Jetzt mal ernsthaft: Kriegt euch mal wieder ein. Ihr vertretet in der Mehrheit die Auffassung, dass es respektvoll ist, den Hund immer wieder an- und abzuleinen. Ich sehe das anders. Die Unterstellung, dass ich egoistisch, respektlos oder die Allgemeinheit gefährdend durch's Leben gehe, ist aber schon ziemlich absurd. Schon allein deshalb, weil ihr anscheinend nonstop auf kritische Situationen trefft, bei denen ihr euren Hund mit Müh' und Not zurückhalten müsst oder die Gefahr durch einen anderen Hund abwehren müsst und die zu Auseinandersetzungen führen, ich aber eigentlich ganz gut mit meiner Umwelt auskomme. Irgendwie höre ich häufiger Leute, oft auch Kinder, äußern, dass sie Spaß daran haben, sich anzugucken, wie meine Hunde sich in der Ferne bewegen, so dass sie ungehindert stehen bleiben können, um sich das anzugucken. Nach eurer eigenen Darstellung haltet ihr anscheinend ständig die Luft an, weil ihr ununterbrochen vermutet, dass eure Hunde wahlweise das erstbeste Reh jagen gehen, jemand mit potentieller Hundephobie durch eine unerwünschte Begrüßung den Schweiß auf die Stirn treibt oder sich mit dem nächstbesten Hund, den sie sehen käbbeln wollen. Ja, ich kann nicht garantieren, dass jemand, der mir entgegenkommt gelegentlich nicht einen kurzen Moment der Verunsicherung empfindet, weil ich nicht nonstop die gute Dressur meines Hundes demonstriere. Das dauert dann vielleicht 'ne Minute, in der der Hund (der zudem ein ganzes Stück weit weg ist) deutlich macht, dass er sich mitnichten für die Person interessiert und auch nur seiner Wege gehen möchte. Ich traue mich jetzt zu sagen, dass ich damit weder irgendwen übel traumatisiere noch "die Hundehalter" im Kollektiv in üblen Verruf bringe. Ich traue mich sogar zu sagen, dass die Betroffenen dieses ach-so-belastende Ereignis nach wenigen Minuten schon wieder vergessen haben. Eure Entrüstung ist vollkommen überzogen und zeigt doch ziemlich deutlich eine sehr befremdliche Gruppendynamik auf. Die bösen, bösen Hundehalter, die den Freilauf einigermaßen gelassen sehen. Die guten, guten Forumsnutzer, die im Fall der Fälle immer die Schlepp dranlassen. Eine ältere Dame mit Osteoporose kann eine an ihr vorbeisausende Schlepp auch als beängstigend empfinden, sich erschrecken oder stürzen. Wenn ihr eine Hundepfeife nutzt, um den Hund heran zu rufen, könnt ihr jemand mit empfindlichem Gehör schädigen. Jetzt können wir uns stundenlang die verschiedenen Risiken an den Kopf werfen, denen wir unsere Mitmenschen aussetzen, einfach, weil wir gelegentlich vor die Haustür treten. "Du hast ein Auto, noch dazu ein großes, um deine Hunde zu transportieren? Nie was von Klimawandel gehört?" - Verschiedene Auffassungen auszutauschen ist der Sinn einer Diskussion. Wenn ihr einen Thread haben wollt, in dem in vielen verschiedenen Varianten immer wieder gepostet wird "Alle Hundehalter, die mit ihrem Hund nicht ganz EXAKT genauso umgehen, wie ich mir das vorstelle, haben nicht die geringste Ahnung von Hundehaltung!" - "Ja, da hast du völlig Recht, alle Hundehalter, die mit ihrem Hund nicht ganz EXAKT genauso umgehen, wie vom Forumsrat abgesegnet, haben nicht die geringste Ahnung von Hundehaltung!" , weil es euch vor allem um die gegenseitige Bestätigung geht, dann müsst ihr das nur sagen. Wenn ihr euch bei dieser Frage schon so austobt, möchte man gar nicht wissen, mit wieviel Schaum vor dem Mund ihr Politik, Religion oder - GASP! - Kindererziehung diskutiert. Ich bin jedenfalls raus (bildlich und wörtlich - ich gehe dann mal wieder meine unvertretbaren Risiken auf die Menschheit loslassen!) und erspar' euch auch das dreimalige ankündigen des Abschieds ohne die Konsequenz es tatsächlich zu tun.