Durfte Tyson früher immer zu allen Hunden? Wie hast du das früher mit dem Vorbeigehen gemacht?
Nils ist jetzt 17 Monate und Tyson sehr ähnlich

Er möchte am liebsten mit allem und jedem spielen. Sobald er einen Hund sieht, fängt er an zu ziehen. Ich habe mit ihm "Langsam" ohne Ablenkung geübt. Wenn er trotzdem zieht, drehe ich um, wechle die Richtung und dann wieder dem Hund entgegen, wenn er brav läuft. Wenn er zieht, kommt er dem Obekt seiner Begierde nicht näher.
Das hat er insoweit gecheckt, dass das Ziehen nachgelassen hat.
Wenn der andere Hund angeleint ist, darf Nils (zumindest im Feld, Wiese usw.) nicht hin. Dafür üben wir (auch erst ohne Hund, halt bei Menschen, die sind nicht sooo toll, oder wenn ers eh schon macht) "Vorbei", das bedeutet "wir laufen jetzt vorbei, egal, was du willst". Dabei ist es wichtig, dass ich das Kommando durchsetze, es zu keinem Kontakt kommt. Zieht er hin, streckt er seine Nase in die Richtung des Hundes usw. "Nein".
"Vorbei" sage ich schon, bevor der Hund an uns vorbei läuft, so weiß Nils, dass es nichts bringt, er nicht hin darf.
Auch laufe ich nicht zögerlich, langsam, sondern so, dass er weiß: Frauchen weiß was sie will und setzt es durch. Aber nicht rennen, nur zügig gehen.
Anfangs hilft es auch, wenn der Abstand zum anderen Hund größer ist. Bei uns sind die Wege meist eng und es geht nur ein Meter Abstand. Da packte Nils früher oft das Spring-und-Zieh-Fieber. Ich habe ihn dann immer und immer wieder mit "Nein" zurechtgewiesen. An guten Tagen läuft er auch bei einem Meter mittlerweile brav. Wir üben jetzt ein halbes ahr bei jeder Gelegenheit.
Wichtig: Sobald er auch nur kurz brav läuft, lobe ich ihn verbal. (Leckerlis gehen nicht, da Magenprobleme, interessieren ihn auch nicht sonderlich) Er hört dann an meiner Stimme, dass ich mich freue, schaut mich an und propellert. In dem Moment bekommt er sein Spieli zum Abreagieren und ich spiele eine Runde mit ihm.
Aggressiv war Nils noch nie. Er hat auch noch nie geknurrt oder gebellt, wenn er nicht zu einem Hund durfte. Er hat gelernt, dass er nicht zu jedem darf.
Allerdings bellt und knurrt er, wenn wir vorbei sind :silence: Dann flippt er oft vor Freude vollends aus, weil er etwas toll gemacht hat, ich mich freue und er seine Toberunde zur Belohnung einfordert. Der andere Hund interessiert ihn nicht mehr. Aus dem Augen aus dem Sinn. - Mich stört das nicht. Er darf sich ruhig freuen. Sieht zwar komisch aus, wie er so um mich herum springt und knurrt. Aber ich bin der Meinung, dass er sich das dann nach der "schweren Arbeit" erlauben darf.
Meine Meinung. Würde ich nicht drauf eingehen, würde er es lassen.
Wichtig ist, dass du ruhig bleibst. Leichter gesagt als getan, ich weiß. Nils reagiert sehr sensibel auf meine Stimmung. Wenn ich zögerlich bin, falsch oder zu spät reagiere, verfällt er schnell in sein altes "Dopsball"-Muster. Am besten läuft er vorbei, wenn ich sauer bin :silence: Da laufe ich eh zügiger als sonst und er weiß, dass ich nicht nachgebe. Ansonsten versucht er es halt immer wieder... Wir sind ja auch immer noch am Anfang unseres Trainings, machen Fortschritte, aber es gibt auch Rückschläge.
Zu anderen Hunden darf er trotzdem, auch an der Leine, aber halt nicht immer und nur wenn Kontakt erwünscht ist. Hier bei uns gibt es ein paar Rüden, die andere Rüden nicht mögen. Da muss Nils halt durch.
Wenn aber einer ihn überraschend überfällt, hat er kein Problem damit.
Geduld und Konsequenz
