Fassen wir doch mal zusammen: Der Wille alleine reicht nicht, Geld alleine auch nicht.
Will ich ein guter Tierhalter sein, oder zumindest der beste, der ich sein kann, muss ich erst einmal bereit sein, etwas für mein Tier zu geben, Zeit und Geld zu investieren, mich zu informieren, was das beste für mein Tier ist.
Aber ich brauche auch Geld, um etwas umsetzen zu können. Futter gibt es nicht umsonst.
Eine genaue Zahl kann und will ich nicht nennen, aber vielen wäre schon geholfen, würde sie vor der Anschaffung allein mal die Fixkosten berechnen.
Wenn ich zum Beispiel vom Hund ausgehe - Futter, Verbrauchsgüter wie Spielzeug, Kissen usw., Versicherung, Steuer - da gibt es einiges, was ich im Voraus berechnen kann. Wenn ich dann die 100 Euro im Monat nicht aufbringen kann, ohne mich in den finanziellen Ruin zu stürzen, sollte ich es meiner Meinung nach mit dem Hund bleiben lassen.
Bei Katzen ist es nicht anders: Futter, Streu usw. kosten auch Geld, da muss man eben auch mal mit 70 oder 80 Euro im Monat rechnen.
Dann kann ich mir überlegen, was ich an Rücklagen brauche. Einmal Grunduntersuchung im Jahr, ein Blutbild und eine mittlere OP mit 500 Euro würde ich da schon veranschlagen, zusätzlich sollte man dann auch noch eine Lösung für größere Notfälle haben.
Wie viele andere störe ich mich auch an diesem Denken in der Art von "der ist jung, da kommt schon nix" oder "das sehen wir dann". Mein Hund ist auch jung und hat mich in den letzten 1 1/2 Jahren rund 2000 Euro an TA-Kosten gekostet. Was hätte ich da getan, hätte ich keine Rücklagen gehabt?
Es kann auch nicht Sinn sämtlicher Einrichtungen, die von Steuergeldern und Spenden finanziert werden, sein, die unüberlegte Anschaffung von Tiere zu bezahlen. Würde sich jeder auf diese Maßnahmen verlassen, könnte sie keiner mehr bezahlen. So etwas ist für einen Notfall gedacht und nicht für Leute, die schon bei der Anschaffung sagen "ja notfalls gehe ich eben dort hin". Man sollte die Hilfe anderer Leute meiner Meinung nach nicht so ausnutzen.
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Unterschreib ich voll und ganz.
Ich bin seit 2,5 Jahren Katzenhalter und Chico dürfte mcih in dieser Zeit um die 2.000 Euro gekostet haben, davon im Februar dieses Jahres allein ca. 600 Euro innerhalb eines Wocheendens. Er ist jetzt 2.
Ich kann nicht davon ausgehen, dass weil die Tiere jung sind, nichts passieren wird. Natürlich muss ich nicht mit dem Schlimmsten rechnen, aber ich sollte schon wissen, was da für Kosten auf mich zukommen können und ob ich diese Tragen kann und das unabhängig davon, ob ich Renter bin, Harz IV-Empfänger oder einen gut bezahlten Job hab.
Ich kann nicht davon ausgehen, dass im ständig jemand einspringt, Ratenzahlung zulässt etc. pp.. Davon auszugehen, dass einem fremde Helfen kann einem mächtig auf die Füße fallen.
Und das manche Menschen von vornherein mit der Einstellung ran zu gehen, dass es dafür ja Einrichtungen gibt, find ich ehrlich gesagt mehr als Frech. Meiner Meinung nach fällt uns da unser Sozialstaat auf die Füße, denn wenn jeder so denkt, gibt es baldwirklich keine Möglichkeit mehr den Menschen zu helfen, die unverschuldet in Not geraten sind und für die diese Art der Hilfe auch gedacht ist.
Sicher will der TA auch mal Geld sehen. Das war ja auch gar nicht das Thema. Dennoch muss er erst mal behandeln. Das fusst aber eben nicht auf dem TSG sondern auf seinem Eid.
Sicherlich muss der TA behandeln, wenn es um Leben und Tod geht, aber auch er macht an der Stelle nur das Notwendigste. Wenn das Tier aber ständig Medikamente braucht, die sich sein Halter einfach nicht leisten kann, wird auch ein TA nicht mehr weiterhelfen und im schlimmsten Fall geht das Tier dann jämmerlich zu Grunde.
Es gibt genug Fälle, die unverschuldet in so eine Lage kommen und dann vor einer furchtbaren Entscheidung stehen. Ich möchte nie in einer solchen Situation stehen und wünsch das auch niemanden.
Aber muss ich es denn überhaupt erst provozieren, wenn von vorn herein klar ist, dass ich für das Tier im Notfall nicht die finanziellen Mittel aufbringen kann?
Ich kann niemanden vorschreiben, welche Tier er wie zu halten hat oder welche Tiere er anschaffen darf und welche nicht. Ich kann meine Meinung dazu kund tun.
im Endeffekt geht es mir persönlich aber auch einfach um das Bewusstsein für diese Problematik, in der Hoffnung, dass die Leute mit entsprechendem Verantwortungsgefühl an die Sache rangehen.
Tierliebe bedeutet in meinen Augen eben nicht nur, ein Tier aufzunehmen, es zu füttern und zu streicheln. Da gehört viel mehr dazu und ich finde, der Weg sollte dann auch von jedem Tierhalter gegangen werden, ob es nun um artgerechte Haltung + Ernährung geht oder eben die finanzielle Absicherung im Notfall.