Vorgestern abend/nacht muss Houdini etwas "passiert" sein.
Er lag gestern morgen auf dem Trockner, aber sprang nicht runter. Ich war total erstaunt, denn selbst wenn er mal morgens keinen Hunger hat, so kommt er mich doch immer begrüßen. Und er hob nicht mal den Kopf, hat nur die Augen geöffnet und mich misstrauisch beobachtet. Das ging den ganzen Vormittag so und ich war total aufgelöst vor lauter Sorge. Ich wusste auch einfach nicht was ich machen sollte. Äußerlich - soweit ich auf die Entfernung sehen konnte - schien ihm ja nichts zu fehlen, nur dass einige Fehlbüschel rumhingen. Ich war so mit mir am Ringen. Sollte ich versuchen ihn in eine Transportbox zu "werfen" und zum Tierarzt bringen oder abwarten. Denn wenn ich mit ihm zum Tierarzt gehen würde, dann könnte ich wohl wieder bei Null anfangen, falls er mir überhaupt eine Chance geben würde.
Immerhin durfte ich ihn kurz am Kopf anfassen ohne dass er wegsprang, aber er versuchte den Kopf von meiner Hand wegzudrehen, also hab ich ihn gelassen.
Um 12 Uhr stand er dann endlich auf, ich war so erleichtert zu sehen, dass er ganz normal springen und laufen konnte. Er ging dann aufs Katzenhausdach und ich wollte ihn reinlassen, weil dass sein Zeichen dafür ist, dass er entweder fressen oder schmusen will. Tja und was geschah? Er kam nicht. Ich langsam auf ihn zu und er sprang weg. Ich war total geschockt. Er folgte mir zwar zum Zaun wo er früher gefüttert wurde, aber immer mit großem Bogen und Sicherheitsabstand, dann verschwand er.
Ich bin dann erstmal ganz kurz mit dem Hund raus (lange konnte ich nicht, ich wollte nur schnell wieder heim um zu sehen, ob Houdini wiederkommt) und als ich wieder daheim war, saß er wieder auf dem Katzenhausdach. Ich also wieder die Tür geöffnet und dieses Mal kam er rein. Total misstrauisch, aber er hatte inzwischen wohl Kohldampf. Vorsichtig durfte ich ihn auch anfassen, musste aber wieder darauf achten wie ich mich bewege. Aber einmal gestreichelt, dann war es gut und er schmuste, wenn auch nicht so intensiv wie sonst. Man konnte es richtig in seinem Kopf arbeiten sehen: "Hilfe Mensch, aber dieser Mensch hat mir nie was getan, aber es ist und bleibt ein Mensch, aber eigentlich ein freundlicher".
Ich war erleichtert, dass er sich anfassen ließ und nicht alles zerstört war.
Vor meinem Freund ist er abends dann regelrecht geflohen, später abends als er wieder auf dem Trockner lag, durfte ihn dann aber auch mein Freund wieder streicheln, wenn auch anfangs in höchster Alarmbereitschaft.
Was auch immer an diesem Abend/in dieser Nacht passiert ist, es muss ein Mensch beteiligt gewesen sein, denn nach einem normalen Katzenkampf würde ja wohl kaum das Misstrauen uns gegenüber auf einmal wieder da sein.
Aber jetzt so im Nachhinein (er heute früh wieder ganz normal gewesen) bin ich fast dankbar, denn was immer auch passiert ist, so ein klein wenig muss er das hier ja schon als sein Heim und seinen sicheren Hafen ansehen, sonst wäre er nicht hergekommen um sich zu erholen. Und schließlich und vor allem ist ihm ja zumindest gesundheitlich nichts wirklich schlimmes passiert (ich glaube er hat ein paar Katscher am Nacken und Hals).