Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

Diskutiere Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie im Gesundheit & Ernährung Forum im Bereich Smalltalk; Also ich verstehe das so, dass er meint, seine Behandlung reicht für diese schwere Erkrankung nicht aus. Ist für mich, wie wenn mein Hausarzt bei...
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #181
Also liegt das "Scheitern" an dir und nicht etwa daran, dass seine Fähigkeiten nicht ausreichen, oder ihr vielleicht nicht wirklich auf einer Wellenlinie liegt. Selbst wenn es stimmen würde, fände ich es nicht okay so eine Absage zu verteilen, da muss sich der Patient ja irgendwie schlecht fühlen :?
Also ich verstehe das so, dass er meint, seine Behandlung reicht für diese schwere Erkrankung nicht aus. Ist für mich, wie wenn mein Hausarzt bei einem gebrochenen Bein sagt "Da bin ich überfordert, ich weise sie lieber ins Krankenhaus ein."

Ich weiß nicht, warum sich ein Patient dadurch schlecht oder schuldig fühlen sollte. Das hat doch nichts mit Schuld zu tun.
Im Gegenteil finde ich so eine Aussage sehr fair, besser, als weiter erfolglos "rumzudoktern".

Mir tut es leid, dass eure Erfahrungen mit Therapien und Kliniken eher negativ behaftet sind. Trotzdem halte ich es für wichtig, die Chance zur Hilfe -dann eben stationär- zu ergreifen, denn wie die Vergangenheit zeigt wird es zuhause "von alleine" auch nicht besser.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

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  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #182
Er ist wohl auch normaler Therapeut und nutzt die Räume dort nur 2x die Woche eben für den Hypnosekram
Hm, demnach ist er gar kein Therapeut der sich auf Hypnose spezialisiert hat?
Als ich Hypnose ausprobieren wollte war ich auch erst bei mehreren von solchen und immer war es ein Reinfall.
Erst die letzte Therapeuten (eigentlich Schulmedizinierin, aber hatte ihre Arbeit als Ärztin vor über 10 Jahren aufgegeben und sich seit dem ausschließlich mit Hypnose beschäftigt) hatte genügend Wissen und Können (und Talent) mir vernünftig und schnell helfen zu können.

Also ich verstehe das so, dass er meint, seine Behandlung reicht für diese schwere Erkrankung nicht aus. Ist für mich, wie wenn mein Hausarzt bei einem gebrochenen Bein sagt "Da bin ich überfordert, ich weise sie lieber ins Krankenhaus ein."

Ich weiß nicht, warum sich ein Patient dadurch schlecht oder schuldig fühlen sollte. Das hat doch nichts mit Schuld zu tun.
Ich weiß schon was du meinst und vielleicht ist meine Aussage auch wirklich nicht ganz fair, aber wenn einem erstmal von X Therapeuten gesagt wurde man würde sich nur gegen die Therapie sperren und wäre wohl "therapieunfähig" wenn man Kritik an ihrer Arbeitsweise übst dann ist man vielleicht nicht mehr objektiv. Ich habe es einfach zu oft erlebt, dass Therapeuten anstatt zu sagen "Mit diesem Problem bin ich überfodert, tut mir leid" (was ja nicht anderes wäre, als wenn einen der Hausarzt mit dem geborchenen Bein ins Krankenhaus schickt), zwischen den Zeilen sagen "Das liegt nicht an mir, bei ihnen ist einfach Hopfen und Malz verloren" (was ungefähr so wäre, als wenn der Hausarzt versucht das Bein zu schienen, es verpfuscht weil er keine Ahung hat und dann dem Patienten vorwirft es läge nur daran, dass er nicht stillgehalten hätte).
Und ja, zumindest ich war jedes Mal völlig fertig wenn ich mit einem Therapeuten nicht klar kam und sobald ich etwas kritisiert habe es wieder hieß ich würde mich "sperren" und wäre demnach selber schuld daran, das mir der und der Therapeut nicht helfen könnte. Ich habe auch schon gehört "Vielleicht muss es ihnen erst noch schlechter gehen, bevor sie meine Hilfe annehmen können" und andere Gemeinheiten. Im Grunde erwarte ich also schon fast, dass ein Therapeut die Sitzungen beendet indem er dem Patienten die "Schuld" gibt und bin deswegen vielleicht wirklich nicht objektiv hier.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #183
Wir haben überhaupt nix kritisiert... meine Mum hat ja eigentlich angerufen um neue Termine zu machen. Und da war er eben ehrlich und hat direkt gesagt, dass wir seiner Meinung so nicht weiter kommen. Und vllt war das auch einfach der letzte Ruck den ich brauchte um mich doch wieder für eine Klinik zu entscheiden.

Ich hatte aber mal so eine Therapeutin. Das war in der Ambulanz der Klinik nach meinem Aufenthalt dort. Als ich es nach den Ferien nicht mehr zu Schule geschafft habe, meine die nur, wir sollen mal entspannt bleiben und meine Eltern sollen sich da mal ganz raushalten - meine Mum sollte morgens sogar immer das Haus verlassen. Ihrer Meinung nach lag es nämlich auch daran, dass ich meine Eltern nicht alleine lassen kann und denke, dass die ohne mich nicht klar kommen oder so ein Quatsch...
Tja, am Schluss dann hat sie quasi zu mir gesagt, ich würde von ihr kein Attest oder ähnliches für die Schule bekommen, da ich ja hingehen KÖNNTE. Zusammengefasst kann man eigentlich sagen, dass ich in ihren Augen selber Schuld bin. Die meinte auch erst, dass ich ab meinem 18. Geburtstag dort nicht mehr hin kann (ist ja eine KJP), dann meinte sie, sie kann einen Antrag schreiben, dass ich länger dort bleiben kann, dann wollte sie sich noch Mal melden und irgendein Abschlussgespräch machen, mit meinen Eltern zusammen, und dann hat sie sich nie wieder gemeldet...
Die war schon vorher kaum zu erreichen und meinte immer nur, ihr wäre nie weitergegeben worden, dass es einen Anruf für sie gab. Selbst das Jugendamt und eine andere, die mich eine Zeit lang begleitet hat, konnten die kaum erreichen...
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #184
Tut mir Leid, dass ihr so schlechte Erfahrungen gemacht habt ;)
Off-Topic
Leicht OT, aber das fiel mir zum letzten Beitrag sofort ein: Ich studiere ja zumindest was nicht ganz fachfremdes und hab mehrere Praktika bei Kinder- und Jugendpsychotherapeuten gemacht. Ein Attest für die Schule erstellt keiner, der verantwortungsvoll mit seinem Job umgeht, zumindest nicht länger als für höchstens eine Woche. Das würde dazu führen, dass die psychische Krankheit eine gute Seite bekommt und die Leute eventuell unbewusst ihre Krankheit pflegen. Das ist das gleiche, warum psychisch Kranke die laufenden Kosten für einen Hund nicht bezahlt bekommen, auch wenn er ihnen gut tun würde. Überall wo ich gearbeitet habe, galt das gleiche: Wer nicht mehr in der Lage ist, in die Schule zu gehen, gehört in eine Klinik.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #185
Tut mir Leid, dass ihr so schlechte Erfahrungen gemacht habt ;)
Off-Topic
Leicht OT, aber das fiel mir zum letzten Beitrag sofort ein: Ich studiere ja zumindest was nicht ganz fachfremdes und hab mehrere Praktika bei Kinder- und Jugendpsychotherapeuten gemacht. Ein Attest für die Schule erstellt keiner, der verantwortungsvoll mit seinem Job umgeht, zumindest nicht länger als für höchstens eine Woche. Das würde dazu führen, dass die psychische Krankheit eine gute Seite bekommt und die Leute eventuell unbewusst ihre Krankheit pflegen. Das ist das gleiche, warum psychisch Kranke die laufenden Kosten für einen Hund nicht bezahlt bekommen, auch wenn er ihnen gut tun würde. Überall wo ich gearbeitet habe, galt das gleiche: Wer nicht mehr in der Lage ist, in die Schule zu gehen, gehört in eine Klinik.

Ich kam ja gerade erst aus der Klinik (wo ich eigentlich auch wieder hin sollte, wenn's mit der Schule nicht klappt, aber die Therapeutin hat das ja nicht ernst genommen). Und ich konnte ganz einfach nicht zur Schule (das ging vorher ja schon 2 Jahre so) und wäre nicht zu meinem 18. Geburtstag extra die Schulpflicht aufgehoben worden (ich bin ja quasi ein Sonderfall), hätten wir echt ein Problem gehabt.
Und das alles hat so viele schlechte Seiten, dann ich im Tausch gegen "Gesundheit" vor Freude hüpfend wieder zur Schule gehen würde, wenn ich könnte
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #186
Ich weiß ;) Das war der Fehler der Therapeutin, dich nicht gleich wieder in die Klinik zu schicken... aber Schulatteste von Kinder-und-Jugendpsychotherapeuten kriegt man aus guten Gründen so gut wie nie ;)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #187
Leute, ich fühle mich grad richtig beschissen.

Also am Wochenende war ich ja krank, eine fiese Erkältung mit Kopfschmerzen, Halsschmerzen und mir war noch mehr schlecht als sowieso schon.
Gestern morgen hätte ich dann eigentlich den Termin beim Arzt gehabt, aber da ich sowieso schon total Angst vor solchen Fahrten habe UND ich die Tage vorher ja wirklich krank war, hab' ich es einfach nicht weiter als zur Haustür geschafft. Ich hab' dann in der Praxis angerufen und da direkt nach Ärztin gefragt. Die weiß ja über meine Probleme Bescheid und sie hat mir dann angeboten, dass ich da Donnerstag noch mal anrufen kann und sie dann mal zu mir kommt, damit wir mal gucken können, was man da machen können.
Vorher, also direkt nachdem aufwachen, hatte ich richtig Streit mit meiner Mum. Ich hab' ihr da schon gesagt, dass ich es wegen den Tagen vorher nicht schaffe und es einfach zu viel auf einmal ist. Sie hat daraufhin gesagt, dass sie keine Lust mehr hat mir ständig immer alles mitbringen zu müssen und dass sie mir am liebsten nur noch das nötigste bringen würde, weil ich ja gar nicht richtig kämpfen würde. Ihr wisst gar nicht, wie scheiße es mir da ging...

Gut nach dem Telefonat hab' ich mich erstmal in mein Zimmer verzogen und meine Mum ist mit Amy relativ lange unterwegs gewesen. Ich hab' dann die letzte halbe Stunde oder so mich vor die Haustür gesetzt und gewartet, das fand sie dann immerhin ganz gut, dass ich überhaupt mal an die frische Luft gegangen bin (die Tage vorher ging's mir so beschissen, dass ich nur im Bett lag). Am späten Nachmittag hab' es auch noch mal kurz zum Deich probiert, hab's allerdings nicht sehr weit geschafft, aber immerhin...
Mir selber ging's danach aber erstmal wieder gut und ich war auch gut drauf...

Heute morgen bin ich dann wieder mit Kopfschmerzen und Bauchschmerzen aufgewacht, also hab ich mir nur Tabletten und was zu Essen geholt und mich wieder hingelegt. Meine Mum war sowieso den ganzen Vormittag unterwegs.
So gegen 13 Uhr bin ich dann runter gegangen, wo dann auch mein Dad war, der nach einem Kundenbesuch heute von zu Hause aus arbeitet. Meine Mum hat grad Essen gemacht. Und ich kam mir extrem unerwünscht, vor allem dann beim Essen. Mit mir haben die eigentlich gar nicht geredet, nur wenn es sein musste oder wenn ich die angesprochen habe, und vor allem meine Mum hatte dabei einen ziemlich eiskalten Tonfall.
Ich hab' mich selten so alleine gefühlt wie jetzt gerade, weshalb ich den ganzen Quatsch hier überhaupt schreibe...
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #188
Ohje. :(
Das tut mir leid.
Aber du bst sicher nicht allein. Ich kann deine Eltern ein bisschen verstehen, vielleicht können die auch nicht mehr. Trotzallem finde ich es nicht gut das sie sagt, dass du nicht kämpfst denn das machst du ja.
Kannst du nicht nochmal ruhig mit ihnen reden?:eusa_think:

Ich drück dir die Daumen, das alles gut wird. *fühl dich gedrückt, wenn du magst*
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #189
Ach, die würden mich sofort in die Klinik bringen, wenn's gehen würde...
Eigentlich haben die mich immer toll unterstützt aber das war echt heftig...
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #190
Schade, dass es dir so schlecht geht.

Aber ich finde, das ist eine der wichtigsten Fragen und damit solltest du dich sehr intensiv auseinandersetzen.
Und was auch immer ganz gut ist, ohne das böse zu meinen: Denk drüber nach, ob deine Angst dir irgendwas gibt. Manchmal schleichen sich chronische Probleme auch ein, weil sie einen Sinn machen, ohne dass es einem bewusst ist. Kriegst du Aufmerksamkeit durch sie, macht sie dich zu was Besonderem, was du auch eigentlich gar nicht hergeben möchtest? Brauchst du hier wirklich nicht schreiben, aber denk für dich ehrlich drüber nach.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #191
Leute, ich fühle mich grad richtig beschissen.

Also am Wochenende war ich ja krank, eine fiese Erkältung mit Kopfschmerzen, Halsschmerzen und mir war noch mehr schlecht als sowieso schon.
Gestern morgen hätte ich dann eigentlich den Termin beim Arzt gehabt, aber da ich sowieso schon total Angst vor solchen Fahrten habe UND ich die Tage vorher ja wirklich krank war, hab' ich es einfach nicht weiter als zur Haustür geschafft. Ich hab' dann in der Praxis angerufen und da direkt nach Ärztin gefragt. Die weiß ja über meine Probleme Bescheid und sie hat mir dann angeboten, dass ich da Donnerstag noch mal anrufen kann und sie dann mal zu mir kommt, damit wir mal gucken können, was man da machen können.
Vorher, also direkt nachdem aufwachen, hatte ich richtig Streit mit meiner Mum. Ich hab' ihr da schon gesagt, dass ich es wegen den Tagen vorher nicht schaffe und es einfach zu viel auf einmal ist. Sie hat daraufhin gesagt, dass sie keine Lust mehr hat mir ständig immer alles mitbringen zu müssen und dass sie mir am liebsten nur noch das nötigste bringen würde, weil ich ja gar nicht richtig kämpfen würde. Ihr wisst gar nicht, wie scheiße es mir da ging...

Gut nach dem Telefonat hab' ich mich erstmal in mein Zimmer verzogen und meine Mum ist mit Amy relativ lange unterwegs gewesen. Ich hab' dann die letzte halbe Stunde oder so mich vor die Haustür gesetzt und gewartet, das fand sie dann immerhin ganz gut, dass ich überhaupt mal an die frische Luft gegangen bin (die Tage vorher ging's mir so beschissen, dass ich nur im Bett lag). Am späten Nachmittag hab' es auch noch mal kurz zum Deich probiert, hab's allerdings nicht sehr weit geschafft, aber immerhin...
Mir selber ging's danach aber erstmal wieder gut und ich war auch gut drauf...

Heute morgen bin ich dann wieder mit Kopfschmerzen und Bauchschmerzen aufgewacht, also hab ich mir nur Tabletten und was zu Essen geholt und mich wieder hingelegt. Meine Mum war sowieso den ganzen Vormittag unterwegs.
So gegen 13 Uhr bin ich dann runter gegangen, wo dann auch mein Dad war, der nach einem Kundenbesuch heute von zu Hause aus arbeitet. Meine Mum hat grad Essen gemacht. Und ich kam mir extrem unerwünscht, vor allem dann beim Essen. Mit mir haben die eigentlich gar nicht geredet, nur wenn es sein musste oder wenn ich die angesprochen habe, und vor allem meine Mum hatte dabei einen ziemlich eiskalten Tonfall.
Ich hab' mich selten so alleine gefühlt wie jetzt gerade, weshalb ich den ganzen Quatsch hier überhaupt schreibe...

Oh man...Aber das legt sich bestimmt wieder. In solchen Situationen sagt man manchmal Sachen, die man nicht so meint. So war es bestimmt auch mit deiner Mutter. Die Gemüter sind gerade wohl ziemlich erhitzt, aber das wird sich mit der Zeit wieder abkühlen. Vielleicht kann dich Amy etwas trösten?
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #192
Ich habe so viele Wünsche und Träume, da würde ich das natürlich super gerne loswerden.
Gerade habe ich mir nichts mehr gewünscht als einfach Amy nehmen und mit ihr einen großen Spaziergang machen zu können...
Aber ich bin durch meinen eigenen Körper quasi zu Hause gefangen
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #193
Und die Vorteile?
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #194
Und die Vorteile?

Der einzige Vorteil ist, dass ich ausschlafen kann ^^ Da hört es aber schon auf.
Ich kann mir nichts kaufen, kein Geld verdienen, habe null soziale Kontakte, kann nichts richtig mit Amy machen, kann nicht reiten gehen, nicht ins Kino gehen, keine Klamotten kaufen gehen, absolut gar nichts
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #195
Wenn ich mal fragen darf:
Hast du denn eine Idee, wieso du damals plötzlich diese psychischen Probleme bekamst? Also kennst du den Auslöser? Denn ich glaube, wenn man diesen kennt, hat man schonmal einen "Anhaltspunkt" an dem man Arbeiten kann.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #196
Vorher, also direkt nachdem aufwachen, hatte ich richtig Streit mit meiner Mum. Ich hab' ihr da schon gesagt, dass ich es wegen den Tagen vorher nicht schaffe und es einfach zu viel auf einmal ist. Sie hat daraufhin gesagt, dass sie keine Lust mehr hat mir ständig immer alles mitbringen zu müssen und dass sie mir am liebsten nur noch das nötigste bringen würde, weil ich ja gar nicht richtig kämpfen würde. Ihr wisst gar nicht, wie scheiße es mir da ging...

Ich will die Situation gar nicht großartig beurteilen, aber ich kann dir aus eigener Erfahrung nur einen Rat geben, auch wenn es in dem Moment hart und verletzend ist: Nimm es deinen Eltern nicht übel, wenn der Frust, die Ängste und Sorgen sich in solchen Augenblicken entladen. Deine Eltern sind auch nur Menschen, die von Zeit zu Zeit an ihre Grenzen stoßen können. Sie werden wissen, dass du deine Ängste nicht hast, um sie zu ärgern, aber der Alltag ist nicht immer einfach, wenn jemand in der Familie solche Probleme hat. Darunter leiden alle, nicht nur man selber. Ich möchte mit dir wetten, dass sie alles dafür geben würden, damit es dir besser geht. Aber das können sie nicht und das macht manchmal hilflos, verzweifelt und wütend.

Schau nach vorne, atme durch und "gestatte" ihnen auch mal, kurzzeitig am Ende ihrer Kraft und Geduld sein zu dürfen.
Wirklich wichtig ist am Ende das, was ihr aus der Situation macht und ich hoffe für dich, dass du es Stück für Stück schaffst.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #197
Auch wenn es sich bestimmt hart anhört- aber das nehme ich dir nicht ab. Und ich glaube schon, dass dies ein Grund ist, warum du und andere (unterbewusst) schwer von ihrer Störung loslassen können.

Mal ein kleines Beispiel: In der Schule hat dich das Gequatsche deiner Mitschüler so belastet, dass es das kleinere Übel war, dich zuhause aufzuhalten und den Anschluß an die Schule zu verlieren. Hättest du keine Angststörung mehr, die dir in gewisser Hinsicht auch ein Leben in der Käseglocke ermöglicht, müsstest du dich unter anderem auch mit solchen Themen wieder ausseinandersetzen.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #198
Wenn ich mal fragen darf:
Hast du denn eine Idee, wieso du damals plötzlich diese psychischen Probleme bekamst? Also kennst du den Auslöser? Denn ich glaube, wenn man diesen kennt, hat man schonmal einen "Anhaltspunkt" an dem man Arbeiten kann.

Ich denke es fing mit der Schulangst an (da hatte ich schon immer Probleme im sozialen Bereich, angefangen mit Mobbing in der Grundschule), inzwischen ist es aber einfach die Angst vor der Angst, bzw. die Angst vor der Übelkeit und wenn die Übelkeit da ist die Angst vor dem Übergeben, was sich in manchen Situationen bis zum Panikanfall steigert

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Auch wenn es sich bestimmt hart anhört- aber das nehme ich dir nicht ab. Und ich glaube schon, dass dies ein Grund ist, warum du und andere (unterbewusst) schwer von ihrer Störung loslassen können.

Mal ein kleines Beispiel. In der Schule hat dich das Gequatsche deiner Mitschüler so belastet, dass es das kleinere Übel war, dich zuhause aufzuhalten und den Anschluß an die Schule zu verlieren. Hättest du keine Angststörung mehr, müsstest du dich auch mit solchen Themen wieder ausseinandersetzen...


Auch wenn du es mir nicht glaubst, vor so was hab ich echt keine Angst mehr. Ich war inzwischen ja in 2 Kliniken, wo ich 24/7 quasi mit anderen Jugendlichen eingesperrt war, was kein Problem war. Ich wünsche mir ja sogar, endlich mal wieder Kontakt zu anderen haben zu können. Ich weiß inzwischen einfach, dass mir die Leute in der Schule egal sein können und ich stattdessen eher nach Leuten "suchen" sollte, die gleiche oder ähnliche Interessen haben wie ich.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #199
Aber das können sie nicht und das macht manchmal hilflos, verzweifelt und wütend.
Ich stimme Morastbiene zu, es ist extrem belastend für Angehörige wenn jemand in der Familie psychische Probleme hat.
Einen schlechten Tag würde ich deswegen auch verzeihen, obwohl es für mich auch dazugehört, dass man über seine negativen Gefühle redet und ich es wünschenswert fände, wenn deine Eltern es schaffen dir später in einem Gespräch auch mal mitzuteilen, dass sie manchmal überfordert sind und wissen dass vielleicht nicht alles okay war was sie gesagt haben.
So eine Form von Reflektion braucht es meiner Meinung nach damit alle Beteiligten sowas "heil" überstehen können, ansonsten führt es zu unausgesprochenen Konflikten bei denen die Eltern sich innerlich immer weiter abneigen und das betroffene Kind langsam aber sicher den Halt verliert.
Drüber reden ist also ganz wichtig, fände es auch okay, wenn du deine Eltern notfalls selbst um ein Gespräch bittest.


Hast du denn eine Idee, wieso du damals plötzlich diese psychischen Probleme bekamst? Also kennst du den Auslöser? Denn ich glaube, wenn man diesen kennt, hat man schonmal einen "Anhaltspunkt" an dem man Arbeiten kann.
Gerade Angsterkrankungen haben nur selten einen Fixpunkt als Auslöser, da kommen meistens ganz schön viele Dinge zusammen, von einer genetischen Disposition über erlerntes Verhalten in der Familie, bis hin zu traumatisierenden Erlebnissen im Alltag oder in speziellen Positionen.
Es ist meistens kaum möglich nun genau zu sagen woran es liegt, die Frage nach dem "Warum" beschäftigt meistens auch die Betroffenen und wird (leider) vom Umfeld nur allzu deutlich eingefordert (frei nach dem Motto "Wenn jemand keinen Grund für seine Ängste liefern kann hat er eigentlich auch keine Berechtigung welche zu haben").
Und die Vorteile?
Auch wenn es sich bestimmt hart anhört- aber das nehme ich dir nicht ab.
Zugegeben Ängste erfüllen immer Funktionen, diese müssen uns aber nicht bewusst sein und sind es meistens auch nicht. So kann es z.B. tatsächlich sein, dass wir Angst haben weil wir eigentlich Zuneigung brauchen, dies muss einem aber nicht so direkt bewusst sein und es muss auch lange nicht heißen, dass wir durch die Angst das bekommen was wir eigentlich brauchen. Im Gegenteil meistens führen starke Ängste über kurz oder lang zum Verlust der persönlichen Freiheit und sozialer Isolation. Mitch leidet bereits unter beidem und kann trotzdem ihre Ängste nicht einfach willentlich abstellen, weil sie irgendwie "einsehen" würde dass ihre "Nachteile" nun größer wären als ihre "Vorteile".
Heilung durch Erkenntnis oder Einsicht wird zwar oft von der Schulpsychologie geprädigt, ist aber aus meiner Sicht häufig an der Realität vorbei.

Mitch, wenn ich mir den "Werdegang" deiner Erkrankung so ansehe dann sieht es für mich schon so aus, als hätte sich das Problem im Grunde immer mehr verstärkt im Laufe der Jahre, trotz vieler Therapieversuche.
Ich kenne das Gefühl und auch mir ging es genau so, mir ist alles davongeschwommen bis ich auch kaum noch vor die Tür gehen konnt (ich selber konnte zwar noch raus, aber mein Partner durfte nicht weggehen, ich bin teilweise schon durchgedreht wenn er den Müll weggebracht hat und außer Sichtweite war). Rückwirkend kann ich nicht so genau sagen, was es genau war dass mich damals immer tiefer reingezogen hat, genauso kann ich aber auch nicht sagen was genau mich nun immer weiter wieder rauszieht. Ich könnte für beides Eckpunkte nennen, aber so wirklich einen konkreten Auslöser habe ich für beides nicht.

Wenn du schreibst du hättest auch gerne Kontakt zu anderen Leuten und es ging dir damals sogar ganz gut in der Klinik, dann ist es vielleicht wirklich die richtige Wahl. Kommt ja auch drauf an wie intensiv dort gearbeitet wird, vielleicht würde dir ein etwas langsameres Tempo gut tun (wenn du sagtest letztes Mal warst du manchmal überfordert), genau diese Punkte würde ich versuchen in einer potenziellen, zukünftigen Klinik gleich schonmal anzusprechen und dabei auch deine Ansprüche und Bedürfnisse an die Therapie besprechen.

Zuhause raus zu kommen hilft aber vielleicht allen ein wenig in der schweren Situation und sicher entspannt sich dann auch das Verhältniss zu deinen Eltern wieder.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #200
Das Problem ist, wenn ich meine Eltern auf irgendwas anspreche, was mich stört, endet das immer im Streit, in dem wir uns dann gegenseitig Vorwürfe machen.
D.h. die sagen mir zwar hin und wieder was sie stört, sehen es aber selber kaum ein, wenn ich mal was anspreche. Deshalb probiere ich es meistens gar nicht.
Das klingt jetzt als hätte ich total schlimme uneinsichtige Eltern o.o Also das sind eigentlich ganz liebe Menschen, ich weiß auch selber, dass das alles kommt, weil die selber überfordert sind (das sagen die mir auch), aber irgendwie tut das manchmal schon echt weh.

Ich denke inzwischen auch, das Klinik das beste ist... und danach wenn möglich gar nicht wieder nach Hause. Aber das werden wir dann ja sehen. Es ist nämlich tatsächlich so, dass wir uns in der Zeit, in der ich in der Klinik war, wieder viel besser verstanden haben und die und auch alle anderen immer gesagt haben, dass ich wie ein ganz anderer Mensch wirke, viel offener und fröhlicher usw.... Ich bin jetzt erstmal gespannt, was die Ärztin sagt, wenn die vllt mal herkommt... die ist echt total super und mit der kann man ganz toll reden.

Hier hat sich "die Lage" erstmal zum Glück sowieso wieder entspannt. Ich bin irgendwann runter gegangen und dann mit Amy im Garten, wo ich ein bisschen mit ihr geübt habe, was auch ziemlich gut geklappt hat (hab ich schon mal erwähnt, dass ich diesen Hund liebe?). Dann kam meine Mum kurz raus und ich hab' ihr das gezeigt und danach haben wir alle zusammen den Keller aufgeräumt.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Mir ist echt nicht mehr zu helfen.... ich hab' vorhin ganz plötzlich starke Kopfschmerzen bekommen und mir wurde total schlecht (so Migräne-mäßig), da hab ich eine mega Panik gehabt, mitsamt Zitter- und Heulkrämpfen...
 
Thema:

Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

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