Plötzlich Katzenhalter

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Barcelos

Barcelos

02.04.2009
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Langsam macht mich Tigris Verhalten nervös. Dadurch, dass sie die einzige Katze ist, die drinnen im Haus lebt und dort auch recht viel Zeit verbringt, hatte ich nicht erwartet, dass sich ihr Verhalten so sehr ändert. Aber es hat sich ja auch wirklich viel geändert.

Als es Houdini so schlecht ging, hat er ja seinen Schlafplatz gewechselt und ist auf den Schlafplatz von Nachbarskater gezogen. Der ist seitdem
fast gar nicht mehr hier. Er kommt nur noch kurz vorbei und möchte sein Frühstück und später mal seinen Snack, ansonsten sieht man ihn gar nicht mehr.
Vorher standen hier morgens 3 Kater und jetzt auf einmal ist nur noch einer da. Und mindestens einer war immer zu sehen, aber eigentlich waren alle 3 die meiste Zeit des Tages da und jetzt schaut man sich um und es herrscht gähnende Leere.
Das scheint nicht nur für mich ein beschissenes Gefühl zu sein sondern auch für Tigris.

Irgendwie habe ich fast das Gefühl, dass sie ihren Beschützer vermisst. Sie will kaum noch raus, benutzt auf einmal das Katzenklo statt raus zu gehen und wenn sie mal draußen war, dann kommt sie total durch den Wind wieder nach Hause.
An sich ist sie ja nicht ängstlich, aber im Moment ist sie total verändert. Ich hatte auch 2 x beobachtet wie Houdini ihr gegen andere Katzen geholfen hat. Ich hörte Prügelei draußen, schaute raus und sah dann Houdini losrennen und er ist dann beide Male auf die andere Katze mit los und hat Tigris geholfen.
Kann Houdini Tigris wirklich so ein Sicherheitsgefühl gegeben haben? Dass da im Notfall einer ist? Oder sehe ich das zu menschlich?
 
Barcelos

Barcelos

02.04.2009
2.139
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Mal für alle, die sich immer gegen den Ratschlag einer Zweitkatze wehren bzw. denken, dass ihre Katze allein glücklicher ist:

Tigris ist ja nun 2 1/2 Jahre allein im Haus gewesen, wenn auch Freigänger und ich war immer bemüht es auch den Nachbarskatzen im Garten angenehm zu machen (wie z.B. den Hund nicht mehr in den Garten zu lassen und natürlich niemanden zu verjagen), so dass sie draußen immer Katzenkontakt hatte und auch da immer mehr oder weniger mit den gleichen Katzen.

Eigentlich wollten wir ja auf Dauer versuchen Houdini öfter ins Haus zu holen, das geht ja nun leider nicht mehr. Aber es war uns von Anfang an wichtig, dass hier nur eine zweite Katze ins Haus ziehen kann, die Tigris bereits kennt und mag/akzeptiert, denn eine Prügel-VG hätten wir uns mit dem Hund wirklich nicht erlauben können. Und Houdini hatte sie ja von einem ihrer Streifzüge mitgebracht, er war ihr Freund, den wollte sie haben.

Zu unserem Glück wollen die Nachbarn von gegenüber ja nun Jovi bei uns lassen und seit Houdinis Tod haben wir nun angefangen Jovi ins Haus zu lassen. Und Jovi kennt Tigris ja auch von Anfang an. Zuerst hatte Tigris Angst vor ihm, dann haben sie sich verstanden, erst als Houdini kam, da fing Tigris an Jovi zu ignorieren, aber Ärger gab es keinen zwischen ihnen.

Anfangs war Tigris nicht wirklich begeistert von Jovi im Haus, aber es gab keine Prügelei, keine Itschi-Klitschi-Klatschi, nur ab und an ein Fauchen oder Gejammer von Tigris.
Erst war es so, dass Jovi immer nach oben ins Bett verschwand, eigentlich der Platz von Tigris tagsüber. Tigris war beleidigt und blieb den ganzen Tag unten und klebte an mir wie eine Klette.
Gestern dann waren beide fast den ganzen Tag oben. Ob im gleichen Zimmer kann ich nicht wirklich sagen, denn ich lasse die beiden einfach in Frieden - so lange ich keine Prügelei höre, sehe ich keinen Grund zu stören.
Als Jovi dann gestern abend draußen war, hatte ich hier auf einmal eine total unruhige, suchende und motzende Tigris im Haus.
Auch heute früh als Jovi noch nicht drin war, benahm sie sich so.
Jetzt ist er oben und schläft und siehe da, Tigris ist ebenfalls oben und zufrieden.

Ja, Tigris ist keine Kuschelkatze, näheren Körperkontakt wünscht sie nicht (zumindest nicht bei anderen Katzen, bei mir schon) und Jovi ist da genauso, aber ganz offensichtlich findet Tigris die Anwesenheit einer zweiten Katze klasse.
Und selbst Jovi kann offensichtlich verdammt gut damit leben und dabei war er hier als der totale Einzelkater verschrieen, der mit anderen Katzen überhaupt nicht kann (aber okay, wenn man einem ca. 10jährigen Kater, der sein Leben lang allein gelebt hat (wenn auch Freigänger) eine viel zu junge Babykatze ins Haus setzt, dann darf man sich wohl auch nicht wundern).
 
Audrey

Audrey

Moderator
13.12.2005
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Bzgl. der Zweitkatze kann ich Dir nur recht geben - meine beiden werden ja auch nie Freundinnen, aber sie sind fast immer im gleichen Raum, ich denk auch daß ihnen einfach das Gefühl "da ist ein Artgenosse" gut tut.

Und dann wollt ich Dir noch was zu Deinem vorletzten Posting sagen - von wegen "Sicherheitsgefühl". Da hab ich ewig drüber nachgedacht, und gestern früh ist es mir dann eingefallen: meine Katzensitterin hat einen Hund, einen Mops. Und ich wollte immer wissen, wie sich meine Katzen gegenüber Hunden verhalten. Da war also dieser an Katzen gewöhnte Mops als "Versuchskaninchen" perfekt (nicht... also wenn jemand so ein Experiment machen will, dann eher nicht mit einem Mops). Beide Katzen in einem Raum, nebeneinander. Auf einmal marschiert Ferdl 3 Schritte vor, und plustert sich auf - der war einfach riesigst, gefühlt doppelt so groß wie normal, ein halber Luchs! Er blieb da sitzen - und Lilly (in normaler Größe und Körperhaltung) direkt hinter ihm. Also deutlicher geht "ich beschütz dich / ich fühl mich beschützt" wohl echt nicht! Insofern - nö, da denkst Du bestimmt nicht zu menschlich!
 
Midoriyuki

Midoriyuki

13.12.2010
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Zu menschlich ist ja eh recht relativ.

Ich vermenschliche durchaus gern mal bei sowas- manchmal denkt man ja auch durchaus zu sehr in die Schiene, dass das ja gar nicht sein könne, weil es eben Tiere sind.

Sind wir ja de facto auch:cool:
 
Barcelos
02.04.2009
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Langsam wird Tigris wieder normaler. Wobei normal relativ ist. Sie hasst ja z.B. die Nachbarskatze wie die Pest, das war schon immer so und sie hat ihr auch immer gern aufgelauert usw. Aber als Houdini da war, da wurde es besser. Klar, wenn sie sie gesehen hat, dann ging die Post ab, aber dieses ständige Gelauer, ob die Nachbarskatze auftaucht war fast vorbei.
Jetzt besteht ihr Lebensinhalt anscheinend darin auf die Nachbarskatze zu lauern. Je nach Wetter sitzt sie drinnen am Fenster und lauert auf sie und beobachtet ständig den Ein- und Ausgang der Nachbarskatze oder aber sie sitzt sogar auf Nachbarsdach und patroulliert und wartet auf die Nachbarskatze.
Gestern hat Tigris sie wohl mal erwischt, denn sie kam nach Hause und sah aus wie ein gerupftes Huhn. Nachbarskatze wehrt sich eben inzwischen.

Und dass Jovi nach der Zahn-OP eventuell friedlicher ist, das war leider eine total falsche Hoffnung. Als Tigris hier auftauchte hatte sie ja ständig Probleme mit einer rot-weißen-Katze, Tigris wurde von dieser Katze gejagt und sie hatte echt Panik vor ihr. Wir haben damals immer gedacht, dass es Jovi ist, waren uns aber nicht sicher, denn damals kannten wir ihn ja noch nicht so gut und hier rennen bzw. rannten mehrere rot-weiße rum. Nach ca. 6 bis 9 Monaten hörte das auf. Dann fing Jovi an sich hier aufzuhalten und war so freundlich, dass wir dachten, dass er das wohl doch nicht gewesen war.
Und jetzt? Ja jetzt fängt Jovi an sein wirkliches Ich zu zeigen. Gut, wenn es ums Futter ging, dann war er immer unleidlich, aber eigentlich nur, wenn jemand an seinem Teller war. Ganz selten grummelte er mal rum, wenn es nicht um Futter ging, aber immer nur kurz, ein kurzes wegjagen.
Und gestern nun ging Jovi auf Tigris los und zwar im Haus. Gott sei dank oben, so hat Marley das nicht mitbekommen und sich dadurch auch nicht eingemischt hat. Was da oben genau vorgefallen ist weiß ich nicht, weil ich nicht oben war, aber mein Freund, der hat es aber auch nicht so ganz mitbekommen und hat es nur beendet.
Und eben gerade ist Jovi auf Nachbarskater los. Ja okay, es ging zwar um Futter, aber es war eine völlig normale Situation, wo normalerweise nie etwas passiert ist. Und er ging wirklich auf Nachbarskater los, jagte ihn in eine Ecke und wollte ihn aus der Ecke nicht mehr rauslassen. Armer Nachbarskater ist wirklich total friedlich und wusste gar nicht wie ihm geschah. Ich hab ihm dann geholfen, so dass er fliehen konnte.
Aber wenn Jovi so weitermacht, dann wird das zum Problem. Nachbarskater ist eine Sache, wenn der dann nicht mehr kommt, dann ist das zwar schade, wir sind ja an ihn gewöhnt und er an uns, aber dann ist dem eben so. Aber Tigris, bei Tigris lass ich es nicht zu, dass egal wer sie hier vertreibt.
Hoffenlich war das echt nur eine Ausnahme!
Oder kann es sein, dass er so schnell wieder Probleme mit den Zähnen bekommen hat? Die OP ist ja gerade mal 2 Wochen her, da kann doch nicht so schnell wieder etwas sein, oder etwa doch? Er riecht nämlich immer noch oder schon wieder aus dem Maul.
Er hat aber zum Glück sowieso am Donnerstag den Termin zur Nachkontrolle.

So oder so, auch wenn ich eigentlich kein weiteres Tier möchte, so hoffe ich fast, dass Tigris einen neuen Freund/Beschützer anschleppt. Ihr scheint ohne Houdini echt genauso viel zu fehlen wie mir.
 
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Audrey

Audrey

Moderator
13.12.2005
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So oder so, auch wenn ich eigentlich kein weiteres Tier möchte, so hoffe ich fast, dass Tigris einen neuen Freund/Beschützer anschleppt.
Jetzt mußte ich doch laut lachen :D

Also meine Meinung: wenn Tigris der Nachbarskatze auflauert, dann ist sie doch durchaus eine kleine Kämpferin, und dann wird sie sich von Jovi - egal wie giftig er sich aufführt - ganz sicher nicht vertreiben lassen! Ich glaub Dein Mädel weiß sich schon zu wehren!
 
Barcelos
02.04.2009
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Ich weiß wie es sich liest, aber so ist es wirklich nicht. Ich will kein neues Tier mehr - zumindest zur Zeit nicht, denn dass ich es irgendwann ganz ohne Tier ertrage glaube ich auch nicht - , aber dass Tigris sich sicher und wohl fühlt, das ist für mich einfach das Wichtigste. Und alles was Tigris liebt, das liebe ich auch (okay, außer ihr Futter), also bestände auf keinen Fall die Gefahr, dass ich hier ein Katerchen nur ihr zuliebe akzeptiere, aber eigentlich nicht mag. Mal davon abgesehen ist es für ein Tier sowieso sehr einfach sich in mein Herz zu schleichen.

Tigris hat mir durch ihr Auftauchen so geholfen, ich will einfach nur, dass es ihr gut geht. Egal wie. Deshalb reagiere ich bei ihr wohl auch so oft total über.
 
Audrey

Audrey

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Tigris hat mir durch ihr Auftauchen so geholfen, ich will einfach nur, dass es ihr gut geht. Egal wie.
Und das klingt jetzt kitschig und doof und ... aber egal: sie weiß das. Ich bin manchmal echt verblüfft, wie viel soziale Kompetenz unsere Katzen ihren Menschen gegenüber beweisen. Allein deswegen würd ich mir da keine Sorgen machen - sie hat Dich doch eh ausgesucht. Die lässt sich nicht vergraulen!

Gibt's denn was neues?
 
Barcelos
02.04.2009
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Nein, ist alles beim Alten, aber keine weitere Auseinandersetzung zwischen Tigris und Jovi. Sie sind oft beide oben, aber in getrennten Zimmern. Allerdings saß Tigris vorgestern mal auf der Treppe und Jovi ist an ihr vorbeigeflogen, ohne dass es Ärger gab.

Soziale Kompetenz? Nee, das ist eine Beschreibung, die auf Tigris nun so gar nicht passt. Sie ist laut, fordernd und besteht darauf, dass sie der Mittelpunkt der Welt ist. Ich hätte jetzt zwar gerade lieber eine sensible Samtpfote, aber man kriegt ja selten das was man will, dafür glücklicherweise das was man braucht.
 
Audrey

Audrey

Moderator
13.12.2005
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Dann passt Tigris "perfekt" zu Lilly - die ist genau so. Und deswegen ist sie hier auch die Chefin! Und deswegen würd ich mir bei Tigris noch ganz viel weniger Sorgen machen, daß sie sich vertreiben lassen würde. Aber ist doch prima, daß es soweit passt mit den beiden!
 

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