Hallo...
Also, ersteinmal finde ich, dass sich eine Thamnophis rein gar nicht als Anfängerschlange eignet. Sicher verzeiht sie den einen oder anderen "Anfängerfehler", allerdings treten solche ja nicht zwingend auf, wenn man sich vorher entsprechend informiert.
Das ist bei Kornnattern oder Königsnattern nicht anders. Informieren muss ich mich bei jedem Tier
Warum ist eine Thamnophis (gleich welcher Unterart) meiner Meinung nach keine Anfängerschlange? Nun, sie sind sicherlich nicht sehr teuer in der Anschaffung, der Markt ist, genau wie bei Pantherophis guttatus, absolut überschwämmt. So bekommt man also ein solches Tier schon für ein paar kleine Euronen.
So extrem wie bei Kornnattern ist es bei weitem nicht
Auch die Haltung an sich ist nicht sehr anspruchsvoll und somit auch nicht sonderlich teuer. ABER: Thamnophen sind nicht gerade für ihre "Ruhe" bekannt. Sie sind sehr "zappelig", was das handling, gerade für den ungeübten Schlangenhalter, nicht gerade einfach macht. Sie sind wahre Ausbruchskünstler-demnach wird jede Unachtsamkeit des Halters gerne zur Flucht genutzt. Eine Ausgebüchste Thamnophis wieder einzufangen-fast unmöglich. Dies sollte schon mal von Anfang an bedacht werden. Die Futterfrage gestaltet sich zwar auch nicht sonderlich schwierig-aber dass ist bei (fast) jeder Schlange so. Denn Mäuse gibt es in (fast) jeder Zoohandlung, egal ob gefroren oder lebend.
Nichts anderes ist es bei jungen Kornnattern. Auch diese nutzen jeden noch so kleinen Spalt um zu flüchten. Mir sind auch schon die eine oder andere ausgebüchst und ich hab sie alle nach kurzer Zeit wiedergehabt.
Nicht jede Strumpfbandnatter ist zappelig. Von meinen ganzen Tieren die hier bei mir sitzen sind vielleicht drei Tiere etwas hektisch und zappelig. Der Rest ist super ruhig und lässt sich ohne Probleme aus dem Terrarium nehmen.
Andererseits kommt mir nun die Frage-wann ist ein Tier Anfänger geeignet? Nun, jeder fängt mal "klein" an und es ist wahrlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Der Vorteil einer Thamnophis liegt nun hier, dass sie nicht sonderlich agressiv sind und ihren Unmut mittels einem (wirklich extrem) stinkenden Exkrementes kund tut.
Dann hast du noch keine agressive Thamnophis gesehen. Das können die sehr wohl. Und da bleibt es nicht bei Sekretausscheidungen.
Mir stellt sich nun die Frage, warum das Verantwortungsbewusstsein eines 13 jährigen in Frage gestellt wird? Sicher ist es von Vorteil, wenn die Eltern das Hobby teilen und/oder sich wenigstens für Reptilien interessieren. Der Junge hat mit seinen 13 Jahren sicherlich mehr Zeit sich um sein Tier zu kümmern als manch Erwachsener. Außerdem ist so ein Reptil kein Hund, und durchaus sehr glücklich wenn es in Ruhe gelassen wird.
Es könnte durchaus der Fall eintreten, dass der junge Mann sein Interesse verliert, aber seien wir mal ehrlich, dass kann auch bei einem Erwachsenen eintreffen. Ob man sich nun ein Reptil anschafft weil es "cool" ist? Auch das passiert bei Erwachsenen weit aus öfter.
Tja, wie kann sich nun ein Jugendlicher die Haltung eines Reptils leisten? Ich denke mal, die Frage ist durchaus wertlos, denn er muss sich ja sicherlich auch nicht Gedanken darum machen, wie er sich selbst über Wasser hält... Hier stehen die Eltern in der Pflicht, dass sie sich darüber bewusst sind, bezweifle ich nicht, denn jedes Haustier, jedes Hobby (der Fußballverein wird sicherlich nicht vom Taschengeld finanziert...) kostet Geld und erfordert finanzielle Unterstützung.
Das ist korrekt
Das die Rufe nach einer Urlaubspflege laut werden, kann man sicherlich nachvollziehen, allerdings sehe ich auch hier kein Problem. Wenn sich niemand findet, der sich um den Pflegling kümmern kann, gibt es viele reptilienkundige Einrichtung die sich sehr gut um die Tiere kümmern. Mit ein wenig Recherche im www sollte man auch hier durchaus fündig werden.
Womit wir wieder bei dem Thema wären, dass man sich VORHER alle möglichen Situationen durchdenkt bevor man sich ein Tier anschafft
Bevor nun allerdings eine Schlange einzieht, sollte man sich ausreichend informieren. Nur lesen reicht meines erachtens nicht. Mein Vorschlag: Setzt euch mit Züchtern in Verbindung, informiert euch über verschiedene Schlangenarten, ihre Haltungsbedingungen und Bedürfnisse. In fast jeder Großstadt werden Kurse angeboten in denen man den Umgang mit Schlangen erlernen kann. Wäre doch eine super Idee zum Geburtstag? Desweiteren besteht die Möglichkeit sich mit einer DGHT Ortsgruppe in Verbindung zu setzen. Die Mitglieder stehen einem gerne mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem ist das www voll mit Reptilienforen in denen sich sachkundige User "rumtreiben", auch hier kann man sich wertvolle Informationen holen. Man sollte sich nur darüber im klaren sein, dass nicht jeder der ein Reptil hält, auch Ahnung davon hat-aber doch gerne seinen Senf dazu gibt. Das liegt wohl in der Natur des Menschen.
Nur so, denke ich, kann man für sich den optimalen Pflegling finden.
Soweit richtig, nur wird vielmals eben nur im Internet gelesen. Und hier ist genau die Gefahr sich ein Tier zu kaufen ohne wirklich Ahnung davon zu haben, oder wie du sagtest sich bei Züchtern bzw. erfahrenen Haltern Informationen einzuholen. Und viele Internetseiten enthalten Inhalte die schlichtweg falsch sind. Deshalb ist es unerlässlich, sich dementsprechende Literatur anzuschaffen.
Ich wünsche dir und deinem kleinem Bruder viel Erfolg bei der Suche nach "der richtigen", es ist zwar sicherlich mit viel Geduld verbunden, doch diese wird am Ende belohnt. Brecht nichts übers Knie und lasst euch nicht zu stark verunsichern-wie gesagt, jeder "große" Schlangenhalter hat mal klein angefangen, egal ob mit 13, 22 oder 40!