Ääääh, wie alt ist Euer Malamute-Kangal-Mix? Ein ursprünglicher Herdenschutzhund wie der Kangal (also noch sehr natürlich, weil bisher noch nicht so in Mode wie der Kuvasz), entwickelt seine Persönlichkeit frühestens mit 1,5 Jahren, sprich erst dann weiß man, was für einen Hund man wirklich hat. Und dieser Charaktersprung geht meist sehr plötzlich. Gestern noch der liebste Hund und puff plötzlich werden andere Hunde angezickt und der Schutztrieb kommt plötzlich voll durch. Insofern, wenn Ihr einen jungen Hund habt, erstmal abwarten und nicht zu früh freuen... Allerdings muss der Kangal ja auch nicht durchschlagen.... Insofern habt Ihr vielleicht Glück oder Pech - je nachdem, wie man es mag. Wir hatten auch einen Engel, lieb zu allem und jeden bis zur Pubertät und nun, naja, für mich immer noch ein Traumhund, aber ehrlich mit einem Golden Retriever kann man sich freier und unkomplizierter bewegen... Aber Hauptsache, Ihr seid glücklich, liebt Euren Hund und kommt gut mit ihm zurecht...
Es ist nicht untypisch für HSH andere Hunde nicht zu mögen, gerade für Kangals. Da Kangals oft auch Jagdtrieb und eben den Schutztrieb haben, fallen kleine Hunde und Katzen etc. häufig auch in das Raster Beutegreifer wie Marder oder jagbares Tier wie Hasen. Das muss man halt wissen, dann kann man gut damit leben.
Einen Rüden, Karlo hieß er, habe ich ganz lange betreut, neben meinen zwei Kaukasen, die ich damals auch noch betreut habe. Wir haben den einen Rüden zu dritt (!!) ausgeführt um ihn halten zu können.
Er hat sich vor uns auf den Boden geschmissen und sich am Bauch kraulen lassen und im andern Moment ist er aufgesprungen, hat Radfahrer, Kinder, Hunde, einfach alles was lebt angefallen!
Naja, ehrlich gesagt, Bestie würde ich das nicht nennen, bloß in seiner Kindheit schlecht sozialisierter HSH, der nicht gelernt hat +/- ordentlich an der Leine zu gehen und es offensichtlich auch gewohnt war, für seine menschklichen Begleiter den Beschützer und Macher übernehmen zu müssen. Und, sorry, offensichtlich konntet ihr Euch auch nicht durchsetzen, denn auch bei einem noch so verzogenen HSH ist es möglich, die entsprechende Führungsposition einzunehmen, so dass der Hund führ- und lenkbar ist. Das übrige beschriebene Verhalten ist vollkommen normal, HSH sind Traumhunde in ihrem Rudel und schützen dieses halt gegen alles, was sie nicht kennen und einordnen können oder was aus ihrer Sicht eine Gefahr sein könnte. Wenn Ihr es auch noch zugelassen habt, dann doch klar, dass Hund macht, was er für richtig hält. Dafür sind diese Hunde ja bekannt, selbständige Entscheidungen, Grenzen permanent austesten, Anzweifeln und Prüfen von Kommandos, Ausführen von Kommandos aus Zuneigung, ein Gedächntnis wie ein Pferd (sehr nachtragende Hunde) und bedingungslose Liebe zum Rudel. Aber es waren ja auch nicht Eure Hunde, sondern TH-Hunde, die Ihr hin und wieder mal betreut habt und die Erziehung eines "versauten" Kangal ist schon ein Full-Time-Job und erfordert Geduld, Nerven, Konsequenz, Geduld, Nerven, Konsequenz, Geduld, Nerven, Konsequenz usw....
Kurzum: ich liebe diese Hunde, wobei mir der Kangal mittlerweile zu sehr zum Modehund verkommen ist, da ist mir unsere Zentralasiatin schon lieber. Ich liebe den Charakter der HSH, lebe mit den Einschränkungen (meist sogar gerne, wobei der nächste Hund wird ein einfacherer Kuvasz), würde mir aber ohne meinen Mann, der für diese Art von Hunden das absolut richtige Händchen und die richtige Sturheit hat und die tolle Beratung und immer noch andauernde Betreuung durch unsere Züchterin (mittlerweile enge Freundschaft) derartige Hunde nicht zutrauen! Nicht ich allein, ne das ging schief...
Sorry, zu viel gelabert...
Euch allen viele Grüße,
Samson