LauraE: Warum sollte ein seriöser Züchter seine Tiere in eine Zoohandlung bringen?
Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Für mich gibt es dafür, wie für die meisten, keine guten Argumente, an denen man nicht doch irgendwas zu kritisieren hätte.
Aber mal andersrum: Woher wisst ihr, dass die Züchter, die Zooläden "beliefern" alle gewissenslose Vermehrer sind (mal zugespitzt formuliert)? Wenn es dafür keine Beweise gibt (und zumindest ich hätte keine), dann bleibt diese Aussage eine Vermutung, auch wenn sie vielleicht begründet ist.
Noch mal, mir geht es hier nicht darum, die Herkunft der Tiere zu rechtfertigen. Ich finde es nur schwierig, solche Dinge als Fakten hinzustellen, wenn man sich alles eigentlich nur aufgrund seiner Erfahrungen zusammengereimt hat. Oder weil man es von anderen gelesen hat und logisch findet. Das ist es ja auch! Ein Kaufmann, der 50 € in eine Sache investiert, für die er nur 10 € wiederkriegt, ist schön blöd. Aber können wir deswegen gleich sagen, dass Zooläden ihre Tiere nicht medizinisch versorgen? Bis dahin gibt es keine Beweise. Auch dass kranke Mäuse als Schlangenfutter enden, wenn dem denn so ist, können wir nicht damit begründen, dass es für das Geschäft zu teuer wäre, sie zu behandeln. Das ist eine Unterstellung (und ob sie richtig ist, steht hier mal nicht Diskussion). Solange, bis wir einen Beweis haben, z.B. bis wir es selbst sehen oder bis wir die Auskunft vom Geschäft selbst bekommen. Nunja, dann kommt das nächste Aber: Wir können nicht von einem Geschäft auf alle übertragen.
Bevor ich hier ganz meinen Faden verliere, belasse ich es erst mal dabei. :mrgreen:
Ich selber rate jedem davon ab, Lebendtierverkauf zu unterstützen, aus den verschiedensten Gründen. Selbst hole ich meine Tiere seit Jahren nur noch aus dem Tierschutz.
Aber ich habe das Gefühl, dass die Aufklärung, obwohl sie so radikal betrieben wird, zu langsam voran schreitet. Manche Leute interessiert das einfach nicht oder sie finden es gar nicht so schlimm, ich habe es schon bei langjährigen Bekannten erlebt.
Ich denke man könnte viel mehr bewegen, wenn man handfeste Beweise für das hätte, was hier gepredigt wird, dass die Herkunft der Tiere oft zweifelhaft ist, dass die Tiere oft nicht artgerecht gehalten werden, dass die Beratung oft ungenügend oder gar falsch ist, dass die Tiere im Vergleich zu anderen Bezugsquellen (seriöse Zucht, Tierschutz) öfter krank sind, usw.
Aber solange das nur Erfahrungen sind und man da keine Quellen hat, wie z.B. Studien, auf die man sich beziehen kann, kann man nur auf die Einsicht der Leute hoffen und in der Zeit leiden die Tiere weiter.
Ich könnte mir schon vorstellen, dass man da mehr leisten kann. Also wir als kleine Privatpersonen. Leider weiß ich aber nicht wie. Ich habe heute schon viel über das Thema nachgedacht und überlegt, einfach mal in verschiedene Zooläden zu gehen, nachzufragen, zu dokumentieren. Aber ohne wissenschaftlichen Hintergrund bringt das nicht viel. Kann man sowas über die Uni machen? Dürfte man Beratungsgespräche als Beweise aufnehmen, mit oder ohne Wissen des Gesprächspartners? Muss man die Anonymisierung einhalten und wenn, inwiefern wäre sowas nach von Nutzen?
Viele Kleinigkeiten, an denen es dann schon zu scheitern scheint.