CNI (Chron. Niereninsuffizienz) - Blutbild/ Therapie
Hallo Detlef,
da auch ich inzwischen meinen 3. und 4. kätzischen CNI-Patienten betreue, einen Kater im 3. Jahr und eine Kätzin mit beginnender CNI, kann ich Dir ja eventuell einige Infos zur Erkrankung sowie Tipps zur Therapie geben.
Eine CNI, chron. Insuffizienz der Nieren, was eine nach und nach reduziertere Nierenleistung bis zum endgültigen Versagen bedeutet, endet somit auch irgendwann immer mit dem Tode. Wird eine CNI im Blutbild anhand der Nierenparameter ersichtlich, so muss davon ausgegangen werden, dass bereits ca. 80-85% der Nierenkapazität verloren gegangen sind. Ziel einer Therapie ist hier, die restliche Nierenfunktion so lange wie möglich zu erhalten.
Es gibt vielfältige und bewährte, die Nieren unterstützende Therapieansätze, mit denen man den Prozess des Nierenverfalls hinauszögern und ggf. auch noch eine Verbesserung erzielen, sowie zusätzlich das Allgemeinbefinden der Patienten und somit die Lebensqualität erhöhen kann.
So kann man homöopathische Mittel zur Senkung von Harnstoff und Kreatinin einsetzen, die es entweder als Komplexmittel (z.B. Renes Viscum, SUC- bzw. 3er-Heel-Komplex) gibt, oder als kostengünstigere wie ebenso effektive Variante von Einzelmitteln.
Oftmals leiden CNIchen unter Bluthochdruck, welcher hier früher oder später eine wesentliche Rolle spielen kann. Das renale System ist der Blutdruckregulator des Organismus, und so ist es nicht verwunderlich, dass mit zunehmendem Leistungsverlust auch hier Probleme auftreten.
Die gewesenen Krämpfe Deiner Mieze könnten z.B. sowohl hierfür als auch für einen übermäßigen Wasserverlust Hinweis gebend sein.
Fachärzte empfehlen hier eine Verabreichung eines Blutdruck senkenden s.g. ACE-Hemmers (z.B. Vasotop), dem auch eine Nieren protektive Wirkung nachgesagt wird.
Du schlägst hier 2 Fliegen mit einer Klappe: Zum einen hast Du hiermit einen effektiven Bluthochdruck- und Nierenschutz und zum anderen auch gleichzeitig einen Herzschutz, denn eine CNI kann auch als sekundäre Erkankung nach einer Kardiomyopathie oder auch Schilddrüsenüberfunktion in Folge von Bluthochdruck auftreten.
Da Katzenherzen im Gegensatz zu Hunde- und auch Menschenherzen eine Besonderheit bei der Diagnostik darstellen, bringen hier zum Ausschluss einer Herzerkrankung Abhör- als auch EKG (Elektrokardiogramm) keinen ausreichenden Befund. Dieser wäre ausschließlich durch einen entsprechend geschulten Kardiologen mittels Echokardiographie (= Colordoppler bzw. Farbultraschall) aussagekräftig zu erstellen.
Mit ein Grund, warum ich nach Herz-/Nierenspezialisten-Empfehlung hier von Anfang an auf eine zusätzliche ACE-Hemmer-Therapie setze.
Da CNIchen einen erhöhten Flüssigkeitsverlust auf Grund einer erhöhten Harnabsatzmenge haben, empfiehlt es sich ferner einen Vitamin-B-Komplex mit Folsäure zu verabreichen. Auf Grund häufiger zusätzlicher Störungen bei CNIchen im Gastrointestinaltrakt und somit Gefahr einer B12-Verwertungsstörung verwende ich hier des Weiteren bioaktives B12 in Form von Methylcobalamin, welches einen vielfältigen positiven Einfluss auf die Organe und das Gefäßsystem (u.a. Nervensystem) nimmt und auch eine Blut bildende Eigenschaft hat.
Die B-Vitamine zählen zu den s.g. wasserlöslichen Vitaminen, bei denen ein Überschuss nicht im Organismus angereichert wird (bis auf ein kleines begrenztes B12-Speicherdepot der Leber, welches auch stets gut angefüllt sein sollte), sondern mit dem Urin wieder ausgeschieden. Damit kann man also nichts verkehrt machen.
Bei häufig auftretenden Problemen im Magen- und Darmtrakt gibt es je nach Problemart vielfältige Abhilfe- bzw. Unterstützungsmöglichkeiten:
Bei der bei CNIchen oftmals auftretenden übermäßigen Magensäuresekretion haben sich s.g. Magensäure-Blocker (z.B. Ranitidin) bewährt.
Als Symptom leidet die Katze hier häufig unter Übelkeit und regelmäßig wiederkehrend unter Erbrechen; Letzteres ganz besonders bei leerem Magen auftreten (z.B. Erbrechen Morgens vor der 1. Fütterung von [schleimiger] Flüssigkeit oder auch Schaum). Hier empfiehlt es sich übrigens, den Nierenpatienten nie allzu lange nüchtern zu belassen und lieber mehrere und dafür kleinere Mahlzeiten/Tag zu füttern, damit der Magen einerseits niemals ganz leer ist und andererseits auch nicht zu sehr auf einmal überladen wird. Ganz besonders hilfreich ist es hier oftmals, noch eine Mahlzeit vor dem Zubettgehen zu reichen.
Leidet die Katze unter Kotabsatzstörungen, kommen entweder eine Aufgasung in Betracht oder eine Verstopfung. Auch solche Darmstörungen können zu Übelkeit, Erbrechen und u.U. zu ganz erheblichen Befindensstörungen führen.
Diese Probleme entstehen dadurch, dass der Organismus bei Flüssigkeitsmangel mit dem Versuch einen Ausgleich hier zu erzielen, den Schleimhäuten wie auch Darm und Kot das Wasser entzieht. Hierdurch kann es zu Darmstörungen und ggf. auch einer Darmdysbiose kommen. Auch eine abruppte Futtermittel-Umstellung kann solche Probleme noch forcieren.
Bei einer Aufgasung hat sich ein Entschäumer mit dem Wirkstoff Simeticon (z.B. Sab simplex suspension) bewährt; bei einer Verstopfung abführende Maßnahmen (z.B. Lactulose).
Hinweis gebend für die Problemart sind hierbei Unregelmäßigkeiten im Kotabsatz wie Kotkonsistenz, Farbe etc. - sowie Übelkeit, ggf. wiederkehrendes Erbrechen und Nahrungsverweigerung bzw. -mäkeligkeit.
In leichteren Fällen hat sich bei Magen- und Darmproblemen SEB (Slippery Elm Bark = Rinde der amerik. Rotulme) bewährt, welche neben einem zusätzlich nahrhaften Effekt einen schützenden Film über sämtliche Schleimhäute legt, mit denen sie auf ihrem Weg vom Mäulchen bis zum Darm in Berührung kommt.
Flüssigkeitsdefizite können mit s.g. subkutanen (unter die Haut) Infusionen (z.B. Ringer Laktat) ausgeglichen werden, welche man auch selbst vornehmen kann. Dies ist z.B. gerade dann vorteilhaft, wenn tägliche Infusionen notwendig werden. Das erspart der Mieze zusätzlichen TA-Stress und auch durchaus Kosten. Es ist nicht schwer, benötigt nur etwas Mut und mit ein bisschen Übung gewöhnen sich Patient als auch Patientenbetreuer sehr schnell daran. Es gibt hier auch immer wieder Miezen, die sehr schnell erkennen, dass diese lebensnotwendigen Infusionen ihnen gut tun und die sich dann sehr kooperativ zeigen. Unser Kater gehört z.B. hierzu, der sich inzwischen täglich hierfür freiwillig auf den dafür angestammten Platz hinlegt.
Diese Infusionen helfen nicht nur, die Katze gut hydriert, die Nieren schön nass zu halten, sondern sie verdünnen auch die Giftstoffe, die von den Nieren nur noch schwerlich ausgeschieden werden können.
Dennoch sollten nierenspülende Infusionen in Form einer Diurese dem TA vorbehalten sein, und die Zuhause verabreichten Infusionen ausschließlich zur Beseitigung eines gegebenen Flüssigkeitsdefizits verabreicht werden.
So ist es auch wesentlich möglichst wenig Giftstoffe hier zuzuführen. Als Hauptnierenkiller gilt hierbei Phosphat, dessen sich der Organismus bei CNI nur noch unzureichend entledigen kann.
Sollte hier also ein normales Katzen-NaFu verabreicht werden, ist es wesentlich, dem einen s.g. Phosphatbinder beizumengen (Dosierung richtet sich hierbei nach dem aktuellen Phosphat-Blutserumwert des Blutbildes). Bei sehr erhöhten Nierenwerten kann dieser u.U. auch schon zur Beimengung einer Nierendiät angezeigt sein.
Impakitine ist ein Phos-Binder auf Calciumbasis und nur angezeigt, wenn die Mieze nach Blutbild einen erniedrigten Ca-Spiegel aufweist. Denn auch ein zu hoher Calciumspiegel ist wie ein zu Niedriger nicht unbedenklich. Zwar gehen viele TÄe hier davon aus, dass der Gegenspieler Calcium zu Phophor auch bei Phos-Erhöhungen dementsprechend erniedrigt sein muss - jedoch hat die Praxis hier anderes aufgezeigt. So kann ein CNI-Patient trotz stark erhöhtem Phos-Blutserumwert dennoch unter auch hohen Ca-Werten leiden. Hier wäre ein Phos-Binder auf Ca-Basis dann kontraindiziert und eher einer wie z.B. Aluminiumhydroxid (Aluhyd) angezeigt, welcher sich hier neutral verhält.
Aluhyd gilt bei den Medizinern als umstritten, da es sich über viele Jahre verabreicht im Organismus langsam anreichert, was nach ca. +/- 10 Jahren zum Tragen käme. Das mag auch aus humanmedizinischer Sicht bei menschlichen Patienten eine wichtige Rolle spielen; bei Katzen als Nierenpatienten jedoch nicht, das sie dieses Alter der Relevanz hier gar nicht erreichen würden und es somit bei ihnen keine wesentliche Rolle spielt. Denn CNI-Katzen sind in der Regel geriatrische bzw. alte Patienten.
Vorteil von Aluhyd, dass er eine höher effektive Wirkung als Impaktine bezüglich der Phos-Reduzierung zeigt.
Seit Neuestem ist hier auch noch ein Phos-Binder "Renalzin" auf dem Vet.-Markt. Die Effektivität wird sich hier jedoch erst in der Praxis zeigen.
Noch etwas zum Futter. Es wäre nach Möglichkeit gut, kein TroFu zu füttern. TroFu entzieht selbst gesunden Katzen enorm viel Flüssigkeit, so dass sie in einem permanent latenten Flüssigkeitsmangel gehalten werden (eine Austrocknung ist erst ab ca. 3-5% erkennbar), was junge und gesunde Katzen noch einigermaßen kompensieren können, bis die Organe (u.a. die Nieren) im Alter schwächeln.
Katzen als ehemalige Wüstentiere sind jedoch gewohnt, den Hauptanteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über ihre Nahrung zu decken, weshalb sie auch eher weniger trinken.
Ein Versuch hat ergeben, dass eine Tagesration TroFu 400ml Wasser aufsaugt, so dass dies die von der Katze hierzu benötigte Flüssigkeitsmenge pro Tag wäre. Aber welche Katze trinkt schon soviel!?
Bei CNIchen empfiehlt es sich, die tägliche Flüssigkeitsmenge zu erhöhen, indem man viele zusätzliche Wassernäpfe gerade auch dort aufstellt, wo die Mieze häufiger vorbeikommt, und was diese so zum Trinken animiert. Auch Trinkbrunnen werden hier oftmals gerne genommen. Meiner Erfahrung nach haben gerade CNIchen hier sehr ausgefallene Wünsche: Sei es das interessante spannende Wasserglas auf dem Tisch, der kleine Wassereimer im Bad oder die gefüllte Gießkanne auf dem Balkon. Dies kann man sich zusätzlich zu Nutze machen. Aber Vorsicht, Toilettendeckel besser schließen.
Um einen Magensäurereflux zu minimieren, hat sich bewährt, die Näpfe auf Podeste in ca. Kopfhöhe zu stellen, so dass Mieze beim Futtern oder Trinken den Kopf nicht tief neigen muss.
Dies stellt nur einen kleinen und ehen zusammenfassenen Überblick über die Behandlung von CNI-Patienten dar. Ich würde Dir gerne eine hervorragende Group hierzu empfehlen, die sich ausschließlich mit Nierenerkrankungen der Katze und hier überwiegend der CNI befasst, hier auch über ein sehr detailliertes und schon fast professionelles Wissen verfügt und Dich im täglichen Kampf gegen diese tückische Erkrankung hilfreich unterstützen könnte.
Da ich hier wohl die Adresse nicht benennen darf, sende ich sie Dir per PM zu.
Der hilfreiche Link der hochinformativen Seite felinecrf.info wurde Dir ja schon benannt. Hier findest Du alles kompakt und stets aktualisiert.
Nun noch zu der Blutbildauswertung, insoweit mir möglich:
Nach den benannten Referenzwerten könnte es sich hierbei um eine Auswertung von Laboklin handeln.
War die Mieze hierbei vor Blutabnahme nüchtern und wie lange? Gab es irgendwelche Auffälligkeiten bei der Blutabnahme, wie ggf. länger notwendiges Stauen?
> Klinische Chemie:
Fructosamine 259,9 (bis 340 µmol/l) <
Danach liegt kein Diabetes vor.
> AP 18 (bis 140 U/l)
GLDH ?,9 (bis 8 U/l)
ALT (GPT) 80,7 + (bis 70 U/l) <
Das sind die Leberwerte. ALT ist hierbei leicht erhöht. Bitte unbedingt darauf achten, dass Mieze regelmäßig etwas isst (bei Katzen besteht bei Nahrungskarenz von mehr als ca. 48 Stunden die Gefahr der Ausbildung einer hepatischen Lipidose [Fettleber]).
Hier ist der Wert dzt. noch nicht dramatisch erhöht. Sollte sich hier aber eine zunehmende Eröhungstendenz abzeichnen, empfehle ich einen ersten Leberschutz, wie z.B. Phyto-Legasel. Denn zu bedenken wäre, dass hier zukünftig noch einiges an Medis zu verkraften sein muss.
> CK 200,2 + (bis 130 U/l) <
Hierbei handelt es sich um einen Muskelwert, der hier erhöht ist. Muskelzellen kommen sowohl am Skelettsystem als auch Organen wie dem Herzen vor.
Eine Erhöhung kann bei Muskelerkrankungen wie auch bei Herzerkrankungen auftreten, als aber auch z.B. auf Grund von Stechen bei der Blutabnahme.
> Gesamteiweiß 80,3 (57 - 94 g/l)
Albumin 37,2 (26-56 g/l)
A/G-Quotient 0,87 (0,6-1,2) <
Gesamteiweiß und Albumin liegen hier durchaus noch im Rahmen. Sie würden z.B. steigen bei einer gegebenen Austrocknung.
Der A/G-Quotient zeigt einen hier akzeptablen Immunstatus auf.
> Harnstoff 30,6 + (5,0-11,3 mmol/l)
Kreatinin 501 + (0-168 µmol/l)
Natrium 152 (145-158 mmol/l)
anorg. Phosphat 1,5 (0,8-1,9 mmol/l)
Kalium 4,3 (3,0-4,8 mmol/l)
Eisen 23,3 (19,7-30,4 µmol/l) <
Harnstoff ist bereits deutlich erhöht. Da Renes Viscum nur für eine Kreatininsenkung wirkungsvoll ist, würde ich hier noch ein homöp. Einzelmittel zur Harnstoffsenkung empfehlen.
Der Kreatinin weist bereits eine 3-fache Erhöhung auf und muss dringend 'runter. Dann wird sich auch das Allgemeinbefinden der Mieze noch verbessern. Ggf. wäre sogar eine Umstellung auf den SUC(Solidago-Ubichinon-Coenzyme)-Heel-Komplex vorteilhaft, denn ich habe hier schon mehrfach erlebt, dass sich Renes Viscum als nicht so effektiv erwiesen hat.
Phosphat liegt hier gar nicht 'mal so schlecht; idealer Weise sollte er bei älteren Katzen bei 1,3-1,4 liegen. Da dürfte sich ein Übersäuerungsproblem bisher in Grenzen halten.
Leider fehlt hier Calcium zur Beurteilung.
Natrium liegt noch aktzeptabel; ich würde hier allerdings nicht noch zusätzliche salzreiche Kost verabreichen.
Kalium sollte idealer Weise bei 4,5 liegen, aber der Wert ist hier noch gut akzetabel.
Eine Eisenbestimmung im Blutserum ist leider nicht sehr aussagekräftig.
> Cystatin C 1,6 + (bis 1,6 mg/l)
Nach einer französischen Studie hat sich Cystatin C als Wert zur Nierenerkrankung-Früherkennung bei Katzen als nicht zuverlässig aussagefähig erwiesen. Da gibt es einen wesentlich besseren Früherkennungstest. Allerding halte ich einen solchen hier auch gar nicht für angebracht, da auf Grund der Nierenparameter eine Nierenerkrankung ja bereits eindeutig erwiesen ist. Einen Nierenfrüherkennungstest macht also nur dann im Vorfelde Sinn, wenn hier die Nierenparameter noch unauffällig wären und man eine CNI bereits in den frühzeitigen Anfängen erkennen bzw. ausschließen will.
> T4 (basaler Wert) 1,4 (0,9-2,9 µg/dl) <
Hierbei handelt es sich um den Schilddrüsenwert, der erfreulich unauffällig ist -
also keine SDÜ.
> Blutbild + Differential
Rotes Blutbild
Erythrozyten 5,29 (5,0-10 T/l)
Hämatokrit 0,30 (0,30-0,44 l/l)
Hämoglobin 83 - (90-150 g/l) <
Deine Mieze zeigt hiernach bereits anämische Tendenzen.
Es werden kaum mehr Erys (junge Blutkörperchen) nachgebildet. Diese transportieren den Sauerstoff und das Kohlendioxid. Das Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) bindet hierbei den Sauerstoff auf dem Weg von der Lunge durch den Kreislauf und das Kohlendioxid auf dem Weg zur Lunge.
Bei einer Verminderung besteht eine mangelnde Versorgung der Muskeln mit Sauerstoff.
Die Verminderung des Hämatokrits deutet hier ebenfalls auf eine Anämie hin.
Welcher Art die Anämie hier ist, ist leider nicht ersichtlich, da wesentliche Indizes der Hämatologie, wie MCV, MCH und Retikulozyten fehlen.
Wie sehen die Scheimhäute (z.B im Mäulchen Zahnfleisch, Zunge) hier aus. Noch schön rosig oder eher blassrosa oder gar weißlich?
Ich empfehle hier zukünftig so wenig viele wie nötige, aber so wenig wie mögliche Blutabnahmen.
Ferner komme ich hier nochmals auf den Vitamin-B-Komplex und B12 in Form von Methylcobalamin zurück. Diese würde ich ebenfalls als wesentlich hier erachten.
Auch ein Eisenmangel wäre hier denkbar, jedoch macht eine Eisenzufuhr wenig Sinn, solange eine bakterielle Entzüdung gegeben ist, da das Eisen in der Leber weggeschlossen würde, damit es den Erregern nicht als Nahrung dient.
> Weißes Blutbild
Leukozyten 23,6 + (6-11,0 G/l)
Segmentkernige 90 + (60-78%)
Lymphozyten 7 - (15-38%)
Monozyten 1 (0-4%)
Eosinophile 2 (0-6%)
Basophile 0 (0-1%)
Stabkernige 0 (0-4%)
Hypochromasie neg.
Anisozytose neg.
Trombozyten 343 (180-550 G/l)
Absolute Zahlen
Segmentkernige 21,2 (3-11 G/l)
Lymphozyten 1,7 (1,0-4,0 G/l)
Monozyten ?? (0,04-0,5 G/l)
Eosinophile 0,5 (0,04-0,6 G/l)
Basophile 0,0 (bis 0,04 G/l)
Stabkernige 0,0 (bis 0,6 G/l) <
Nach dem weißen BB ist eine akute bakterielle Entzündung ersichtlich.
Im Differential sind die absoluten Zahlen aussagefähiger als die Prozentualen.
Demnach liegt mit Erhöhung der Segmentkernigen eine Rechtsverschiebung vor; Stabkernige und somit eine Linksverschiebung sind nicht ersichtlich. Hiernach liegt eine akute Kampf- und Abwehrphase vor. Leider konnte ich hier den Wert der absoluten Monozyten nicht erkennen.
Es ist keine Eosinophilie noch Lymphozytose erkennbar und somit auch noch keine Heilphase.
Da stellt sich doch hier nach der im BB ersichtlichen akuten bakteriellen Entzündung und auf Grund des sehr hohen Kreatinin die berechtigte Frage, ob wir es hier überhaupt mit einer CNI und nicht vielmehr sogar "nur" mit einer ANI (akuten Niereninsuffizienz) zu tun haben. Die wäre nämlich heilbar mit einer AB-Gabe von mind. 3 Wo., wobei hier ein nierenschonendes AB mit dem Wirkstoff Amoxicillin + Clavulansäure (z.B. Synulox) gewählt werden sollte. Allerdings sollte hier dann eine Behandlung auch zügig beginnen, da sich ansonsten eine CNI nach ANI bilden könnte.
Ich würde hier so oder so nach dem Differential eine AB-Unterstützung befürworten.
Vielleicht magst Du dies ja einmal mit dem behandelnden TA erörtern oder sogar ggf. auch eine 2. Meinung hierzu einholen.
Alles erdenklich Gute für Deine Mieze!