Hallo hallo,
ich schließe mich Frettchentina an. Man kann es keinesfall pauschalisieren, nicht jedes Frettchen ist hochgradig bissig und anders herum. Frettchen sind in erster Linie noch relativ wenig domestizierte Wildtiere, das bedeutet, sie legen im Allgemeinen doch eine größere Neigung auchmal zuzuzwicken an den Tag, wie Nachbars Waldi. Das heißt aber nicht, das man ihnen das nicht abtrainieren kann.
Bekommt man ein Frett von klein auf, liegt es zum Großteil im eigenen Ermessen des Halters, dem Tier beizubringen, das Frettchens Nacken und Menschens Hände unterschiedlich fest maltretiert werden dürfen. Du wirst nämlich sehen, wenn Frettchen untereinander toben und spielen, sieht das nicht selten ziemlich rabiat aus.
Die vielen Beiträge zu hoch aggressiven Frettchen haben meiner Überzeugung nach jedoch einen anderen Ursprung. Es gibt einfach genügend Halter, die sich nicht wirklich ausführlich genug über die Eigenarten ihrer Tiere informiert haben. Frettchen sind nunmal Raubtiere und sie setzen ihre Zähne eben auch manchmal ein. Ein Zwicker im Spiel wird schnell überbewertet und man beginnt anders mit dem Tier umzugehen, weil es ja angeblich beisst. Das ist aber nunmal absolut kontraproduktiv, denn man lernt einem Tier nichts, indem man sich immer mehr zurück zieht und es am besten mit Handschuhen anfasst.
Ich bin der Meinung es gibt kein Tier, dem man nicht beibringen kann, das es vor gewissen Leuten keine Angst haben brauch. Nicht jedes aggressive Frett wird zum Schmuser, aber mit viel Arbeit und Geduld wird fast ausnahmslos jedes Tier Vertrauen fassen und lernen. Und wenn der Grund für die Aggression fehlender Menschenkontakt ist, dann hat man zumindest dieses damit auch Problem schnell beseitigt.
Genau damit sind wir auch auf dem eigentlich springenden Punkt. Erstens: Zwicken ist nicht gleich Beissen, auch wenn es gern so dargelegt wird. Und:
Für die "Beissbereitschaft" gibt es IMMER einen Grund. Mal ist es welpenhaftes Rüpelverhalten, mal ist es Angst vor dem Unbekannten oder schlechte Erfahrung und manchmal ist es einfaches Grenzen testen.
Ich schätze es gibt keinen Frettchenhalter der im Laufe der Zeit nicht auchmal die Tackermaschinchen seiner Kobolde zu spüren bekommt, aber wenn man das weiß und vernünftig und mit Grips an diese Sache heran geht, dann stellt das kein Problem dar.
Ich habe derzeit 5 Frettchen. 2 sind traumhaft lieb und machen wirklich nichts. Die zwei Rüden sind ebenfalls lieb, zwicken allerdings im Spiel auch gerne mal etwas zu fest oder klauen Nasen, wenn man beim Knutschen nihct aufpasst. Und eine... tja- Ronja ist ein kleines Biest. Sie ist durchaus mit Vorsicht zu genießen, hat gerade von 1 Woche wieder 4 wundervolle Löcher in meiner Hand hinterlassen und einen Tag später meinen Freund gebissen. Aber c'est la vie, das passiert eben und wenn ich bedenke, wie sie war, als ich sie im März bekommen habe... Ich konnte sie nichtmal berühren, ohne das sie losgefaucht und gebissen hat. Sie war es schlicht und einfach nicht gewöhnt, in nahem Menschenkontakt zu stehen. Mit einigen Bestechungsversuchen, usw. hab ich ihr aber zeigen können, das ich garnicht so böse bin, wie ich aussehe und siehe da, wir kommen sogar ab und an schmusen.
Du siehst also, das Thema "beissen" darf man nicht überbewerten.
Können tun Frettchen es auf jeden Fall und wenn sie es richtig machen, tut es auch ziemlich weh... ABER, nicht jedes Frett möchte richtig zubeissen und wenn es das doch tut, dann nicht ohne Grund. Es kann nunmal nicht sagen: "ich hab mich erschreckt" oder "ich hab Angst". Lass dir keine Angst von solchen Beiträgen machen.
Solche räuberischen Bestien, wie sie manchmal dargestellt werden, sind Frettchen auf keinen Fall.

Wenn du mit Verstand und ohne Angst an die Sache heran gehst, dann hast du nichts zu befürchten.
Lg