Hey, das ist doch schon mal eine Basis, wenn das Lisa-bleibt-Gespräch positiv verlaufen ist.
Wenn die Abneigung eures Sohne vorwiegend daraus resultiert, dass euer Hund für den kleinen Drops einfach noch zu stürmisch ist, dann ist ja Hopfen und Malz noch nicht verloren. Vielleicht kannst du deinem Sohn nochmal erklären, dass Lisa ihn nie mit Absicht umrennt oder weil sie ihn nicht mag, sondern weil sie halt auch noch etwas arg stürmisch und dabei ein bisschen trampelig/trottelig ist und das sich das bessern wird, je älter Lisa wird, je größer er selbst wird und vor allem je mehr mehr er versucht, sich mit ihr zu beschäftigen. Vielleicht kannst du ihm ja auch erklären, dass ihr Lisa nicht zuletzt deswegen geholt habt, damit sie ihn beschützt und auf ihn aufpasst und sie euer Haus sicherer macht.
Das mit der falschen Rangordnung, wenn der Hund auf der Couch liegt und das Kind in der Zeit am Boden spielt, vergiss mal ganz schnell wieder (dann würde die Rangordnung bei mir zuhause seit fast zwölf Jahren völlig schief laufen). Wichtiger ist da eher, dass dein Hund nicht versucht, sich zwischen euch zu drängen, wenn ihr mal kuschelt oder auch Platz macht, wenn euer Sohn den Platz neben euch "beansprucht". Der Rangniedere hat dem Ranghöheren immer Platz zu machen, kann aber ansonsten liegen, wo er mag. Diese Zeremonie des Platzanspruches vom Ranghöheren geschieht allerdings im Gegenzug immer ganz ruhig und weder mit hektischen Gesten noch mit lauten Tönen. Vielleicht wird das bei euch nicht von heute auf morgen ohne Protest und Grummeln eures Hundes klappen, weil das Verhältnis zwischen den beiden lange nicht so doll war, aber das wird sich schnell geben, sofern dein Sohn auch mal auf Lisa zugeht und sich auf sie einlässt.
Bevor du versucht, den Hund mit der Rappeldose aus dem Kinderzimmer zu vertreiben, bzw. am Überspringen des Hundegitters zu hindern, versuch lieber mal, den Hund wirklich dahin gehend zu erziehen, dass er dieses Zimmer nicht mehr betritt. Geh ruhig ins Kinderzimmer mit Lisa im Schlepptau, dreh dich im Türrahmen zu ihr um und gib das Kommando "stopp". Bleibt sie dann im Türrahmen stehen, schiebst du direkt ein Leckerchen hinterher. Das hat den Vorteil, dass euer Hund keine anonyme Sperre in Form eines Gitters hat, dessen Sinn er nicht versteht und das für ihn eher eine Aufforderung zum Überspringen darstellt, sondern die Grenze ist von dir als Leader durch ein Kommando gesetzt. Es wird vielleicht am Anfang etwas umständlicher, den Hund wirklich dabei auch im Auge zu haben, um anfangs immer auf die Einhaltung des Kommandos zu bestehen, aber auf Dauer wird es effektiver sein und auch eure Rangordnung weiter festigen. Du als Leader hast das Recht, dem Hund den Zugang zu einigen Räumen zu verweigern und auf dieses Recht bestehst du dann - hier auch wieder ganz ruhig, cool und souverän. (Übrigens kannst du dir mal das Thema von Suno
"Die Alpha-Lüge" durchlesen. Suno hat es darin ganz toll erklärt.)
Da ja anscheinend die Abneigung deines Sohnes gegen den Hund eher aus Missverständnissen und ungestümen Rempeleien herrührt, ist aus meiner Sicht keine irreparable Abneigung und die beiden wachsen doch vielleicht noch zu einem richtig tollen Team zusammen. Vielleicht könnt ihr ja auch mal zusammen zu einem Agility-Schnuppertraining gehen. Da können sich quasi Hund und Kind einen Spielplatz teilen und zusammen spielen/trainieren. Ansonsten kann man sich ein paar dieser "Spielgeräte" auch selber machen oder auch kaufen und im Garten oder Park aufbauen (Slalomstangen oder Tunnel z.B.). Das hat natürlich den Vorteil, dass dein Sohn nicht nur zugucken muss, sondern auch selber mitspielen kann, was im Verein weniger gern gesehen wird, da ja alle mal trainieren wollen. Ich glaube, die beiden könnten gleichermaßen Spaß daran haben und so eine Basis finden, auf der sich dann prima aufbauen lässt.