Demonstrativer Freilauf

Diskutiere Demonstrativer Freilauf im Hundehütte Forum im Bereich Hunde Forum; Alles gut, Smoothie, kein Grund zur Aufregung: Du bist halt ein Fan der Schlepp, ich nicht, du hast halt die ständige Sorge, dass dein Hund etwas...
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #61
Alles gut, Smoothie, kein Grund zur Aufregung: Du bist halt ein Fan der Schlepp, ich nicht, du hast halt die ständige Sorge, dass dein Hund etwas machen könnte, womit du nicht rechnest, ich nicht. Nur dein Hund ist erzogen, alle anderen HuHa auf dieser Welt sollte eine Art Führerschein abverlangt werden, weil das alle verantwortungslose Deppen, wenn sie nicht exakt und genau den Ansatz in der Hundereziehung wählen, den du für richtig hältst. Die Schlepp ist halt zum Teil eine Mode, die sich jetzt langsam durchsetzt. Für manche taugt sie was, für andere nicht. Genauso wie Klickern, Cesar Millans Körpersprache, Stachelhalsbänder usw. Es gibt immer wieder mal einschränkendere und dann wieder liberalere Formen der Hundeerziehung. Ich hab mich für eine sehr freiheitsorientierte Form entschieden, bin die letzten zwanzig Jahre gut damit gefahren und werd' - zumindest bis die Tierhalterhaftpflicht aufgrund der unvertretbar hohen Anzahl von Vorfällen meinen Beitrag erhöht - das weiter so machen. Du kannst gerne weiter überall Gefahren wittern und über freilaufende Hunde herziehen. Nur mal Interesse halber, wie lange hast du deinen Hund eigentlich schon?
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #62
Mal eine blöde Frage: Wuschelhundfan, hast du eine Schlepp schonmal ausprobiert? Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich absoluter Vertreter bin. Aber ich würde sie zumindest nicht als unmittelbar freiheitsraubend bezeichnen. Für mich ist sie eher so ein Mittelding und ich muss auch sagen, dass ich mit ihr recht gut gefahren bin - sofern man sie denn richtig anwendet. Das ist ja auch immer so eine Sache :lol:
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #63
Oh, Igno. Auch okay.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

@PeeWee: Das ist wegen der fehlenden Absätze untergegangen: Ja, ich hab am Anfang mit der Schlepp gearbeitet - und für mich war das halt einfach nix. Deswegen habe ich sie recht früh (= Kommandos und Abruf funktionierten schon recht gut, aber nicht immer) weggelassen. Meiner Erfahrung nach merken Hunde schon, ob es da noch so ein Hilfsmittel gibt, mit dem ein Besitzer seinen Willen durchsetzen kann und das macht das Lernen schwieriger, statt leichter. Und ich hab ja auch gesagt, dass ich mit dem Weglassen der Schlepp erstmal ein Risiko eingegangen bin. Es gab schon die Situation, dass ich wirklich mehrmals rufen musste und andere Hundehalter an mir vorbei gegangen sind, höchst amüsiert darüber, dass ich da so hilflos rumstehe und auf das Reagieren meines Hundes hoffen muss. Am Anfang hatten die auch wirklich ein fantastisches Gespür dafür, wann ich sie zum Nachhausegehen wieder anleinen wollte und sind natürlich genau dann nicht gekommen. Dann musste ich halt mehrfach rufen, genauso wie ich auch mehrfach "Sitz!" sagen musste, bis sie es getan haben, und ich sie loben konnte.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #64
Klar merken Hunde,dass sie an der Schleppi sind ;),aber wenn man sie wieder richtig abbaut ,hören sie schon beser .

Ich bin jetzt auch kein absoluter Schleppi-Fan,aber wenn der Hund nicht hört darf er nicht frei rumlaufen,da masn nie weiß,wie der andere Hund auf deinen Hund reagiert ,ob der andere Hund läufig ist etc.
Außerdem sind andere Hundehalter auch nicht so erfreut,wenn der ein anderer Hund einfach mal auf den eigenen Hund losstürmt...

[VERSTECK]Ich habe und hatte auch das Problem mit Laki,dass er nicht hört,wenn er einen Hund sieht ...,aber durch das Schleppitraining hört er viel besser und ich kann das Fixieren auf den anderen Hund einigermaßen unterbrechen. Ich kann es deshalb echt nur aus eigener Erfahrung empfehlen ;) [/VERSTECK]
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #65
Keine Frage, vielleicht konnte ich das Risiko deshalb eingehen, weil meine Hunde weder jagen, noch andere Hunde wirklich fixieren oder bedrängen. Aber dafür war es eben leider notwendig, dass sie als Welpen und Junghunde ein paar Mal von größeren und älteren Hunden (mit Leine und ohne) gesagt bekommen, dass diese das nicht möchten. Hätte ich sie zurückgehalten, würden sie auf andere Hunde nicht losstürmen, weil sie an der Leine sind - und nicht weil sie da wirklich die Sitten, die unter Hunden gelten, verstanden haben. Und meiner Erfahrung nach (nochmal: toi, toi, toi) ist es auch wirklich selten, dass es ernsthafte Keilereien zwischen Hunden gibt, wenn nicht die Besitzer die ganze Angelegenheit zu einer angespannten Situation machen. Noch ein anderer Grund, warum ich sie so früh und so viel frei laufen ließ wie möglich: Wenn ich sie an der Leine oder der Schlepp muss ich sie beschützen, wenn sie ohne unterwegs sind, müssen sie auf sich selbst aufpassen. Exakt das würden sie in den schottischen Highlands ja auch machen müssen. Als die beiden Foxterrier aus der Garageneinfahrt gestürzt kamen, fand' ich das deshalb so schlimm, weil mein Hund an der Leine nix machen konnte - er ist selbst nicht aggressiv, beisst also nicht zurück und kann nicht abhauen. Und ich konnte gar nicht schnell genug beide Foxterrier packen und von meinem Hund wegholen.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #66
@Wuschelhundfan: Die Instinkttheorie ist zwar längst überholt, aber selbst WENN du darauf bestehst, gibst es die sogenannte Doppelte Quantifizierung, von der du aber sicherlich gehört hast, wenn du im Bereich so gut bist.
Und die kann man selbst bei den triebigsten Hunden ausnutzen.
Aber noch einmal: das Hüteverhalten ist kein Instinkt.
Es ist nicht in keinster Weise vergleichbar mit einem ab der ersten Anwendung in sich vollständigen und unabänderlichen Verhalten. Wäre es das, könnte kein Mensch dies für sich nutzen.
Selbst das Jagen der Wölfe ist kein Instinkt, sondern ein in der sensiblen Phase erlernt- geprägtes Verhalten.
Und da das Hüteverhalten nur den Tötungsakt am Ende unterbricht... da es überhaupt möglich war, das Jagdverhalten durch Zuchtselektion in Hüteverhalten umzumodellieren... Ist es kein Instinkt. Denn ein Instinkt ist einhaltlich und erbbedingt vorhanden.
Du versuchst, Fakten zurechtzureimen, um zu rechtfertigen, dass du einfach keinen Bock darauf hast, deine Hunde so zu führen, dass sich wirklich niemand belästigt fühlt. Oder es IST schon deine Version von verantwortungsvoller Führung...
Jedenfalls hast du so oder so verdammt Glück mit den Tieren, Andere müssen mehr Disziplin fordern, damit es für alle angenehm bleibt.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #67
@Wuschelhundfan: Die Instinkttheorie ist zwar längst überholt, aber selbst WENN du darauf bestehst, gibst es die sogenannte Doppelte Quantifizierung, von der du aber sicherlich gehört hast, wenn du im Bereich so gut bist.
Und die kann man selbst bei den triebigsten Hunden ausnutzen.
Aber noch einmal: das Hüteverhalten ist kein Instinkt.
Es ist nicht in keinster Weise vergleichbar mit einem ab der ersten Anwendung in sich vollständigen und unabänderlichen Verhalten. Wäre es das, könnte kein Mensch dies für sich nutzen.
Selbst das Jagen der Wölfe ist kein Instinkt, sondern ein in der sensiblen Phase erlernt- geprägtes Verhalten.
Und da das Hüteverhalten nur den Tötungsakt am Ende unterbricht... da es überhaupt möglich war, das Jagdverhalten durch Zuchtselektion in Hüteverhalten umzumodellieren... Ist es kein Instinkt. Denn ein Instinkt ist einhaltlich und erbbedingt vorhanden.
Du versuchst, Fakten zurechtzureimen, um zu rechtfertigen, dass du einfach keinen Bock darauf hast, deine Hunde so zu führen, dass sich wirklich niemand belästigt fühlt. Oder es IST schon deine Version von verantwortungsvoller Führung...
Jedenfalls hast du so oder so verdammt Glück mit den Tieren, Andere müssen mehr Disziplin fordern, damit es für alle angenehm bleibt.

:023::clap::023: Mehr gibts dazu nicht zu sagen.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #68
Ich habe noch nie einen Bearded Collie erlebt, der die ganze zeit 20-30 Meter Abstand zum Herrchen hat :shock:

Wuschelhundfan, mach mit deinen Hunden was du willst. Da können und werden wir nichts dran ändern. Ich habe eher gehofft, etwas an dein Feingefühl für deine Mitmenschen zu appelieren. Hast du wirklich noch nie daran gedacht, dass dein Hund, wenn er grade außer Sichtweite ist, einem Menschen begegnet, der ernsthaft Angst vor Hunden hat?
Dass der ihm eigentlich nichts tut ist dem völlig egal. Erklär mal einem Arachnophoben: Die Spinne tut dir gar nichts, die sitzt nur in deiner Zimmerecke!

Dazu eine kleine Anekdote: Ich war mit meinem Hund gassi (er lief frei, wie eigentlich immer), als uns eine Dame entgegen kam. Kaum hatte die Mo gesehen, ist sie auf dem Absatz umgedreht und gegangen. Nun musste sie leider den selben Weg zurück wie ich. Ich lief gut 20-30m hinter ihr, hatte den Hund natürlich inzwischen angeleint und trotzdem drehte sie sich alle paar Meter um und ging etwas schneller, als sie sah, dass wir immer noch hinter ihr waren.
Als ihr dann noch ein Dobermann entgegen kam (auch angeleint und völlig friedlich), muss ihr das Herz regelrecht in die Hose gerutscht sein. Sie ist dann an einem Straßenübergang an der Straße entlang ausgewichen und dort stehen geblieben. Ich hab noch ein paar Mal zurück geschaut aber die brauchte wohl erst einmal eine Verschnaufpause.

Und jetzt stell dir mal vor, wie groß die Angst gewesen wäre, wenn die Hunde auch noch ohne Leine gewesen wären. Vielleicht noch aufeinanderzugegangen, hätten miteinander gespielt oder sonst etwas.
Und da kann ein Hund noch so nett und wuschelig sein (ist meiner ja auch), wenn man Angst hat, hat man Angst.

Es geht hier nicht darum, ob man eine Schleppleine toll findet oder nicht. Auch nicht, wie gut die Hunde von irgendjemandem erzogen sind oder ob man irgendwelche "Triebe" unterdrückt.
Hier geht es um gegenseitigen Respekt unter Menschen. Und wenn Hundehalter den nicht vor Nichthundehaltern haben, wie sollen wir es dann umgekehrt erwarten?

Und das ist nur ein Extrembeispiel gewesen.


Leute, die ihre Hunde neben dem Fahrrad führen, weil die Hunde zu meinen ziehen. Aber dafür kann ich ja nix. :mgreen:
Wenn deine Hütehunde jetzt ein Pferd finden und es triebgemäß hüten, es scheut und den Reiter abwirft und ein Personenschaden entsteht... ist das dann auch nicht deine Schuld, weil das dumme Pferd schließlich daran gewöhnt sein soll, angekläfft zu werden? :eusa_think:
Und wie sollst du die Situation absehen und deinen Hund abrufen, wenn er außer Sichtweite ist?

Und dazu:
Ich habe jetzt seit über zwanzig Jahren Beardeds und in der ganzen Zeit gab es nicht einen einzigen wirklich kritischen Vorfall.

Muss denn immer erst etwas passieren, bevor man vernünftig handelt? Muss sich die Freigängerkatze erst mit ihrem Halsband fast erwürgen, bevor man es ihr abnimmt? Muss der Hund bei einem Autounfall erst ungesichert durch die Gegend fliegen, bevor man sich eine Box kauft?
Und muss erst ein Fahrradfahrer in deinen Hund hineindonnern, weil niemand die Situation abschätzen konnte, nur weil dein Hund außerhalb deiner Sichtweite war?
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #69
Etoileza und Kiwi :Ich kann euch nur zustimmen :023:.Das sind echt keine richtigen Gründe Wuschelhundfan ,die du jetzt aufgreifst ;).
Und ich würde nicht einfach hoffen,dass nichts passiert ...
Was ist wenn doch was passiert zum Beispiel ,weil der andere Hund aggressiv reagiert ?!,da bringt auch kein toi toi etwas :?..
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #70
@Etoileza: Das Hüteverhalten ist kein Instinkt, stimmt, es ist eine erbkoordinierte Handlung. Über Jahrhunderte wurden zur Weiterzucht genau jene Hunde bevorzugt, die die beste Veranlagung und größte Bereitschaft zum Hüten zeigen. Im konkreten Fall ist mein Hund auf einen Schlüsselreiz getroffen, der ein einheitliches Hundeverhalten ausgelöst hat: Er ist hinter einem Objekt hinterher gesprintet. Das soll er nicht tun, aber ich werde mir jetzt nicht erzählen lassen, dass es nur einen Weg gibt, mit diesem Problem umzugehen und das ist rein zufällig der, den diejenigen, die gerade mit der Hundehaltung beginnen von ihrem Trainer lernen. Und um Gottes Willen werde ich mir jetzt nicht den Schuh anziehen und das wirklich normale Hundeverhalten so unglaublich dramatisieren und so tun als sei deswegen jetzt das Vertrauensverhältnis zwischen mir und meinem Hund empfindlich gestört. Und nochmal (ich kann es kaum glauben, dass ich das schon wieder schreibe, aber es muss wohl sein): Ich habe mich nun mal für den "Erwünschtes Verhalten loben, unerwünschtes Verhalten ignorieren (statt unterbinden)"-Ansatz entschieden, der nicht für alle das richtige ist. Bei einem Hund, der eine Veranlagung zur Aggression hat, könnte das absolut falsch sein, aber für mich funktioniert es. Der Ansatz ist im Moment in den Hundeschulen auch nicht en vogue, aber ihr könnt doch nicht ernsthaft leugnen, dass es auch da Trends gibt, die immer mal wieder kommen und gehen. Im Moment geht der Trend eben wieder mehr zu den mechanischen Hilfsmitteln Leine, Schlepp und Maulkorb. In der Gebrauchshundehaltung braucht man oft das genaue Gegenteil: Wenn ein Schäfer nicht darauf vertrauen könnte, dass der Beardie seine Entscheidungen alleine treffen und auf sich aufpassen kann, könnte er ihn nicht einsetzen. Das jetzt zum einzig vertretbaren Ansatz zu machen, ist in etwa so, wie Rütter zum Stein der Weisen und allein seligmachenden Ansatz zu erklären. Ich weiß nicht wie oft ich es jetzt schon gesagt habe, aber ich habe seit über zwanzig Jahren Hunde und es gab keinen einzigen Unfall, bei dem irgendwer zu Schaden gekommen. Ich musste noch nicht mal die Kosten für die Reinigung bezahlen, weil irgendjemand mal angesprungen worden wäre. Ich hab schon stürzende Radfahrer gesehen, weil spielende Hunde an der Leine auf dem Weg eine unerwartete Ausfallbewegung gemacht haben, die der Radfahrer, der passieren wollte, nicht vorhersehen konnte - ein Restrisiko kann man einfach nie ausschließen. Da ist der Freilauf der Hunde abseits vom Weg deutlich ungefährlicher. Genauso ist meiner Erfahrung nach nichts so problematisch wie die Situation ein Hund an der Leine, der andere nicht. Glaubt ihr denn nicht, dass ich meine Hunde nicht schon längst an die Leine genommen, wenn sie ständig von anderen Hunden, Hundehaltern und Menschen zusammengestaucht würden, weil sie auf alles zurennen? Deswegen würde ich mir übrigens von anderen Hundehaltern sehr oft wünschen, sie würden ihre Hunde wieder öfter frei laufen lassen und so die Anspannung aus der Situation nehmen. In der Wissenschaft sind Theorien übrigens überhaupt niemals wirklich völlig überholt, sondern gelten als Hypothesen, die mal mehr mal weniger erhärtet werden können. Am Ende kann ich nur den Plausibilitätscheck machen und mich an der Theorie orientieren, die mit meinen Beobachtungen am besten vereinbar ist. Aber wir diskutieren jetzt doch nicht wirklich Popper, oder?
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #71
Sehe das genauso wie Smoothie.
Ich wollte nochmal eins anmerken:

Mit der Schleppleine hatte ich die ständige Befürchtung, dass die sich mal strangulieren könnten und hab ständig den Klick-Mechanismus am Halsband kontrolliert, damit das auch sicher nicht passiert. Oder sich mit den Beinen in der Leine verheddern könnten.
Vielleicht wärst du nicht so nervös, wenn du deinen Hund mit Geschirr statt einem Halsband führst. Da kann er sich nicht strangulieren und sich auch nicht weh tun, er har nicht ständig den Druck und vorallem ist es auch sicherer für ihn.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #72
@laki: An anderer Stelle habe ich schon geschrieben, dass ich durchaus schon in Situationen war, in denen andere Hunde aggressiv reagiert haben. Aber das haben sie nun mal auch, wenn ich meinen Hund an der Leine hatte (s. Foxterrier-Geschichte). Bei einem wirklich aggressiven Hund kann man fast gar nichts machen, da ist es doch eigentlich die schlechteste Idee dem eigenen Hund auch noch die Möglichkeit zum Weglaufen zu nehmen. Mir fällt es auch oft schwer zu sehen, wie Hunde untereinander miteinander umgehen - aber ich bin dann auch oft überrascht, wie gut sie das untereinander akzeptieren können. Irgendwie finde ich es schon fast befremdlich bei jedem Hundekontakt immer erst mal vom Schlimmsten auszugehen, wenn maximal jeder 1.000te überhaupt nur gefährlich wird. Ich kann ja mal überschlagen wie oft ich in den letzten 20 Jahren bei im Schnitt drei Mal Gassigehen pro Tag (und dazu noch jeden Tag einmal Freilaufen - GASP!!!) auf andere Hunde und Menschen getroffen bin. Die kritischen Ereignisse lagen da wirklich im Promille-Bereich, einfach WEIL man an kritischen Situationen auch einfach vorbeigehen kann.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #73
Deswegen würde ich mir übrigens von anderen Hundehaltern sehr oft wünschen, sie würden ihre Hunde wieder öfter frei laufen lassen und so die Anspannung aus der Situation nehmen.

Und ich würde mir genau das Gegenteil wünschen. Wenn ich meine Hunde an der Leine habe signalisiere ich damit "kein unkontrollierter Kontakt erwünscht". Was ist so schwer daran zu verstehen? Wenn man stehen bleibt, es die Situation zulässt und es passt, dann kann man sich ja auf Entfernung verständigen die Hunde abzuleinen und sie können sich offline kennen lernen.

Nicht jeder Hund der an der Leine ist, ist automatisch unerzogen - das nur mal nebenbei. Mein alter Hund z.B. wollte einfach keinen Kontakt mit fremden Hunden mehr, als es ihm krebsbedingt schon nicht mehr so gutging. Ich hätte ihn ohne Probleme offline führen können, nur war er offline Freiwild für sämtliche unangeleinten anderen Hunde. Also hab ich die Leine dran gemacht um zumindest ein wenig zu signalisieren, dass ich bzw. wir keinen Bock auf "ungefragtes Hallosagen" haben. Meine Schäfi-Mix-Hündin durfte letztes Jahr nach ihrer Bein-OP wochenlang nur an der Leine laufen. Und so gibt es genug andere Gründe - außer die mangelnde Kontrolle - die eine Leine rechtfertigen und die es auch rechtfertigen würden, wenn der Gegenüber seinen Hund offline wenigstens zu sich ranruft um mir zu signalisieren, dass alles unter Kontrolle. Ist das zuviel verlangt?

Nur weil du deinen Hund kennst, weil du weißt wie er wann reagiert, weil du sicher sein kannst, dass er nicht zu iwem hinrennt, heißt das doch nicht das jeder Fremde dir und deinem Hund das an der Nasenspitze ablesen kann!? :eusa_eh: Und wenn jemand mit offline Hund einfach weiterbummelt und ich mehrere hundert Meter meinen Schaff habe den Überblick zu behalten, weil ich nicht weiß, ob da nicht doch noch eine Attacke von hinten oder weiß der Geier was kommt, weil der Hundehalter einfach weiterlatscht, dann finde ich das einfach doof. Punkt. Wenn jemand mit offline Hund seinen Hund ranruft und der dann in der Nähe seines Halters offline mich und meine Hunde passiert, dann ist das okay, denn dann hab ich zumindest die Info bekommen, dass man mich bemerkt hat und die Situation im Blick hat. Das ist doch kein Hexenwerk, oder? Einfach ein bisschen Rücksicht. Mehr nicht.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #74
@Kiwi: Es ist wirklich ärgerlich, dass wegen dem Absatzproblem die längeren Texte so schwer zu lesen sind. Aber an anderer Stelle habe ich schon geschrieben, dass ich natürlich der Auffassung bin, dass sich mit Menschen mit Hundephobie frei bewegen können sollen, ohne ständig mit angstauslösenden Reizen konfrontiert zu werden. Aber: Bei einer Phobie ist es unerheblich, ob der Hund jetzt an der Leine ist oder nicht. Stell' dir einen etwa zwei Meter breiten Weg vor, links Wiese, rechts Wiese (klappt auch mit links Wald, rechts Wald). Mir kommt jemand entgegen und ich sehe, der beäugt meinen Hund verunsichert, aus welchem Grund auch immer. Ich rufe den Hund, um ihn an die Leine zu nehmen: Im Ergebnis muss der entgegenkommende Fußgänger mit einem Abstand von weniger als zwei Metern direkt an meinem Hund vorbei gehen und ich müsste den Hund ganz kurz fassen, damit das möglich ist. Mein Hund "riecht" die Verunsicherung, merkt, dass irgendwas problematisch ist, weil ich ihn ja so kurz gefasst habe und bekommt den Eindruck, hier muss er besonders wachsam sein. Und da ich ja nicht einschätzen kann, ob der Fußgänger Angst vor Hunden hat oder nicht, müsste ich das bei jedem entgegenkommenden Fußgänger machen. Alternative: ich lasse den Hund da, wo er ist (irgendwo auf der Wiese, mit mehreren Metern Abstand), weil ich davon ausgehe, dass der den Fußgänger total uninteressant finde. Sollte der Hund in genau diesem Moment zu mir gerannt kommen, zeige ich auf die Wiese (und ich hab ja schon gesagt, dass die dahin gehen, wo ich hinzeige) und schaffe so Abstand zwischen dem verunsicherten Fußgänger und dem Auslöser seiner Angst. Wegen Pferde hüten: Sie hüten keine Pferde (und auch von denen haben wir hier reichlich), weil sie ständig Pferde sehen und wissen, dass das Pferde sind, die einfach nur ihres Weges ziehen wollen. Die gucken sie nicht einmal an und das wahrscheinlich deshalb, weil ich x-hundertmal mit ihnen an Pferden vorbeigegangen bin, ohne dass ich in irgendeiner Form signalisiert habe, dass hier eine möglicherweise kritische Situation vorliegen könnte. Wegen dem Radius, in dem sie sich bewegen: Sie bleiben immer in Sichtweite (ich hab sicher nirgendwo geschrieben, dass sie sich außer Sichtweite bewegen), aber das ist ihr Job, nicht meiner. Sie "kreisen" tatsächlich relativ weit, aber sie gucken oft zu mir, um abzuschätzen, ob ich jetzt wohl eine Richtungsänderung plane, auf die sie reagieren müssen. Und ich habe auch schon gesagt, dass ich ihnen dafür erst mal einen ordentlichen Vertrauensvorschuss gewähren musste: Ich kann mich NIE zu 100% auf den Abruf verlassen, deswegen musste ich den Punkt wählen, an dem ich der Auffassung war, dass der Abruf verlässlich genug funktioniert, damit ich das Hilfsmittel Schlepp jetzt weglassen kann. Ich kann natürlich nicht garantieren, dass sie nicht irgendwann mal doch plötzlich hinter einem galoppierenden Pferd hinterherlaufen, genauso wie auch schon ein paar tausend Fahrräder an ihnen vorbei gefahren sind und das 1001. Fahrrad dann plötzlich doch interessant wurde. Aber ich kann als Reiter (ich hab da genauso wie beim Fahrradfahren schon beide Perspektiven) ja nun mal auch nicht garantieren, dass sich das Pferd nicht durch einen Knall erschreckt, durchgeht und dabei einen Beardie tottrampelt. Genauso wenig, wie ich garantieren kann, dass nicht jemand mit Osteoporose über die sich plötzlich spanndene Schleppleine stolpert und dabei die Knochen bricht. Ich ignoriere nicht die Tatsache, dass Hundehaltung gewisse Risiken birgt, ich habe nur einen anderen Ansatz, die Risiken zu minimieren.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

@Tompina: Natürlich ist das kein Hexenwerk, aber ich bin da jetzt doch ein bisschen verblüfft: Ich signalisiere, dass ich den anderen Hundehalter gesehen habe und die Situation im Blick habe, indem ich einfach grüße. Die grüßen dann eigentlich immer zurück und wir gehen aneinander vorbei. Deren Hunde ggf. an der Leine, meine Hunde ohne Leine. Ich wüsste jetzt ehrlich gesagt nicht, WARUM die Hunde den Kontakt suchen sollten, wenn die Besitzer signalisieren "Hier gibt es nix zu gucken, einfach weitergehen!". Anders ist die Situation, wenn der Besitzer und ich beide stehen bleiben und meine Hunde herankommen, um zu gucken, was da jetzt ist. Aber da ist das schon beidseitig: Der Hund an der Leine kommt ein paar Schritte näher, meine kommen ein paar Schritte näher (weswegen ich übrigens in der Regel immer nur einen Hund dabei habe, weil man bei zwei Hunden gar nicht schnell genug gucken kann) bis irgendwann mal die Nasen aneinanderstoßen. Dann wird der Poppes untersucht und meistens sind meine Hunde dann auch die ersten, die feststellen, dass das auch nur weiterer Hund ist und weiter laufen.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #75
In der Wissenschaft sind Theorien übrigens überhaupt niemals wirklich völlig überholt, sondern gelten als Hypothesen, die mal mehr mal weniger erhärtet werden können.
Dann warte ich mal darauf, dass die Erde wieder platt wird:mrgreen:.
Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr, darüber zu diskutieren, wir werden uns eh nie einig. Dafür hast du einen zu gegensätzlichen Erziehungsansatz zu meinem.
Aber zu einem stehe ich felsenfest: ich lasse mich im Ableinen und die Hunde "alles selbst machen lassen" nicht von einem Menschen, der meinen Hund und sein Wesen nicht kennt, nicht belehren.
Wenn du so tolle Hunde hast, schön für dich. Mein Rüde aber hätte mit so einer Führung zu seiner Zeit garantiert einen schlimmen Schaden angerichtet.
Meiner Meinung nach beschränkst du dich im Umgang mit deinen Hunden aber und erhälst sie nach einem Ansatz, der zwar für dich angenehm und so "zwangfrei" erscheint, die Hunde aber ohne "Grenzen nach unten" orientierungslos zurücklässt.
Auch das Verstecken fördert NICHT die Bindung, sondern Kontrollwahn beim Hund. Aber auch das wird in der "Ignorier"- Szene- wortwörtlich- ignoriert.
Und am Ende der psychische Druck eines so "zwangsfrei" erzogenen Hundes nicht gesehen. Ich finde das schrecklich.
Ein Hund sollte sich entspannen können, weil er weiß, dass es einen schützenden Radius beim Herrn gibt. Aber genauso muss er erfahren, dass außerhalb des Radiuses Gefahr droht.
Und um das dem Hund zu vermitteln, wartet man am Besten nicht, bis er unter dem Auto liegt, oder von einem ängstlichen Passanten zB. getreten wird.
Und obwohl der Hütehund natürlich den angeborenen Wunsch zum Hüten verspürt, wird am Ende der Hund gewählt, der willig ist, diesen Wunsch vom Menschen lenken zu lassen. In meinen Augen handelst du aber gerade wie ein Jagdhundebesitzer, der seinen Hund Rehe hetzen lässt "weil er sie eh nicht kriegt" und "weil er jagen muss".
Aber- kein Jagdgebrauchshund jagt ohne Jäger.
Außerdem: zur Hundephobie.
Es macht sehr wohl den Unterschied aus. Eine Bekannte hat panische Angst vor Hunden. Sie geht in die andere Richtung, wenn sie einen Hund hört. Trotzdem kann sie entspannt
2 Meter vor Dschin stehen, ihn ihre Tochter beknuddeln lassen, weil ich ihr immer vermittelt und gezeigt habe, dass er keine Chance hat, sich auch nur ansatzweise distanzlos ihr gegenüber zu verhalten. Ich zitiere sie: "Mir machen die Hunde nicht einmal so viel Angst, wie die Besitzer, die auf mich keine Rücksicht nehmen, sich vielleicht auch noch lustig machen und ihre Hunde weder disziplinieren, noch wenigstens anleinen, weil sie sich nicht vorstellen können, dass es auch Leute gibt, die Hunde einfach nicht anfassen, nicht um sich haben wollen."
Und stell dir vor, ich als Hundebesitzer will auch erstmal nicht in direkten Kontakt mit fremden Hunden kommen. Ich habe fremde Hunde nicht von Anfang an lieb.
Ich will einfach nur, dass sie angeleint vorbeigehen. Ob ich alleine bin, oder mit Hund. Alles andere kommt später. Ist das zu Viel?
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #76
@Kiwi: Es ist wirklich ärgerlich, dass wegen dem Absatzproblem die längeren Texte so schwer zu lesen sind. Aber an anderer Stelle habe ich schon geschrieben, dass ich natürlich der Auffassung bin, dass sich mit Menschen mit Hundephobie frei bewegen können sollen, ohne ständig mit angstauslösenden Reizen konfrontiert zu werden. Aber: Bei einer Phobie ist es unerheblich, ob der Hund jetzt an der Leine ist oder nicht. Stell' dir einen etwa zwei Meter breiten Weg vor, links Wiese, rechts Wiese (klappt auch mit links Wald, rechts Wald). Mir kommt jemand entgegen und ich sehe, der beäugt meinen Hund verunsichert, aus welchem Grund auch immer. Ich rufe den Hund, um ihn an die Leine zu nehmen: Im Ergebnis muss der entgegenkommende Fußgänger mit einem Abstand von weniger als zwei Metern direkt an meinem Hund vorbei gehen und ich müsste den Hund ganz kurz fassen, damit das möglich ist.Mein Hund "riecht" die Verunsicherung, merkt, dass irgendwas problematisch ist, weil ich ihn ja so kurz gefasst habe und bekommt den Eindruck, hier muss er besonders wachsam sein. Und da ich ja nicht einschätzen kann, ob der Fußgänger Angst vor Hunden hat oder nicht, müsste ich das bei jedem entgegenkommenden Fußgänger machen. Alternative: ich lasse den Hund da, wo er ist (irgendwo auf der Wiese, mit mehreren Metern Abstand), weil ich davon ausgehe, dass der den Fußgänger total uninteressant finde. Sollte der Hund in genau diesem Moment zu mir gerannt kommen, zeige ich auf die Wiese (und ich hab ja schon gesagt, dass die dahin gehen, wo ich hinzeige) und schaffe so Abstand zwischen dem verunsicherten Fußgänger und dem Auslöser seiner Angst.
Wenn ich so was lese...
Wenn ich merke, das dort jemand kommt, der Angst vor meinen Hunden hat, dann lasse ich meine Hunde gewiss nicht Frei rumlaufen. Schon gar nicht auf der Wiese, wo ich ihn nicht 101% Kontrollieren kann.
Ein Hund riecht, egal ob er nun am Halsband angeleint gehalten wird, oder auf der Wiese umherspringt, das da ein Mensch ist, der Angst hat.

Was mache ich in dem Fall?
Ich rufe meine Hunde ab.
Ich lasse meine Hunde vor mir sitzen.
Ich lasse mich fixieren und die ganze Zeit anschauen - Ich mache daraus eine Übung.
Und das wichtigste ICH bin zwischen Hund und Mensch.

Und doch, ein Mensch der Angst vor Hunden hat und nicht sofort wieder umdreht, für denn ist es ein Himmelsweiter Unterschied, ob da ein Hund frei auf der Wiese rum rennt oder angeleint neben seinem Besitzer ist.
Die Angst ist immer noch Verstärkt da. Aber sie gibt der Person mehr Sicherheit, als ein Unangeleinter Hund.
Wo ist da bitte das Problem, für seine Hunde eine Ablenkungs Übung zumachen?

Und dein Hund riecht die Verunsicherung gewiss nicht nur, wenn er am Halsband gehalten wird.

Selbst wenn meine Hunde ein Meter vor nem Interessanten Objekt sind, lassen sie sich sofort Abpfeifen und komm auf direktem Wege zu mir, Sitzen ab und Fixieren meine Augen.
Bis ich das Auflöse.
Und das mache ich, wenn es sein muss 5000000 mal, wenn Angst Menschen oder oder oder für Leute an mir vorbei kommen.
Egal ob Radfahrer, Pferde, andere Hunde an der Leine, etc.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #77
Als meine Oma ihren neuen Hund bekommen hat konnte ich das Haus auch nur betreten, weil er angeleint war. Das macht einen himmelweiten Unterschied.
Wenn jemand seinen Hund anleint, sobald er mich sieht, merke ich, dass er auf mich achtet und den Hund kontrolliert - dieser mich also nicht "attackieren" kann.
Mittlerweile kann ich mit einigen Hunden - die kann man aber auch an einer Hand abzählen.
Der springende Punkt: Aufmerksame Halter mit angeleintem Hund machen mir bei weitem keine Angst, unangeleinte Hunde mit Herrchen am Handy oder gar nicht auffindbar sind für mich ein Grund die Straßenseite zu wechseln und/oder panisch zu werden.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #78
Als meine Oma ihren neuen Hund bekommen hat konnte ich das Haus auch nur betreten, weil er angeleint war. Das macht einen himmelweiten Unterschied.
Wenn jemand seinen Hund anleint, sobald er mich sieht, merke ich, dass er auf mich achtet und den Hund kontrolliert - dieser mich also nicht "attackieren" kann.
Mittlerweile kann ich mit einigen Hunden - die kann man aber auch an einer Hand abzählen.
Der springende Punkt: Aufmerksame Halter mit angeleintem Hund machen mir bei weitem keine Angst, unangeleinte Hunde mit Herrchen am Handy oder gar nicht auffindbar sind für mich ein Grund die Straßenseite zu wechseln und/oder panisch zu werden.
Ha, da schreibst du was.
Allein das Gefühl für Angstmenschen"ich werde ernst genommen, ich werde gesehen und man reagiert auf mich." nimmt ganz vielen ein kleines Stück weit die Angst.
Und daher reagiere ich da auch ganz empfindlich, wenn jemand das Ignoriert.

Bestes bsp. Bei uns ist eine Grundschule.
Morgens sind wir immer einer Mutter mit Kind übern Weg gelaufen. Der Junge hatte so eine Angst. Er lief immer schon schreiend hinter seiner Mutter.
Ich hab das gesehen und sofort reagiert. Hunde zwischen Zaun und Mich.
So das der Junge mit seiner Mutter an uns vorbei gehen konnte.
Ich habe wieder die Hunde auf mich Fixiert. Und was ist heute? Geht er vor seiner Mutter an meinen Hunden vorbei, ohne das ich sie Fixieren muss.

Und seine Mutter ist mir so dankbar, das wir daran so "gearbeitet"haben.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #79
Nochmal: Jetzt macht mal halblang. Ich hab immer und immer wieder betont, dass ich die Erfahrungen zugrundelege, die ich bei meinen eigenen Hunden, mit ihren ganz eigenen Bedürfnissen und sogar in ihrem ganz eigenen geographischem Umfeld gemacht habe. Da ich mich jetzt seit sehr langer Zeit ohne Probleme mit meinen Hunden in der Welt da draußen bewege und ständig auf andere Menschen mit und ohne Hund, mit und ohne Fahrrad und mit und ohne Pferd getroffen bin, muss ich wohl irgendwas nicht ganz falsch gemacht haben. Überraschenderweise rede ich mit ganz, ganz vielen Menschen, wenn ich mit den Hunden draußen bin und nie entspannen sich so endlose Diskussionen darüber, welche Ideologie in der Hundeerziehung mein Gegenüber befürwortet und warum es anscheinend eine verantwortungslose Frechheit von sein soll, einen anderen Ansatz gewählt zu haben. Mich gruselt es extrem oft, wenn ich andere Menschen und ihre Hunde sehe, z.B. wenn ich Leute auf dem Rad mit danebenlaufenden Hunden sehe und der Hund eben kein Husky o.Ä., der Spaß am Langstreckenlauf hat, ist. Aber ich mache da schon immer mal den Realitätscheck: Gefährdet der mich oder meine Hunde? Nope. Quält der seinen Hund? Nope. Dann werde ich ihn wohl machen lassen müssen. Das hat vermutlich etwas damit zu tun, dass ich es als Fahrradfahrerin oder Reiterin selbst nie toll fand, wenn ich irgendwo durch wollte, mich durch einen Blick orientiert habe, grob einschätzen konnte, wo ein etwaiger Hund sich gerade aufhält und friedlich irgendwas beschnüffelt - und der Besitzer den Hund dann abgerufen hat und der Hund plötzlich losgeschossen ist. Als ich noch geritten bin, waren die Schleppleinen noch nicht verbreitet und da kann ich nur sagen: Hallejulia. Denn der Gedanke, dass sich so etwas plötzlich um die Beine meines Pferdes wickeln könnte, erzeugt bei mir echte Gänsehaut. Hätte ich deswegen jeden Hundebesitzer mit Schleppleine angehalten und ihn zurechtgewiesen, weil der in seinem Ansatz zur Hundeerziehung meine Sicherheit nicht ausreichend beachtet? Sicher nicht, ich hätte einfach registriert, dass es das in der Hundeerziehung nunmal gibt und dass das eine mögliche Gefährdung für mich und mein Pferd ist, die ich im Hinterkopf behalten sollte, wenn ich meiner Wege gehe. Genauso wie ein Kind mit einem bunten Ball, das sich auch zu jeder Zeit unerwartet verhalten kann und das trotzdem genau das gleiche Recht zum Aufenthalt im Freien wie ich und mein Pferd oder mein Hund, hat. Ich hätte gar nicht erwartet, dass der Hund jetzt irgendetwas tun würde, das mich gefährden könnte, wenn der Besitzer das nicht plötzlich einfordert. Ich kann nun mal leider nicht den persönlichen Präferenzen von jedem Hund, Hundehalter, Hundephobiker, Reiter, Fahrradfahrer oder Forumsnutzer entsprechen und auch ich hätte es ständig gerne, dass sich andere Menschen anders verhalten (z.B. eine Phobie verhaltenstherapeutisch anzugehen, wobei das Analysieren des Irrationalen in der angstauslösenden Situation eine wichtige Rolle spielt), aber das kann ich wohl kaum verlangen. Ich kann nur respektieren, dass jemand eine solche Angst haben kann und nach einem Weg suchen, wie wir BEIDE am besten durch die Situation durchkommen. Und ich kann mich nur wiederholen: Ich treffe doch recht selten (um nicht zu sagen NIE!) auf Leute, die mit schreckgeweiteten Augen, panisch hyperventilierend auf meine Hunde starren, die in einigem Abstand an Blümchen riechen. Wenn Jogger mir zurufen, dass ich meine Hunde an die Leine nehmen soll, dann hat das sicher zum Teil was damit zu tun, dass sie - aus schlechten Erfahrungen heraus - befürchten vom Hund gehütet, gejagt oder sonstwas zu werden. Zum Teil sind sie aber auch der Auffassung, der Weg gehöre ihnen allein und ein Schlenker, um einen Hund mit Halter (ob jetzt mit Leine oder ohne) sei ihnen nicht zuzumuten. Ich zeige auf diese, meine Hunde laufen auf die Wiese und um herauszufinden, ob sie jetzt von meinen Hunden verfolgt werden oder nicht, werden die Jogger dann wohl mit einigem Abstand an uns vorbeilaufen müssen. Und wenn jemand mit seinem Hund auf dem Fahrrad unterwegs ist und sich gestört fühlt, weil SEIN Hund SEIN Fahrrad zu meinen Hunden zieht, dann ist das wohl doch SEIN Problem.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

@Schänis: Das ist deine spezielle Form der Angst und es gibt sicher viele Menschen, die genau diese Angst teilen. Es gibt aber auch Menschen, die möchten einfach nur, dass Hunde (falls sie vor denen Angst haben) so weit wie möglich weg sind und andere fühlen sich erst sicher, wenn alle Hunde Maulkorb tragen. Manche haben Angst vor den kleinen Kläffern, manche vor den großen Hunden, egal wie behäbig sie sind. Ich finde oft, dass Radfahrer zu schnell und zu nah an mir vorbeifahren. Es ist schlicht nicht möglich, sich mit einem Lebewesen (oder auch einem Fahrzeug) draußen zu bewegen und wirklich jedem gerecht zu werden. Da gibt es dann einfach auch einen Konflikt zwischen dem Bedürfnis anderer Menschen nach größtmöglicher Sicherheit und meinen Bedürfnis mit meinen Hunden draußen nach meinen Vorstellungen umzugehen SOFERN ICH NIEMANDEN GEFÄHRDE. Wenn ich jetzt regelmäßig in Stresssituationen wäre und auf Menschen treffe, die deutlich machen, dass sie sich bedroht fühlen, dann würde ich natürlich etwas ändern. Aber das passiert doch nicht. Natürlich kommt es vor, dass sich mal jemand, der Angst vor Hunden hat einen Moment verunsichert fühlt, wenn er meine freilaufenden Hunde sieht. Aber das ist dann eine kurze Momentaufnahme, alle gegen weiter und schon ist die Situation wieder vorbei. @Knopfstern: Das kann ein Ansatz sein, um einer möglichen Hundeangst zu begegnen. Alternativ kann man die Angst aber auch mit einem besonders unzuverlässigen Hund, einem Welpen, angehen. Genauso könnte man sagen, dass die Erfahrung, an einem Hund einfach vorbeizugehen und Hund und Besitzer scheren sich keinen Deut um den Fußgänger, angstlösend wirkt, weil man so merkt, dass diese Situation gar nicht zwingend irgendeine Handlung erfordert. Es gibt einfach nicht DIE eine Art von Angst und DIE eine Art von richtiger Reaktion.
 
  • Demonstrativer Freilauf Beitrag #80
@Schänis: Das ist deine spezielle Form der Angst und es gibt sicher viele Menschen, die genau diese Angst teilen. Es gibt aber auch Menschen, die möchten einfach nur, dass Hunde (falls sie vor denen Angst haben) so weit wie möglich weg sind und andere fühlen sich erst sicher, wenn alle Hunde Maulkorb tragen. Manche haben Angst vor den kleinen Kläffern, manche vor den großen Hunden, egal wie behäbig sie sind. Ich finde oft, dass Radfahrer zu schnell und zu nah an mir vorbeifahren. Es ist schlicht nicht möglich, sich mit einem Lebewesen (oder auch einem Fahrzeug) draußen zu bewegen und wirklich jedem gerecht zu werden. Da gibt es dann einfach auch einen Konflikt zwischen dem Bedürfnis anderer Menschen nach größtmöglicher Sicherheit und meinen Bedürfnis mit meinen Hunden draußen nach meinen Vorstellungen umzugehen SOFERN ICH NIEMANDEN GEFÄHRDE. Wenn ich jetzt regelmäßig in Stresssituationen wäre und auf Menschen treffe, die deutlich machen, dass sie sich bedroht fühlen, dann würde ich natürlich etwas ändern. Aber das passiert doch nicht. Natürlich kommt es vor, dass sich mal jemand, der Angst vor Hunden hat einen Moment verunsichert fühlt, wenn er meine freilaufenden Hunde sieht. Aber das ist dann eine kurze Momentaufnahme, alle gegen weiter und schon ist die Situation wieder vorbei. @Knopfstern: Das kann ein Ansatz sein, um einer möglichen Hundeangst zu begegnen. Alternativ kann man die Angst aber auch mit einem besonders unzuverlässigen Hund, einem Welpen, angehen. Genauso könnte man sagen, dass die Erfahrung, an einem Hund einfach vorbeizugehen und Hund und Besitzer scheren sich keinen Deut um den Fußgänger, angstlösend wirkt, weil man so merkt, dass diese Situation gar nicht zwingend irgendeine Handlung erfordert. Es gibt einfach nicht DIE eine Art von Angst und DIE eine Art von richtiger Reaktion.

Ich kann es nicht anders sagen, aber das ist purer Egoismus und Wunschdenken. Von der Leine muss nicht gleich auf den Maulkorb geschlossen werden und sicher mögen nicht alle Menschen Hunde, aber zwischen dem bloßen anleinen oder kurz am Halsband nehmen und dem einfach laufen lassen ist ein himmelweiter Unterschied. Es geht darum, dass sich andere Menschen sicherer fühlen, wenn sie sehen, dass der Hund auf irgendeine Weise gesichert ist und das ist er im Freilauf einfach nicht. Ein Hund ist immer unberechenbar, besonders für Menschen, die sich nicht mit den Tieren auskennen. Außerdem weiß der Mensch eben vorher nicht, ob dein Hund ihn wirklich ignoriert und was, wenn er es mal nicht tut? Oder nur die Seite des Weges wechselt und demjenigen in die Füße läuft?

Es ist absolut kein Akt, seinen Hund die zwei Meter an die Leine zu nehmen, das sollte auch den Hund nicht stören, und es würde schlicht Rücksichtnahme statt purer Ignoranz signalisieren. Wenn auch nur ein Mensch mit Angst an dir vorbei muss ist das schon einer zu viel. Und woher willst du eigentlich wissen, was jeder denkt, der an euch vorbei geht?
Du sollst den Spaziergänger nicht »therapieren«, indem du ihm zeigst, wie toll dein Hund das kann, du sollst Rücksicht auf ihn nehmen. Genau das meinte ich mit demonstrativ – mein Hund kann es ja, was schert mich, wie andere das empfinden?

Bei mir haben sich schon zig Leute bedankt, dass ich meinen Hund hergenommen habe, weil es zehn andere davor nicht getan hatten. Klar ist auch mal einer dabei, der fragt, ob mein Hund bissig ist, weil er zu mir muss, aber zu 99% wird das so positiv aufgenommen, dass die Leute nicht einfach stumm mit angehaltenem Atem und scheinbar gleichgültig vorbei laufen, sondern freundlich danke sagen. DAS sollte man anstreben, nicht dass man eben nicht angemotzt wird, weil der Hund frei vorbei geht, auch wenn dem anderen lieber wäre, er wäre an der Leine.
 
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