Anforderungen der LPO

Diskutiere Anforderungen der LPO im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Einmal, mit der Gewinnprämie in den Urlaub zu fahren, das können sich andere Sportler wie Fußballer oder Boxer leisten, aber kein Reiter. Der...
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  • Anforderungen der LPO Beitrag #61
Einmal, mit der Gewinnprämie in den Urlaub zu fahren, das können sich andere Sportler wie Fußballer oder Boxer leisten, aber kein Reiter. Der Aufwand ein Tunier zu bestreiten ist viel höher als das evtl. zu erwartene Preisgeld. Alle müssen noch andere Berufe nach gehen. Reich werden sie damit nicht.
 
  • Anforderungen der LPO Beitrag #62
Im Grunde ist doch das, was im Reitsport an der Weltspitze gezeigt wird, ebenso Extremsport wie Laufen, Radfahren, Schwimmen, Fußball etc. auf "Weltklasseniveau" - und ich schreibe das jetzt bewußt in Anführungszeichen. Daß einiges, was dort gezeigt und praktiziert wird, nicht gut, nicht sinnvoll, ungesund oder gar gefährlich ist, dürfte jedem klar sein, vollkommen egal, ob es eben um das bis zum Bandscheibenvorfall aufgerollte Pferd geht oder um gedopte Schwimmer oder Leichtathleten, die "gesundgespritzt" werden, um bei dem einen entscheidenden Wettkampf Leistung zu zeigen. Schaut euch die Radfahrer der Tour de France an - seit Jahren fahren dort Asthmatiker an der Spitze - warum wohl? Weil die Medis, die bei ihnen als "nötig" eingestuft werden, bei jedem anderen als Doping gewertet würden. Kein "normaler" Asthmatiker, der bei Verstand ist, würde sich doch so einer Tortur aussetzen. Es geht immer um den Moment - auch auf Kosten der Gesundheit, egal ob beim Tier oder beim Menschen. Leistungssport ist nichts Nettes, Schönes, Angenehmes, und man sollte ihn sich, meine ich, ganz generell nicht unbedingt zu Vorbild nehmen, denn dazu taugt er nicht. Ein Freizeitreiter, der die vielgescholtene van Grunsven nachahmt, ist genauso auf dem Holzweg wie ein Freizeitradfahrer, der macht, was Jan Ullrich gemacht hat (meine Meinung). Der im Fernsehen gezeigte Hochleistungssport ist Entertainment, und als solcher sollte er auch gesehen werden, er kann kein Maßstab für den Alltag sein.

Ein Freizeitreiter, der unter vernünftiger Anleitung eines Reitlehrers reitet (und auch Fortgeschrittenen schadet ja die eine oder andere Stunde unter Anleitung nicht), wird gar nicht in Verlegenheit kommen, sich so kritikwürdig zu präsentieren. Ich glaube nicht, daß die Vorbildfunktion der Olympischen Reiterei da überschätzt werden sollte - viel eher sollte man Wert darauf legen, daß an der Basis korrekt gearbeitet wird (da hat Ronja zweifellos recht) und das, was im Fernsehen gezeigt wird, als das ansehen, was es ist: Show. Dieser Show kann und darf man nicht die Verantwortung dafür übertragen, wenn im Kleinen, im Breitensport, Mist gebaut wird.
Wenn ein Formel1-Fahrer aus Wut einem anderen reinfährt, darf ich das ja auch nicht zum Vorbild nehmen und jemanden, der mich nervt, auf der Autobahn rammen ;)

Ich habe selber jahrelang diesen Turnierzirkus mitgemacht - nie mit eigenen Pferden, ich hatte Pferde anderer Leute im Training, die berufstätig waren und unter der Woche keine Zeit hatten, am WE aber auf Turnieren reiten wollten. Daß das allgemein jetzt auch nicht das Gelbe vom Ei ist, darüber braucht man nicht zu diskutieren, meine ich, ich würde auf diese Art kein Pferd haben wollen, aber gut.
Tatsache ist, daß ich genug von regionalen Turnieren mitbekommen habe, um sagen zu können, daß die Kriterien zwar fallbezogen durchaus ungerecht sein können (einer unserer Füchse, gestiefelt bis zum Bauch, wurde in der Dressur öfter mal schlechter bewertet, "bunte" Pferde sind da eben nicht gern gesehen), in der Gesamtheit aber dann doch wieder stimmen, über's Jahr gesehen. Man hat nicht immer dieselben Richter unter denselben Vorzeichen, und wenn auf dem einen Turnier Reiter A bevorzugt wird, mag den vielleicht auf dem nächsten Turnier Richter B nicht leiden, oder das Pferd ist schlecht drauf - was auch immer; es gleicht sich wieder aus über die Saison. Reiter, Pferd und Richter haben eine Tagesform, und daher "menschelt" es einfach, aber das ist eben so, und wessen privates Lebensglück von vielen bunten Schleifchen abhängt, hat, meine ich, auf einem Pferd ohnehin nichts verloren sondern sollte sich eine Nähmaschine kaufen. Das ist ein Hobby, und als solches sollte man es auch verstehen und beurteilen. Ich hatte mit dem Turniersport als Breitensport nie Probleme, man braucht dazu aber vielleicht auch eine gewissermaßen entspannte Einstellung, so daß man nach einem verkorksten Springdurchgang immer noch gut gelaunt eine Runde im Gelände drehen kann ;)
 
  • Anforderungen der LPO Beitrag #63
Das ist aus der Seele gesprochen!
 
  • Anforderungen der LPO Beitrag #65
und wessen privates Lebensglück von vielen bunten Schleifchen abhängt, hat, meine ich, auf einem Pferd ohnehin nichts verloren sondern sollte sich eine Nähmaschine kaufen.

*lachmichtot* Aber ganz genau so ist es ja...
 
  • Anforderungen der LPO Beitrag #66
Im Grunde hast du schon Recht Chipi, auch wenn ich deine Meinung im Puncto Vorbildfunktion nicht vertrete.

Was Schwimmer oder Radfahrer mit ihrem eigenen Körper machen ist mir schlicht weg sch*** egal, aber sobald ein Tier, das zweifellos nichts zur Dummheit seines Reiters kann, darunter leiden muss, ist der Spaß bei mir vorbei!

Natürlich haben diese Leute eine Vorbildfunktion!

Jeder kennt den bekannten Dressurreiter, nur wenige den tollen Reiter von neben an. Weißt du was sich meine?
Alle kleinen Jungs wollen David Beckham sein. Es gibt genug junge Reiterinnen, die versuchen ihren Vorbildern nachzueifern.
Da hat man zweifellos eine Vorbildfunktion!

Und "Show" sollte eine gut gerittenen Dressur nun ja auch nicht sein. Da kann ich zum "Zauberwald" oder sonst noch was gehn & nicht auf einen Turnierplatz. Denn vernünftig über den Rücken sollte jedes Pferd gehen. Und nichts anderes gehört mM nach als Hauptkriterium auf den Zettel eines jeden Richters.
Traversalen ect. kann ich mir schenken. (okay, hier kommt die "Show")

LG
 
  • Anforderungen der LPO Beitrag #67
Genau so! :clap:
 
  • Anforderungen der LPO Beitrag #68
Ich habe auch nie bestritten, daß alles, was im Fernsehen gezeigt wird, eine gewisse Vorbildfunktion ausübt. Aber dort die Verantwortung dafür zu suchen, daß im Breitensport so viel Mist gemacht wird, halte ich eben für falsch - denn dann müsste im Umkehrschluß, wenn im Fernsehen nur noch vorbildliche Reiter gezeigt würden, im Breitensport alles super laufen - und das würde genauso wenig passieren.

Um dein Beispiel von den Jungs und Beckham aufzugreifen: viele Jungs wollen sein wie er, lassen sich die Haare so schneiden etc. In ihrem Team sind sie aber nicht Beckham - ihr Trainer in der Mannschaft wird sie da einsetzen, wo sie am besten sind, und wenn einer der Jungs eben mehr Talent als Rechtsaußen halt als im Mittelfeld, wird er ihn dort einsetzen, auch wenn Becks Mittelfeldspieler ist.
Und genau dasselbe passiert mit den Mädels, die ihrem Dressurreiterinnenidol nacheifern - wenn sie von einem kompetenten Reitlehrer trainiert werden, wird ihnen schnell klar, daß das, was im Fernsehen erfolgreich ist, nicht unbedingt gut ankommt.

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch im Stall ist - bei uns wurde damals durchaus kritisch über die im Fersehen präsenten Reiter gesprochen.
Daß es schöner wäre, wenn derartige Fehler nicht auch noch prämiert würden, das steht ja meine ich außer Frage. Aber wie gesagt, ich finde es zu kurz gedacht, die Verantwortung für Dinge, der im Breitensport falsch gemacht werden, an diversen Präsentationen im Fernsehen festzumachen. Damit könnte man im Endeffekt dann alles rechtfertigen, jeder könnte sich rausreden damit, daß das ja mal im Fernsehen zu sehen war und gutgeheissen wurde.
 
  • Anforderungen der LPO Beitrag #69
Nein. Das wollte ich damit auch nicht sagen ;)
Jeder ist für das was er tut selber verantwortlich.

Du hast schon Recht, damit kann man nicht rechtfertigen, was im "Breitensport" oder eben halt in Feld & Busch so alles abgeht.
Nur finde ich es, wie gesagt, schade wenn nicht mal im Fernseh vernünftig gerittene Pferde gezeigt werden. Das hat auf außenstehende Leute auch eine abschreckende Wirkung. Meine Mum z.B nie Pferdemensch gewesen sieht ein Pferd, dass deutlich hinter der Senkrechten geht. Sie sagt zu mir "Ist diese Dressur nicht eigentlich Tierquälerei? Guck doch mal, das Pferd sieht ja gar nichts!"
Na bravo!
Klar, das hätte sie auch irgendwo auf einem x-beliebigen Reitplatz sehen können, aber an dieser Stelle war es auf einem Abreiteplatz auf einem großen Turnier.

Aber ich denke wir sollten es jetzt dabei belassen ;)
 
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