Hallo!
Das ist eine Frage, die ich mir auch sehr häufig stelle, wenn ich an den deutschen Reitställen vorbeireite oder reinschaue.
In der heutigen Zeit - alles muß schneller, besser, effektiver sein und gehn - ist es schwer geworden, mit konservativen Einstellungen wie "Nur der Charakter zählt" zu überleben.
Gerade sowas ist ja wie bekannt Geschmackssache - der eine liebt sein Pferd, der andere findet das Pferd ätzend.
Ich träume davon, dass die Menschen das Pferd wieder vermehrt als Partner, als Freund sehen, mit dem Sie Abenteuer erleben, gemeinsam lernen, Jahrelang zusammen verbringen, und nicht das Tier als Sportobjekt oder "Hobby" betrachten, dass man benutzt, wenn man möchte.
Mein Pferd ist vom Charakter her für die wenigsten etwas, ich liebe ihn. Ich mag keine Araber, ich stehe eher auf Barock-Pferde, er ist zu schlecht ausgebildet für mich, und zickt manchmal richtig rum.
Aber ich liebe ihn.
Und mag ein Pferd auch treten und beißen bei anderen - wenn es das nicht bei seinem Besitzer tut und er es liebt und versteht, warum dann richten?
Ich finde es den Pferden gegenüber ungerecht, nur nach Klassen, Ausbildungsstand und "Nutzungsgrad" zu gehen.
Ich lese lieber eine Anzeige wie "Charakterstarkes, sensibles Pferd sucht Menschen für den gemeinsamen Lebensabend. Schmiede- und Verladefromm, ein echtes Verlasspferd für die Bezugsperson, manchmal schreckhaft." anstatt "8-Jähriger Hannoveranerwallach von XY (aus YX), Dressur L, Springen erfolgreich M auf Zeit, beschlagen etc."
Oder?
Das ist wie mit Bewerbungen für Berufe.. Es zählt der Abschluss, die Noten, die Qualifikation, nicht unbedingt die Erfahrung und der Charakter..
Liebe Grüße
Eure Feder