Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

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  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #221
Da ich arbeiten muss, lese ich jetzt nicht alles, aber es ist mal wieder witzig, wie viele nach etwas suchen, worüber sie sich aufregen können.
Ich hab nie behauptet, dass Mitch faul ist oder nicht gesund werden will. Aber ein Merkmal psychischer Krankheiten, gerade von Angststörungen (ich habe übrigens ne generalisierte Angststörung, die ich fast besiegt habe), ist, dass man Risiken falsch bewertet. Die Gedanken spielen einem vor, dass die Risiken des Alltagslebens viel größer sind, als in Wirklichkeit stimmt. Und manchmal ist das Leid, nur zu Hause zu sitzen, geringer, als das empfundene Risiko, das entsteht, wenn man vor die Tür geht.
Und dann braucht man echt große Wünsche, Ziele oder halt Verpflichtungen, um trotzdem rauszugehen. Hat man gerade keine, ist es halt gut, wenn man Gründe hat, besser drinnen zu bleiben.

Ich hab inzwischen ganz einfach nur Angst vor der Übelkeit und dem Übergeben, das hat mich irgendwelchen anderen Dingen nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, so Dinge, vor denen ich vorher Angst hatte, kommen mir jetzt verglichen mit meinem Problem super einfach vor ^^
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

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  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #222
Wenn man es nur "bei Bedarf" nimmt (bei mir so ca. 1-2x pro Woche, manchmal aber auch ein paar Wochen gar nicht) und nicht regelmäßig (täglich und mehrfach), sollten sie auch nicht abhängig machen.
Aber die psychische Abhängigkeit ist im Grunde bereits nach der ersten Tablette da.
Nämlich dann, wenn man die Erfahrung macht, dass ja plötzlich das Leben plötzlich einfach ist und man sich zum ersten Mal seit Jahren frei fühlt ohne irgendwelche Beklemmungen in der Brust. Für viele Angstpatienten ist dieses Erlebnis der erste Schritt in die Sucht. Bei regelmäßiger Einnahme kommt zudem früher oder später der Punkt an dem man die Dosis erhöhen muss.

"Benzos" sind zwar extrem hilfreich im Alltag eines Angstpatienten, aber ihr Suchtpotenzial macht sie zudem unglaublich gefährlich.
Ich selber habe einen halben Blister im Schrank kleben für den Fall, dass mein "Supergau" eintritt, allerdings habe ich bis heute noch nie eine genommen.
Meine Erfahrung ist auch, dass einige Ärzte die Dinger gar nicht erst rausgeben, egal wie sehr man durchdreht, während andere damit um sich schmeißen wie Zuckerpillen.

Ich will Medikamente nicht verteufeln, sie können auch ein Segen sein für Angstpatienten, man darf aber auch nicht vergessen wie gefährlich sie auf der anderen Seite sein können.
Für Mitch zum Beispiel, wenn sie die Erfahrung macht, dass sie dank Tabletten auf einmal das Haus verlassen und sorgenfrei spazieren und shoppen gehen kann. Natürlich ist dann die Versuchung groß am nächsten Tag wieder eine zu nehmen um auch am nächsten Tag seine Freiheit genießen zu können, deswegen bitte ganz, ganz vorsichtig damit.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #223
Ja, das stimmt natürlich.
Ich nehme sie ebenfalls nur bei Bedarf und auch oft mehrere Wochen gar nicht. Mir hilft aber alleine der Gedanke, dass ich sie für den Notfall habe, sehr. Ich verstehe auch das von dir beschriebene "befreite" Gefühl sehr gut. Bei mir ist es aber so, dass ich auch Angst vor Suchtmitteln habe (trinke auch kein Alkohol, rauche nicht, nehme keine Drogen etc.) und deswegen eben sehr sparsam damit bin. Natürlich muss man aber immer aufpassen. Wenn man einen Arzt hat, der einen gut einschätzen kann und auch gut berät, dann sehe ich solchen Medikamenten aber recht entspannt entgegen.
So wie ich das verstanden habe braucht Mitch ja vor allem erst mal etwas, um überhaupt in die Klinik zu kommen. Dort angekommen würde das wahrscheinlich eh nochmal alles überdacht, getestet und dann eben evtl. neu eingestellt oder abgesetzt werden.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #224
Wir setzen Alprazolam auch sehr erfolgreich bei schlimmen Angstzuständen ein. Wenn es zum Beispiel darum geht, bei dringend nötigen Zahnbehandlungen einen Zahnarztbesuch zu ermöglichen.

Natürlich sollte Alprazolam nicht dazu genutzt werden, mal eben nett shoppen zu gehen. Aber wenn durch so eine Tablette in geringer Dosis beispielweise die Fahrt zu Klinik ermöglicht werden könnte- why not? Es stimmt auch nicht, dass gleich nach der ersten Tablette eine Abhängigkeit da ist. Eher eine Erleichterung. Und oft hilft es dann schon, wenn man weiß, dass im Fall einer Panik so eine Tablette greifbar ist um sich besser gewappnet zu fühlen.

Die Patienten haben mir erzählt, dass auch mit einer geringen Dosis Alprazolam beim ZA noch ein Unwohlsein und eine gewisse Angst zu spüren war. Aber auf einem erträglichen Niveau und nicht als Panik die ein normales Agieren unmöglich macht.

Nach meiner Erfahrung ist ettlichen Hausärzten das Medikament gar nicht bekannt und wird alleine deswegen nicht so häufig verschrieben.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #225
Dem kann ich nur zustimmen. Ich benutze sie eben auch nur in Notfällen (Panikattacken oder wichtigen, nicht vermeidbaren Terminen) und es macht mich auch nicht komplett "stumpf", sondern - wie Sini schreibt - es senkt die Angst auf ein normales und "bekämpfbares" Niveau.
Ich verstehe aber durchaus was Kompassqualle meinte mit der psychischen Abhängigkeit von der ersten Pille ab. Als ich damals die erste Tablette genommen habe, habe ich auch so eine Erleichterung empfunden, dass da endlich etwas ist, was wirklich hilft! Ich hatte auch sofort schon Gedanken wie "hoffentlich bekomme ich die immer, wenn ich sie brauche!". Also durchaus schon eine psychische Abhängigkeit. Nicht in Form von "ich muss sie jetzt dauernd nehmen und immer mehr und mehr", aber eben in Form von "Ich muss für Notfälle immer welche griffbereit haben".
Wie gesagt hilft mir aber auch alleine das Wissen, dass sie da sind sehr und so probiere ich auch von mir aus immer mehr ohne Tablette, weil ich ja weiß, dass sie im Notfall griffbereit ist und ich es so ruhig erst mal ohne probieren kann. Das ist aber eben auch eine Charaktersache, weswegen es sehr wichtig ist einen kompetenten Arzt zu haben, der einen gut einschätzen kann.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #226
Ich hab inzwischen ganz einfach nur Angst vor der Übelkeit und dem Übergeben, das hat mich irgendwelchen anderen Dingen nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, so Dinge, vor denen ich vorher Angst hatte, kommen mir jetzt verglichen mit meinem Problem super einfach vor ^^

Und das kann ich mir nicht vorstellen. Du bist ein körperlich gesunder Mensch, es ist absolut unwahrscheinlich, dass dir übel wird, sobald du rausgehst. Trotzdem passiert es ständig. Weil du Angst davor hast. Zu Hause passiert es aber nicht so oft. Weil du nicht so viel Angst davor hast. Warum hast du zu Hause nicht so viel Angst davor, draußen aber schon? Weil dich dort Leute sehen, falls du dich übergeben musst? Weil du dich nicht einfach zurückziehen kannst, wenn dir schlecht wird? Weil du unsicher bist, wie du dich am besten verhältst?

Dann steck nämlich doch was anderes dahinter...
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #227
Wir setzen Alprazolam auch sehr erfolgreich bei schlimmen Angstzuständen ein. Wenn es zum Beispiel darum geht, bei dringend nötigen Zahnbehandlungen einen Zahnarztbesuch zu ermöglichen.
Wenn es der Betroffene grundsätzlich schafft eine Praxis zu betreten und eine Voruntersuchung zu überstehen ist Lachgas eine tolle, risiko- und nebenwirkungsarme Alternative und zur Zeit auch wieder total im Kommen ;)
..aber das nur nebenbei.
Zahnarztängste gehören übrigens zu den gesellschaftlich eher akzeptierten Ängsten, da haben häufig auch die Hausärzte Verständnis und sind bereit Medikamente zu verschreiben.
Bei vielen anderen Ängsten bekommt man da manchmal nicht so schnell Hilfe oder sogar noch einen dummen "stell dich nicht so an" Spruch dazu.

Es stimmt auch nicht, dass gleich nach der ersten Tablette eine Abhängigkeit da ist. Eher eine Erleichterung.
Genau dieses Erleichterungsgefühl kann (muss natürlich nicht) bereits nach der ersten Tablette zu einer psychischen Abhänigkeit führen die bedingt, dass das Medikament immer wieder und in höheren Dosen bzw kürzeren Abständen genommen wird, bis auch eine physische Abhänigkeit da ist.
Demnach kann (!) bereits die Einnahme einer einzigen Tablette eine Suchtspirale auslösen.
Syn hat es ja schon gut beschrieben, wie sie im Grunde auch immer welche dabei haben "muss" (auch das ist eine psychische Abhängigkeit, wenn auch eine harmlose), andere gehen eben noch einen Schritt weiter und wollen die Tabletten nicht nur zur Sicherheit dabeihaben, sondern "müssen" auch jedes Mal eine nehmen sobald es auch nur ein wenig unangenehm wird.


Ich benutze sie eben auch nur in Notfällen
Im Grunde ist das ja auch okay und sinnvoll, trotzdem kommt es natürlich immer auf die einzelne Person an, ich kannte auch z.B. Borderliner (im schlimmsten Fall mit narzistischen Tendenzen) die Angstmedikamente genommen haben und bei denen war immer dann ein "Notfall" wenn sie gerade mal Bock drauf hatten, dass ein Notfall war (keine grundsätzlichen Vorurteile meinerseits gegen Borderliner an dieser Stelle, ich bin schließlich seit 15 Jahren mit einem zusammen ;))
In solchen Händen ist das Suchtpotenzial natürlich nochmal ungleich höher.
Genau so bei Menschen die bereits Suchterfahrungen haben, oder zumindest ein erhöhtes Suchtrisiko.
Nicht jeder Angstpatient ist "kompetent" genug als dass man ihm ruhig mal eine Packung davon verschreiben könnte, das bedenken die Ärzte manchmal nicht (und manchmal kann man es wahrscheinlich auch nicht vorhersehen) wenn sie es verschreiben.


Und das kann ich mir nicht vorstellen. Du bist ein körperlich gesunder Mensch, es ist absolut unwahrscheinlich, dass dir übel wird, sobald du rausgehst. Trotzdem passiert es ständig. Weil du Angst davor hast. Zu Hause passiert es aber nicht so oft. Weil du nicht so viel Angst davor hast. Warum hast du zu Hause nicht so viel Angst davor, draußen aber schon? Weil dich dort Leute sehen, falls du dich übergeben musst? Weil du dich nicht einfach zurückziehen kannst, wenn dir schlecht wird? Weil du unsicher bist, wie du dich am besten verhältst?
Das ist schon wieder etwas zu einfach gedacht ;)
Es ist eher so, dass es Zuhause sicher ist, weil man da weniger Angst hat und draußen "gruseliger" weil man da weniger Angst hat. Begründungen dafür sind meistens nur Platzhalter (im Fall von Mitsch weil sie drinnen näher bei der Toilette ist und dort schnell hin könnte wenn ihr schlecht werden würde).
Die Ansgt vor der Angst allein ist schon eine Rückkoppelung, denn sobald sie da ist melden sich auch die Symptome vor denen man eigentlich Angst hat.
Bei mir z.B. ist es so, dass sobald mein Partner auch nur Minuten zu spät nach Hause kommt ich darin ja schon ein Indiz für meine größte Angst (ihm ist etwas passiert) sehe. Wäre mir die Angst davor, dass ihm etwas passiert gar nicht erst so präsent würde ich ja auch die "Anzeichen" für deren Bewahrheitung nicht sehen, da ich dann wahrscheinlich einfach erstmal davon ausgehen würde, dass ihn irgenwas kleines aufgehalten hat, anstatt dass er von einem Auto überfahren wurde.
Du schlägst schon wieder vor, dass die Ängste doch verschwinden sollen, wenn man sich nur klar macht, dass sie sinnlos sind und so einfach funktioniert es eben nicht ;)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #228
Ich habe seit 2008 immer valium bei mir. Inzwischen ist es so das ich die sogar zuhause vergesse weil nix mehr ist.
Allein der Gedanke etwas für meine panik dabei zuhaben war eine enorme Hilfe.
Valium macht allerdings abhängig.

Genommen habe ich die Tabletten ďann auch nur für meine grossen Behandlungen beim Zahnarzt.

Was mir sehr geholfen hat, neben dem wissen das ich die Tabletten dabei habe, mein freund und seine stumpfeart.
Wenn ich panik bekam hat er beruhigend auf mich eingewirkt und mich nicht aus der Situation gelassen in der die panik war.
Also er hat mich die Konfrontation aushalten lassen und mir gezeigt das ich nicht alleine bin.
Damit ich merke das nichts passiert.

Wir haben da aber vorher lange drüber geredet und ich habe ihn drum gebeten das wir das probieren.
Und es war genau das richtige für mich.
Da er mediziner ist, war mir auch klar wovon er redet und wenn ich ersticken würde, könnte er mich retten.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #229
Ich habe eben festgestellt, dass es im aktuellen Magazin "stern", der heute erschienen ist, zufällig um das Thema Angst geht. Da wird ungefähr das erklärt, was ich hier versuche zu erklären. Da hier ja immer keiner was von wissenschaftlichen Texten und Studien hören will, ist das ja vielleicht mal ne ganz interessante Quelle.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Das ist schon wieder etwas zu einfach gedacht ;)
Es ist eher so, dass es Zuhause sicher ist, weil man da weniger Angst hat und draußen "gruseliger" weil man da weniger Angst hat. Begründungen dafür sind meistens nur Platzhalter (im Fall von Mitsch weil sie drinnen näher bei der Toilette ist und dort schnell hin könnte wenn ihr schlecht werden würde).
Die Ansgt vor der Angst allein ist schon eine Rückkoppelung, denn sobald sie da ist melden sich auch die Symptome vor denen man eigentlich Angst hat.
Bei mir z.B. ist es so, dass sobald mein Partner auch nur Minuten zu spät nach Hause kommt ich darin ja schon ein Indiz für meine größte Angst (ihm ist etwas passiert) sehe. Wäre mir die Angst davor, dass ihm etwas passiert gar nicht erst so präsent würde ich ja auch die "Anzeichen" für deren Bewahrheitung nicht sehen, da ich dann wahrscheinlich einfach erstmal davon ausgehen würde, dass ihn irgenwas kleines aufgehalten hat, anstatt dass er von einem Auto überfahren wurde.
Du schlägst schon wieder vor, dass die Ängste doch verschwinden sollen, wenn man sich nur klar macht, dass sie sinnlos sind und so einfach funktioniert es eben nicht ;)

Nein, das habe ich nie vorgeschlagen. Allerdings verschwinden sie nur, wenn sich ihnen irgendwann auch stellt. Und was du schreibst, gibt mir im Grunde genommen recht. Mitch hat nicht nur Angst, sich zu übergeben, sondern besonders, sich dort zu übergeben, wo keine Toilette/nicht ihre Toilette in der Nähe ist. Das ist ja nicht ohne Grund so.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #230
Allerdings verschwinden sie nur, wenn sich ihnen irgendwann auch stellt.
Wie ich schon mal erklärt habe halte ich diese These so nicht für zutreffend. Dafür habe ich mit zu vielen Betroffenen gesprochen die immer und immer wieder Expositionen gemacht haben ohne jemals Erfolg zu haben, die im Gegenteil von der ständigen Angstexpositon irgendwann regelrecht dauererschöpft waren bis irgendwann der Zusammenbruch kommt aber keine Besserung der Ängste.

Expositionen trotz fehlender, innerer Eigenmotivation und mit zu hohem Angstlevel sind Folter und machen nur noch mehr krank.

Wie ich oben auch schon schrieb keimen meine Ängste auch jetzt immer noch wieder mal auf in Situationen die ich eigentlich schon lange "beherrsche", es ist also nicht gesagt, dass sie verschwunden bleiben wenn man sich ihnen nur lange genug aussetzt.
Auch habe ich die größten (im Grunde die einzigen) Therapieerfolge gehabt mit einer Methode die schiere Exposition und Angstempfinden sogar kategorisch ausschließt.

Die Aussage Ängste würden "nur" verschwinden wenn man sich ihnen "stellt" untergräbt die Tatsache, dass Ängste Funktionen haben (Schutzmechanismen wie Syn es genannt hat) die mit dem konkreten Angstobjekt oder der angstauslösenden Situation nicht in direktem Zusammenhang stehen.

Mitch hat nicht nur Angst, sich zu übergeben, sondern besonders, sich dort zu übergeben, wo keine Toilette/nicht ihre Toilette in der Nähe ist. Das ist ja nicht ohne Grund so.
Wahrscheinlich gibt es einen Grund, aber dieser ist nur primär "wie peinlich wenn jemand sieht wie ich mich übergebe". Mitch ist doch offenbar ein kluges Mädchen, sie weiß ganz sicher, dass sie nicht gleich stirbt wenn jemand sehen würde wie sie sich übergibt, sicher weiß sie auch, dass es im Grunde nicht wirklich schlimm ist wenn man sich übergeben muss und sicher weiß sie auch, dass es theoretisch keine Situation geben kann bei der ihr schlecht wird in der Öffentlichkeit die so schlimm wäre, dass sie all das Leid was sie jetzt erlebt überschattet.
...und trotzdem hat sie diese Ängste.
Die Gründe (Funktionen, Schutzmechanismen) für Ängste befinden sich im (unzugänglichen) Unterbewusstsein und nicht im Bewusstsein. Sie müssen nicht logisch motiviert sein und können oft auch vom Betroffenen selbst nicht nachvollzogen werden.
Deswegen ist es müßig danach zu fragen welchen Krankheitsgewinn Mitch mit ihrem normalen Bewusstsein erkennen kann. Es ist ungefähr so als würde dich jemand fragen warum du in einem Traum nicht logischer gehandelt hast, unser Unterbewusstsein ist eben leider nicht immer so einfach zugänglich für uns.

Da hier ja immer keiner was von wissenschaftlichen Texten und Studien hören will, ist das ja vielleicht mal ne ganz interessante Quelle.
Ich persönlich will sehr gerne von wissenschaftlichen Texten und Studien hören, man möge mir aber verzeihen, dass ich auch die "Wissenschaft" auf diesem Gebiet nicht immer für voll nehmen kann, dafür ist sie mir teilweise zu arrogant.
Sorry, aber das Bewusstsein an sich ist etwas dessen Existenz man schon kaum naturwissenschafltich nachweisen kann, wie weit muss man sich da aus dem Fenster lehnen um trotzdem auf der gleichen Ebene Lehren über die Heilung seiner Krankheiten zu verfassen?
Die Psychologie ist eine der jüngsten Wissenschaften überhaupt und selbst wenn die Kategorisierung und Kartographierung psychischer Ausprägungen ja bisher gar nicht schlecht gelungen ist und gut vorangeht, so glaube ich aber auch trotzdem, dass Heilungen auf diesem Gebiet nicht durch Statistiken evaluiert werden können.
Würde ich diese Meinung "esotherischer" ausdrücken wollen, würde ich sagen: Mehr denn Konzepte und Wissenschaften brauchen Seelen Seelen zum Heilen.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #231
Und das kann ich mir nicht vorstellen. Du bist ein körperlich gesunder Mensch, es ist absolut unwahrscheinlich, dass dir übel wird, sobald du rausgehst. Trotzdem passiert es ständig. Weil du Angst davor hast. Zu Hause passiert es aber nicht so oft. Weil du nicht so viel Angst davor hast. Warum hast du zu Hause nicht so viel Angst davor, draußen aber schon? Weil dich dort Leute sehen, falls du dich übergeben musst? Weil du dich nicht einfach zurückziehen kannst, wenn dir schlecht wird? Weil du unsicher bist, wie du dich am besten verhältst?

Dann steck nämlich doch was anderes dahinter...
Falsch.
Wie du vllt weiter vorne gelesen hast, hatte ich Dienstag erst eine totale Panikattacke hier zu Hause, in meinem Zimmer, weil mir total schlecht war und auch die letzten Tage ist mir eigentlich ständig schlecht.
Es ist lediglich so, dass mir unterwegs fast immer schlecht wird, während es mir zu Hause auch mal etwas besser geht. Ich fühle mich aber zu Hause nur sicherer, da ich schon zu Hause bin und im Falle einer starken Übelkeit nicht noch nach Hause muss. Vor dem Übergeben selber habe ich zu Hause auch starke Angst.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #232
Falsch.
Wie du vllt weiter vorne gelesen hast, hatte ich Dienstag erst eine totale Panikattacke hier zu Hause, in meinem Zimmer, weil mir total schlecht war und auch die letzten Tage ist mir eigentlich ständig schlecht.
Es ist lediglich so, dass mir unterwegs fast immer schlecht wird, während es mir zu Hause auch mal etwas besser geht. Ich fühle mich aber zu Hause nur sicherer, da ich schon zu Hause bin und im Falle einer starken Übelkeit nicht noch nach Hause muss. Vor dem Übergeben selber habe ich zu Hause auch starke Angst.

Und wie du schon selber gesagt hast, ist dir ja nicht aus körperlichen Ursachen schlecht, sondern die Angst macht, dass dir schlecht wird. Da dir draußen öfter schlecht wird, hast du dann ja offensichtlich auch draußen öfter Angst ;) Und ich denke, es spielt ne wichtige Rolle, warum das so ist ;)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #233
Off-Topic
Man möge mich steinigen, aber so langsam aber sicher habe ich den Eindruck, dass das hier etwas zu sehr in einen semi-diagnostischen Bereich abrutscht.
Wenn dir, Mitch, das recht ist will ich nichts gesagt haben, aber alle guten Absichten zum Trotz finde ich es A) nicht wirklich sinnvoll, wenn hier Mutmaßungen in den Raum geworfen werden woher, warum und wovon was kommt und was was man dagegen tun kann/muss und vor allen Dingen auch B) mögliches Sucht-Potenzial erörtert wird. Medikamente sind ein Thema über die mit einem Facharzt gesprochen werden sollte und ein lapidares Für und Wider nebenbei erörtert werden sollte.

Vermutlich war das nicht so gemeint, aber für mich als Mitlesenden kommt das ziemlich so rüber.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #234
Off-Topic
Man möge mich steinigen, aber so langsam aber sicher habe ich den Eindruck, dass das hier etwas zu sehr in einen semi-diagnostischen Bereich abrutscht.
Wenn dir, Mitch, das recht ist will ich nichts gesagt haben, aber alle guten Absichten zum Trotz finde ich es A) nicht wirklich sinnvoll, wenn hier Mutmaßungen in den Raum geworfen werden woher, warum und wovon was kommt und was was man dagegen tun kann/muss und vor allen Dingen auch B) mögliches Sucht-Potenzial erörtert wird. Medikamente sind ein Thema über die mit einem Facharzt gesprochen werden sollte und ein lapidares Für und Wider nebenbei erörtert werden sollte.

Vermutlich war das nicht so gemeint, aber für mich als Mitlesenden kommt das ziemlich so rüber.

Da ich weiß, dass ich mich selber am besten kenne, bzw. eben die Leute die mit mir zu tun haben, finde ich es zwar interessant, höre da aber nicht weiter drauf ;)
Und selbst wenn die Tabletten irgendein Suchtpotenzial haben - es ist ja nur für den Übergang bis zur Klinik gedacht und wenn es das etwas leichter macht, finde ich das super und die Leute in der Klinik werden schon wissen, wie man das vernünftig wieder "absetzt".
Ich mache das ja auch nicht einfach so und nehme irgendwas, sondern meine Ärztin erkundigt sich wie gesagt erstmal (auch in der KJP, wo ich schon war) und erst dann entscheiden wir, ob und was ich bekomme.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #235
Da man solche Medikamente nicht mal eben an der Apotheke kaufen kann und auch nicht einfach nur auf eigenen Wunsch bekommt, finde ich es schon in Ordnung es mal zu erwähnen. Will sagen: Wenn es eine Option wäre, dann müsste Mitch so oder so mit einem Arzt darüber reden und der würde es sehr genau abwägen, ob es in der Situation passt oder nicht.

Mir hat es damals sehr geholfen von Betroffenen zu lesen, dass es Medikamente gibt die helfen können. Ich bin deswegen nicht von selber auf meine Psychiaterin zu gegangen und habe es erwähnt, aber als sie es vorschlug, wusste ich mit was ich es zu tun habe und ging das Ganze positiv an.

Es war also auch nicht gemeint als "Los, nimm! Jetzt! hol es dir! Sofort!!", sondern eher als "Das könnte in der Situation helfen und generell hilft es vielen Menschen mit Angststörungen, aber natürlich erfordert es wegen dem Suchtpotential einen verantwortungsvollen Umgang".

Falls das falsch verstanden wurde tut es mir natürlich leid.



@Jucomi: Ich lese regelmäßig wissenschaftliche Beiträge zu dem Thema. Es interessiert mich einfach sehr. Daher habe ich ja (neben eigener Erfahrung natürlich) viel von meinem Wissen. Darunter eben auch die Tatsache, dass es dahingehend in der Fachwelt keine Einigung gibt. Es gibt viele verschiedene Modelle (ich erwähnte ein paar davon ja schon...) und diese sind teilweise von Grund auf verschieden. Manche Ärzte bzw. Therapeuten versteifen sich auf ein Modell, andere gehen davon aus, dass es eine Mischung aus vielen Dingen ist und wieder andere glauben, dass sie nur das richtige Modell finden müssen. Psychische Erkrankungen lassen sich eben meistens schlecht in eine Schublade stecken, die genau einen passenden Schlüssel hat. Alleine unser Versuch sie zu unterteilen weißt schon sehr viele Fehler auf, da viele Erkrankungen in einander übergehen und oft auch komorbid auftreten.

Dass man sich immer nur den Ängsten stellen muss, kann ich definitiv verneinen. Ich habe verschiedene Ängste und bei manchen weiß ich, dass "sich stellen" und Übung helfen kann, bei anderen weiß ich, dass es da durch nur schlimmer wird, aber durch andere Faktoren besser werden kann. So kann ich meine Angst vor dem Autofahren z.B. überwinden, in dem ich mich "einfach traue" und übe, übe, übe und damit immer mehr Sicherheit bekomme. Meine Angst vor der Dunkelheit ist aber z.B. etwas, was absolut nichts mit Übung oder "sich stellen" zu tun hat, sondern einzig und alleine mit meiner Umgebung und meinem Zustand zusammen hängt. So hatte ich in meiner alten Wohnung schon eine Panikattacke, als ich aus versehen erst den Lichtschalter ausmachte, bevor ich die Tür öffnete und so in einem dunklen Zimmer stand und mich aus Angst nicht mehr bewegen konnte (Hand schon an der Türklinke) und in meiner jetzigen Wohnung gehe ich Nachts immer durch die dunkle Wohnung und es stört mich kein bisschen. Gehe ich wieder in die alte Wohnung, ist die Angst wieder da und stelle ich mich ihr, dann wird es nur schlimmer und ich habe in der neuen Wohnung auch erst mal wieder Angst. Gebe ich mir dann einfach wieder etwas Zeit, wird es wieder besser. Ganz schlimm ist auch ein anderer Ort meiner Vergangenheit. Dort habe ich Todesangst, wenn ich ihn nur betrete. JEDER meiner behandelnden Ärzte bzw. Therapeuten war sich einig in dem Punkt, dass das ganz natürlich ist und eine notwendiger Schutzmechanismus meines Geistes und ich auch auf ihn hören soll!
Ich will damit nicht sagen, dass man sich jeder Angst einfach beugen soll, aber Ängste sind einfach so verschieden, dass da ein "so und so musst du das machen!" nicht hilft, vor allem, wenn man die Person nur übers Internet kennt. Wir wissen nicht warum Mitch ihre Ängste hat; wir können es nur vermuten.
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #236
Off-Topic
Man möge mich steinigen, aber so langsam aber sicher habe ich den Eindruck, dass das hier etwas zu sehr in einen semi-diagnostischen Bereich abrutscht.
Wenn dir, Mitch, das recht ist will ich nichts gesagt haben, aber alle guten Absichten zum Trotz finde ich es A) nicht wirklich sinnvoll, wenn hier Mutmaßungen in den Raum geworfen werden woher, warum und wovon was kommt und was was man dagegen tun kann/muss und vor allen Dingen auch B) mögliches Sucht-Potenzial erörtert wird. Medikamente sind ein Thema über die mit einem Facharzt gesprochen werden sollte und ein lapidares Für und Wider nebenbei erörtert werden sollte.

Vermutlich war das nicht so gemeint, aber für mich als Mitlesenden kommt das ziemlich so rüber.

Was genau soll dieser Beitrag denn bezwecken, wenn nicht, zu diskutieren und Mitch neue Denkanstöße zu geben, was man alles tun kann? Sie hat den Thread sicher nicht eröffnet, um zu hören, was sie schon weiß ;)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #237
Zum Thema Medikamente,

Ich habe ja oben erwähnt, das ich Valium bei mir habe.
Das Valium habe ich nur von meiner Psychologin bekommen, weil sie mich kennt und weil ich meine Ängste so sehr bekämpfe, das ich sie alleine in Griff bekommen will.

Bestimmte Medikamente sollten nur in zusammenarbeit mit dem Psychologen geschehen.
Was du dir evtl mal holen kannst, ist Lasea oder Neurexan.
Das sind gute sachen, die du so in der Apotheke bekommst.
Aber ich bin der Meinung, das ich dir diese schon ma ans Herz gelegt habe. :eusa_think:

Und denk bitte nicht, das eine Abhängigkeit mal eben so, von Leuten in der Klinik weggezaubert werden können.
Eine Abhängigkeit kann deine Situation noch schlimmer machen, als wie sie eh schon ist, wenn die Medikamente falsch eingesetzt werden oder du sie wieder absetzten musst.
Deswegen, bitte niemals auf einen Faust.

Auch nicht alleine Absetzen, wenn man welche nimmt!
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #238
Wie gesagt, meine Ärztin informiert sich da nochmal. Ich werde auf keinen Fall einfach irgendwas nehmen ^^
Und sie hat mich auch vorher natürlich gefragt, ich hätte auch noch eine Wochr drüber nachdenken können, aber aktuell bin ich an einem Punkt, wo ich einfach nicht weiter komme. Das Problem ist ja, dass ich es so im Moment nicht mal zu einem Therapeuten schaffen würde, da ich vorher spätestens an der Haustür einen totalen Nervenzusammenbruch habe
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #239
Zeit für ein kleines Update:

Ich nehme jetzt seit 2x Wochen 1x täglich 10mg Paroxetin. Eben habe ich mit meiner Ärztin besprochen, dass wir das jetzt auf die normale Dosis von 20mg erhöhen.
Die Ängste sind natürlich noch da (dauert ja auch, bis so was wirkt), Nebenwirkungen habe ich bisher zum Glück keine.
Dafür ist meine Laune deutlich besser und mir geht's generell deutlich besser. Ich kann zwar noch nicht viel machen, aber wieder besser essen und mit Amy entspannt in den Garten und mir ist nicht mehr 24/7 schlecht :)
 
  • Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie Beitrag #240
Ich geh dann mal vom stillen Bänkchen und meld mich mal wieder.

Ich les ja nun seit langem still mit, kenn mich mit sowas eher gar nicht aus aber ich freue mich immer auf Berichte vor allem auf die wo du was erreicht hast und vorann kommst. Du bist eine starke Person sei stolz auf dich und mach weiter so
 
Thema:

Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

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