Die Sache mit der Leinenpflicht

Diskutiere Die Sache mit der Leinenpflicht im Hunde Haltung Forum im Bereich Hunde Forum; Das ist kein friedlicher Erstkontakt, sondern eine Drohung. Mein Hund nimmt das auch genauso wahr, weswegen solche Hunde gar nicht her kommen...
  • Die Sache mit der Leinenpflicht Beitrag #201
Was ist daran schlimm ...
Das ist kein friedlicher Erstkontakt, sondern eine Drohung. Mein Hund nimmt das auch genauso wahr, weswegen solche Hunde gar nicht her kommen brauchen. Da ist die Freundschaft schon auf Entfernung gestorben. Nur gibt es Hundehalter, die das genauso wie du für völlig normal und toll halten und meinen »der plustert sich nur ein bisschen auf, sobald er eine drauf bekommt ist der ruhig«. Toll, mein Hund ist aber nicht dafür da, jedem fremden Hund erstmal eine überzuziehen, damit er Ruhe gibt.

Sag das exe und Tompina.
Brauch ich nicht, weil ich sie nicht so verstanden habe, dass es generell kein Individuum einer Rasse gibt, das man nicht kontrollieren könnte. Allerdings gibt es auch keinen Hund, den man 100% kontrollieren kann und bei Hunden wie Jagdhunden eben speziellere Situationen und Gebiete, in denen eine Schlepp zu bevorzugen ist, weil der Hund dort einfach noch weniger kontrollierbar wäre als sonst.
Übrigens halte ich die Regelungen für Listis zwar für unverschämt, eine gewisse Leinenpflicht in manchen Gebieten kann ich aber durchaus nachvollziehen. Mein Beispiel, das deiner Meinung nach »nicht schlimm« ist, ist genau der Grund dafür. Weil jeder meint, seinen noch so unerzogenen oder aggressiven Hund mit aller Gewalt laufen lassen zu müssen hab ich nachher das Problem, ohne den Problemhund selbst zu haben.
 
  • Die Sache mit der Leinenpflicht Beitrag #202
Hä? Was soll mir das jetzt sagen? Jemand der ohne Gebiss reitet, hat ja ne entsprechende Einstellung dem Tier gegenüber, und wird sicherlich auch nicht sowas machen.
Äh, nein. Es gibt ganz viele Leute, die meinen total nett zu ihren Tieren zu sein, ihnen aber unabsichtlich schaden (berühmtberüchtigtes "wir gehen nur ins Gelände, Dressur ist uns zu langweilig") Oder Leute, die nur den Anschein von "nett" machen wollen, oder oder. Nur weil man gebisslos reitet (dafür gibt es ja auch noch ganz andere Gründe, gibt einen bekannten Springreiter, der mit Hackamore reitet) oder den Hund überall frei rumrennen lässt, tut man dem Tier nichts gutes.

Ausserdem habe ich nie behauptet, man könnte nicht jeden Hund unter Kontrolle halten. Aber ich behaupte, man kann nicht jeden Hund - ja, das ist auch rasseabhängig - in jeder Situation ohne Hilfsmittel, wie die Leine, führen.
Das hat auch nichts mit schlechter Bindung zu tun, falls du wieder damit anfangen willst. ;)
 
  • Die Sache mit der Leinenpflicht Beitrag #203
Off-Topic
Das ist kein friedlicher Erstkontakt, sondern eine Drohung. Mein Hund nimmt das auch genauso wahr, weswegen solche Hunde gar nicht her kommen brauchen. Da ist die Freundschaft schon auf Entfernung gestorben. Nur gibt es Hundehalter, die das genauso wie du für völlig normal und toll halten und meinen »der plustert sich nur ein bisschen auf, sobald er eine drauf bekommt ist der ruhig«. Toll, mein Hund ist aber nicht dafür da, jedem fremden Hund erstmal eine überzuziehen, damit er Ruhe gibt.
Wenn wir hier vom reinen Aufstellen des Kamms sprechen muss ich an dieser Stelle leider kurz widersprechen:eusa_shhh:
Im Kontext eines aggressiven Displays ist das durchaus eine Drohung, aber aufgestellt wird auch bei positiver hoher Erregungslage- sieht man auch ganz häufig bei total aufgeregten Junghunden.

"Nur" vom Aufstellen kann man also nicht zwangsläufig ableiten, dass da jmd. drohen will- das kann dahingehend kippen, sicherlich, aber es kann eben auch einfach Ausdruck von Aufregung/Handlungsbereitschaft sein.

Da gilt das gleiche wie beim Wedeln;) Ist ja auch nicht immer purer Ausdruck von Freude.

Beim keifenden Etwas, das von Mischling angesprochen wurde, würde ich übrigens auch keinen Wert darauf legen, dass meine Hunde erzieherisch tätig werden, Hoffnungsgarten. Kamm hin oder her;)
Wollte das nur kurz generell nochmal angemerkt haben.
 
  • Die Sache mit der Leinenpflicht Beitrag #204
Off-Topic
Da hat der Rest von meinem ursprünglichen Satz gefehlt ;). Ich bezog mich die ganze Zeit auf das keifende Etwas mit gestellter Bürste als ein Tier, nicht nur ein paar erhobene Nackenhaare. Sorry, ich hätte nochmal den ganzen Teil wiederholen sollen, nicht nur das unvollständige Zitat.
 
  • Die Sache mit der Leinenpflicht Beitrag #205
Off-Topic
Hätte ja auch einfach direkt vernünftig lesen können:mrgreen:
 
  • Die Sache mit der Leinenpflicht Beitrag #206
Zitat Mischling: Mit der Rasse hat es rein gar nichts zu tun, ob ein Hund kontrollierbar ist oder nicht.
Sag das exe und Tompina.



So wie ich Mischling verstehe geht es hier um die alltägliche Kontrollierbarkeit in Bezug auf Menschen, andere Hunde usw. und nicht um die reine Kontrollierbarkeit des Jagdverhaltens bzw. um die Unterstellung, dass ein 0/8/15-Hund besser kontrollierbar ist im Alltag als ein Listenhund.

Und haben exe und ich irgendwo behauptet, dass man Jagdhunde NICHT kontrollieren kann?

Wir haben lediglich angemerkt, dass eine 100%-Kontrolle gerade bei sehr triebstarken und selbstständigen Rassen utopisch ist (bzw. meiner Meinung nach sind 100% bei keinem Hund möglich) und nicht gewährleistet werden kann, weshalb z.B. bei meinem Podenco im Wald und an wildreichen Wiesen, die Schleppleine dranhängt.

Ich verstehe ehrlich gesagt immer noch nicht so ganz dein Problem.
Die Leine ist kein Teufel, sie kann in bestimmten Situationen Sicherheit schaffen und ganz sicher ist es keine Tierquälerei seinen Hund, wenn nötig (und das ist eben Hund-, rasse- und situationsabhängig) anzuleinen und ihn somit vor anderen, vor sich selbst oder vor der Umwelt zu schützen. Und ebenso wenig ist es Teufelswerk, wenn an öffentlichen Ort darauf bestanden wird Hunde an der Leine zu führen.
 
  • Die Sache mit der Leinenpflicht Beitrag #207
Hier gehts ja rund! ;)

Also- aufgrund meiner Urlaubsabwesenheit muss ich zugeben, dass ich einige Beiträge nur überflogen habe. Man verzeihe es mir also bitte, wenn mir jetzt eine Kleinigkeit verborgen geblieben ist.

Ich möchte mal als "Diskussions-Unbeteiligte" meinen Senf dazu geben:

In meinen Augen werden hier gerade mehrere Themen miteinander vermischt. Hier geht es doch um Gebiete, in denen Leinenpflicht herrscht und Hundebesitzer sich dieser unbewusst, aber auch ganz bewusst wie Hoffnungsgarten wiedersetzen. Ich hatte auf Seite 2 oder 3 mal ein Statement dazu abgegeben. Hier nochmal im Kurzformat: Ich bin kein Freund von diesen Auflagen. Ich finde sie werden oft ohne wirklich sinnhaften Grund ausgesprochen und bei guter Erziehung und Hundekontrolle sind sie einfach blödsinnig. ABER... Zum einen sind Regeln nunmal verpflichtend, zum anderen haben die wenigsten Hundehalter ihre Hunde wirklich im Griff und eben diejenige die -wegen mir auch mit erzogenem Hund hier einfach aus der Reihe tanzen- sind m.E daran mit Schuld, dass es Hundebesitzer in vielen Fällen so schwer haben in der Gesellschaft. Wie bereits erwähnt: Wir haben hier keine Leinenpflicht, trotzdem werden wir des Öfteren dumm angeplökt, dass wir unseren Hund gefälligst an der Leine zu führen hätten. Und Diego darf nie zu jemandem hinrennen. Diego wird bei entgegenkommenden Passanten oder Fahrradfahrern immer kurz genommen oder meist sogar an der Seite mucksmäuschenstill abgesetzt.

Dann hab ich hier was mit Angstpatienten und Co gelesen. Ich bin der Überzeugung, dass man auf sein Umfeld Rücksicht nehmen sollte und Angst- ob selbst hineingesteigert oder nicht- ist eine üble Sache. Niemand hat es verdient, das man aufgrund der Selbstüberzeugung, dass man ja alles im Griff hat, seine Bitten den Hund festzuhalten oder anzuleinen nicht nachkommt. Das ist unter aller Kanone, dreist und entschuldigung: assozial! Aber auch hier gibts ein weiteres "Aber". Ich behaupte, die wenigsten die mich bisher angemault haben und sich durch Diegos pure Anwesenheit belästigt gefühlt haben, waren Angstpatienten. Und ganz ehrlich... das ist doch auch eigentlich völlig losgelöst von der Leinenpflichtdiskussion. Angstpatienten könnten mir überall entgegen kommen und wenn mir ein Mensch eben dies zu verstehen gibt, dann geh ich mit Diego eben noch 3 Meter tiefer in die Wiese und gut ist es!

Mit dem Beissvorfall bei Urizen ist es ähnlich. Ich sehe da keinen direkten Zusammenhang zu einer Leinenpflichtdiskussion. Natürlich kann ein angeleinter Hund stressbedingt evtl eher nach Vorne gehen und zeitgleich kann die Leine leichter räumliche Distanz aufbauen, aber wenn ich mit jemandem irgendwo ins Gespräch komme und der Besitzer seinen Hund nicht im Auge hat um ihn zu lesen, dann können solche Situationen nunmal eben auch entstehen. Der Hund hätte genauso gut nach vorne gehen können, wenn er abgeleint gewesen wäre und wenn ich von meiner "Gesprächs-Distanz" ausgehe, dann ist selbst die Leine zu lang um einen direkten Kontakt zwischen meinem Hund und dem anderen Menschen zu vermeiden. Das Problem liegt in dieser Situation in meinen Augen wo ganz anders... Natürlich nicht bei Urizen, aber beim Besitzer, der seinen Hund kennen sollte und je nach Charakter und bekanntem Verhalten agieren und nähe aufbauen soll. Ein Beissen endgültig verhindern kann keine Leine und keine Erziehung der Welt. Das kann maximal ein Maulkorb.

Und dann noch eine letzte Aussage: Ich kenne mehrere sehr gute Hundetrainer, ich kenne Hunde der Rettungshundestaffel und sogar einen Polizeihund. Ich kenne hobbymäßig wirklich spitze erzogene Hunde verschiedenster Rassen und ich gebe ehrlich zu, ich bin bei manchen wirklich neidisch auf die adäquate Umsetzung von Kommandos. Ein Wort und der Hund spurt. Faszinierend. Mit viel Training und Konsequenz und der richtigen Rasse ist das garantiert auch gut zu meistern. ABER... eine 100%ige Garantie gibt es nicht! Und ich finde es anmaßend und gefährlich von dieser Gewissheit auszugehen. Liebe(r) Hoffnungsgarten, ich will dir wirklich nicht absprechen, dass du zu den besagten Menschen gehörst, der/die ihre/n Hund wirklich spitzenmäßig unter Kontrolle haben, aber es gibt Situationen in denen jedwede Erziehung nicht greifen kann. Und sei es nur aus einem Instinkt heraus. Angst, Panik oder solche spezifischen Situationen sind nicht 100%ig zuverlässig trainierbar. Das sind Reaktionen, Reflexe oder Momentaufnahmen, genauso wie eine Wegziehen einer heißen Hand von der Herdplatte oder ein Blinzeln, beim Berühen der Wimpern. Solche dramatischen Situationen mögen selten sein und vielleicht hast du sie einfach noch nicht erlebt- das wünsche ich dir auch nicht- aber kein Hund der Welt, kein Lebewesen der Welt reagiert 100% vorraussehbar und kontrollierbar in Extremsituationen.

Wie auch immer... Das lag mir jetzt nochmal auf dem Herzen es loszuwerden. Liebe Grüße
 
Thema:

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