- Infothread zum Thema Barf Beitrag #1
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Hallo alle miteinander,
Da ich gerade so »im Flow« bin gibt es noch einen Infotext, dieses mal zum Thema Barf
.
Für Fragen, Anregungen und Kritik steht natürlich weiterhin das Diskussionsthema zur Verfügung: https://www.tierforum.de/t46092-b-a-r-f.html
Die bereits Barfenden dürfen sich natürlich gerne auch hier austoben: https://www.tierforum.de/t121296-was-war-heute-im-napf-barf-vorsicht-bilder.html
Ich würde mich auch über Rückmeldung freuen, ob derartige Texte überhaupt gewünscht sind, ob es eine Fortsetzung geben soll oder ob ihr sagt »nö, das reicht mir schon«
.
Nun aber zum Text:
Was ist Barf und worum geht es dabei?
Der Begriff Barf kommt aus dem Englischen und war ursprünglich eine Abkürzung für »Born-Again Raw Feeders«, später wandelte sich die Bezeichnung zu »Bones And Raw Foods«. Im Deutschen wird Barf als Abkürzung für »Biologisches Artgerechtes Rohes Futter« verwendet. Der Grundgedanke beim Barfen geht auf die natürliche Ernährung der Wölfe zurück, weshalb Barf auch zum größten Teil aus Fleisch, Innereien und Knochen besteht. Es wird versucht, ein ganzes Beutetier »nachzubauen«. Allerdings sind nicht alle Ernährungsgewohnheiten des Wolfes auf den Hund zu übertragen. So hat der Wolf zum Beispiel einen Magen mit einem Fassungsvermögen von sieben bis neun Kilogramm, beim Hund sind es – von einer durchschnittlichen Größe ausgehend – etwa vier Kilogramm. Der Dünndarm des Wolfes ist länger als der des Haushundes und auch der Magensaft weist eine andere Zusammensetzung auf. Nichts desto trotz ist auch beim Hund eine naturnahe Ernährung mit Rohfleisch durchaus möglich, sofern sich der Hundehalter zuvor richtig in die Materie einliest. Eine kleine Zusammenfassung zum Begriff Barf bietet auch Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Barf
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass dieser Text zwar die wichtigsten Grundlagen des Barfens zusammen fassen, aber keine eigene Recherche und kein selbstständiges Einlesen ersetzen soll!
Gesunde, adulte Hunde
Grundlagen der Rationsberechnung (verschiedene Ansätze)
Die Rationsberechnung nach Reinerth:
Gesamttagesbedarf: 2% der Körpermasse ergeben die Tagesgesamtration. Diese besteht aus:
70-80 % Fleisch, bestehend aus Muskelfleisch, Innereien und fleischigen Knochen/Knorpel.*
20-30% Beilagen, bestehend aus Obst, grünem und buntem Gemüse zu gleichen Teilen (10:10:10).
(Gültig für Pläne ohne Getreide)
Die Zahlen können je nach Stoffwechsel, Aktivität und auch Alter des Hundes variieren.
*Berechnung von Fleisch, Innereien und fleischigen Knochen/Knorpel:
fleischige Knochen/Knorpel = 10% der Tagesgesamtration (inklusive Beilagen)
Fleisch und Innereien (Gesamtfleischration) = Tagesgesamtration abzüglich Knochenanteil
Innereien = 10% der Gesamtfleischration
Bsp. 20kg Hund:
Tagesgesamtration = 400g
Beilagen = 120g (30%), je 40g Obst, grünes und buntes Gemüse
Knochenration = 40g
Gesamtfleischration (Innereien und Knochen) = 280g (70%) abzüglich Knochen = 240g
Innereien = 24g
Muskelfleisch: 216g
Die Werte dürfen gerundet werden.
Die Rationsberechnung nach Simon:
Gesamttagesbedarf: 2-4% der Körpermasse ergeben die Tagesgesamtration. Diese besteht aus:
75-90% Fleisch, bestehend aus Muskelfleisch, Knochen, Innereien
10-25% Beilagen, bestehend aus Gemüse und Obst
10% fleischige Knochen/Knorpel mindestens (gerechnet von Tagesgesamtration), aber nicht mehr als 30%
(Gültig für Pläne ohne Getreide)
Richtwerte für die Tagesgesamtration in Prozent:
Mäßige Aktivität: 2%
Mäßige Aktivität, kastriert: 1,6%
Mittelmäßige Aktivität: 2,5 %
Hohe Aktivität: 3%
Sehr hohe Aktivität: 4%
Verteilung der Einzelkomponenten (bei 80% tierisch, 20% pflanzlich):
20% Beilagen, davon 2/3 Gemüse, 1/3 Obst
Muskelfleisch (durchwachsen): 50% des tierischen Anteils von 80%
Pansen/Blättermagen: 20% des tierischen Anteils von 80%
Innereien: 15% des tierischen Anteils von 80%
fleischige Knochen/Knorpel: 15% des tierischen Anteils von 80%
Bsp. 20kg Hund, mäßig aktiv:
Tagesgesamtration = 400g
Beilagen = 80g, 26g Obst, 52g Gemüse
Muskelfleisch = 265g
Pansen/Blättermagen = 64g
Innereien = 48g
fleischige Knochen/Knorpel = 48g
Wichtig: Alle Ansätze haben eines gemeinsam: Das A und O des Barfens ist bei Fleisch wie auch bei Beilagen die Abwechslung. Verschiedene Muskelfleischstücke, Fleisch von verschiedenen Tieren, sowie unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten machen den Speiseplan nicht nur interessanter, sondern ermöglichen auch eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Vitaminen. Eine Übersicht der wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe sowie ein entsprechendes Bedarfsrechenprogramm sind hier zu finden: http://www.barfers.de/barf_fuer_hunde.html. Eine kleine Vitaminkunde ist aber auch im Text weiter unten zu finden.
Der Ernährungsplan des Hundes muss über etwa einen Monat ausgewogen sein, daher ist es nicht nötig, jeden Tag alles zu verfüttern. Besonders Ein- oder Zweiwochenpläne bieten sich der Einfachheit halber für den Hundehalter an.
Was darf ich wie verfüttern?
Fleisch (Rind, Pferd, Ziege, Schaf, Kaninchen, Reh, Hirsch): Blättermagen, Euter, Herz, Kehlkopf, Kopffleisch, Kronfleisch (Zwerchfell), Leber, Lefzen, Luftröhre, Lunge, Milz, Muskelfleisch, Niere, Pansen, Schlund, Stichfleisch
Geflügel (Huhn, Pute, Ente, mit Knochen): Flügel, Hälse, Rücken, Leber, Herz, Magen, ganze Hühner/Enten
Fisch: Alle Fische aus dem menschlichen Verzehr können ganz, als Filet oder nur der Kopf verfüttert werden. Fisch ist besonders reich an Jod, Selen und Phosphor, sowie Vitaminen und essentiellen Fettsäuren.
Knochen (immer roh verfüttern!): Brustbein, Sandknochen, Schulter, Schwanz, Köpfe (Schaf, Ziege, Wild), Beine (auch Hufe)
Beilagen: Auberginen und Avokados dürfen nicht verfüttert werden, Trauben ebenso wenig. Nachtschattengewächse wie Zwiebel oder Paprika können ab und an gegeben werden. Wichtig ist, dass die Früchte richtig gereift und nicht halb grün sind. Die Fütterung von Knoblauch ist strittig, da er in hohen Mengen giftig ist.
Samen, Kerne und Nüsse: Cashewkerne, Erdnüsse, Haselnüsse, Kokosnuss, Kürbiskern, Leinsamen, süße Mandeln, Paranüsse, Pekanüsse, Pinienkerne, Sesam, Sonnenblumenkerne, Walnüsse können verfüttert werden.
Getreide: Amaranth, Buchweizen, Dinkel, Einkorn, Emmer, Fermentgetreide, Gerste, Grünkern, Hafer, Hirse, Kamut, Mais, Nudeln (gekocht), Quinoa, Reis (gekocht), Roggen, Weizen dürfen verfüttert werden
Sonstiges: Ei, Eierschale, Öl, Kräuter, Heilerde, Honig, Propolis, Hefe u.ä. können verfüttert werden und haben teilweise therapeutische Wirkung (siehe unten)
Künstliche Zusätze: Verschiedene Anbieter haben den Barf-Markt inzwischen für sich entdeckt und vertreiben Mineralstoff- und Vitaminmischungen, die eine ausgewogene Ernährung garantieren sollen. Da diese Mischungen aber wiederum künstlich sind, widersprechen sie dem Grundgedanken des Barfens. Außerdem ist eine ausgewogene Fütterung auch ohne derartige Zusätze möglich.
Eine ausführliche Liste mit den gängigsten Lebensmitteln ist unter anderem hier zu finden: http://www.mkd-shop.ch/man_darf.php
Fleisch:
Aus der humanen Ernährung ist ein Hundehalter meist gewohnt, fettarmes Fleisch zu kaufen. Der Hund benötigt allerdings genau dieses Fett, um es in Energie umzuwandeln. Darum darf sich im Hundefutter gerne auch mal ein fettiges Stück mit Schwarte wiederfinden (15-25% Fett am Fleisch sind empfohlen). Das Fleisch muss auch nicht unbedingt gewolft werden, es kann auch am Stück oder in größeren Brocken verfüttert werden, zumal es in dieser Form die Zähne besonders gut reinigt. Letztendlich sollte aber die Brockengröße gewählt werden, die der Hund am besten annimmt.
Aus Kostengründen wird wohl bei den meisten – sofern keine Allergie vorliegt – Rind den Hauptbestandteil der Fleischration ausmachen. Es ist am einfachsten zu beziehen und mit am günstigsten (Tipp: Schlachthöfe oder Metzger geben oftmals günstig Fleischreste/Abschnitte/Innereien/Knochen an Hundehalter ab).
Das Fleisch darf auch gerne noch blutig sein, manche Hundehalter geben sogar extra Blut hinzu, da das Fleisch vom Metzger meist recht »trocken« ist, bei einem Beutetier aber das Blut mitgefressen werden würde. Es enthält sowohl Vitamine, als auch Mineralstoffe.
Kleiner Hinweis: Herz zählt zum Muskelfleisch, sollte aber wegen des Tauringehaltes nur in Maßen gefüttert werden. Das Zwerchfell wird ebenfalls zum Muskelfleisch gerechnet.
Knochen/Eierschalen:
Knochen decken vor allem den Kalziumbedarf des Hundes und reinigen die Zähne. Können zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen keine Knochen verfüttert werden, wird der Knochenanteil dennoch von der Ration abgezogen und das Kalzium zum Beispiel in Form von Eierschale hinzugefügt. Der Kalziumbedarf beträgt nach älteren Studien 100mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, nach neueren nur 50mg. Nachfolgend wollen wir von 50mg ausgehen, auch wenn ein leichter Überschuss an Kalzium keinen Schaden anrichtet (siehe auch https://www.tierforum.de/t175660-ernaehrungsgrundlagen-und-wissenswertes-fuer-fertigfutter.html, Abschnitt Kalzium - versteckter Text).
Üblicher Weise wird der Bedarf beim Barf über Knochen gedeckt. Der genaue Kalziumgehalt vieler Knochen ist nicht bekannt, es ist aber davon auszugehen, dass Rind, Pferd, Lamm und Ziege in etwa gleich auf liegen. Sicher ist aber, dass je jünger das Tier bei der Schlachtung war, desto weniger Kalzium enthalten ist. Ungefähre Richtwerte sind: Rind mit 14.000mg pro 100g, Geflügel (Karkasse, Schenkel, Gerippe) mit 7.000mg, Geflügel (Flügel und Hälse) mit 1000-1500mg. Da die Werte sehr unterschiedlich ausfallen, nicht das gesamte Kalzium verwertet werden kann und meist noch Fleisch an den Knochen ist (was sogar wünschenswert ist) ist eine etwas großzügigere Menge angeraten, als diese Werte ergeben.
Eine Deckung mit Eierschalenpulver ist ebenfalls möglich. 100g Eierschalenpulver enthalten 33.000-35.000mg Kalzium, ein Teelöffel (etwa 5g) pulverisierte Eierschale enthalten somit etwa 1600-1800mg.
Bsp. 20kg Hund:
Tagesbedarf = 5mg/KG KM = 100mg = 700mg/Woche = 50g Rinderknochen (eine großzügige Aufrundung auf 100g bietet sich m.E. an) = 1/2 Teelöffel Eierschalenpulver
Knochen sollten immer mit ausreichend Fleisch daran gefüttert werden, um den Magen des Hundes zu schonen. Schlingt der Hund sind große, harte Knochen zu empfehlen, damit er richtig kauen muss, für die Umstellung eignen sich eher weiche Knochen. Es sollte nie eine größere Menge Knochen auf einmal verfüttert werden, da dies zu Knochenkot führen kann. Auch Karkassen (gewolfte Knochen mit Fleisch) können verfüttert werden. Außerdem müssen Knochen immer roh verfüttert werden, ansonsten besteht die Gefahr des Splitterns. Außerdem sollten sie weder von sehr alten Tieren stammen, noch zu lange eingefroren gewesen sein, denn auch dann mineralisieren die Knochen und werden brüchig.
Die Verfütterung von Kalziumzitrat – erhältlich im Internet oder im Barffachhandel – ist ebenfalls möglich (nicht zu verwechseln mit dem anorganischen Kalziumkarbonat). Die benötigte Menge ist dem Packungsaufdruck zu entnehmen.
Innereien:
Die Innereien werden zum größten Teil vom Rind stammen (Pansen/Blättermagen), aber auch Geflügel, Lamm (außer Verdauungstrakt), Ziege, Kaninchen und Wild kommen in Betracht. Pferdeinnereien sind allerdings nicht für den menschlichen Verzehr geeignet und sollten daher auch lieber nicht in der Hundeschüssel landen.
Bei der Fütterung von Innereien ist immer Vorsicht geboten, da ein zu hoher Anteil – besonders an Entgiftungsorganen – u.a. Leber und Nieren des Hundes belastet (nach Simon speichere die Leber die Giftstoffe allerdings nicht). Gerade Leber sollte nicht in größerer Menge verfüttert werden, da sie abführend wirkt und es zu einer Vitamin-A-Vergiftung kommen kann (Leber enthält aktives Vitamin A, bei pflanzlichen Quellen ist dies so gut wie unmöglich). Auch Hormondrüsen wie die Schilddrüse sollten aufgrund des darin enthaltenen Thyroxins nicht oder nur selten verfüttert werden (die Schilddrüse hängt oft am Schlund, weshalb dieser nicht zu oft verfüttert werden sollte). Pansen und/oder Blättermagen nehmen in vielen Rechnungen eine Sonderstellung ein (vgl. u.a. Simon), da sie einen Nährbrei – das anverdaute Futter des entsprechenden Tieres – enthalten, der sehr nährstoffreich ist. Aus diesem Grund sollen Pansen und Blättermagen auch immer gefüllt verfüttert werden, nicht gewaschen oder gar gebleicht. Der Nachteil an diesen Rechnungen ist, dass der restliche Innereienanteil dann mit Lunge, Leber, Niere, Milz und Co. gefüllt werden muss, was wie oben erwähnt Risiken birgt. Die Fütterung dieser Organe ist möglich und beide Ansätze werden scheinbar erfolgreich praktiziert. Die Theorie, ein Hund könne nur mit Blättermagen ausgewogen ernährt werden, steht ebenfalls im Raum.
Gemüse und Obst:
Gemüse und Obst sollte immer zerkleinert werden, da der Wolf oder auch Wildhund derartiges zum Großteil vorverdaut über den Magen seines Beutetieres und damit vorverdaut zu sich nimmt. Aufgrund der Fettlöslichkeit verschiedener Vitamine sollte auch immer ein Schuss Öl hinzu gegeben werden. Swanie empfiehlt, das Gemüse entweder zu pürieren oder zu kochen und einmal die Woche geraspeltes Gemüse für die Verdauungsförderung (vergleichbar mit dem Fressen von Gras) zu verfüttern. Desweiteren gibt sie mindestens drei Gemüse- bzw. zwei Obstsorten als Minimum pro Beilage an.
Gemüse dient nicht nur der Aufnahme von Nährstoffen, sondern auch der Verdauung. Bei zu wenig pflanzlichem Anteil und damit zu wenig Rohfaser kommt es zu Verstopfung.
Von Hülsenfrüchten wird grundsätzlich abgeraten, da diese Blähungen und Krämpfe verursachen können. Möchte man diese aber dennoch ab und an verfüttern, dann immer nur im gekochten Zustand. Auch Zitrusfrüchte sollten mit Bedacht verfüttert werden, da sie zu Übersäuerung führen können.
Öle und Fette:
Omega-9-Fettsäuren sind zwar für die Verdauung von Vitaminen nützlich, haben aber keinen Nährwert. Die essentiellen Fettsäuren Omega-3 und -6 hingegen haben zusätzlich einen positiven Effekt auf das Fell und den Stoffwechsel. Diese sind besonders in Mischölen, Fisch-, Hanf-, Leinsamen-, Raps-, Oliven- und Walnussöl enthalten. Bei der Auswahl des Öles sind aber vor allem Omega-3-Fettsäuren von Bedeutung, da Omega-6 bereits über den Fettanteil im Fleisch aufgenommen werden. 0,3g Öl pro Kilogramm Körpergewicht braucht ein Hund in etwa, um seinen täglichen Bedarf an essentiellen Fettsäuren zu decken, doch auch das ist nur ein Richtwert, der nicht exakt eingehalten werden muss.
Milchprodukte:
Milchprodukte zählen zur tierischen Gesamtration, also zum Fleisch, dazu. Wenn der Hund zur Zunahme neigt, muss diese Zahl entsprechend auf Kosten des Muskelfleisches angepasst werden. Joghurt, Quark, Frischkäse, Butter-/Ziegenmilch und Hüttenkäse können den Speiseplan des Hundes gut ergänzen, besonders wenn ein fleischloser Tag eingeplant ist (siehe weiter unten, Fasten). Milchprodukte enthalten außerdem lebende Kulturen, die Magen und Darm zum Beispiel bei einer Durchfallerkrankung wieder aufbauen können. Außerdem enthalten sie reichlich Vitamin A und D.
Wichtig ist, die Verträglichkeit zunächst mit einer kleinen Menge zu testen. Reine Milch bereitet manchen Hunden Probleme, teilweise auch Joghurt, Quark und Co.. Blähungen oder Durchfall können die Folge sein.
Getreide:
Getreide muss nicht, kann aber in kleineren Mengen gefüttert werden. Wichtig ist wie sonst auch vor allem: Der Hund muss es vertragen. Gerade Reis zum Beispiel zeigt als Schonkost bei Durchfall oft großen Erfolg. Auch in den verfütterten Mägen kann vorverdautes Getreide enthalten sein. Möchte man zusätzlich Getreide in den Napf geben, ist vor allem zu beachten, dass der Hund keine rohen, unverarbeiteten Getreidekörner verdauen kann. Dementsprechend müssen Mais und Co. vor der Fütterung zerkleinert werden (Fermentgetreide ist eine Ausnahme, da es bereits verarbeitet ist), außerdem sollten sie in Wasser oder Milch aufquellen (Getreide saugt Flüssigkeit/Magensaft auf, wodurch es zu Verdauungsproblemen und Koliken kommen kann); auch Kochen ist möglich. Möchte man Getreide verfüttern, sollte man wenn möglich auf glutenfreie Sorten zurück greifen (Gluten ist das Kleberprotein im Getreide und sorgt für eine noch größere Flüssigkeitsaufnahme durch das Getreide). Glutenfrei sind zum Beispiel Amaranth, Mais, Buchweizen, Hirse, Quinoa und Reis, dagegen reich an Gluten sind Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Gerste und Hafer. Auch Nudeln können gekocht verfüttert werden, auch wenn das nicht unbedingt der »Biologisch artgerechten Rohfütterung« entspricht.
Kleiner Hinweis: Fleisch und Getreide sollten in getrennten Mahlzeiten verfüttert werden, weil es sonst zu Verdauungsproblemen kommen kann.
Quellen/Empfehlenswerte Bücher und Internetseiten
Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernährung des Hundes. Grundlagen - Fütterung - Diätetik, 6. Auflage, 2010.
Reinerth, Susanne: Natural Dog Food: Rohfütterung für Hunde - Ein praktischer Leitfaden, 1. Auflage, 2005.
Simon, Swanie: BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde von Swanie Simon, 2. Ausgabe, 2008.
Simon, Swanie: BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Welpen und trächtige Hündinnen, 2. Auflage, 2008.
Simon, Swanie: BARF SENIOR - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter im Alter und bei Erkrankungen, 1. Auflage, 2008.
http://www.tierheim-marktoberdorf.de/Haltung/Berichte/Haltung_Berichte_ErnaehrungKatzeHund.htm
http://www.tierdoku.com/index.php?title=Wolf
http://de.wikipedia.org/wiki/Biotin
http://www.tierklinik-iffezheim.de/page34/styled-25/index.html
http://www.heiltierarzt.de/hunde-katzen-richtige-ernaehrung/risiken-gefahren-beim-barfen.htm
http://www.vetmeduni.ac.at/hochschulschriften/diplomarbeiten/AC10794119.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Barf
http://www.wdr.de/tv/tieresucheneinzuhause/sendungsbeitraege/2013/0203/00_barfen.jsp
http://www.barf-fuer-hunde.de/
http://www.mkd-shop.ch/man_darf.php
http://mashanga-burhani.blogspot.de/p/blog-page.html
http://www.barfers.de/barf_fuer_hunde.html
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/teufelskralle.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Afrikanische_Teufelskralle
http://www.barf-gut.de/pansenmehl-500g-p-709.html
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2581
http://www.reformhaus.de/nahrungsergaenzung/gelenkschutz-aktivstoffe-aus-der-hagebutte.html
http://www.dogscastle.de/Hunde-Nahr...Futterzusaetze/Hagebuttenpulver-DHN::297.html
http://www.barf-fuer-hunde.de/60.html
(alle zuletzt besucht am 09.08.2013)
Der Text wurde verfasst und bereitgestellt von *Mischling*
Da ich gerade so »im Flow« bin gibt es noch einen Infotext, dieses mal zum Thema Barf
Für Fragen, Anregungen und Kritik steht natürlich weiterhin das Diskussionsthema zur Verfügung: https://www.tierforum.de/t46092-b-a-r-f.html
Die bereits Barfenden dürfen sich natürlich gerne auch hier austoben: https://www.tierforum.de/t121296-was-war-heute-im-napf-barf-vorsicht-bilder.html
Ich würde mich auch über Rückmeldung freuen, ob derartige Texte überhaupt gewünscht sind, ob es eine Fortsetzung geben soll oder ob ihr sagt »nö, das reicht mir schon«
Nun aber zum Text:
Was ist Barf und worum geht es dabei?
Der Begriff Barf kommt aus dem Englischen und war ursprünglich eine Abkürzung für »Born-Again Raw Feeders«, später wandelte sich die Bezeichnung zu »Bones And Raw Foods«. Im Deutschen wird Barf als Abkürzung für »Biologisches Artgerechtes Rohes Futter« verwendet. Der Grundgedanke beim Barfen geht auf die natürliche Ernährung der Wölfe zurück, weshalb Barf auch zum größten Teil aus Fleisch, Innereien und Knochen besteht. Es wird versucht, ein ganzes Beutetier »nachzubauen«. Allerdings sind nicht alle Ernährungsgewohnheiten des Wolfes auf den Hund zu übertragen. So hat der Wolf zum Beispiel einen Magen mit einem Fassungsvermögen von sieben bis neun Kilogramm, beim Hund sind es – von einer durchschnittlichen Größe ausgehend – etwa vier Kilogramm. Der Dünndarm des Wolfes ist länger als der des Haushundes und auch der Magensaft weist eine andere Zusammensetzung auf. Nichts desto trotz ist auch beim Hund eine naturnahe Ernährung mit Rohfleisch durchaus möglich, sofern sich der Hundehalter zuvor richtig in die Materie einliest. Eine kleine Zusammenfassung zum Begriff Barf bietet auch Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Barf
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass dieser Text zwar die wichtigsten Grundlagen des Barfens zusammen fassen, aber keine eigene Recherche und kein selbstständiges Einlesen ersetzen soll!
Gesunde, adulte Hunde
Grundlagen der Rationsberechnung (verschiedene Ansätze)
Die Rationsberechnung nach Reinerth:
Gesamttagesbedarf: 2% der Körpermasse ergeben die Tagesgesamtration. Diese besteht aus:
70-80 % Fleisch, bestehend aus Muskelfleisch, Innereien und fleischigen Knochen/Knorpel.*
20-30% Beilagen, bestehend aus Obst, grünem und buntem Gemüse zu gleichen Teilen (10:10:10).
(Gültig für Pläne ohne Getreide)
Die Zahlen können je nach Stoffwechsel, Aktivität und auch Alter des Hundes variieren.
*Berechnung von Fleisch, Innereien und fleischigen Knochen/Knorpel:
fleischige Knochen/Knorpel = 10% der Tagesgesamtration (inklusive Beilagen)
Fleisch und Innereien (Gesamtfleischration) = Tagesgesamtration abzüglich Knochenanteil
Innereien = 10% der Gesamtfleischration
Bsp. 20kg Hund:
Tagesgesamtration = 400g
Beilagen = 120g (30%), je 40g Obst, grünes und buntes Gemüse
Knochenration = 40g
Gesamtfleischration (Innereien und Knochen) = 280g (70%) abzüglich Knochen = 240g
Innereien = 24g
Muskelfleisch: 216g
Die Werte dürfen gerundet werden.
Die Rationsberechnung nach Simon:
Gesamttagesbedarf: 2-4% der Körpermasse ergeben die Tagesgesamtration. Diese besteht aus:
75-90% Fleisch, bestehend aus Muskelfleisch, Knochen, Innereien
10-25% Beilagen, bestehend aus Gemüse und Obst
10% fleischige Knochen/Knorpel mindestens (gerechnet von Tagesgesamtration), aber nicht mehr als 30%
(Gültig für Pläne ohne Getreide)
Richtwerte für die Tagesgesamtration in Prozent:
Mäßige Aktivität: 2%
Mäßige Aktivität, kastriert: 1,6%
Mittelmäßige Aktivität: 2,5 %
Hohe Aktivität: 3%
Sehr hohe Aktivität: 4%
Verteilung der Einzelkomponenten (bei 80% tierisch, 20% pflanzlich):
20% Beilagen, davon 2/3 Gemüse, 1/3 Obst
Muskelfleisch (durchwachsen): 50% des tierischen Anteils von 80%
Pansen/Blättermagen: 20% des tierischen Anteils von 80%
Innereien: 15% des tierischen Anteils von 80%
fleischige Knochen/Knorpel: 15% des tierischen Anteils von 80%
Bsp. 20kg Hund, mäßig aktiv:
Tagesgesamtration = 400g
Beilagen = 80g, 26g Obst, 52g Gemüse
Muskelfleisch = 265g
Pansen/Blättermagen = 64g
Innereien = 48g
fleischige Knochen/Knorpel = 48g
Wichtig: Alle Ansätze haben eines gemeinsam: Das A und O des Barfens ist bei Fleisch wie auch bei Beilagen die Abwechslung. Verschiedene Muskelfleischstücke, Fleisch von verschiedenen Tieren, sowie unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten machen den Speiseplan nicht nur interessanter, sondern ermöglichen auch eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Vitaminen. Eine Übersicht der wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe sowie ein entsprechendes Bedarfsrechenprogramm sind hier zu finden: http://www.barfers.de/barf_fuer_hunde.html. Eine kleine Vitaminkunde ist aber auch im Text weiter unten zu finden.
Der Ernährungsplan des Hundes muss über etwa einen Monat ausgewogen sein, daher ist es nicht nötig, jeden Tag alles zu verfüttern. Besonders Ein- oder Zweiwochenpläne bieten sich der Einfachheit halber für den Hundehalter an.
Was darf ich wie verfüttern?
Fleisch (Rind, Pferd, Ziege, Schaf, Kaninchen, Reh, Hirsch): Blättermagen, Euter, Herz, Kehlkopf, Kopffleisch, Kronfleisch (Zwerchfell), Leber, Lefzen, Luftröhre, Lunge, Milz, Muskelfleisch, Niere, Pansen, Schlund, Stichfleisch
Geflügel (Huhn, Pute, Ente, mit Knochen): Flügel, Hälse, Rücken, Leber, Herz, Magen, ganze Hühner/Enten
Fisch: Alle Fische aus dem menschlichen Verzehr können ganz, als Filet oder nur der Kopf verfüttert werden. Fisch ist besonders reich an Jod, Selen und Phosphor, sowie Vitaminen und essentiellen Fettsäuren.
Knochen (immer roh verfüttern!): Brustbein, Sandknochen, Schulter, Schwanz, Köpfe (Schaf, Ziege, Wild), Beine (auch Hufe)
Beilagen: Auberginen und Avokados dürfen nicht verfüttert werden, Trauben ebenso wenig. Nachtschattengewächse wie Zwiebel oder Paprika können ab und an gegeben werden. Wichtig ist, dass die Früchte richtig gereift und nicht halb grün sind. Die Fütterung von Knoblauch ist strittig, da er in hohen Mengen giftig ist.
Samen, Kerne und Nüsse: Cashewkerne, Erdnüsse, Haselnüsse, Kokosnuss, Kürbiskern, Leinsamen, süße Mandeln, Paranüsse, Pekanüsse, Pinienkerne, Sesam, Sonnenblumenkerne, Walnüsse können verfüttert werden.
Getreide: Amaranth, Buchweizen, Dinkel, Einkorn, Emmer, Fermentgetreide, Gerste, Grünkern, Hafer, Hirse, Kamut, Mais, Nudeln (gekocht), Quinoa, Reis (gekocht), Roggen, Weizen dürfen verfüttert werden
Sonstiges: Ei, Eierschale, Öl, Kräuter, Heilerde, Honig, Propolis, Hefe u.ä. können verfüttert werden und haben teilweise therapeutische Wirkung (siehe unten)
Künstliche Zusätze: Verschiedene Anbieter haben den Barf-Markt inzwischen für sich entdeckt und vertreiben Mineralstoff- und Vitaminmischungen, die eine ausgewogene Ernährung garantieren sollen. Da diese Mischungen aber wiederum künstlich sind, widersprechen sie dem Grundgedanken des Barfens. Außerdem ist eine ausgewogene Fütterung auch ohne derartige Zusätze möglich.
Eine ausführliche Liste mit den gängigsten Lebensmitteln ist unter anderem hier zu finden: http://www.mkd-shop.ch/man_darf.php
Fleisch:
Aus der humanen Ernährung ist ein Hundehalter meist gewohnt, fettarmes Fleisch zu kaufen. Der Hund benötigt allerdings genau dieses Fett, um es in Energie umzuwandeln. Darum darf sich im Hundefutter gerne auch mal ein fettiges Stück mit Schwarte wiederfinden (15-25% Fett am Fleisch sind empfohlen). Das Fleisch muss auch nicht unbedingt gewolft werden, es kann auch am Stück oder in größeren Brocken verfüttert werden, zumal es in dieser Form die Zähne besonders gut reinigt. Letztendlich sollte aber die Brockengröße gewählt werden, die der Hund am besten annimmt.
Aus Kostengründen wird wohl bei den meisten – sofern keine Allergie vorliegt – Rind den Hauptbestandteil der Fleischration ausmachen. Es ist am einfachsten zu beziehen und mit am günstigsten (Tipp: Schlachthöfe oder Metzger geben oftmals günstig Fleischreste/Abschnitte/Innereien/Knochen an Hundehalter ab).
Das Fleisch darf auch gerne noch blutig sein, manche Hundehalter geben sogar extra Blut hinzu, da das Fleisch vom Metzger meist recht »trocken« ist, bei einem Beutetier aber das Blut mitgefressen werden würde. Es enthält sowohl Vitamine, als auch Mineralstoffe.
Kleiner Hinweis: Herz zählt zum Muskelfleisch, sollte aber wegen des Tauringehaltes nur in Maßen gefüttert werden. Das Zwerchfell wird ebenfalls zum Muskelfleisch gerechnet.
Knochen/Eierschalen:
Knochen decken vor allem den Kalziumbedarf des Hundes und reinigen die Zähne. Können zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen keine Knochen verfüttert werden, wird der Knochenanteil dennoch von der Ration abgezogen und das Kalzium zum Beispiel in Form von Eierschale hinzugefügt. Der Kalziumbedarf beträgt nach älteren Studien 100mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, nach neueren nur 50mg. Nachfolgend wollen wir von 50mg ausgehen, auch wenn ein leichter Überschuss an Kalzium keinen Schaden anrichtet (siehe auch https://www.tierforum.de/t175660-ernaehrungsgrundlagen-und-wissenswertes-fuer-fertigfutter.html, Abschnitt Kalzium - versteckter Text).
Üblicher Weise wird der Bedarf beim Barf über Knochen gedeckt. Der genaue Kalziumgehalt vieler Knochen ist nicht bekannt, es ist aber davon auszugehen, dass Rind, Pferd, Lamm und Ziege in etwa gleich auf liegen. Sicher ist aber, dass je jünger das Tier bei der Schlachtung war, desto weniger Kalzium enthalten ist. Ungefähre Richtwerte sind: Rind mit 14.000mg pro 100g, Geflügel (Karkasse, Schenkel, Gerippe) mit 7.000mg, Geflügel (Flügel und Hälse) mit 1000-1500mg. Da die Werte sehr unterschiedlich ausfallen, nicht das gesamte Kalzium verwertet werden kann und meist noch Fleisch an den Knochen ist (was sogar wünschenswert ist) ist eine etwas großzügigere Menge angeraten, als diese Werte ergeben.
Eine Deckung mit Eierschalenpulver ist ebenfalls möglich. 100g Eierschalenpulver enthalten 33.000-35.000mg Kalzium, ein Teelöffel (etwa 5g) pulverisierte Eierschale enthalten somit etwa 1600-1800mg.
Bsp. 20kg Hund:
Tagesbedarf = 5mg/KG KM = 100mg = 700mg/Woche = 50g Rinderknochen (eine großzügige Aufrundung auf 100g bietet sich m.E. an) = 1/2 Teelöffel Eierschalenpulver
Knochen sollten immer mit ausreichend Fleisch daran gefüttert werden, um den Magen des Hundes zu schonen. Schlingt der Hund sind große, harte Knochen zu empfehlen, damit er richtig kauen muss, für die Umstellung eignen sich eher weiche Knochen. Es sollte nie eine größere Menge Knochen auf einmal verfüttert werden, da dies zu Knochenkot führen kann. Auch Karkassen (gewolfte Knochen mit Fleisch) können verfüttert werden. Außerdem müssen Knochen immer roh verfüttert werden, ansonsten besteht die Gefahr des Splitterns. Außerdem sollten sie weder von sehr alten Tieren stammen, noch zu lange eingefroren gewesen sein, denn auch dann mineralisieren die Knochen und werden brüchig.
Die Verfütterung von Kalziumzitrat – erhältlich im Internet oder im Barffachhandel – ist ebenfalls möglich (nicht zu verwechseln mit dem anorganischen Kalziumkarbonat). Die benötigte Menge ist dem Packungsaufdruck zu entnehmen.
Innereien:
Die Innereien werden zum größten Teil vom Rind stammen (Pansen/Blättermagen), aber auch Geflügel, Lamm (außer Verdauungstrakt), Ziege, Kaninchen und Wild kommen in Betracht. Pferdeinnereien sind allerdings nicht für den menschlichen Verzehr geeignet und sollten daher auch lieber nicht in der Hundeschüssel landen.
Bei der Fütterung von Innereien ist immer Vorsicht geboten, da ein zu hoher Anteil – besonders an Entgiftungsorganen – u.a. Leber und Nieren des Hundes belastet (nach Simon speichere die Leber die Giftstoffe allerdings nicht). Gerade Leber sollte nicht in größerer Menge verfüttert werden, da sie abführend wirkt und es zu einer Vitamin-A-Vergiftung kommen kann (Leber enthält aktives Vitamin A, bei pflanzlichen Quellen ist dies so gut wie unmöglich). Auch Hormondrüsen wie die Schilddrüse sollten aufgrund des darin enthaltenen Thyroxins nicht oder nur selten verfüttert werden (die Schilddrüse hängt oft am Schlund, weshalb dieser nicht zu oft verfüttert werden sollte). Pansen und/oder Blättermagen nehmen in vielen Rechnungen eine Sonderstellung ein (vgl. u.a. Simon), da sie einen Nährbrei – das anverdaute Futter des entsprechenden Tieres – enthalten, der sehr nährstoffreich ist. Aus diesem Grund sollen Pansen und Blättermagen auch immer gefüllt verfüttert werden, nicht gewaschen oder gar gebleicht. Der Nachteil an diesen Rechnungen ist, dass der restliche Innereienanteil dann mit Lunge, Leber, Niere, Milz und Co. gefüllt werden muss, was wie oben erwähnt Risiken birgt. Die Fütterung dieser Organe ist möglich und beide Ansätze werden scheinbar erfolgreich praktiziert. Die Theorie, ein Hund könne nur mit Blättermagen ausgewogen ernährt werden, steht ebenfalls im Raum.
Gemüse und Obst:
Gemüse und Obst sollte immer zerkleinert werden, da der Wolf oder auch Wildhund derartiges zum Großteil vorverdaut über den Magen seines Beutetieres und damit vorverdaut zu sich nimmt. Aufgrund der Fettlöslichkeit verschiedener Vitamine sollte auch immer ein Schuss Öl hinzu gegeben werden. Swanie empfiehlt, das Gemüse entweder zu pürieren oder zu kochen und einmal die Woche geraspeltes Gemüse für die Verdauungsförderung (vergleichbar mit dem Fressen von Gras) zu verfüttern. Desweiteren gibt sie mindestens drei Gemüse- bzw. zwei Obstsorten als Minimum pro Beilage an.
Gemüse dient nicht nur der Aufnahme von Nährstoffen, sondern auch der Verdauung. Bei zu wenig pflanzlichem Anteil und damit zu wenig Rohfaser kommt es zu Verstopfung.
Von Hülsenfrüchten wird grundsätzlich abgeraten, da diese Blähungen und Krämpfe verursachen können. Möchte man diese aber dennoch ab und an verfüttern, dann immer nur im gekochten Zustand. Auch Zitrusfrüchte sollten mit Bedacht verfüttert werden, da sie zu Übersäuerung führen können.
Öle und Fette:
Omega-9-Fettsäuren sind zwar für die Verdauung von Vitaminen nützlich, haben aber keinen Nährwert. Die essentiellen Fettsäuren Omega-3 und -6 hingegen haben zusätzlich einen positiven Effekt auf das Fell und den Stoffwechsel. Diese sind besonders in Mischölen, Fisch-, Hanf-, Leinsamen-, Raps-, Oliven- und Walnussöl enthalten. Bei der Auswahl des Öles sind aber vor allem Omega-3-Fettsäuren von Bedeutung, da Omega-6 bereits über den Fettanteil im Fleisch aufgenommen werden. 0,3g Öl pro Kilogramm Körpergewicht braucht ein Hund in etwa, um seinen täglichen Bedarf an essentiellen Fettsäuren zu decken, doch auch das ist nur ein Richtwert, der nicht exakt eingehalten werden muss.
Milchprodukte:
Milchprodukte zählen zur tierischen Gesamtration, also zum Fleisch, dazu. Wenn der Hund zur Zunahme neigt, muss diese Zahl entsprechend auf Kosten des Muskelfleisches angepasst werden. Joghurt, Quark, Frischkäse, Butter-/Ziegenmilch und Hüttenkäse können den Speiseplan des Hundes gut ergänzen, besonders wenn ein fleischloser Tag eingeplant ist (siehe weiter unten, Fasten). Milchprodukte enthalten außerdem lebende Kulturen, die Magen und Darm zum Beispiel bei einer Durchfallerkrankung wieder aufbauen können. Außerdem enthalten sie reichlich Vitamin A und D.
Wichtig ist, die Verträglichkeit zunächst mit einer kleinen Menge zu testen. Reine Milch bereitet manchen Hunden Probleme, teilweise auch Joghurt, Quark und Co.. Blähungen oder Durchfall können die Folge sein.
Getreide:
Getreide muss nicht, kann aber in kleineren Mengen gefüttert werden. Wichtig ist wie sonst auch vor allem: Der Hund muss es vertragen. Gerade Reis zum Beispiel zeigt als Schonkost bei Durchfall oft großen Erfolg. Auch in den verfütterten Mägen kann vorverdautes Getreide enthalten sein. Möchte man zusätzlich Getreide in den Napf geben, ist vor allem zu beachten, dass der Hund keine rohen, unverarbeiteten Getreidekörner verdauen kann. Dementsprechend müssen Mais und Co. vor der Fütterung zerkleinert werden (Fermentgetreide ist eine Ausnahme, da es bereits verarbeitet ist), außerdem sollten sie in Wasser oder Milch aufquellen (Getreide saugt Flüssigkeit/Magensaft auf, wodurch es zu Verdauungsproblemen und Koliken kommen kann); auch Kochen ist möglich. Möchte man Getreide verfüttern, sollte man wenn möglich auf glutenfreie Sorten zurück greifen (Gluten ist das Kleberprotein im Getreide und sorgt für eine noch größere Flüssigkeitsaufnahme durch das Getreide). Glutenfrei sind zum Beispiel Amaranth, Mais, Buchweizen, Hirse, Quinoa und Reis, dagegen reich an Gluten sind Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Gerste und Hafer. Auch Nudeln können gekocht verfüttert werden, auch wenn das nicht unbedingt der »Biologisch artgerechten Rohfütterung« entspricht.
Kleiner Hinweis: Fleisch und Getreide sollten in getrennten Mahlzeiten verfüttert werden, weil es sonst zu Verdauungsproblemen kommen kann.
Quellen/Empfehlenswerte Bücher und Internetseiten
Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen: Ernährung des Hundes. Grundlagen - Fütterung - Diätetik, 6. Auflage, 2010.
Reinerth, Susanne: Natural Dog Food: Rohfütterung für Hunde - Ein praktischer Leitfaden, 1. Auflage, 2005.
Simon, Swanie: BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde von Swanie Simon, 2. Ausgabe, 2008.
Simon, Swanie: BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Welpen und trächtige Hündinnen, 2. Auflage, 2008.
Simon, Swanie: BARF SENIOR - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter im Alter und bei Erkrankungen, 1. Auflage, 2008.
http://www.tierheim-marktoberdorf.de/Haltung/Berichte/Haltung_Berichte_ErnaehrungKatzeHund.htm
http://www.tierdoku.com/index.php?title=Wolf
http://de.wikipedia.org/wiki/Biotin
http://www.tierklinik-iffezheim.de/page34/styled-25/index.html
http://www.heiltierarzt.de/hunde-katzen-richtige-ernaehrung/risiken-gefahren-beim-barfen.htm
http://www.vetmeduni.ac.at/hochschulschriften/diplomarbeiten/AC10794119.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Barf
http://www.wdr.de/tv/tieresucheneinzuhause/sendungsbeitraege/2013/0203/00_barfen.jsp
http://www.barf-fuer-hunde.de/
http://www.mkd-shop.ch/man_darf.php
http://mashanga-burhani.blogspot.de/p/blog-page.html
http://www.barfers.de/barf_fuer_hunde.html
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/teufelskralle.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Afrikanische_Teufelskralle
http://www.barf-gut.de/pansenmehl-500g-p-709.html
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2581
http://www.reformhaus.de/nahrungsergaenzung/gelenkschutz-aktivstoffe-aus-der-hagebutte.html
http://www.dogscastle.de/Hunde-Nahr...Futterzusaetze/Hagebuttenpulver-DHN::297.html
http://www.barf-fuer-hunde.de/60.html
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