Für mich gibt es keine zumutbare Grenze der Grausamkeit .
Ich glaube hier ist was falsch rübergekommen ist .
Ich bin froh das heute nicht mehr coupiert wird und würde meine Rasse " Riesenschnauzer" nicht züchten wenn ich noch coupieren müsste .
Im Gegenteil ich bin stolz darauf behaupten zu können ,das ich in Belgien der erste Züchter war ,der bereits im Jahr 2001 seinen ersten uncoupierten Wurf hatte ,obwohl das Coupieren hier bis 2006 noch erlaubt war.
Ich musste mich dafür durch alle Widrigkeiten durchsetzen und durfte sogar erleben ,das auf einer wichtigen Show für uns sich der Richter lachend auf die Schenkel schlug und unsere Hunde mit einem "Gut" aus dem Ring schickte.
All das haben wir in Kauf genommen und sind kein Stück von unserem Weg abgerückt .
Nun muss ich zugeben ,das ich wahnsinniges Glück mit meiner Zuchtlinie hatte .
Meine Hunde vererben schön getragene Ruten und wunderbar symetrische Ohren .
Andere Züchter hatten nicht so viel Glück . Sie hatten inerhalb ihrer Linien von Ringel bis Knickrute und auch dachartige Ohren . Dadurch wurden viele Linien eingestellt ,was nicht gerade positiv für die Rasse war . Da über 100 Jahre weder auf Ohrenstellung noch auf Ruten geachtet wurde ,denn die Hunde wurden eben in der ersten Lebenswoche coupiert ,kam es zu den seltsamsten Auswüchsen .
Denn immer wenn ganze Linien verloren gehen ,dann verengt sich auch der Genpool und das trägt nicht gerade zur Gesunderhaltung einer Rasse bei .
Oder es bilden sich wie beim Riesenschnauzer leider geschehen auf einmal zwei Grundlinien herraus :
Arbeits und Schönheitslinien .
die Leistungsleute ,die einfach sagen sch.......egal wie der Hund aussieht ,hauptsache er arbeitet gut
und die Schönheitszüchter ,denen das rassetypische Wesen relativ unwichtig ist ,hauptsache der Hund hat einen grossen Showeffekt .
Bei Rassen ,deren Genpool schon vor dem Coupierverbot sehr eng war ,wurde es teilweise dramatisch . Viele sogeannte " Popular Sires" Rüden die ganze Zuchtrichtungen bestimmt hatten ,wurden aus der Zucht genommen und ihre Nachkommen eben auch . Dadurch erhöhte sich der Inzuchtkoeffizient enorm ,was diesen Rassen nicht gerade gut getan hat .
In Deutschland war das Coupierverbot ,der zweite tiefe Einschnitt in die Hundezucht .
Nachdem 1945 die Siegermächte unendlich viele hervorragende Hunde beschlagnahmt hatten und die Züchter der damaligen Zeit unter grossen Opfern versuchten ihre Zuchten und somit auch Rassen aufrecht zu erhalten ,gab es dann wieder einen grossen verlust der Gene .
Und wenn man weis das zum Beispiel der deutsche Pinscher nach 1945 aus ganzen 5 Hunden neu erstanden ist und es unendlich viel Mühen und züchterisher Überlegung bedurft hat, um die Rasse ,die ja immer noch keine populäre ist, zu erhalten ,dann war das für diese Züchter mehr als dramatisch ,als sie nach Coupierverbot ,wieder einmal einen Grossteil ihres Genpools verloren .
Und wie ich vorher schon schrieb ist es nicht ganz so einfach ,das Exterieur eines Hundes zu verändern , Das bedarf eines sorgfältig durchdachten Zuchtprogramms ,denn wie gesagt ,die meisten Erbgänge sind polygenetisch und immer wenn man auf ein bestimmtes Ziel fokussiert ,wird man das unter Verlust vielleicht anderer wichtiger Dinge tun .
Das ist die Kehrseite der Medaille .
L. G.
Elvira