Ich hab mir eben mal die erste Seite durchgelesen und will jetzt auch von meinen Ängsten erzählen.
Ich leide unter der Emetophobie, die Angst vor dem Erbrechen.
Das schränkt mich enorm ein. Ich wasche mir sehr oft am Tag die Hände, weil ich immer denke es wären irgendwoe Bakterien und ich könnte Magen-DarmGrippe bekommen. Meine Hände sind schon total ausgetrocknet. Auch in Gegenwart anderer Menschen kriege ich Angst, es könnte ja jemand krank sein und mich anstecken, oft halte ich dann die Luft an, wenn jemand an mir vorbei geht der "verdächtig" aussieht.
Sobald ich zuhause bin ziehe ich mich sofort um, es könnte ja sein das ich an meinem Klamotten irgendwelche Bakterien habe. Essen kann ich eigentlich ziemlich normal, aber es macht mich fertig, dass ich trotzdem nur 40kg bei einer Größe von 1,70m wiege. Oft wird mir an den Kopf geworfen ich sei Magersüchtig oder hätte Bulemie.
Das macht mich total fertig. Viele kennen stempeln dünne Leute einfach als Magersüchtig ab und habe keine Ahnung wie sie einen verletzen können. Ich kriege es einfach nicht hin zuzunehmen.
Bei Lebensmitteln bin ich total überempfindlich, was auch nur einen Tag drüber ist wird nicht mehr gegessen, meine Mutter wirft mir oft an den Kopf, dass dies total übertrieben ist, anderseits meint sie dann wieder, dass sie verstehe wie es mir geht.
Ich wage es zu bezweifeln. Auch kann ich nirgenwo übernachten, weil ich Angst habe mir könnte schlecht werden, selbst wenn ich in einem anderen Bett in unserem Haus schlafen würde, das geht nicht. Ich habe auch Angst vor zwei Uhrzeiten,23:19h und 21:15h. Ich habe mich zu beiden Uhrzeiten mal übergeben und habe jetzt Angst, dass es wieder passieren könnte. Diese angst ist zum Glück nicht stark und auch nur selten da. Meist esse ich nach 21:30h abends nichtsmehr, weil ich Angst hbe mir könnte schlecht werden,wenn ich ins Bett gehe. Die Schule ist auch oft schwer, ich habe oft Angst, dass dort irgenjemand krank ist oder ich krank werden könnte. Alles in allem bin ich fast jeden Moment in Gedanken bei meiner Phobie, achte sehr auf meine mitmenschen und fange an zu koordinieren. Dazu möchte ich ein Bsp nennen: Gestern war ich in der Stadt. Ich wollte mir etwas zuessen kaufen und vor mir in der Schlange war eine Frau mit zwei Kindern. Der Sohn wollte etwas zu trinken aber nichts zu essen. Er trank aus der Flasche woraufhin die Tochter nichtmehr aus dieser trinken wollte. In meinem Kopf machte es soforz *click*, der hat ne MagenDarmGrippe!
Wieso sollte er sonst nichts essen und das Mädchen nicht aus der gleichen Flasche trinken. Solche Situation erlebe ich viel zu oft! Durch meine Angst sitze ich oft da und träume und plane meine Zukunft. Ohne die Phobie. Ich sitze dann am Pc such mir irgendwelche Möbel in Onlineshops raus und überlege in Gedanken wie ich meine Wohnung einrichtn würde. Einfach um mich abzulenken.
Viele denken wahrscheinlich, "was soll am Kotzen denn so schlimm sein?" (tschuldigung wegen der wortwahl)
Dazu noch eine Situation:
Ich fahre wegen meiner Phobie nicht mit auf Klassen-Skifreizeit.
Dazu brauche ich aber ein Atest vom Arzt, ich habe ihm also kurz von meiner Phobie erzählt und er meinte nur so:"Das problem ist ganz leicht zu lösen, du nimmst eine Kotztüte mit und dann kann man das ganz leicht verschwinden lassen"
Hat der mir nicht zugehört oder will er es einfach nicht verstehen.
Mich macht das langsam echt fertig. Ich will auch schon eine Weile in Therapie gehen, aber ich hab da immer noch nicht angerufen, ich denk mir dann irgendwie imemr, so wenn du da jetzt hingehst unterschreibst du damit sozusagen, dass du "krank"/bekloppt bist...
..danke fürs Zuhören
Liebe Grüße
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EDIT (automatische Beitragszusammenführung):
Willkommen im Club...
Ich will mich heute nur verstecken. Und gleichzeitig schäme ich mich vor mir selbst, dass ich genau das schon wieder tue.
Ich trete dann auch mal ein in den Club.
Manchmal will ich am liebsten nur noch zuhause sein und nichts von der Außenwelt wissen.