Die sagen auch immer wieder das es am Anfang Pflicht ist einen Barf Plan von einer Tierklinik erstellen zu lassen weil man sonst ja alles nur falsch macht.
Welche Tierklinik macht denn sowas bitte? Und welche Literatur nehmen die zur Berechnung zur Hand? Wirklich den Meyer/Zentek oder am Ende auch das Barfheft von Swanie Simon :lol:
Die Ernährung von Hunden ist zudem im Tiermedizinstudium eher ein Nebengedanke und auch ganz sicher nicht Alltag eines Arztes in der Tierklinik. Irgendwie klingt das Ganze wie eine Forderung von Leuten die sich eigentlich noch nie wirklich mit Rohfütterung auseinandergesetzt haben und den Schwierigkeitslevel völlig überschätzen.
Ich verstehe jetzt auch das Ding mit der Barf Religion, bin ein paar Gruppen bei Facebook beigetreten um Infos zu sammeln und da wird ja jedes bisschen aufs Gramm genau abgewogen und man MUSS 300 verschiedene Pülverchen und Öle haben aber die darf man natürlich nicht einfach geben sondern muss alles über genau berechnen und genau an den Fleisch und Knochengehalt anpassen sonst könnte der Hund ja sterben :silence:
"Ich habe einen aufs Gramm ausgrechneten Futterplan für meinen Hund erstellt." - "Schön, leider stimmt er nicht."
So ähnlich lautet ein Zitat aus einem der Simon Bücher. Jeder Hund ist anders, jeder verwertet das Futter ein bisschen anders, der Hund wird älter, ist vielleicht in seinem Leben mal mehr und mal weniger gut trainiert, er bewegt sich heute mehr und morgen weniger. Man stelle sich vor, der Organismus wäre trotzdem darauf angewiesen wirklich alle Nährstoffe in der richtigen Menge jeden einzelnen Tag zugeführt zu bekommen. Ich glaube Leben hätte sich auf diesem Planeten dann wohl nicht durchgesetzt :lol:
Es geht eher darum die richtige Menge im Schnitt und über 2-4 Wochen verteilt zu füttern, Zusätze können Sinn machen und ich habe auch gute Erfahrungen damit, aber lebenswichtig sind sie nicht.
Meine kleine Greta ist ja jetzt erst 10 Monate alt, als Zusätze verfüttere ich Algenpulver (enthält Collagen für die Knorpel und Gelenke im Wachstum) und Hagebuttenpulver (Vitamin C für das Immunsystem, welches im Wachstum bekanntlich auf Hochtouren läuft), im Fellwechsel gibt es Bierhefe. Ob man das Kokosöl und den Lebertran den ich verfüttere als Zusätze bezeichnen möchte sei mal dahingestellt.
Fakt ist, kein Hund stirbt oder bekommt absurde Mangelerscheinungen, nur weil man auf Algen, Hagebutten oder im Mondlicht geriebene Baumrinde verzichtet. Das gleiche gilt für den pflanzlichen Anteil, der Hund braucht keine Abwechslung in Form von Kurkumawurzeln oder kanadischen Wildbeeren. Regionales Obst und Gemüse, welches man nach Saison im Supermarkt oder auf dem Markt bekommt sind gesund, günstig und dazu sogar noch viel umweltfreundlicher.
Einzig die Zusammensetzung der Fleischmahlzeiten sollten gut überlegt sein, schließlich macht Fleisch den Hauptanteil aus. Knochen sollten etwa 2-3x die Woche eine Mahlzeit gefüttert werden, dabei sollte eine Knochenmahlzeit etwa aus 50% Knochen und 50% Fleisch bestehen.
Bei den Innereien scheiden sich die Geister, einige sollten nicht zu oft gegeben werden, so reicht einmal die Woche Leber (etwa 50g pro 10kg Hund) völlig aus (Leber ist sehr vitaminreich und daher gesund, einige Vitamine können aber - wie beim Menschen - im Überfluss schaden). Schlund und Kehle sollten auch sparsam gegeben werden, da dort noch Reste der Schilddrüse sein können welche natürlich Hormone enthalten die im Überfluss schaden würden. Herz kann man etwa 1x die Woche eine volle Portion geben, Mägen können auch 2 Portionen die Woche sein.
Alles in allem bleibt, bloß nicht in Panik geraten, es ist wirklich nicht leicht seinen Hund totzubarfen und da würde ich an deiner Stelle auch nicht viel auf irgendwelche überdrehten Facebook-Gruppen voller Barf-Jünger geben. Meine Vermutung ist einfach, dass die das selbst noch nicht lange machen, da ich mir einfach nicht vorstellen kann, wie da jemand 10 Jahre lang für den Hund jeden Tag irgendwelche Pulver aufs Zehntelgramm abwiegt :lol:
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