Also, hier das ganze mal aus der Sicht einer Reitlehrerin:
Ich z.B. reite seit 26 Jahren, habe bei etlichen Trainern guten und auch weniger guten Reitunterricht gehabt, jahrelanges Turnierreiten, Ausbildung von etlichen jungen Pferden bis hin zu Dressur M und Springen S. Was ich noch für Bücher, Fortbildungen, Kurse usw ausgegeben habe, will ich gar nicht nachrechnen.
Auch jetzt noch nehme ich regelmäßig Unterricht, habe mich vom Turniersport zurückgezogen und orientiere mich in Richtung feine Reitkunst im Sinne der alten Meister ( la Guerinière, Baucher ), weil ich es unglaublich faszinierend finde, mit leichtesten, unsichtbaren Hilfen zu reiten und schon immer zu faul war, mit Kraft zu reiten **g**
Dieses ganze Gezerre, Getrete und Unterwerfen des Pferdes, wie es heute leider überwiegend zu sehen ist, ist nicht notwendig, sonder kontraproduktiv.
Meine Kollegen und ich nehmen so um die 20 - 30 Euro für die halbe Stunde auf eigenem Pferd. Schulpferde sind einfach zu teuer (allein schon die Versicherung), wenn es unseren Ansprüchen genügen soll, muss ich es auch permanent selbst reiten, damit die Qualität nicht leidet.
Kleiner Vergleich: bei Phillipe Karl kostet die Trainerausbildung ca. 6000 Euro inkl. der Kosten und läuft über drei Jahre.
Peter Kreinberg nimmt 1000 Euro für einen 10-Tages-Trainer-Kurs
zzgl. Unterstell- und Fahrkosten...
Dieses Wochenende haben wir einen Kurs, der über zwei Tage geht. Eine Schülerin von Jean-Claude Racinet, die vorher schon bei Richard Hinrichs, Bent Branderup und auch Egon von Neindorff geritten hat und die ich über ein Gerd Heuschmann-Seminar ( hat auch was gekostet... ) kennengelernt habe, kommt zu uns. Der kostet auch wieder, kommt aber meiner Weiterbildung zu Gute, von der dann auch meine Reitschüler profitieren.
Nicht jeder, der einen Trainerschein der FN hat, ist auch wirklich gut, das habe ich auf meinem Trainerlehrgang gesehen.
Mein Fazit: viel anschauen (man kann auch als Zuschauer zu Kursen gehen), viel ausprobieren, viel lesen und vor allem: kritisch und pferdegerecht denken und sein! Nur, weil jemand auf Turnieren gewinnt, heisst es nicht, dass auch der Unterricht gut ist.
Teuer ist nicht ausschliesslich gut, aber das Qualität auch oft seinen Preis hat, liegt in den obigen Ausführungen begründet.
Einen schönen ersten Mai!
Lg