Meld ich mich hier auch mal...
Andie hat recht, es geht im Grunde in erster Linie darum was man unterstützt und was nicht und ich denke hier muss auch jeder selbst entscheiden, wo seine eigenen Grenzen sind.
Ich nehme lieber ein halb verhungertes Bauernhofkitten als das Kitten aus der Wohnzimmervermehrung der nächsten Nachbarn. Warum?
Das Angebot - Nachfrage - Prinzip greift nur dann, wenn die Besitzer auf den Katzen sitzen bleiben, sofern man sie ihnen nicht abnimmt. Das ist bei der Wohnzimmervermehrung der Fall, weshalb man sehr viel damit bewirken kann, die Kitten mit einer klaren Ansage NICHT zu nehmen.
Auf einem Bauernhof hingegen, wo es dem Bauern egal ist, was aus den Kitten wird oder überschüssige Kitten auch heute noch entsorgt werden macht es keinen Unterschied ob ich ein Kitten mitnehme oder nicht. Die Vermehrung wird so oder so weiter gehen - das einzig sinnvolle ist hier den Tierschutz einzuschalten und mit den Leuten zu reden. Wobei ich ganz klar betonen möchte, dass es heute auch viele Bauernhöfe gibt, die sich ganz vorbildlich um ihre Katzen kümmern, sie auch kastrieren lassen und ärztlich versorgen.
Die Gefahr bei Zuchtkatzen ist in erster Linie, dass es nicht immer einfach ist auseinander zu halten was eine seriöse Zucht ist, wo sich jemand mit Liebe und Verstand für eine Rasse einsetzt und was eben nur ein Vermehrer ist, der aus Geldgier oder falscher Katzenliebe ("sie sind ja sooo süß, will immer Kitten haben") Nachwuchs produzieren möchte.
Leider gibt es gerade unter den Züchtern wahnsinnig viele schwarze Schafe, die Unwissenheit und Leichtgläubigkeit von Kunden schnell ausnutzen und gerade von Genetik Null Ahnung haben.
Möchte man also eine Zuchtkatze um Erbkrankheiten ausschließen zu können, sollte man sich vorher selbst gut informieren und wirklich genau hinschauen, was Papiere, Untersuchungen und Haltungsbedingungen angeht.
Was die Rasse angeht, muss man eben auch für sich entscheiden. Es gibt leider so einige Rassen, die bezüglich Qualzuchten immer wieder in den Fokus geraten und ja, auch die Scottish Fold oder Perserkatzen gehören da aus unterschiedlichen Gründen dazu. Da braucht es von Seiten der Züchter und Käufer viel Verantwortungsbewusstsein und schlicht Hintergrundwissen (gerade die Scottish Fold ist ja so ein Fall, wo es vielfach auf Details ankommt), weil manches einfach nicht unterstützt werden muss.
Und ich sage mal ganz klipp und klar, selbstverständlich kann eine Katze ohne Schnurrhaare, ohne Schwanz oder ohne Fell ein super schönes und lebenswertes Leben haben und sie werden sich super damit zurecht finden. Wie sich übrigens auch blinde, taube oder dreibeinige Katzen super zurecht finden. Ob man die Zucht damit aber dadurch rechtfertigen kann und unterstützen muss lasse ich mal dahin gestellt.
Ansonsten spielen einfach die persönlichen Vorlieben eine Rolle - wobei man sich gerade bei Kitten auch auf Überraschungen gefasst machen sollte, denn der Charakter ist bei Katzenrassen nicht so ausgeprägt in einer Rasse verankert wie etwa bei Hunden. Laut oder eher still, aktiv oder eher ruhig - das sind so die entscheidenden vier Merkmale die mir einfallen. Eine gut sozialisierte Katze wird immer anhänglich, neugierig und sozial sein.
Ausnahmen bilden vielleicht die Hybridkatzen die dank Wildkatzeneinschlag wohl wirklich bisschen extremer sind oder auch einzelne Rassen die aufgrund ihrer Entstehung besondere Merkmale aufweisen - zB Vankatzen und Wasser.
Denke da muss man aber die Katzen wirklich selbst mal kennen lernen.
Zur Gesundheit: eine Garantie auf Gesundheit gibt es nicht. Man kann viel ausschließen, viel vorbeugen, aber letzten Endes gehört immer eine Portion Glück dazu.
Ob man die Katzen nun vom Tierschutz oder vom Züchter holt, man sollte sich auf jeden Fall alle gesundheitlichen Unterlagen zeigen lassen und die Katzen nach dem Kauf möglichst bald auch selbst nochmal beim TA vorstellen.