Ich bin gerade traurig. Gerade habe ich einen - schätzungsweise - Kater zum Tierarzt gebracht. Wieder einer, der hier einfach so aufgetaucht ist. So mitten in der Pampa ist es wohl leider fast normal, dass massig unkastrierte Streuner durch die Gegend laufen, aber es frustriert mich trotzdem.
Der Kater ist einer von 3 die hier in der letzten Zeit aufgetaucht sind. Er ist der Einzige, den ich nach einiger Zeit anfassen konnte. Donnerstag vor 2 Wochen konnte ich ihn das erste Mal anfassen. Haben dann direkt mit dem ansässigen TA telefoniert, ob ich ihn, wenn ich ihn in eine Box bekomme, vorbeibringen dürfte um zu schauen ob er gechipt ist, ob er überhaupt ein Kater ist und kastriert und obendrein hat er an der Unterseite des Schwanzes, recht nah am Hintern, eine dicke fette Beule. Wäre in Ordnung. Dann kam der Kater am Samstag, da hatte der TA natürlich zu und heute kam er dann endlich wieder. Hab ihn tatsächlich in eine Box bekommen und nun ist er beim TA.
Gechipt ist er nicht, war ja nicht anders zu erwarten. Bekannt ist er dort auch nicht. Nun muss auf einen Tierarzt gewartet werden, der dann schaut was mit dem Schwanz ist usw. Ich weiß, dass es gut ist, dass ihm nun geholfen wird, mich macht nur traurig, dass ich ihn eventuell nie wieder sehen werde. Heute Nachmittag können wir anrufen wie es aussieht und dann entscheidet sich was aus ihm wird. Wenn er nur kastriert werden muss, dann werden wir das übernehmen, aber weitere Behandlung und davon gehe ich bei der dicken Beule aus, können wir uns nicht leisten.Unser Konto stöhnt ja schon unter einer Kastration außer der Reihe. Und bitte sagt jetzt nicht: Ihr habt doch Tiere, da müsst Ihr doch Geld für so was haben. Ja, wir haben eine Notfallkasse, aber die kann ich doch nicht für ein fremdes Tier plündern und dann wird eines unserer Tiere krank und dann kann ich das nicht mehr bezahlen.
Wenn also mehr gemacht werden muss, dann kommt er ins Tierheim und das stört mich gewaltig. Ja ich weiß, Tierheim ist nicht grundsätzlich was schlimmes, aber was wir hier bisher so erlebt haben, da ist diese Aussicht für mich echt grausig. Damals mit Houdini wurden wir von den Tierheimen ja auch im Stich gelassen und mussten einen Streuner auf unsere Kosten kastrieren lassen und wurden mit unseren Problemen total im Stich gelassen (was habe ich gebettelt, dass er nur für 2 Tage aufgenommen wird, damit er sich von der OP erholen kann, weil wir dafür keinen Raum hatten. Nicht mal damit wurde uns geholfen. Deshalb haben wir dieses Mal den Weg über den Tierarzt gewählt und uns gar nicht erst selbst mit den Tierheimen in der Gegend in Verbindung gesetzt). Gut, Houdini wurde dann wirklich zu unserem Kater und das war auch gut so, ich hab ihn so geliebt und vermisse ihn immer noch total. Aber man muss ja vernünftig sein und wissen was man schafft. Wir können hier doch nicht irgendwann mit 10 Katzen sitzen, das schaffen wir nicht, auch wenn wir es gerne schaffen würden. Wobei, noch eine dritte Katze würden wir irgendwie hinkriegen, vorausgesetzt ich kann erstmal die Notfallkasse für die Tiere aufstocken und nicht direkt plündern.
Na ja, man darf nun mal nicht egoistisch sein. Geheule hin oder her, ich muss froh sein, dass ihm (ich nenne ihn Dark) geholfen wird und nur das zählt.
Und auch wenn er ins Tierheim muss, da er nicht ganz so scheu ist, wird er vielleicht recht schnell ein neues Heim finden, vermittelbar dürfte er auf jeden Fall sein vom Charakter her. Ich weiß nur nicht wie die Leute hier über Tigerkatzen denken. Ich finde ihn total schön (er sieht aus wie Tigris, wenn sie in dunkle Farbe gefallen wäre), aber wie andere ihn finden - keine Ahnung.
Ich hoffe jetzt nur erstmal, dass es ihm soweit gut geht und dann sehen wir weiter.
Ach so, zu den anderen beiden schätzungsweise Streunern. Einer davon, ihn nenne ich Kumpi, er ist am längsten da. Er hat Angst vor allem, auch vor Katzen. Ich gebe mir so Mühe ihn irgendwie mal fangen zu können, weil bei ihm weiß ich, dass es ein unkastrierter Kater ist, seine Glöckchen konnte ich schon sehen aus der Ferne. Aber bei ihm bin ich chancenlos. Lebendfalle klappt bei ihm nicht, da weigert er sich sich der Futterstelle auch nur zu nähern. Da muss ich also darauf hoffen und daran arbeiten, dass er irgendwann genug Vertrauen bekommt damit ich ihn packen kann. Es sei denn jemand hat noch eine andere Idee außer Lebendfalle.
Der Andere, da weiß ich nicht was es ist und ob unkastriert oder kastriert. Ist aber genauso unbekannt in der Nachbarschaft wie die anderen Beiden. Scheu, aber nicht so panisch wie Kumpi. Bei ihm werde ich es mal mit einer Lebendfalle versuchen, wenn mit Dark alles geregelt ist. Er heißt erstmal Der Neue, weil er sehr frisch aufgetaucht ist. Optisch gehen wir aber auch von einem Kater aus und vor allem und der Beste Hinweis auf Kater ist, dass Tigris nicht völlig ausrastet. Bei fremden Katern murrt sie erstmal ein bissel und dann ist es gut, bei Katzen rastet sie ja total aus und zwar dauerhaft. Also muss der Neue eigentlich auch ein Kater sein, sonst würde Tigris sich anders verhalten.