Eigentlich wollte ich mich nicht einmischen, aber gerade nach deiner letzten Antwort muss ich nun doch was dazu sagen, weil mir das alles so bekannt vorkommt. Ich füge mal ein, was ich bereits geschrieben (aber nicht abgeschickt) hatte. :001:
Es spricht ja nichts dagegen eine Katze allein zu halten, sofern sich eben mit der Zeit herausgestellt hat, dass sie allein sein möchte.
Aber ein Kitten allein halten ohne es probiert zu haben?
Das sehe ich genauso. Mir tut's in der Seele weh, wenn ich ein kleines Einzelkätzchen sehe und mir vorstelle, wie das Bild wohl mit zweien ausschauen würde.
Wer einmal Kitten spielen gesehen hat, der weiß einfach, dass man selbst sowas niemals bieten kann.
Wir wollen halt erst mal schauen wie wir mit einer Katze zurecht kommen, weil wir hatten vorher noch keine, bzw. noch nie irgendwelche Tiere und da habe ich einfach Angst mit 2 überfordert zu sein.
Ich kann mir vorstellen, dass es kein schönes Gefühl ist, wenn viele User hier dir deine "Pläne" ausreden wollen, aber lass' mich dir bitte etwas persönliches dazu sagen. Aus eigener Erfahrung.
Uns ging es ganz genau wie euch. Wir haben uns letztes Jahr dazu entschlossen, uns "eine Katze" zu holen. Nach einigen Misserfolgen bei der Suche hatte ich hier im Forum meinen Unmut kundgetan und auch gleich darauf von mehreren Seiten den Vorschlag mit der Zweierhaltung bekommen. Für mich war das total neu und überraschend, meinem Freund wäre eine allein sowieso lieber gewesen, es hätte auch eine Erwachsene sein können.
Ich bin in dem Glauben aufgewachsen, Katzen wären Einzelgänger. Von Sozialverhalten hatte ich null Ahnung, ich hatte zusätzliche Katzen immer als eine Art Luxus gesehen.
Naja, der Vorschlag stieß bei mir auf Verwunderung und wir haben die Sache gemeinsam überdacht, um uns langsam mit dieser (für mich auf jeden Fall) neuen Sicht der Dinge vertraut zu machen.
Wir hatten noch keine Katze (bzw. Katzen mit Fragezeichen dahinter) gefunden, da kontaktierte uns eine Frau, dass sie noch ein Kätzchen aus dem letzten Wurf abzugeben hätte, das bisher keiner genommen hatte und das gerade von seiner Mutter entwöhnt wurde. Du kannst es dir denken... Eigentlich kam das unserem "Plan" perfekt entgegen. Mittlerweile waren wir/war ich soweit, das Thema Zweitkatze im Hinterkopf zu behalten, aber nach regem Kontakt mit der Züchterin und einiger Überlegungszeit sagten wir zu. Für diese eine. "Erst einmal."
Manchmal frage ich mich leise, ob es richtig war, sie zu holen. Nicht falsch verstehen. Wir haben großes Glück. Unsere Kleine ist ein echter Schatz.
Wir freuen uns, sie bei uns zu haben. Jetzt kommt das berühmte "Aber"...
Wir sind überdurchschnittlich viel zu Hause, da wir von hier aus arbeiten können. Ich bin mir sicher, dass es nur bei den wenigsten Leuten der Fall ist, nahezu rund um die Uhr für ihre Katze/n da sein zu können. Aber auch das ist kein hinreichendes Argument für die Einzelhaltung eines mit aller Wahrscheinlichkeit sozialen Jungtiers.
Ich würde behaupten, dass 99% aller Kitten sozial sind. Es gibt seltene Fälle, wo eine Katze auch als Baby schon unabhängiges bzw. Einzelgängerverhalten zeigt. Aber der Löwenanteil aller "unverträglichen Einzelkatzen" wurde erst von Menschen durch die Verweigerung von Kontakt zu Artgenossen (das muss nicht mal böswillig geschehen) dazu gemacht.
Sie ist jetzt seit einem Jahr bei uns und zeigt keine Auffälligkeiten. Sie frisst und trinkt brav, ist nicht unsauber, zerstört keine Dinge und kratzt oder beißt niemals mit böser Absicht, aber ich bin mir sicher, dass ihr etwas fehlt.
Einerseits, weil sie stattdessen manchmal ein kleiner Schreihals ist, der seinem Wunsch nach Aufmerksamkeit nicht zu überhörenden Ausdruck verleiht. Andererseits... Sie ist total auf mich fixiert. Wenn ich mal für ein oder zwei Stündchen in der Stadt bin, ist hier zu Hause Holland in Not.
Manche Leute würden sowas schön finden, so eine "enge Bindung" - Ich nicht. Weil sie keine andere Wahl hat. Ich könnte hervorragend damit leben, wenn sie nur noch halb so oft schmusen kommt oder nur noch halb so oft an mir/uns klebt, wenn sie nur ein schönes Katzenleben hat, auf eine katzengerechte Weise und sich nicht an mich klammern muss, weil ich ihr einziges Highlight bin.
Der Preis, den ich dafür zahle, dass unsere Süße alleine ist, obwohl alles so gut läuft?
Es vergeht kaum ein Abend, an dem ich vor halb zwei Uhr nachts im Bett bin. Weil Madame zwischen elf und zwölf Uhr munter wird und Entertainment verlangt. Komme ich dem nicht ausreichend nach, wird sich zur besten Einschlafzeit nachdrücklich beschwert. Zu recht. Und beides ist verdammt anstrengend. Sowohl die Zwangsbespaßung (man und auch die Katze mag schließlich nicht immer), als auch der Schlafmangel.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sie sich entwickelt haben könnte, wenn wir einen ganz normalen 8-Stunden-Tag außerhalb des Hauses hätten. Wir waren seit wir sie haben (bis auf eine Ausnahme, als wir Besuch von einem Kollegen hatten) selten länger als 3 Stunden unterwegs. Aber spätestens wenn der Sommer kommt, möchte ich auch wieder ein Stück vom Kuchen des Lebens abhaben und nicht mit ständigem Blick auf die Uhr durch den Park schlendern und mich fragen müssen, wie es ihr wohl gerade geht. Mein Gewissen würde mich umbringen.
Aus diesem Grund wird, wenn alles gut geht, vielleicht nächste Woche Fernanda bei uns einziehen. Es hat alles schon viel zu lange gedauert und es kamen Dinge dazwischen, die wir nicht planen oder vorhersehen konnten und ich bin einfach nur froh, wenn unsere Süße endlich Gesellschaft hat und ich im Bestfall von zwei Seiten bekuschelt werde.
Davon abhalten kann euch hier sowieso keiner, aber ich würde mir wünschen, dass ihr die Sache zumindest überdenkt. Nicht nur im Interesse der Katze, sondern auch zur Schonung eurer Nerven. Wenn die Versorgung und Liebe zu den Tieren kein Thema bei euch sind, kann ich mir gut vorstellen, dass ihr auch zwei sehr glücklich machen könntet. :001: