FONT="]Gleich um 8 Uhr haben wir den OP-Termin…[/FONT]:?
[/FONT]
[FONT="]da ich meinen Vorstellungsthread nicht zu sehr zuschreiben will und auch für andere betroffene Hundebesitzer eine einigermaßen übersichtliche Dokumentation erstellen will, hab ich mich zu einem neuen Thread im Gesundheitsbereich entschlossen. :angel:[/FONT]
[FONT="]
Um was geht es?[/FONT]
[FONT="]Um meine Hündin Sonny, DSH-Mix, ca. 9-10 Jahre alt, seit Dezember 2012 bei mir. Ich kenne sie aber schon seit 2007, da sie vorher bei einer sehr guten Freundin von mir gelebt hat – also im Prinzip schon länger als meine anderen beiden Hunde, die waren da nämlich noch nicht mal geboren. Eigentlich wollte ich ja ein zweiten Podenco als Dritthund, aber meistens kommt es ja anders als man denkt und nun habe ich Sonny. Und ich bin sehr, sehr froh, dass ich sie habe. Sie passt zu meinem Rudel und sie passt zu mir. Obwohl sonst mit typischen WTP-Hunden nichts anfangen kann…sie hat mein Herz erobert. Schon 2007 als ich sie kennen gelernt habe und seit sie fest bei mir ist noch mehr. :049:
[/FONT]
[FONT="]Umso schlimmer waren die letzten Wochen. Anfang November hatte sie beim Gassigehen einen schweren Unfall. Sie hat sich dabei an der Hinterhand und am Bauch verletzt. Eine tiefe, sehr lange y-förmige Schnittverletzung. 1cm weiter oben an der Beininnenseite und sie wäre verblutet, weil es dann die Hauptschlagader getroffen hätte und 10cm weiter vorne und sie hätte sich in die Lunge gestochen, wäre mir also vermutlich binnen Minuten erstickt. Ein Draht, der unter ein bisschen Gestrüpp entsorgt worden war, ist ihr zum Verhängnis geworden. Sie hat sich im Laufen zu mir umgedreht, kurz nicht geschaut wo sie lang läuft und *zack* war es passiert. Sie ist abgerutscht und voll in den Draht reingerutscht…sie hat geblutet wie abgestochen, geschrien und gezittert und ich musste sie erst mal irgendwie den Abhang hoch bekommen und dann zum Auto. Das waren elend lange, schreckliche 15min und es kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit.
[/FONT]
[FONT="]Es folgten drei Stunden Not-OP und banges Warten. Die ersten Tage konnte sie das Bein gar nicht belasten, hatte Schmerzen bei jeder Bewegung. Kotabsatz und Urinabsatz waren die Hölle für sie, da sie sofort beim Hinhocken und Drücken Zug auf der Wunde hatte. Sie stand eine Woche unter starken Schmerzmittel und war auch sonst nur ein Schatten ihrer Selbst. Sie ist sonst sehr, sehr lebhaft und fordert auch bei Sturm und Wind ihre zwei Stunden Gassi ein. Ganz anders als meine Windhund-Memmen…Aber nach der OP ging es ihr wohl so dreckig, dass sie sich von selbst kaum bewegt hat, wenn sie mal lag, kam sie kaum hoch, wenn sie lief, quietschte sie bei jeden Schritt. Schrecklich. Vor allem weil man so hilflos daneben steht und nichts machen kann, außer Schmerzmittel geben.
[/FONT]
[FONT="]Ja, und nun. Die Wunde verheilt sehr gut. Sonny ist eine tolle Patientin. Und bis vor ein einhalb Wochen sah es so aus, als hätten wir das Schlimmste bald hinter uns. Leider nicht.[/FONT]
[FONT="]Bei der Wundkontrolle fiel dem TA ein Knubbel an der Zitze auf – ca. 5mm Durchmesser, nur zu ertasten, nicht zu sehen. Es hieß beobachten. Jetzt zwei Wochen später ist der Knubbel deutlich sichtbar und fast walnussgroß. Sehr schlecht. Morgen muss Sonny schon wieder unters Messer. Sie bekommt 3-4 Zitzen entfernt und den linken Hüftlymphknoten. Die Punktion des Knubbel brachte kein wirkliches Ergebnis…Fett, gute Zellen, böse Zellen, es war nicht zu beurteilen. Ein Ergebnis haben wir also erst, wenn das Ding draußen ist und im Labor untersucht wurde.
[/FONT]
[FONT="]Mammatumoren sind die häufigste Krebsart bei Hündinnen. 40-50% der Tumore sind bösartig. In 50% der Fälle kommt es trotz großräumiger Entfernung zu Rezidiven. Sonny erfüllt leider zudem noch alle Risikokriterien: spät kastriert (mit 6 Jahren), oft schweinschwanger gewesen, mit Hormonen behandelt worden. Sie ist auch im typischen Alter für diese Erkrankung mit 9 Jahren. Ja, ich weiß das sind alles Zahlen, leblose Abbilder unzähliger Einzelschicksale, aber man macht sich eben doch seine Gedanken. Man liest. Recherchiert. Und bekommt hin und wieder eine Krise.
[/FONT]
[FONT="]Jetzt sitze ich hier und habe eine Heidenpanik vor morgen. Vor der erneuten OP. Vor der Narkose – die sie letzte Mal schon eher schlecht als recht verkraftete. Vor dem Ergebnis. Vor alle dem, was kommen kann. Ist der Tumor gut, wird es wohl bei halbjährigen Check-Ups bleiben. Ist er bösartig ist es der Beginn einer Odysee. Metastasensuche. Lungenröntgen. Abdomenultraschall. Suche nach weiteren Therapieansätzen. Chemo. Bestrahlung. Was auch immer.
[/FONT]
[FONT="]Im einen Moment denke ich mir: es wird schon! Vielleicht ist es nur ein Adenom, also gutartig. Vielleicht ist es mit der OP am Freitag auch schon wieder vorbei.[/FONT]
[FONT="]Im anderen Moment ist da einfach nur Angst. Angst um den Hund. Angst vor dem was kommen kann. Angst, dass ich schon wieder einen Hund an den verdammten Krebs verliere.[/FONT]
[FONT="]
Ich würde diesen Thread hier gerne nutzen um meine Gedanken mit euch zu teilen, aber auch den medizinischen Aspekt ein wenig mit zu begleiten. Was wurde gemacht, was wird gemacht. Was ist möglich etc. pp – gerne dürfen auch andere Herrchens und Frauchens ihre persönlichen Erfahrungen mit einbringen![/FONT]
[FONT="]
Für morgen dürft ihr jedenfalls schon mal ganz feste die Daumen drücken![/FONT]
[FONT="]Gleich um 8 Uhr haben wir den OP-Termin…[/FONT]:?

