- Essstörungen - Thread Beitrag #81
DyingDream
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...
Ich hatte mich mit meinen 165 auch schon auf 42kg runtergehungert.
Ich fühlte mich toll. Ich fühlte mich richtig klasse und dennoch wollte ich 'nur noch 1-2 kg mehr' abnehmen. Wie die 1-2kg vorher eben auch...
Ich bekam damals die Drohung meiner Mutter, sie würde mich zwangseinweisen, wenn ich bei 40kg ankommen würde.
Dazu war es mir auch immer absolut unangenehm, wenn mich Leute auf mein Gewicht ansprachen.
Ich wollte verschwinden. Unsichtbar werden. ...und nun stand ich mit jedem Gramm weniger nur noch mehr im Mittelpunkt. Zum heulen. -.-
Als ich damals unter 45kg wog, blieb die Periode aus. (Ich freute mich wie eine Irre darüber, weil ich es eh hasste.)
Als ich wieder zugenommen hatte, war die Periode auch wieder da und ich wollte sofort wieder abnehmen.
Eine Freundin von mir hatte auch extremes Untergewicht und ihre Regel blieb irgendwann aus. Bei ihr nahm es kein so gutes Ende. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie jemals eigene Kinder bekommen könnte ist sehr gering inzwischen.
Es ist eben eine Gefahr des Untergewichtes, von der man wissen sollte - falls man vorhat irgendwann noch einmal ein halbwegs normales Leben zu führen, Familie zu gründen, eigene Kinder zu bekommen, etc. ...
Ab einem gewissen Gewicht nehmen Kreislaufprobleme wahnsinnig zu.
Es verging kaum ein Tag, wo mir nicht mindestens einmal schwarz vor Augen wurde. Auch wurden irgendwann körperliche Aktivitäten schwierig, weil mir einfach die Kraft fehlte. Da wo andere ihren Spaß hatten, kämpfte ich mit mir. Aber ich sah diese Aktivitäten ja als Chance noch mehr abzunehmen und so wurde bis zur Erschöpfung getan und gemacht.
Essen? Trinken? ...solange ich beschäftigt war, brauchte ich das ja nicht.
Abends kamen dann die Fressanfälle, wo kurze Zeit später alles wieder ausgespuckt wurde. Lustige Vorräte wurden angeschafft. (Wobei es natürlich nicht -lustig- ist oder war.)
Darüber reden? Mit wem denn? Es ist und bleibt für mich ein Tabu-Thema.
Ich nahm damals dann in einem längeren Zeitraum bis zu 53 kg zu. Und ich fühlte mich nur noch unwohl. Zog keine engen T-Shirts mehr an, etc.
Na ja... Und so nahm man wieder ab und wieder etwas zu und wieder ab und zu und so weiter...
Inzwischen sind es fast 10 Jahre 'Essstörung' bei mir.
Dazu dann noch all die anderen psychischen Problemchen...
Ich komme da nicht alleine weg und auch mit leichter Hilfe nützt es mir nichts. Eine Klinik steht außer Frage, weil ich nicht damit klar kommen würde meine Tiere hier wochenlang alleine zu lassen - oder vielleicht finde ich es auch einfach nur nicht -schlimm genug-, als das ich jemanden so einen Klinikplatz wegnehmen würde, der die Hilfe dort auch annehmen kann.
Kurz gesagt fehlt mir noch immer der Wille aktiv an meiner Essstörung zu arbeiten. Ich habe es reduziert. Es gibt gute und schlechte Tage. Es ist für mich zum Alltag geworden. Eine Sucht, wie andere es mit Zigaretten haben.
Gesund ist es nicht. Und es schränkt mich im Leben ein.
Ich bewundere die Menschen die genussvoll essen können. Die mit Freunden zusammen ein Eis essen gehen können.
Und ich bewundere die Menschen die abnehmen und abnehmen - und diese Leute motivieren mich auch wieder etwas zu abzunehmen.
Still und heimlich.
Ein vielleicht tödlicher Teufelskreis. -.-
Aber nein. Ich rede mir ein alles halbwegs im Griff zu haben. Nicht für mich. Denn ich bin es mir nicht wert. Aber für meine Tiere. Ich könnte nicht ohne sie Leben.
Und wisst ihr - genau das war damals und heute der Punkt, es nicht zu übertreiben mit meinem selbstschädigendem Verhalten (dazu zählt für mich auch Untergewicht.)
Ich bin für meine Tiere verantwortlich. Ich bin einfach für sie verantwortlich und was würden sie machen, wenn ich irgendwann da stehe und mir die Kraft fehlt um ihnen zu helfen?
Was wenn mein Tier einen Unfall hatte und ich einen Kreislaufzusammenbruch bekomme oder schlichtweg ins Krankenhaus muss, im schlimmsten Falle sogar sterbe.
Wenn ich schon nicht für mich leben kann, so wenigstens für meine Tiere für die ich verantwortlich bin und für die Tiere, denen ich in Zukunft ein Stück helfen kann.
Nun ja...
Aber was nützt das Geschreibsel, wenn man am Ende doch nichts ändert?!
So eine Essstörung ist nicht nur ein Feind, sondern leider auch oftmals eine gute Freundin, die man nicht verlieren will.
Gut und Böse.
Schwarz und Weiß.
~§~
Ich hatte mich mit meinen 165 auch schon auf 42kg runtergehungert.
Ich fühlte mich toll. Ich fühlte mich richtig klasse und dennoch wollte ich 'nur noch 1-2 kg mehr' abnehmen. Wie die 1-2kg vorher eben auch...
Ich bekam damals die Drohung meiner Mutter, sie würde mich zwangseinweisen, wenn ich bei 40kg ankommen würde.
Dazu war es mir auch immer absolut unangenehm, wenn mich Leute auf mein Gewicht ansprachen.
Ich wollte verschwinden. Unsichtbar werden. ...und nun stand ich mit jedem Gramm weniger nur noch mehr im Mittelpunkt. Zum heulen. -.-
Als ich damals unter 45kg wog, blieb die Periode aus. (Ich freute mich wie eine Irre darüber, weil ich es eh hasste.)
Als ich wieder zugenommen hatte, war die Periode auch wieder da und ich wollte sofort wieder abnehmen.
Eine Freundin von mir hatte auch extremes Untergewicht und ihre Regel blieb irgendwann aus. Bei ihr nahm es kein so gutes Ende. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie jemals eigene Kinder bekommen könnte ist sehr gering inzwischen.
Es ist eben eine Gefahr des Untergewichtes, von der man wissen sollte - falls man vorhat irgendwann noch einmal ein halbwegs normales Leben zu führen, Familie zu gründen, eigene Kinder zu bekommen, etc. ...
Ab einem gewissen Gewicht nehmen Kreislaufprobleme wahnsinnig zu.
Es verging kaum ein Tag, wo mir nicht mindestens einmal schwarz vor Augen wurde. Auch wurden irgendwann körperliche Aktivitäten schwierig, weil mir einfach die Kraft fehlte. Da wo andere ihren Spaß hatten, kämpfte ich mit mir. Aber ich sah diese Aktivitäten ja als Chance noch mehr abzunehmen und so wurde bis zur Erschöpfung getan und gemacht.
Essen? Trinken? ...solange ich beschäftigt war, brauchte ich das ja nicht.
Abends kamen dann die Fressanfälle, wo kurze Zeit später alles wieder ausgespuckt wurde. Lustige Vorräte wurden angeschafft. (Wobei es natürlich nicht -lustig- ist oder war.)
Darüber reden? Mit wem denn? Es ist und bleibt für mich ein Tabu-Thema.
Ich nahm damals dann in einem längeren Zeitraum bis zu 53 kg zu. Und ich fühlte mich nur noch unwohl. Zog keine engen T-Shirts mehr an, etc.
Na ja... Und so nahm man wieder ab und wieder etwas zu und wieder ab und zu und so weiter...
Inzwischen sind es fast 10 Jahre 'Essstörung' bei mir.
Dazu dann noch all die anderen psychischen Problemchen...
Ich komme da nicht alleine weg und auch mit leichter Hilfe nützt es mir nichts. Eine Klinik steht außer Frage, weil ich nicht damit klar kommen würde meine Tiere hier wochenlang alleine zu lassen - oder vielleicht finde ich es auch einfach nur nicht -schlimm genug-, als das ich jemanden so einen Klinikplatz wegnehmen würde, der die Hilfe dort auch annehmen kann.
Kurz gesagt fehlt mir noch immer der Wille aktiv an meiner Essstörung zu arbeiten. Ich habe es reduziert. Es gibt gute und schlechte Tage. Es ist für mich zum Alltag geworden. Eine Sucht, wie andere es mit Zigaretten haben.
Gesund ist es nicht. Und es schränkt mich im Leben ein.
Ich bewundere die Menschen die genussvoll essen können. Die mit Freunden zusammen ein Eis essen gehen können.
Und ich bewundere die Menschen die abnehmen und abnehmen - und diese Leute motivieren mich auch wieder etwas zu abzunehmen.
Still und heimlich.
Ein vielleicht tödlicher Teufelskreis. -.-
Aber nein. Ich rede mir ein alles halbwegs im Griff zu haben. Nicht für mich. Denn ich bin es mir nicht wert. Aber für meine Tiere. Ich könnte nicht ohne sie Leben.
Und wisst ihr - genau das war damals und heute der Punkt, es nicht zu übertreiben mit meinem selbstschädigendem Verhalten (dazu zählt für mich auch Untergewicht.)
Ich bin für meine Tiere verantwortlich. Ich bin einfach für sie verantwortlich und was würden sie machen, wenn ich irgendwann da stehe und mir die Kraft fehlt um ihnen zu helfen?
Was wenn mein Tier einen Unfall hatte und ich einen Kreislaufzusammenbruch bekomme oder schlichtweg ins Krankenhaus muss, im schlimmsten Falle sogar sterbe.
Wenn ich schon nicht für mich leben kann, so wenigstens für meine Tiere für die ich verantwortlich bin und für die Tiere, denen ich in Zukunft ein Stück helfen kann.
Nun ja...
Aber was nützt das Geschreibsel, wenn man am Ende doch nichts ändert?!
So eine Essstörung ist nicht nur ein Feind, sondern leider auch oftmals eine gute Freundin, die man nicht verlieren will.
Gut und Böse.
Schwarz und Weiß.
~§~