Puh, schwere Thematik.
Bauernhofkätzchen vermittle ich schon seit einigen Jahren (wobei ich gleichzeitig dafür sorge, dass wenigstens die Katzen auf dem Hof dann auch kastriert werden).
Zuerst einmal: Kitten mit 12-14 Wochen kann man ohne Probleme an eine Wohnungshaltung gewöhnen. In diesem Alter ist ihr Revier auf dem Bauernhof auch nicht sehr viel größer als eine Wohnung und sie sind noch sehr anpassungsfähig. Das eine Katze später Freigang einfordert, kann ebenso bei einem Kitten passieren, das sein Leben lang in der Wohnung gehalten wurde.
Die Haltung von Katzen auf Bauernhöfen lässt sich schwer verallgemeinern und deshalb in keinster Weise über einen Kamm scheren.
Ein Bauer, der die Kitten verschenkt oder sonst tötet, ist aber jedenfalls nicht als Vermehrer anzusehen. Deshalb gilt nicht, dass er mit sinkender Nachfrage seine Haltung überdenken oder umstellen würde. Ein Vermehrer hat dann plötzlich 20 Katzen da sitzen. Ein Bauer mit diesen Prinzipien entsorgt die Überzähligen einfach und hat dabei noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen.
Es geht hier nicht um Geld, sondern um eine andere Sichtweise!
Meist sind es rein wirtschaftliche Aspekte, die einer Kastration im Wege stehen und nicht der Wunsch nach Kitten! Der Bauer ist nur nicht bereit, Zeit und Geld in die Katzen zu investieren. Außerdem gibt es noch das Argument, dass dann die Katzen bald "aussterben", weil auch die Erwachsenen Tiere nur wenige Jahre alt werden.
Im Klartext: Es spielt keine Rolle, ob man Kitten von so einem Bauernhof holt oder nicht, wenn man einmal davon absieht, dass dem Tierschutz/Tierheim dadurch indirekt geschadet wird, weil sie nicht unterstützt werden.
Aber ganz wichtig: Es ist dem Bauern oft auch egal, ob man seine Katzen kastriert! Man muss sich nur darum kümmern und darf nicht verlangen, dass der Bauer selbst aktiv wird!
Viele Tierschutzvereine fangen solche Streuner kostenlos ein, kastrieren sie und bringen sie wieder zum Bauernhof zurück!
Der Tierschutz kann aber nur aktiv werden, wenn ihn jemand verständigt und der Bauer sein Einverständnis gibt. Und das ist der Punkt, an dem WIR ins Spiel kommen!
Muss ich mehr dazu sagen?
Oh, und falls sich wer quer stellt und es sicher ist, dass die Kitten getötet werden: Anonym anzeigen! Bei mir geht das sogar über den TA (bzw. der übernimmt das dann) und auch wenn oft nicht viel unternommen werden kann (Beweisen ist schwierig), allein dass jemand Offizielles mal nachsieht und nachfragt bewirkt manchmal schon wahre Wunder!
So, sorry für den kleinen Exkurs, aber mir tut es in der Seele weh zu lesen, dass man bei Missständen auf Bauernhöfen wegsehen statt helfen soll.
Denn das töten geht weiter, wenn man nichts unternimmt!
@Chat: Ich finde es großartig, wie du dich hier informierst und vor allem, dass du jetzt ins Tierheim gehen willst!
Da tust du auch noch eine gute Tat. Und den Bauernhofkatzen kannst du vielleicht trotzdem helfen, wenn du mal hingehst oder direkt mit dem Tierschutz sprichst. Das wäre echt schön.
LG
blackcat