Nur keine Aufregung, das spürt die Katze. Stell dir einfach vor, die Katze ist eine sehr empfindliche Person und darf sich nicht aufregen.
Okay, es war ja fast schon abzusehen, dass Kaiserschnitt hermuss. Sag unbedingt, dass sie gleich kastrieren sollen, dann bist du das Problem auch los.
Zu den Kitten: Solange die Katze noch von der OP halb betäubt ist dürfen die Kitten NICHT zum trinken angelegt werden!!
Dann hat die Katze nämlich schmerzen und es kann passieren, dass sie reflexartig nach ihnen beißt oder schnappt!
Das ist eigentlich der einzige Punkt, den du wirklich nicht vergessen darfst. Hier im Forum war letztes Jahr auch ein Fall, wo die Katze eines der Jungen dabei getötet hat weil der TA die Kitten sofort angelegt hat!
Die Katze und die Kitten werden getrennt nach Hause transportiert. Die erste Mahlzeit der Kitten ist demnach auch Aufzuchtmilch. Die solltest du in einer Klinik auf jeden Fall erhalten. Ebenso ein Fläschchen. Notfalls kannst du aber auch statt einem Fläschchen eine Einwegspritze ohne Nadel oder eine Pipette verwenden (wenigstens ersteres solltest du in einer Klinik auf jeden Fall bekommen können).
Füttere aber nur ganz wenig, damit sie nachher noch Hunger haben.
Zu Hause legst du die Kitten in die Wurfbox. Damit sie es warm genug haben kannst du eine Wärmflasche unter die Decke legen. Die Temperatur darf aber die 38° auf keinen Fall überschreiten. Lieber etwas zu kalt als zu warm!
Die Katze kannst du dann im gleichen Zimmer laufen lassen. Pass auf, dass sie nirgends runterfällt - nach der Betäubung hat sie garantiert Gleichgewichtsprobleme.
Sobald sie sich etwas erholt hat sollte sie sich selbst wieder für die Jungen interessieren. Du kannst sie eventuell auch zur Wurfbox hinlocken, aber bitte nicht zwingen!
Sollte sie sich nicht um die Jungen kümmern bist du gefragt.
Fütterung: In der ersten Woche braucht das Kitten alle zwei Stunden Milch. Bei der Fütterung das Kitten nie auf den Rücken legen, sondern immer normal hinsetzen, so ist die Gefahr, dass Milch in die Luftröhre kommt minimiert.
Als Flasche eignen sich spezielle Aufzuchtflaschen, aber auch Flaschen für Frühgeborene (Menschenbabys). Wenn das Kitten nicht gut trinkt kann man es auch mit einer Pipette oder Einwegspritze ohne Nadel probieren. Diese werden dann seitlich ins Mäulchen eingeführt.
Nach der Fütterung muss die Verdauung angeregt werden. Die raue Katzenzunge der Mutter kann da gut durch mit warmen Wasser angefeuchtete Watte oder ein angefeuchtetes Tuch ersetzt werden. Bäuchlein und Analgebiet werden sanft massiert, bis das Kitten die Blase geleert hat.
Sollte aber wirklich der Fall eintreten, dass sich die Mutter überhaupt nicht für die Kitten interessiert, versuch unbedingt eine Ersatzmutter aufzutreiben. In der Tierklinik wissen sie vielleicht direkt ein paar Katzen, die in diesen Tagen geworfen haben. Es ist nicht sonderlich schwierig, einer Katze ein paar Kitten mehr unter zu schieben.
Fakt ist einfach, dass die Überlebenschancen bei einer Handaufzucht weit schlechter stehen als bei einer Katzenmutter. Außerdem kann eine Katzenmutter die Kitten nachher auch richtig erziehen - das schafft ein Mensch nicht, egal was er macht!
Viel Glück!
Und wie gesagt, immer ruhig bleiben, das schaffst du schon!
LG
by blackcat