"Der weiss genau was er falsch gemacht hat"
Viele Hundhalter sind der Meinung das ihre Hunde auch lange nach einer "Tat" (z.B. zerrissene Kissen, zerkaute Schuhe usw.) wissen was sie falsch gemacht haben. Das stimmt nicht! Oft spürt der Hund einfach von vornherein das wir aufgebracht und verärgert sind, um diesen Ärger aus dem Weg zu gehen versucht er zu beschwichtigen. Diese Beschwichtigung wird von vielen Hundehaltern falsch ausgelegt - man glaubt der Hund habe ein schlechtes Gewissen. In wirklich keit aber weiss der Hund nicht warum wir verärgert sind. Demnach darf man einen Hund dann auch nicht mehr für sein Fehlverhalten bestrafen!
Veto!
Also, ich stimme zu, beim Lernen zählt die Sekunde danach. Ansonsten hat man das Lob oder den Tadel zu spät gesendet. Aber... der Hund lernt meinetwegen das Kommando "Sitz" mit Leckerchen. Wird er sein Leben lang mit Leckerchen dafür belohnt? Nein. Trotzdem macht er es. Er hat gelernt. Er verbindet mit der Ausführung etwas positives, weil der Halter es so belegt hat. Die richtigen Signale und alles ist gut.
Warum soll das nicht umgekehrt auch funktionieren. Aufgreifendes Beispiel: Schuhe. Erziehung: deutliches "Nein", wenn der Hund den Schuh zerkaut, im Maul schleppt etc. Deutliches Lob, wenn er den Schuh in dem Moment auch fallen lässt oder davon ablässt. Jetzt machen wir aus dem "Nein" DEN Befehlt, dass er von Schuhen wegzubleiben hat und setzen es mit "Sitz" gleich. Schuh = nein - immer! Warum sollte er da vergessen, dass er da nicht dran darf? Höchstens wenn "nein" nicht richtig vermittelt wurde, oder?
Wieso ich darauf komme? Ich unterschreibe das oben zitierte. Allerdings gab es die Situation mit der Malihündin meiner Freundin. Der Hund blieb nachts aus eigenem Willen in der unteren Etage des Hauses. Die Schlafräume befanden sich in der oberen Etage. Das wurde so angenommen und später auch nicht mehr von meiner Freundin geändert. Hund schläft unten.
Jeden Morgen, wenn meine Freundin die Treppe runter kam, wurde sie freudig von ihrer Hündin begrüßt. Sie stand vor der Treppe, wedelte, begrüßte sie und es gab ein morgentliches Ritual (hier aber uninteressant).
Dann kam der Tag, an dem die Diskussion über die oben genannte These aufkam. Sie stand aus dem Bett aus, ging die Treppe runter - kein Hund da. Bis dahin, gab es von meiner Freundin keinen Grund, irgendetwas auszutrahlen. Sie ging erst auf die Toilette und betrat dann die Küche. Der Hund war nicht zu sehen. Aber hinterm Tresen war der Müll zu sehen. Fein säuberlich durchstöbert, zerlegt etc. Abosolutes Tabutheme. Müll = nein, niemals, ohne Ausnahme (der Hund ist vorbildlich erzogen). Erst in diesem Moment realisiert sie, dass diesen Morgen irgendwas anders war. Der Hund lag in seinem Körbchen und bewegte sich keinen mm aus ihrer Liegeposition. Warum nicht?
Und da ist uns aufgefallen, dass wir alles positive als lernfähig halten, bei negativen Sachen aber unterstellen, dass der Hund praktisch von nix weiß. Beim Lernen selbst, braucht er die Sekunde danach. Er erinnert sich vielleicht auch nicht, wie wir an vergangene Sachen. Aber er speichert viele Sachen, die er abrufen kann. Und wenn ein Hund weiß, dass Schuhe zerfetzen nicht gut ist, dann weiß er es eben. Zumindest sind wir zu dem Entschluss gekommen, ohne daraus eine Wichtigkeit zu machen.
Lasse mich da gerne eines besseren Belehren, aber ich denke schon, dass die Hunde manchmal nur zu gut wissen, wann sie ihren Kindskopf freien lauf gelassen haben :mrgreen:
EDIT: Irgendwie hab ich da ne Seite übersehen. Sorry, hab die vorangegangen Beiträge nicht gesehen. Hmpf