Anaxis, ich will dich ja nicht angreifen, aber ehrlich gesagt tut mir dein Katerchen leid.
Ich verstehe, dass man bei privaten Problemen keine Lust auf noch mehr Stress hat und das ein Kind immernoch vor eine Katze geht.. aber ganz ehrlich.. dann geb den Kater doch in ein schönes zu Hause, wenn du ihm offensichtlich nichts anderes bieten kannst, als eine verkorkste Kindheit/Jugend und menschliche Schmuseeinheiten. Du weißt es doch JETZT schon besser und wenn es dir eben nicht möglich ist, das Beste für dein Tier zu tun, solltest du überdenken, ob dir nicht schon ein Tier zu viel ist.
Ständiges Nachrennen ist übrigens ebenfalls ein Zeichen einer Verhaltensstörung durch Einsamkeit (was Artgenossen betrifft). Das hat nichts mit Zuneigung zu tun. Und wie schon gesagt wurde.. klar schmust dein Tier mit dir. Wenn sein Charakter dieses Bedürfnis hat, ist es da.. und umso verstärkter, wenn er keinen Artgenossen hat, mit dem er kuscheln kann.
Auch wenn dein Kater sonst rundum zufrieden wirkt - 1. kann der Mensch viele Dinge garnicht richtig deuten 2. ist er noch jung.
Bei meiner Katze fing es mit ca einem bis zwei Jahren mit den merkwürdigen Anfällen an. Von einem Moment auf den anderen, war sie garnicht mehr sie selbst.. bekam große Augen, machte komische Geräusche, umkreiste uns und griff mehrmals an und wollte sich festbeißen. Auch mehrmaliges wegstoßen hat sie nicht gehindert, erst wenn zB Zeitungen drohten, zuzuschlagen.. dann hat sie sich wiederwillig verkrümelt. Die ersten Male hat uns das echt einen ordentlichen Schrecken bereitet. Sie benahm sich wie eine Wildkatze mit ihrer Beute. Sonst war sie super lieb.
Jetzt, wo der Kater da ist, hat sie das kein einziges Mal mehr gemacht. Sie ist deutlich ausgeglichener, wenn auch ab und zu noch genervt von ihm. Sie weiß oft einfach nicht genau, wie sie es deuten soll, wenn ein Kater schnurrend, mauzend und ungestümt zu ihr hochhüpft und seinen Kopf an sie drückt. Er will kuscheln. Sie denkt "hoppla, hilfe" und zwickt ihm kurz ins Ohr. Das wird Gott sei Dank immer seltener, ich glaube so langsam versteht sie es besser. Die zwei verstehen sich sonst auch blendend und sind ein Herz und eine Seele.
Egal was für Probleme du hast, du musst auch an dein Tier denken. Es ist ein Lebewesen und sicherlich hast du es auch lieb. Warte nicht, bis er schon extreme Auffälligkeiten zeigt, so wie meine Katze. Wir wussten es damals nicht besser. Du weißt es aber jetzt. Wenn du wartest, bis es so weit ist, ist das erstens überhaupt nicht gut für deinen Kater und wird später eine Vergesellschaftung umso stressiger für alle machen.
Übrigens.. sieh das doch mal von einer anderen Seite.
Mir gings die letzte Zeit teilweise auch nicht so gut, auch körperlich, was sicher auch durch psychischen Stress kam.
Aber eine zweite Katze.. glaub mir, das muss kein Stress sein. Dein Katerchen ist noch jung. Hol einen gleichalten dazu.. die Wahrscheinlichkeit ist sowas von gering, dass es dann nicht klappt. Kleine Kätzchen sind noch unkompliziert.
Ich gehe sogar so weit dir zu versprechen, dass wenn es klappt, euch einfach nur das Herz aufgehen wird. DAS tut der Seele gut. Wirklich. Als ich meine zwei zusammen liegen sah, glücklich und zusammen, oder als sie das erste Mal gemeinsam bei mir lagen - ich hatte fast Tränen in den Augen vor Glück. Zu sehen, dass es den Tieren, die man so liebt, so gut geht, ist doch immernoch eines der schönsten Dinge.
Ganz zu schweigen von dem vielen Lachen, wenn man seine zwei Raufbolde beim spielen beobachtet und einer tollpatschiger als der andere ist. Lachen ist gesund

Überlegs dir nochmal.