Hunde, die kaputtgezüchtet werden

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  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #141
Es ist ausgesprochen schwierig zu entscheiden ,wann ein phänotypisches merkmal " übertrieben " ist .
Eins der Merkmale beim DSH ,aber auch bei anderen Rassen ist die Winkelung des Sprungeglenkes .
Selbstverständlich bedeutet eine zu starke Winkelung ,das es Auswirkungen auf das gesamte Skelett geben wird .
Allerdings ist es dasselbe ,wenn ein Hund zu Steil steht .
Welpen und Junghunde wachsen aber nun mal unregelmässig und gerade bi den grossen Rassen sehen sie manchmal schon komisch aus.
Es gibt welche die völlig überbaut sind hinten oder vorne höher .
andere wieder können mit ihren schnell gewachsenen Beinen nicht so recht was anfangen und wirken ungelenk und staksig , der nächste wieder total locker in den Gelenken .
Wie sich das entwickelt kann man nicht vorhersagen .
Deshalb kann eine Hund auch seine Zuchtzulassung erst bekommen wenn er ausgewachsen ist .
Das sind nach FCi - Regel 15 Monate ,der VDH hat das sogar noch verschärft und bei Grosshunden genau aus diesen wachstumsbedingten Problemen ,das Zuchtalter für Grossrassen auf 18 Monate festgelegt .

HD /ED / OCD Untersuchungen kann man ab dem 12 Lebensmonat machen ,aber es hat sich auch da herrausgestellt ,das eben Grosshunde gibt ,deren Wachstumsspalten in dem Alter noch nicht geschlossen sind .
Dann ist es sinnnvoll ,drei Monate später noch mal zu röntgen .

L. G.
Elvira
---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

Spondylosen , Bandscheibenvorfälle und auch DM sind nicht nur ein Thema beim DSH .
Auch da betrifft es viele Rassen und auch deren Mixe .
Leider entsteht immer wieder der Eindruck ,das es nur Rassehunde betrifft .
Das liegt aber einfach daran ,das man da nun mal statistische Zahlen hat .
Bei all diesen Krankheiten werden genetische Dispositionen vermutet ,bewiesen ist da nichts .
Und wie immer sind schnell die Schuldigen ausgemacht : Die bösen Züchter .
Ich möchte da mal eine Gegenfrage stellen .
Was glaubt ihr , wer die Kynologische Forschung ,eigentlich bezahlt ?
Genau das sind die Rasseverbände und somit die Züchter .

Die Leute mit den Ups - Würfen ,die Vermehrer und auch diejenigen Tierschützer ,die am liebsten jede Form von Hundezucht verbieten würden ,die kümmern sich da nicht drum.
Die können nur meist nur eins : Mit Halbwissen auf Züchter losgehen .
Solche Diskussionen unter dem Titel ,wie hier gerade ,tragen dazu bei ,den Vermehrern .Hundehändlern und sogenannten Hobbyzüchtern ,die Kundschaft in die Arme zu treiben .
Denn wenn jemand einen Welpen möchte ,dann wird er sich einen holen .
aus welchem Grund sollte er zu einem ordentlichen Züchter gehen ,vielleicht mehere 100 kilometer Fahrt auf sich nehmen ,und 1000 Euro + hinlegen , wenn das doch alles verantwortungsloser Mist ist ?

Der SV hat 100000 Mtglieder . Unter dem SV werden jährlich ca 20000 DSH Welpen gezüchtet .
Und oh Wunder ,die Zahlen der Dissidenzzucht + Schwarz und sogenannte Hobbyzucht ( ohne Papiere ) sind noch mal genauso hoch .
Bei den Retrievern sehen die Zahlen ähnlich aus .

Zum Vergleich Pinscher und Schnauzer 25000 Mitglieder ca. 3000 Welpen
davon ca 900 Riesenschnauzer schwarz jährlich .
Zucht ausserhalb der FCI kaum erwähnenswert .

Nimmt man nun die tatsächliche Zahl erkrankter Tiere und nicht den prozentualen Anteil ,dann kann man nun auf den Gedanken kommen , das eine Rasse durch und durch genetisch versaut ist .
Dem ist aber nicht so ,denn es ist nur mathematisch logisch ,das man bei einer Vielzahl Welpen auch Anzahlmässig mehr Erkrankungen hat .
Besorgniseregend wird es aber immer dann ,wenn das prozentual steigt .
Und das ist eben nicht immer der Fall .wie uns die Reihenuntersuchungen auf HD ,die der SV seit 1965 nahtlos für seine Zuchttiere nachweist zeigt .

Andere Erkrankungen sind wieder neu , so neu das man bisher nur wenig vorbeugend tun kann .
Auch da kann uns erst die Forschung weiterhelfen um festzustellen ,ob wir es mit einem genetischen Schaden oder umweltbedingten Einflüssen zu tun haben .

Keine Frage : Übertriebene Merkmals Zucht ,egal ob auf Exterieur oder Wesen einer Rasse ,wird immer Probleme aufwerfen .
Auch in der Leistungszucht ist der Grad zwischen Genial und Wahnsin ein sehr schmaler .
Was habe ich von einem Hund der knochenstark und organisch gesund ist ,aber im Kopf ein Dreher ?
Gar nichts .
Genauso wenig halte ich was von Züchtern die zugunsten eines aus meiner Sicht kranken Schönheitsideals , einem Hund körperliche Leiden zumuten .

Ein verantwortungsvoller Züchter wird immer die Gesundheit seiner Hunde an erster Stelle sehen ,auch wenn er dann keine Welpen an Extremfanatikern verkaufen kann und vielleicht bei dem ein oder anderen Richter auf einen Pokal verzichten muss ..
Ein bekannter Sportwart des PSK hat es mal in einem Satz zusammengefasst :
Nur Gesundes kann Schön sein ,Krankes als Schön zu empfinden ist dekadent .
Und gesunde Schönheit kann immer Leistung bringen .
L. G.
Elvira
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #142
Möchte mal kurz klarstellen, dass zumindest ich, aber ich glaube auch viele andere hier, nicht auf den Züchtern an sich rumhacken wollen und die Schuld auch nicht nur beim Züchter, sondern wie schön öfter gesagt z.B. auch beim Käufer und dessen mangelnder Aufklärung oder Feingefühl liegt.

Was das bezahlen der Studien angeht, muss ich dir in gewisser Weise recht geben. Man findet schnell eine Nothilfe für bestimmte Rassen oder bestimmte Länder, viele Spenden für diese Organisationen oder die Tierheime, aber in die Forschung geht, wie beim Menschen auch, meist zu wenig Geld, weil schlicht weg auch das Interesse nicht so da ist. Bei Tieren gibt es keine Krankenkasse, die Statistiken über Risikogruppen aufstellt und die Forschung auf bestimmte Krankheiten aufmerksam macht oder selbst einleitet. Beim Tier zahlt jeder seinen Tierarzt selbst, daher fallen vermehrte Krankheitsbilder keinem auf.

Bei den Züchtern ist das natürlich anders. Meist informieren sich Züchter ja auch über andere Vertreter ihrer Rasse, halten Kontakt in Rasseclubs, sowie die Clubs wieder untereinander und in der übergeordneten Organisation. Auch der Kontakt zu den Würfen bleibt meist bestehen, weshalb viele (verantwortungsbewusste) Züchter immer einen guten Überblick über rassetypische Krankheiten haben. Weshalb ein Rasseclub sich schließlich dazu entscheidet, die Forschung an einer bestimmten Krankheit aufzunehmen, weiß ich nicht, aber die Beweggründe sind auch nicht entscheidend. Kennt man die Ursache und Behandlung einer Krankheit, wird diese bekannt und es liegt dann beim Züchter, bzw. beim Club, Auflagen dafür zu erstellen und zu befolgen.

Nur Gesundes kann Schön sein ,Krankes als Schön zu empfinden ist dekadent .
Und gesunde Schönheit kann immer Leistung bringen .
Der Satz ist super! :clap:


LG
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #143
Hallo.
Auch wenn hier mittlerweile mehrere Themen besprochen werden, möchte ich dennoch nochmal einen Hinweis geben.

Bitte achtet darauf wie weit ihr hier in das Thema Zucht einsteigt, ihr kennt die Forenregeln.
Einige der letzten Beiträge sind bezüglich unserer Forenregeln grenzwertig. In Zukunft bitten wir hinsichtlich detailreicher Ausführungen des Zuchtthemas, sowie Zuchtambitionen um ein wenig Zurückhaltung. Weitere Hinweise werden wir nicht geben.

Danke.
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #144
Meine Meinung, es muß noch viel geändert werden eben bei den Verbänden und Züchtern damit Hunde gezüchtet werden die keinerlei gesundheitsbeeinträchtigenden körperliche Defekte haben.Es nützt keine Zucht wenn das Tier unter den abstrusen Vorstellungen mancher Hundedesigner sein Leben lang leidet.
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #145
ups



Hm... Aber irgendwie geht dieses Thema doch schon sehr ins Detail zum Thema 'Hundezucht'...
~§~




Ok!
Inzwischen, nochmal nachgelesen. ähmmm . sorry
jetzt raffs ich.

Aber gerade weil das Thema ausgeufert ist, konnten viele Vorurteile meinerseits abgebaut werden. Dafür möchte ich mich bedanken. :clap:
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #146
Oh man wenn man den Film sieht kann man nur mit dem Kopf schütteln und heulen. Und dann diese Uneinsichtigkeit von den Züchern. Da bin ich froh, das meine Gott sei Dank nicht so runtergezüchtet ist und so läuft als würde sie jeden Moment zusammenbrechen (zumal ich esm ir kaum vorstellen kann das solche extremen Züchtungen überhaubt noch normal Springen oder Rennen können - z.B. bei dem Pekinesen)...Einfach nur grauenhaft Aber gut zu sehen das sich eine kleine handvoll Züchter (Cavalier) gegen solche ''Modezuchten'' einsetzen.

Das mit dem ''ridge'' beim Rhodesian Ridgebackl hab ich allerdings nicht so verstanden. Was ist den ein ''ridge''bei der Rass? Nur die Fellfärbung oder ist das ein Deformierung der Wirbelsäule?
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #147
Der Ridge bezeichnet einen Haarkamm, bei dem das Fell entgegen der normalen Haarwuchsrichtung wächst. Er bildet das auffälligste Merkmal der Rasse. Neben dem Rhodesian Ridgeback gibt es nur eine einzige weitere Hunderasse, die dieses Merkmal ebenfalls aufweist, den Thai Ridgeback. Medizinisch handelt es sich beim Ridge eigentlich um eine milde Form der Spina bifida, die eine Prädisposition für einen Dermalsinus darstellt.[2] Daraus können sich Komplikationen ergeben, da sich Hautinfektionen entlang des Sinus bis ins Rückenmark ausbreiten können.
Die Zuchtordnung des britischen Rasseclubs hielt bis 2008 fest, dass ohne Ridge geborene Welpen getötet werden sollten. Nachdem diese Regelung im Rahmen des Dokumentarfilms Pedigree Dogs Exposed publik gemacht wurde, hat der Club sie inzwischen aus seinen Zuchtvorschriften gestrichen.
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #148
ah ok, jetz bin ich schlauer - Danke :)
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #149
hey,
hab mir nicht alles durchgelesen, aber hat irgendeiner am sontag, dem 13.3.11 auf vox hund katze maus geguckt? das mit dem typ der mindestens 4 rassen "gezüchtet" hat.
Für die , die es nicht geguckt haben:
die zwinger waren in eiseskälte draußen
die tiere saßen auf betonboden
nichts war isoliert
die hütten waren halb vergammelt(löcher drin und so weiter)
die hunde taten mir echt leid.
VG Maggie
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #150
Solch eine Zucht betreibt auch der DS-Züchter, von dem "Kommissar Rex" stammt :? Die Zwinger selbst haben kein Gras und wie oft die Tiere da raus kommen.....

An sich finde ich das furchtbar. Ich weiß, ein Hund hat Fell und in der Natur sind die Tiere auch draußen, aber was da alles passieren kann... Und Betonboden ist ja auch nicht gerade eine weiche Liegewiese.... Wenn man sich "Züchter" schimpft, sollte man so vernünftig sein, nur so viele Tiere zu züchten, dass man sie möglichst optimal heranziehen kann. Aber es gibt noch mehr solche Helden, bin da auf eine Seite über Hirtenhunde gestoßen, als ich mich für Leo unformiert habe.... Das ist schon fast wieder zum lachen... Wenn du willst, kann ich dir den Link schicken, nur weiß ich nicht, ob ich die einstellen darf (bin mir da immer etwas unsicher...).

Werde mal schauen, ob ich die Folge noch im Inet finde.... Der wurde aber nicht als guter Züchter dargestellt oder?
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #151
In der Hundehütte gibt es einen passenden Thread, in dem sich über genau dieses Thema ausgetauscht wurde und wird:
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #152
Überzüchtete Rassehunde ?!

Hallo, ich hab hier was im Netz gefunden und wollte wissen was ihr dazu sagt. Hab vor mir in 2-3 Monaten einen Hund vom Züchter zu holen allerdings überlege ich mir das nach dem Video noch gut.:eusa_think:

:arrow:

Lg Dizzyn :mrgreen:



p.s freu mich schon auf eure Antworten.
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #153
bitte darauf achten, dass es bei dem bericht um den british kennel club geht und nicht um den VDH. das macht schonmal einen großen unterschied.

ich glaube ich kenne den bericht schon. eventuell schau ich mir es aber nochmal an und sag was dazu.
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #154
Ich habe mir das eben angesehen und ich muss sagen, das ich so einen ähnlichen Bericht schon mal über den VDH gesehen habe. Muss den link nochmal suchen.
Und ich glaube, dass das Problem auch hier zu Lande auch eine Rolle spielt.

Aber man sollte jetzt nicht alle über einen Kamm scheren. Sicher gibt es Rassen bei denen das schon sehr deutlich auffällt (Mops, Bulldogge etc.)
Aber deshalb würde ich nicht alle Züchter verachten. Es kommt halt drauf an, was für einen Hund du willst und wie weit dieser schon genetisch verändert wurde.
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #155
Wie Nudl schon sagt, geht es in dem Bericht um den Britischen Kennel Club.
Auch im VdH gibt es einige Rassen, die stärker als andere von Krankheiten geplagt sind. Das hat meist eine der drei unteren Ursachen:
1. eine extreme Anatomie
2. eine Vergangenheit als Moderasse (West Highland White Terrier, Scottish Terrier - bei dem liegt die Modevergangenheit im Gegensatz zum West Highland White Terrier schon länger zurück, wodurch sich die Rasse schon besser erholen konnte)
3. eine extrem enge genetische Basis (aufgrund der Entstehungsgeschichte wie beim Cesky Terrier oder aufgrund extremer Seltenheit der Rasse oder aber aufgrund des Popular Sire Phänomens, dessen sich manche Züchter in der Vergangenheit noch nicht ausreichend bewusst waren, oder aufgrund von reiner Linienzucht)

Allerdings gibt es auch andere Rassen, die nahezu frei von Erbkrankheiten sind, die den TA fast ausschließlich zum Impfen sehen und bei denen überdurchschnittlich viele ein biblisches Alter erreichen.

Ich sehe eine extrem hohe Verantwortung auch bei den Käufern.
So würde ich mir immer Rassen aussuchen, die frei von anatomischen und sonstigen Extremen sind. Brachycephale Rassen kommen mir nicht ins Haus. Solche Zuchten unterstütze ich nicht.
Außerdem finde ich es wichtig, dass die Rasse aktuell oder in der kurzen Vergangenheit keine Moderasse war/ist. Sollte man trotzdem für eine von diesen Rassen schwärmen, muss man seine Hausaufgaben bezüglich des Züchters, der rassetypischen Krankheiten und der Vergangheit (evtl. Flaschenhals) der Zucht der Rasse besonders gründlich machen, um nicht die falschen Züchter zu unterstützen.
Auch Rassen, die extrem selten sind, können aufgrund der geringen Anzahl zuchtaktiver Tiere eine hohe Inzucht- und damit evtl. Krankheitsrate aufweisen. Auch hier sollte man sein Hausaufgaben machen.

Ich für mich verbringe meine Zeit am liebsten aktiv mit meinen Hunden in der Natur und beim Sport und ungern beim TA. Bei meinem Westie war ich recht häufiger Gast in der Praxis. Oft wegen Kleinigkeiten wie Mandelentzündungen, manchmal auch wegen größeren Dingen. Und so sehr ich Stoffel vermisse, die TA-Gänge vermisse ich sicher nicht. Mit den Jungs jetzt bin ich quasi nur zum Impfen beim TA. Und das macht einfach deutlich mehr Spaß. Ich für mich werde immer unwahrscheinlich viel Wert auf die Wahl einer gesunden Rasse legen und dann weiter sehr viel Wert auf Züchter, die alles tun, um die Rasse auch weiterhin so gesund zu erhalten, wie sie war.

Und klar, die Doku oben handelt vom Kennel Club. Aber auch im VdH gibt es Rassen, die ich mir aufgrund der Gesundheit nicht holen würde.
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #156
Ich habe da direkt mal ein paar Fragen, die mir immer wieder von neuem unten den Nägeln brennen. Da ich mich aber überhaupt nicht mit Genetik auskenne, werfe ich die Fragen einfach mal in den Raum. Vielleicht kann es mir ja jemand erklären wie Nudl z. B. (die mir schon öfters mit ihrem Wissen darüber auffiel - weshalb ich sie nun namentlich erwähnt habe).

In dem verlinkten Video werden Bilder gezeigt von den Anfängen mancher Rassen. Der englischen Bulldogge zum Beispiel. Gibt es irgendeine Chance wieder zu den alten Standards zurück zu kommen? Lassen wir bei der Frage mal den Zeitfaktor raus, denn das dies nicht von einer auf die nächste Generation passieren kann oder gar von heute auf morgen dürfte jedem klar sein. Aber ist dies generell möglich und wenn ja wie? Reicht es, wenn der Standard geändert wird (langsam und Stück für Stück) und man Hunde mit zu extremen (oder generell mit) Anomalien ausschließt von der Zucht? Natürlich müsste Inzucht ebenso endlich verboten werden. Oder wäre bei manchen Rassen das Einkreuzen von anderen Rassen zwingend notwendig? Man könnte dann ja eine ganze Weile nicht mehr von reinrassigen Hunden sprechen, wenn eingekreuzt wird oder?

So viele Fragen... Vielleicht mag sich ja jemand ihrer annehmen :uups:
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #157
so, bin durch ich hatte die reportage schonmal gesehen, aber jetzt kann ich wieder gezielt auf details daraus eingehen.

noch kurz allgemein zu solchen reportagen:
man sollte diese immer sehr kritisch beäugen. gerade diese ist sehr reißerisch aufgebaut und zeigt natürlich nur eine seite. es werden nicht umsonst nur bestimmte rassen gezeigt. weil der großteil der rassen eben KEINE so massiven probleme hat. aber der gequälte mops und der totkranke Cavalier verkauft sich nunmal einfach besser wie der kerngesunde Chihuahua (nur beispiele).

so, los gehts.

Der british kennel club ist nicht gleich zu setzen mit dem VDH... die briten sind ein thema für sich. eher bekannt für ihre altmodischen ansichten und bis vor kurzem wenig gewillt irgendwie vorran zu kommen. es scheint sich mittlerweile etwas zu verändern. noch nicht genug, aber immerhin.

dazu gehört crufts, das ja öfter angesprochen wurde. seit... ich glaube 2011 werden hunde die deutlich krank sind oder leiden von der show ausgeschlossen. sie können ebenfalls keine Titel mehr erringen. Das ist schon mal ein sehr guter schritt in die richtige richtung.

nun zu den angesprochenen dingen in der doku. ich kann hier nur sagen wie es im vdh bzw der fci läuft, weil ich die aktuellen zuchtpraktiken im bkc nicht kenne. aber ich vermute das ist auch eher was die meisten von uns betrifft.

Das Thema Inzucht ist so eine Sache. Es gibt tatsächlich züchterische vorteile der so genannten Linienzucht. Allerdings stehen diese für mich persönlich in keiner relation zu deren Nachteile. einige Züchter sehen das aber leider (noch) anders. Allerdigs sind Inzestverpaarungen (Bruder-schwester, Vater-Tochter, Mutter-Sohn) im VDH genehmigungspflichtig und werden eigentlich auch nicht genehmigt. so wie ich das beobachten konnte sind wir davon wirklich weg. weiter entfernt verwandte tiere werden allerdings immer noch manchmal verpaart. was ich wie gesagt nicht gut heiße.

Dann kam die geschichte auf, dass nicht dem standard entsprechende Tiere eingeschläfert werden. Da ist in deutschland absolut verboten! Gesunde welpen dürfen nicht getötet werden. sowohl besitzer als auch Tierarzt machen sich strafbar wenn sie es dennoch tun. ich sage nicht, dass es nicht vorkommt. schwarze schafe gibt es sicher überall, aber ich behaupte dass es selten geworden ist. und wie gesagt verboten und strafbar

mischlinge sind viel gesünder... eine beliebte und dennoch falsche aussage. Mischlinge sind nicht weniger häufig von krankheiten betroffen als Rassehunde und werden nicht zwangsläufig älter.
ein pekinesen mops mischling ist auch nicht besser als ein reinrassiger und in wie fern ist ein border colle- labi mischling vergleichbar mit einem Cavalier-Mischling? Ist immer die Frage, was man da vergleicht.

kranke hunde in der zucht. keine gesundheitszertifikate...
Mit Sicherheit nicht! Untersuchungen sind absolute Pflicht um eine Zuchtzulassung zu bekommen! ohne geht gar nichts. und diese untersuchungen darf auch nicht jeder x beiebige TA machen sondern nur spezialisierte.

Das beispiel Cavalier im VDH/VK
ausschnitt aus der
Im Rahmen der Selektion auf Syringomyelie/Arnold Chiari-Syndrom werden
alle bekannten neurologisch auffälligen Hunde
von jeglicher Zuchtverwendung
ausgeschlossen. Die Eltern erhalten eine °-
Kennzeichnung, die auch auf den Ahnentafeln
aller weiteren Nachkommen abgedruckt wird.
Es dürfen keine Hunde miteinander verpaart
werden, die in ihrer Eltern- und/oder
Großelterngenerationen gekennzeichnete
Vorfahren aufweisen. Da die Ahnentafeln der
Zuchttiere bzgl. der Markierungen nicht
zwingend aktuell sein müssen, sind die
geplanten Zuchtpartner anhand der im Forum
veröffentlichten °-Liste vor dem Deckakt zu
kontrollieren. Züchter ohne Internetzugang
können die Liste beim Zuchtbuchamt
anfordern.


rassehundeshows als auslöser allen übels.
da komme ich nicht ganz mit. zumindest in deutschland sind die shows nur ein teil der Zucht. dort werden die Hunde darauf kontrolliert, ob sie optisch dem rassestadard entprechen. ein hund der das nicht tut darf nicht in die zucht, das ist richtig.
allerdings bedeutet eine auszeichnung in der show noch lange nicht dass sich dieser hund fortpflanzen darf. wie gesagt, bedarf es zuerst tierärztlicher untersuchungen auf die rassetypischen erbkrankheiten. bei arbeitsrassen kommen arbeitsprüfungen hinzu.


einmal wurde angemerkt, dass kranke hunde an shows teilnehmen dürfen.
nunja...

ausschnitt
4. Bissige, kranke, mit Ungeziefer behaftete Hunde sowie Hündinnen, die sichtlich trächtig oder in der Säugeperiode oder in Begleitung ihrer Welpen sind, dürfen nicht in das Ausstellungsgelände eingebracht werden. Wer kranke Hunde in eine Ausstellung einbringt, haftet für die daraus entstehenden Folgen. Nachweislich taube oder
blinde Hunde dürfen an einer Ausstellung nicht teilnehmen. Des Weiteren sind kastrierte Rüden (außer in der
Veteranenklasse) nicht zugelassen.

ofiziell also: nein
allerdings sieht man einem hund ja nicht zwangsläufig an, ob er krank oder gesund ist. aber da kommen wir zu dem oben erwähnten: solange keine gesundheitsüberprüfung durchgeführt wurde, kommt auch ein multi champion nicht in die zucht.


soviel dazu. nun zu meinem abschlusswort^^
ich plädiere an die verantwortlichkeit der käufer. wenn ich keine inzucht unterstützen möchte, dann schaue ich mir vorher eben den stammbaum des welpen an, recherchiere ein bisschen und dann weiß ich auch ob es inzucht in den linien gab oder eben nicht. das selbe gilt für krankheiten und einschränkende optische merkmale. wenn ich nicht unterstützen will, dass ein mops wegen seines nicht vorhandenen fangs kaum atmen kann, dann suche ich mir eine zucht, die diesen typ mops nicht züchtet. die käufer lenken die zucht. wenn keiner mehr hunde mit eigedrückter nase kauft, dann werden sie auch nicht mehr gezüchtet, eigentlich ein einfaches prinzip...

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Ich habe da direkt mal ein paar Fragen, die mir immer wieder von neuem unten den Nägeln brennen. Da ich mich aber überhaupt nicht mit Genetik auskenne, werfe ich die Fragen einfach mal in den Raum. Vielleicht kann es mir ja jemand erklären wie Nudl z. B. (die mir schon öfters mit ihrem Wissen darüber auffiel - weshalb ich sie nun namentlich erwähnt habe).

In dem verlinkten Video werden Bilder gezeigt von den Anfängen mancher Rassen. Der englischen Bulldogge zum Beispiel. Gibt es irgendeine Chance wieder zu den alten Standards zurück zu kommen? Lassen wir bei der Frage mal den Zeitfaktor raus, denn das dies nicht von einer auf die nächste Generation passieren kann oder gar von heute auf morgen dürfte jedem klar sein. Aber ist dies generell möglich und wenn ja wie? Reicht es, wenn der Standard geändert wird (langsam und Stück für Stück) und man Hunde mit zu extremen (oder generell mit) Anomalien ausschließt von der Zucht? Natürlich müsste Inzucht ebenso endlich verboten werden. Oder wäre bei manchen Rassen das Einkreuzen von anderen Rassen zwingend notwendig? Man könnte dann ja eine ganze Weile nicht mehr von reinrassigen Hunden sprechen, wenn eingekreuzt wird oder?

So viele Fragen... Vielleicht mag sich ja jemand ihrer annehmen :uups:

dazu kann ich gerne was sagen:angel:

möglich... je nachdem.
hauptsächlich abhängig vom extrem des merkmals und dem genpool der rasse. nehmen wir ein hypothetisches beispiel... ich will dem dalmatiner einen schwarzen bzw braunen kopf verpassen, damit nur noch der körper gepunktet ist. was tut man? ich nehme mir exemplare mit größeren punkten oder sogar platten im gesicht und verpaare nur noch diese. hunde mit sehr wenig pigmentierung schließe ich ganz aus der zucht aus. die fläche der pigmentierung wird nach und nach größer, weil ich nur noch hunde mit immer größeren platten verpaare... und irgendwann hat mein damatiner (vielleicht) einen komplett pigmentierten kopf.
das ist jetzt naürlich extrem vereinfacht und würde unzählige verschiedene zuchtgruppen voraussetzen. viele viele unabhängige linien und zu verhindern, dass es zu inzucht kommt.
das ist das große problem. der genpool der rassen ist teilweise schlichtweg zu klein. wenn ich alle dalmatiner mit wenigen punkten im gesicht au der zucht ausschließe bleibt nun mal nur ein kleiner teil übrig, mit dem ich weiterzüchten kann. und das kann schon bei kleinsten merkmalen passieren.
beispiel dobermann und die folgen des kupierverbots:
ca ein Jahrhundert lang wurden dobermänner im frühesten welpenalter kupiert. Rute ab und das thema war gegessen. denmentsprechend wurde bzw konnte kein wert auf die rute gelegt werden... da schlicht nicht vorhanden. das kupierverbot kam und schwupp zeigten sich die rute und deren fehlstellungen. der standard will eine sichelrute, aber wie funktioniert das, wenn 100 Jahre keiner darauf geachtet hat? würde man nun allerdings alle dobermänner mit falscher rute aus der zucht nehmen, bleiben nicht mehr genug übrig, um die rasse noch aufrecht erhalten zu können (dazu kommt dass es ein ein optisches problem ist und es viel wichtiger ist auf andere dinge zu selektieren)
das selbe wäre es bei "rückzüchtungen" der fall, nur das es sich da ja dann meist um mehrere merkmale handelt, die verändert werden sollen. ich muss sehr viele hunde aus der zucht nehmen, weil sie eben nicht mehr meinem zuchtziel entsprechen. das bedeutet nicht, dass es unmöglich wäre (zumindest wenn der genpool groß genug war), es würde nur sehr sehr lange dauern und ein extrem präzise Planung erfordern.
(das bezieht sich auf züchtungen ohne fremdrasseneinkreuzung)
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #158
Erstmal danke für deine Erklärung :)

Wenn man jetzt mal von optischen Merkmalen, die keinerlei Beeinträchtigungen nach sich ziehen absieht (wie eben der Rute beim Dobermann) und man nur Tiere aussortiert, die körperliche Einschränkungen haben, würde dann immer noch ein zu kleiner Genpol bestehen?

__________________

By the way... Ich verstehe überhaupt nicht, warum man die Tiere derart äußerlich verändern musste. Wenn ich mir die Bilder von vor 100 Jahren ansehe und dann die von heute... Ich finde durch die Bank weg alle Rassen mit samt den Äußerlichkeiten in der Vergangenheit hübscher, als heute. Ganz zu schweigen von den Krankheiten und Einschränken die diese Veränderungen nach sich ziehen. Die gerollte Rute vom Mops zum Beispiel, die den Rücken und deren Wirbel verändert und zu Schmerzen führt in vielen Fällen.
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #159
sagte ich eigentlich
das selbe wäre es bei "rückzüchtungen" der fall, nur das es sich da ja dann meist um mehrere merkmale handelt, die verändert werden sollen. ich muss sehr viele hunde aus der zucht nehmen, weil sie eben nicht mehr meinem zuchtziel entsprechen. das bedeutet nicht, dass es unmöglich wäre (zumindest wenn der genpool groß genug war), es würde nur sehr sehr lange dauern und ein extrem präzise Planung erfordern.
(das bezieht sich auf züchtungen ohne fremdrasseneinkreuzung)

wenn mehr merkmale verändert werden sollen (beim mops zb rute, fang/gaumensegel, statur, augen) muss ich noch mehr selektieren und der genpool wird noch kleiner.

das argument das rassen nicht verändert werden sollen ist so gesehen quatsch. denn sie sind ja alle vom menschen "geschaffen" und sehen nicht mehr aus wie wölfe. demnach sind sie schon immer verändert worden. die frage ist halt was man verändert und in welche richtung es geht.
der trend ging lange zeit (leider) ins extrem (egal ob groß, klein, platte nase, lange nase, bullig, und und und). dass das auf dauert nicht gut geht hat man dann irgendwann gesehen. es hat zum glück ein umdenken gegeben und es gibt auch erfolge. aber das dauert natürlich alles seine zeit,
 
  • Hunde, die kaputtgezüchtet werden Beitrag #160
Sorry, dann habe ich das anfangs etwas missverstanden.

Das meinte ich ja. Das Veränderungen im Laufe der Zeit entstehen, war bei von Menschenhand gezüchteten Tieren klar. Nur warum sie derart zum Nachteil für die Tiere verändert werden mussten, ist für mich halt nicht verständlich.

Ich hoffe ich habe nicht wieder was überlesen, aber eine Frage habe ich noch (zu meiner Entschuldigung, ich mache zu viele Sachen gerade gleichzeitig. Das überfordert selbst ein Multitasking-Gehirn :lol:). Wenn man erstmal die schwerst wiegenden Dinge verändern würde, ein Merkmal pro Rasse zum Beispiel und bei einer "Stabilität" innerhalb der Rasse sich dann das nächste Problem vorknöpft (unabhängig von der Zeit die halt vergeht bis sich was verändert), würde das wohl etwas bringen oder reicht auch da der Genpol nicht :eusa_think: Wahrscheinlich tut er das auch nicht ... :?
 
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Hunde, die kaputtgezüchtet werden

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