Pablo war auf einem seiner Streifzüge, kommt heim und will es sich gemütlich machen. Da ist auf einmal nicht nur sein alter Kumpel daheim, sondern auch noch ein junger fremder Kater. Pablo empfindet Stress, ein Eindringling in seinem Revier, auf seinem Lieblingsplatz, der zu Nahe an seinen futterplatz geht. Was macht ein Freigänger wohl, wenn ein fremder kater unverschämt in sein Revier eindringt? Klar, er versucht ihn zu verjagen. Kloppen, jagen fauchen, Knurren, vielleicht auch mal richtig raufen.
Das bringt aber nichts, der Fremde bleibt, immer in der Wohnung. Pablo kommt also seltener Heim, er will sich mit dem Eindringling nicht auseinander setzen. Offenbar kann er ihn ja nicht verjagen, also geht eben er. Er kommt nur noch zum fressen heim, bei den Nachbarn ist er ja willkommen.
Klar, anfangs besucht er noch öfter das alte Zuhause, vielleich verschwindet der Fremde ja doch irgendwann, und das neue Zuhause muss ja auch erst richtig "aufebaut" werden. Die zweibeiner müssen ja merken, dass sie mehr Futter brauchen, und bei denen ihrer Katze muss man auch Schleimen.
Dann wird man plötzlich kurzzeitig im alten heim eingeschlossen, natürlich ist Pablo total verdutzt, empört, und er hat Angst. Was kommt denn jetzt noch alles an Stress? Er wird panisch, will raus, dann auch noch der Eindringling, also kloppt er den, macht terror, schreit rum. Der zweibeiner, der mal frauchen war, lässt sich nervös machen, das sieht Pablo, also dreht er weiter auf, bis er wieder raus darf.
jetzt ist er vorsichtiger mit dem heim kommen, nicht dass er wieder eingesperrt wird mit dem fremden, der ist ja immer noch fremd für ihn. Er hat ihn die letzten Wochen ja immer nur kurz gesehen. Außerdem hat er mittlerweile die Nachbarn und deren Katze so weit, dass er mit dazu gehört, da Futter bekommt, was will er also noch zuhause?
So, und jetzt kommt die Version, wie es hätte laufen können:
Frauchen bekommt wohl mit, dass Pablo immer seltener heim kommt, also sperrt sie ihn ein. Diesmal lässt sie sich aber nicht weich klopfen und behält ihn drinnen, trotz allem Terror, und obwohl er ernsthaft versucht, den Fremden zu verdreschen. Er ist entsetzt! Irgendwann wird er aber müde, er muss schlafen, will eigentlich nicht mit dem Fremden in der Nähe, aber er muss. Am nächsten Tag scheint Frauchen ihn immer noch nicht zu beachten, aber immerhin; der Fremde hat ihn nicht über Nacht ermordet. Es vergehen Tage, immer wieder versucht er wieder Terror zu machen, aber nicht mehr so oft, bringt ja eh nichts. Vielleicht pinkelt er mal auf den teppich, aber auch das wird Kommentarlos nur weg gemacht.
Mit der zeit merkt Pablo, dass der fremde gar nicht so schlimm ist. Er hat ihm immer noch nichts getan, und er wird trotzdem satt. Außerdem mag sein alter Kumpel den Neuen, vielleicht ist der ja sogar ganz nett. Er fängt an, sich zu öffnen.
Es dauert zwar seine Zeit, aber Pablo merkt, dass der Neue - ja, nicht mehr der Fremde, sondern der Neue Kumpel - echt ok ist. Man kann mit ihm leben, er tut ihm ja nichts und nimmt ihm nichts weg.
Als Pablo nach mehreren Wochen wieder raus darf kommt er natürlich danach wieder heim. Ist ja gar nicht schlimm, sondern er hat da jetzt zwei Kumpels, und auf Frauchen ist er auch gar nicht mehr sauer. war ja gar nicht so wild.