@ florett
Du meine Güte, ihr habt ja richtig was hinter euch.
Du scheinst dich sehr um dein Pferd zu kümmern und es entsprechend gut zu kennen. Daher bin ich mir sicher, dass du -nach vielen Versuchen- jetzt die optimale Haltungsform für dein Pferd jetzt herausgefunden hast.
@ DyingDream
Und dann noch eine Frage:
Wie wäre für euch die bestmögliche Boxenhaltung? Und was die schlimmste?
Und wie wäre für euch die bestmögliche Offenstallhaltung? Und wie sähe der Horror-Offenstall aus?
Oder was wäre generell für euch die optimalste Haltungsform für Pferde?
Eine generelle Antwort gibt es für mich nicht auf diese Fragen. Die optimale Haltungsform ist immer vom Pferd abhängig.
Für mich ist die bestmögliche Boxenhaltung eine große, helle, luftige Box ohne Zugluft, mit Fenster. Ob ein Pferd lieber eine ruhigere Box hat oder den Trubel mag, liegt am Pferd. Man muss darauf achten, dass ein Pferd genügend äußere Reize bekommt.
Weidegang ist ein Muss - auch für Boxenpferde. Im Winter muss man schon mal Zugeständnisse machen, da muss sich das Pferd häufig mit einem Paddock zufrieden geben. Beim Paddock sollte man jedoch darauf achten, dass das Pferd nicht länger als 4 Std. ohne Futter ist (Heu, evtl. Raigras).
Ein 'Boxenpferd' sollte täglich zusätzlich zur Weide/Paddock bewegt werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Bewegung abwechslungreich im Rahmen des Trainingsplans ist. Das Training muss aufbauend, Pferdegerecht und konzentrationsfördernd sein mit genügend Kopfarbeit, genauso wichtig sind lange Ausritte in wechselndem Gelände.
Die Horrorboxenhaltung ist für mich in einem Stall ohne Fenster mit wenig äußeren Reizen, schlechtes Misten, muffige Luft, wenig natürliches Tageslicht, kein Sozialkontakt zu anderen Pferden (ein sehr erfolgreicher Reiter sagte zu mir mal den Satz 'Sozialkontakte müssen vermieden werden'. Das ist für mich dann wie 23Std. Einzelhaft mit 1 Std. Hofgang mit Knüppel auf dem Hintern.
Weidehaltung / Weide-Boxenhaltung
Hier stehen die Pferde meist im Sommer Tag und Nacht auf der Wiese und im Winter nachts in der Box. Die Wiese muss unbedingt groß genug sein und zu Mindest 2/3 der Wiese müssen schnell abtrocknen. Zusätzlich sollte Heu zur Verfügung stehen. Bei einer entsprechend großen Wiese und einer altersmäßig gemischten Herde, braucht ein Pferd nicht täglich bewegt zu werden. Auch kann man das Trainingsprogramm zielgerichteter gestalten.
Bei großen Wiesen und gemischten Herden sind die Pferde immer gut konditioniert und haben stabile Sehnen und Gelenke.
Wir praktizieren diese Haltung schon lange und sehr erfolgreich (auch mit angeblich völlig durchgeknallten Tieren, die wir manchmal übernehmen).
Die Horrorhaltung in diesem Fall wäre eine zu kleine Weide, eine unruhige Herde ohne klare Rangordnung, zu nass und matschig, nachts zu kleine Boxen oder Boxen ohne Sozialkontakt, kein Wetter und Lichtschutz (Sonnenbrandgefahr bei hellen Pferden).
Offenstallhaltung
Hier muss penibel darauf geachtet werden, dass mehrere Unterstände zur Verfügung stehen, so dass auch rangniedere Tiere ihre Ruhe haben (ranghohe Tiere neigen dazu nur ihre Freunde mit reinzulassen oder gar sehr viel Platz zu beanspruchen und andere Tiere auszugrenzen). Zum Fressen müssen die Tiere seqariert werden oder mit Chips ausgestattet an Fressständen gefüttert werden. Raufutter muss permanent zugänglich sein und es müssen mehrere weit auseinanderliegende Raufutterplätze da sein, so dass auch rangniedere Tiere in Ruhe längere Zeit fressen können. Es muss genügend Platz zum Spielen und rennen sein ohne, dass ein Pferd gleich wieder am Zaun steht. Die Pferde müssen zu Bewegung gezwungen werden (weit auseinanderliegende Futterplätze, Tränken). Es müssen genügend Tränken da sein, so dass jedes Tier in Ruhe trinken kann -wenn die Herde schon weiterläuft, trinkt der Rangniedere häufig zu wenig-. Die Herde muss harmonisch sein und eine klare Rangordnung haben in der sich jedes Pferd an seinem Platz wohl fühlt (es gibt leider immer wieder Tiere, die rangnieder gehalten werden obwohl sie das nicht wollen aber ein anderes Tier einfach körperlich überlegen ist).
Der Horror ist hier zu wenig Platz, Streitigkeiten und damit Dauerstress, zu nass und matschig, zu seltener Kontrolle der einzelnen Tiere, Schmutz.
https://www.tierforum.de/users/u7378-dyingdream.html https://www.tierforum.de/users/u20659-florett.html