Da hier viele schreiben sie erwarten eine qualifizierte "Fachberatung" in Tierläden lasst mich euch mal kurz etwas über den Einzelhandel erzählen.
Zuerst einmal ist jeder ein "Fachverkäufer" der in einem Einzelhandelsgeschäft verkaufsberatend tätig ist. Wie gut dieser Verkäufer über die Materie Bescheid weiß liegt in erster Linie auch an seinem Arbeitgeber.
Ich habe drei Jahre als "Spielzeugfachverkäuferin" gearbeitet - ungelernt wohlgemerkt, ich habe nicht mal eine kaufmännische Ausbildung.
In das Fachwissen über die Materie muss der Chef investieren, durch betriebsinterne oder -externe Schulungen.
Das kostet ihn zuerst einmal Geld (und seien wir ehrlich, die meisten Chef wollen lieber Geld verdienen anstatt welches auszugeben). Mir wurde geraten einfach mal die Rückseiten der Brettspiele etc zu überfliegen und dann halt im Verkaufsgespräch zu "improvisieren", das würde schon reichen, weil die meisten Kunden eh zu doof sind (was zugegebenermaßen auch stimmt, die meisten interessieren sich nicht für Details und kaufen alles wenn man es nur entsprechend anpreist). Die Rechnung der Chefs möglichst Geld an der Ausbildung ihrer "Fachverkäufer" zu sparen geht also in der Regel gut auf.
Die angebotenen Schulungen sind zudem entweder Verkaufsschulungen (bei denen man lernt wie man den Kunden mit allen rhetorischen Tricks zum Kauf bewegen kann) oder aber es sind Produktschulungen welche in der Regel von den Herstellern der Produkte abgehalten werden.
Es dürfte jedem klar sein, dass die Hersteller ihr eigenes Produkt IMMER schön reden.
Unabhängige (oder wissenschaftliche) Schulungen gibt es in der Regel für "Fachverkäufer" nicht, es geht immer darum ein Produkt an den Mann zu bringen und nie darum es kritisch zu hinterfragen.
Für Azubis gibt es dann natürlich noch den Unterricht an der Berufsschule, aber dort sitzt man zusammen mit einer Menge anderer "Fachverkäufer" und es werden nur allgemeine Inhalte vom Lehrplan durchgenommen.
Wo soll eurer Meinung nach ein "Fachverkäufer" also sein Wissen her haben, welches ihr als Kunden voraussetzt?
Die einzige Möglichkeit sich wirklich detaillierteres Fachwissen anzueignen ist, wenn der Verkäufer sich in seiner Freizeit selbstständig und freiwillig fortbildet.
Die Frage ist nur, wozu sollte er das machen? Ein "ehrlicher" Verkäufer, der auch mal von einer Sache abrät, bekommt unter Umständen schneller einen vom Chef auf den Deckel als er gucken kann (bei Wiederholung im schlimmsten Fall gefolgt von einer Kündigung und einem miesen Zeugnis - und damit schlechteren Aussichten für die Zukunft).
Zudem ist immer die Frage, wie hoch die Motivation ist sich in seiner Freizeit selbstständig weiterzubilden, für einen Job dessen Bruttolohn meist nur mit Ach und Krach die Mindestlohngrenze erreicht? Zumal es ja eh nur Ärger geben würde, wenn man sein selbstangelesenes Fachwissen dann mit dem Kunden teilt.
Wo und wann auch immer ihr irgendwas kauft, geht immer davon aus, dass der Verkäufer euch unter Umständen nicht mal dann ordentlich beraten DÜRFTE, selbst wenn er es könnte.
Das gilt für Zooläden und auch alle anderen Geschäfte, wer sich nicht selbst informiert wird höchstwahrscheinlich früher oder später über den Tisch gezogen (die meisten Leute merken es allerdings ein Leben lang nicht wie sehr und wie oft sie Dinge angedreht bekommen die sie überhaupt nicht brauchen, weil die meisten Kunden unkritisch sind und auf die "Fachberatung" vertrauen

).
In diesem Sinne ist es IMMER das Beste sich selbst aus einer unabhängigen Quelle zu informieren bevor man etwas kauft.