Ich kann zu dem Thema vielleicht noch sagen, wie das hier in der Schweiz abgeht. Wie Ihr ja wisst, betreibe ich ehrenamtlich eine Auffangstation für Wildvögel. Und ich habe tagtäglich mit genau solchen "Problemchen" zu kämpfen. :roll:
Klingelt das Telefon, Frau xy ist dran, hat einen verletzten Spatz gefunden. So, was nun? Sie beschreibt mir, da hängt der eine Flügel und der Kerl atmet schwer.
Mein Verdacht, starke Schmerzen, Schock und wohl Flügel gebrochen. Dies kann man aber nur 100% sagen, wenn man ein Röntgenbild vorliegen hat. Ich habe keine Ausrüstung zum Röntgen, also bin ich auf den Tierarzt angewiesen. Nun kann ich der Frau entweder sagen, sie soll mir den Pieper bringen, dann gehe ich, wenn ich denn Zeit habe (wie gesagt, ich mache das ehrenamtlich in der Freizeit!) zum Tierarzt. Dies kann aber einen halben Tag dauern, bis ich dazu komme. Muss das Tier lange leiden.
Ich kann der Frau auch sagen, sie soll selber zum TA gehen, dann ist die Sache bald erledigt, Spätzchen muss nicht leiden. Sie müsste den Vogel ja sowieso irgendwohin bringen. Ob nun zu mir oder zum TA, macht für sie keinen Unterschied.
So, spätestens dann gehen aber leider oft die Diskussionen los: "wer zahlt denn das beim TA? ICH?"
Ich sage dann nur, sie könne es zahlen, wenn er was verlangt, das wäre sicher schön. Dann schieben die Leute oft die Krise. Werden sauer und wollen in Zukunft keinen Tieren mehr helfen, und und und. Natürlich, ich kann das bis zu einem gewissen Grad auch verstehen. Dennoch, es ist halt so, wie Urizen schrieb: wer so ein WILDtier mitnimmt, übernimmt die Verantwortung. :?
Darum wollen dann die Leute das Tier immer mir bringen. So, dann sitze ich also da mit einem leidenden Spatz, der zu mir kam, weil die Leute den TA nicht zahlen wollten. Super... Dann darf ich, als gemeinnützige und ehrenamtlich Arbeitende gehen und darf dann das eventuell bezahlen. Für die Finder des Vogels ganz klar: aus den Augen, aus dem Sinn. Das Tier mitnehmen, danach möglichst schnell wieder abschieben und dann gross am Stammtisch erzählen, man habe bravourös ein Tier gerettet...
Damit habe ich wirklich auch Mühe. Und genau aus dem Grund habe ich auch angefangen, in solchen Situationen den Leuten zu sagen, wenn sie den Vogel, der eigentlich zum Tierarzt sollte, mir bringen, sollen sie mir CHF 20.-- bezahlen. Für die Untersuchung beim Tierarzt.

Dann sind sie baff und finden es doof. Und dann sage ich nochmals, sie sollen doch gleich zum TA gehen, denn wenn der Vogel schwer verletzt ist und erlöst werden sollte, geht das beim TA schnell und sauber und ein paar Miligramm von dem Medi kostet nun wirklich keine 2.-- Dann verlangt der TA nämlich sicher auch nichts.
So kann ich die Leute dann manchmal überzeugen. :angel:
Gemäss Behandlung ist es bei uns so, dass mit der Kantonstierarzt mal sagte, die TA's seien ANGEHALTEN, Wildtiere kostenlos zu behandeln, da sie ja eben keinen Besitzer haben.
Nun sagen aber einige Kliniken, sie dürfen gar keine Wildtiere behandeln (sagen sie wohl einfach, weil sie eben wissen, dass sie für die Behandlung nichts verlangen "sollten") Denn gemäss Kanton MUSS ein Wildtier angenommen werden, da wir hier keine WILDTierärzte haben (also schon wilde Tierärzte aber.... Naja, gut, kleiner Scherz.

) kann diese Tiere ja auch keiner behandeln ausser halt einem Tierarzt. Einem ganz "normalen" Tierarzt.
Nun gut, so oder so ein brisantes Thema. Ich habe inzwischen immerhin die Lösung, mit der einen Klinik ganz gut zusammen zu arbeiten... Die machen es meist kostenlos, sind dann aber halt auch wieder froh, wenn sie mal einen Vogel erhalten, dass sie den dann gleich mir abgeben können.
