Liebe Laura,
ich hab´ jetzt auch mal den gesamten Thread durchgelesen und lange überlegt, ob ich meinen Senf auch noch dazugeben soll...
(Achtung, könnte länger werden, der Senf

)
Ich kann Deine Reaktionen bis zu einem gewissen Grad verstehen - Du bist zu Hause unglücklich, Du möchtest jemanden, der bei Dir ist und Dich tröstet. Und Du hast das Gefühl, dass wir Dich hier nicht verstehen wollen.
Aber so ist es gar nicht - im Gegenteil wurde an vielen Stellen versucht, Dich zu verstehen. Es kamen viele sachliche Argumente, warum Du Dir das mit der Katzenhaltung nochmal überlegen solltest.
Ich denke, lucians letzter Post fasst das sehr gut zusammen!
Wir haben hier 6 Katzen sitzen - gerade mal 2 davon wären vielleicht das, was Du Dir wünschst.
Die Dinah (die aber mit geschätzten 8-10 Jahren aus dem TH kam) könnte tatsächlich als Einzelkatze durchgehen, von uns Menschen jedoch fordert sie viele Kuscheleinheiten, sie begrüßt mich an der Tür, wenn ich nach Hause komme, und sie sitzt sofort auf meinem Schoß, wenn ich nicht da bin. Als ich vor 2 Jahren ziemlich schlimm krank war, hat sie das sofort gemerkt und ist nicht von meiner Seite gewichen, bis der Notarzt da war.
Aber das ist eine Ausnahme - was ist, wenn Du keine solche Ausnahme erwischst?
Unser Poldi lässt sich auch gern durchknuddeln - aber das noch lange nicht immer, und er wäre ohne seinen Kumpel John-Boy definitiv todunglücklich, denn er liebt es, mit ihm zu spielen, zu raufen, zu toben, zu kuscheln.... nichtsdestotrotz, wie gesagt, ist er auch Menschen gegenüber sehr anhänglich, aber das reicht ihm einfach nicht.
Die übrigen Katzen wollen von uns nicht wirklich viel wissen. Zwei lassen sich sogar nachgerade überhaupt nicht anfassen, da mussten wir sogar schon Tierarzttermine absagen, weil wir sie nicht erwischen konnten. Was, wenn Du so ein Exemplar erwischst? Und die letzten beiden sind so´ne Mischung - mal im Vorbeigehen streicheln ist ok, aber mehr wollen sie dann auch nicht und haben lieber ihre Katzenkumpels zum Spielen und Toben - und unsere Audrey wäre ebenfalls todunglücklich ohne ihren Bruder John-Boy...
Und dann noch zum Thema: "Zwei Katzen, die sich nicht kennen" - sowas müsstest Du Dir ja gar nicht erst "antun"

Im Tierheim sitzen zuhauf Mütter mit Kitten oder eben auch nur ´ne Gruppe Kitten - gerade jetzt sitzt da die Mai-Kitten-Schwemme. Da wären auf jeden Fall Wurfgeschwister zu zweit zu bekommen. Und wenn ich da an Audrey und John-Boy denke - waren zwar keine Tierheim-Katzen, sondern Streunerbabies aus ´ner Scheune - die sind inzwischen 4 Jahre alt und nach wie vor unzertrennlich. Als sie hier einzogen, hat Audrey sich immer ein paar Schritte schneller vorgewagt als John-Boy, aber er kam dann sofort angelaufen und hat ihr Beistand geleistet. Unvorstellbar, wenn eine von den beiden hier mutterseelenallein eingezogen wäre.
Ein Jahr später zogen Dinah und Poldi ein - Fundtiere aus dem Tierheim. Ok, anfangs gab´s hier ordentliches Gefauche, aber dann sind auch Poldi und John-Boy dicke Freunde geworden.... Joar... ich könnte jetzt stundenlang noch weiterschreiben - ich wollte damit einfach nur sagen, dass es erstens reichlichst Katzen gibt, die entweder Wurfgeschwister sind oder miteinander aufgewachsen sind - und die bleiben in der Regel auch dicke Freunde.
Und dass eben keiner garantieren kann, dass die Katze

, die Du letztendlich aussuchst, auch wirklich Deinen Erwartungen entsprechen - und da ist dann eben die große Frage: Was ist, wenn sie es nicht tun? Unser Julchen lebt z. B. auf dem Schlafzimmerschrank - Streicheln geht gar nicht. Und das Ganze schon seit November 2012.... Sie versteht sich mit Audrey und John-Boy, von denen sie immer mal besucht wird - aber das war´s auch...
Du hast weiter oben geschrieben: "er wäre meiner: Eine Katze".
Joar. Ich seh´ das genau umgekehrt

Es sind nicht "meine" Katzen - wir haben sie zu uns nach Hause geholt, wir sind für sie verantwortlich - aber es sind nicht "meine" Katzen, sie gehören sich selbst, und das "Schicksal" hat es so gewollt, das nun eben wir uns so gut wie nur möglich um sie kümmern...
Hab´ ich jetzt noch was vergessen? Bestimmt

Niemand hier will Dir was Böses, alle wollen das Beste für die Katzen und somit auch für Dich - denn eine unglückliche Einzelkatze hilft Dir gewiss nicht weiter. Da können weder Du noch die Katze von profitieren....
Ach so - siehste, ich wusste, da war noch was

Wir versorgen gerade den Nachbarskater als Urlaubspfleger - der arme Kerl ist mit 8 Wochen als Einzelkater eingezogen und hat derartige Verhaltensauffälligkeiten entwickelt (er ist jetzt ca. 3 Jahre alt) - der kommt an zum Spielen und zerkratzt einem dann unvermittelt das Gesicht oder die Hände oder Beine - oder man stellt ihm Futter hin und er verbeißt sich von hinten ins Bein. Nicht schön. Aber sowas war abzusehen, leider
Bitte denk´ nochmal drüber nach, ok?
LG, seven