Hier gehts ja rund!
Also- aufgrund meiner Urlaubsabwesenheit muss ich zugeben, dass ich einige Beiträge nur überflogen habe. Man verzeihe es mir also bitte, wenn mir jetzt eine Kleinigkeit verborgen geblieben ist.
Ich möchte mal als "Diskussions-Unbeteiligte" meinen Senf dazu geben:
In meinen Augen werden hier gerade mehrere Themen miteinander vermischt. Hier geht es doch um Gebiete, in denen Leinenpflicht herrscht und Hundebesitzer sich dieser unbewusst, aber auch ganz bewusst wie Hoffnungsgarten wiedersetzen. Ich hatte auf Seite 2 oder 3 mal ein Statement dazu abgegeben. Hier nochmal im Kurzformat: Ich bin kein Freund von diesen Auflagen. Ich finde sie werden oft ohne wirklich sinnhaften Grund ausgesprochen und bei guter Erziehung und Hundekontrolle sind sie einfach blödsinnig. ABER... Zum einen sind Regeln nunmal verpflichtend, zum anderen haben die wenigsten Hundehalter ihre Hunde wirklich im Griff und eben diejenige die -wegen mir auch mit erzogenem Hund hier einfach aus der Reihe tanzen- sind m.E daran mit Schuld, dass es Hundebesitzer in vielen Fällen so schwer haben in der Gesellschaft. Wie bereits erwähnt: Wir haben hier keine Leinenpflicht, trotzdem werden wir des Öfteren dumm angeplökt, dass wir unseren Hund gefälligst an der Leine zu führen hätten. Und Diego darf nie zu jemandem hinrennen. Diego wird bei entgegenkommenden Passanten oder Fahrradfahrern immer kurz genommen oder meist sogar an der Seite mucksmäuschenstill abgesetzt.
Dann hab ich hier was mit Angstpatienten und Co gelesen. Ich bin der Überzeugung, dass man auf sein Umfeld Rücksicht nehmen sollte und Angst- ob selbst hineingesteigert oder nicht- ist eine üble Sache. Niemand hat es verdient, das man aufgrund der Selbstüberzeugung, dass man ja alles im Griff hat, seine Bitten den Hund festzuhalten oder anzuleinen nicht nachkommt. Das ist unter aller Kanone, dreist und entschuldigung: assozial! Aber auch hier gibts ein weiteres "Aber". Ich behaupte, die wenigsten die mich bisher angemault haben und sich durch Diegos pure Anwesenheit belästigt gefühlt haben, waren Angstpatienten. Und ganz ehrlich... das ist doch auch eigentlich völlig losgelöst von der Leinenpflichtdiskussion. Angstpatienten könnten mir überall entgegen kommen und wenn mir ein Mensch eben dies zu verstehen gibt, dann geh ich mit Diego eben noch 3 Meter tiefer in die Wiese und gut ist es!
Mit dem Beissvorfall bei Urizen ist es ähnlich. Ich sehe da keinen direkten Zusammenhang zu einer Leinenpflichtdiskussion. Natürlich kann ein angeleinter Hund stressbedingt evtl eher nach Vorne gehen und zeitgleich kann die Leine leichter räumliche Distanz aufbauen, aber wenn ich mit jemandem irgendwo ins Gespräch komme und der Besitzer seinen Hund nicht im Auge hat um ihn zu lesen, dann können solche Situationen nunmal eben auch entstehen. Der Hund hätte genauso gut nach vorne gehen können, wenn er abgeleint gewesen wäre und wenn ich von meiner "Gesprächs-Distanz" ausgehe, dann ist selbst die Leine zu lang um einen direkten Kontakt zwischen meinem Hund und dem anderen Menschen zu vermeiden. Das Problem liegt in dieser Situation in meinen Augen wo ganz anders... Natürlich nicht bei Urizen, aber beim Besitzer, der seinen Hund kennen sollte und je nach Charakter und bekanntem Verhalten agieren und nähe aufbauen soll. Ein Beissen endgültig verhindern kann keine Leine und keine Erziehung der Welt. Das kann maximal ein Maulkorb.
Und dann noch eine letzte Aussage: Ich kenne mehrere sehr gute Hundetrainer, ich kenne Hunde der Rettungshundestaffel und sogar einen Polizeihund. Ich kenne hobbymäßig wirklich spitze erzogene Hunde verschiedenster Rassen und ich gebe ehrlich zu, ich bin bei manchen wirklich neidisch auf die adäquate Umsetzung von Kommandos. Ein Wort und der Hund spurt. Faszinierend. Mit viel Training und Konsequenz und der richtigen Rasse ist das garantiert auch gut zu meistern. ABER... eine 100%ige Garantie gibt es nicht! Und ich finde es anmaßend und gefährlich von dieser Gewissheit auszugehen. Liebe(r) Hoffnungsgarten, ich will dir wirklich nicht absprechen, dass du zu den besagten Menschen gehörst, der/die ihre/n Hund wirklich spitzenmäßig unter Kontrolle haben, aber es gibt Situationen in denen jedwede Erziehung nicht greifen kann. Und sei es nur aus einem Instinkt heraus. Angst, Panik oder solche spezifischen Situationen sind nicht 100%ig zuverlässig trainierbar. Das sind Reaktionen, Reflexe oder Momentaufnahmen, genauso wie eine Wegziehen einer heißen Hand von der Herdplatte oder ein Blinzeln, beim Berühen der Wimpern. Solche dramatischen Situationen mögen selten sein und vielleicht hast du sie einfach noch nicht erlebt- das wünsche ich dir auch nicht- aber kein Hund der Welt, kein Lebewesen der Welt reagiert 100% vorraussehbar und kontrollierbar in Extremsituationen.
Wie auch immer... Das lag mir jetzt nochmal auf dem Herzen es loszuwerden. Liebe Grüße