Jedem seine Meinung. Mir geht’s ums Prinzip von „zuerst im eigenen Garten Ordnung schaffen, DANN bei den anderen schauen“. :roll:
Aber ich verstehe schon, warum es so viele „Hundertrainer“ gibt, wenn alle lieber bei den anderen Hunden dreinschwatzen als an ihren eigenen Tieren zu arbeiten... :roll: Klar, ist leider auch menschlich: die Fehler werden meistens erst beim anderen gesucht.
Natürlich ist es sinnvoll sich weiterzubilden und so. Heisst aber nicht, dass man, während der Ausbildung schon selbst ausbilden darf.
Ich meine, ich musste auch erst einen Lehrmeisterkurs machen, bevor ich Lehrlinge ausbilden darf. Und vor dem Lehrmeisterkurs muss ich selbst die Ausbildung gemacht haben, die ich nachher ausbilden möchte. Muss ja wissen, von was ich rede.
Stellt Euch mal einen Mediziner vor. Fängt sein Studium an, nach 1 Monat operiert er schon ne komplizierte OP. He, das geht doch nicht! Aber in dem Fall ist es jedem klar.
Bei den Hunden----nööö. Wo ist der Unterschied? Ah ja, stimmt. Beim Mediziner geht’s um Menschenleben, bei den Hunden halt nur um gestörte Hunde. Klar, alles halb so wild, verstehe ich schon....

Dann gibts wieder Listenhunde und so Quatsch, alles nur entstanden, weil die Leute Ihre Hunde nicht unter Kontrolle haben! Nicht weil die Hunde böse geboren wurden. Neeeeeein. Sie wurden falsch erzogen, werden falsch geprägt. Und dann haben wir wieder überall Leinenzwang. Ja klar. Wenn die Hunde kreuz und quer über die Felder rennen, Vögel und Rehe aufscheuchen und absolut NICHT abrufbar sind, Jogger anspringen (und wenn es nur Spiel ist---interessiert den Jogger doch nicht!) und sonstiges dummes Zeug.
Egal wo man ist, man muss Referenzen angeben können. Im Privat und vor allem auch im Geschäftsleben. In jeder Bewerbung brauchts Referenzen. Und als Hundetrainer habe ich eine Referenz, die sehr vielsagend ist und die ich immer dabei habe: meinen eigenen Hund!
Die Leute, die ich schon angesprochen habe, die hatten mit ihren Hunden teils massive Probleme. Und ich habe mich dann halt erkundigt „macht er das oft, warum macht er das, was machen Sie dagegen...“ Und dann kommt eben das, was ich oben beschrieb: wenn die Leute dann dazu noch sehen, wie gut meine Hunde erzogen sind, was die für ein Vertrauen mir gegenüber haben, dann ergibt es sich sehr schnell, dass die Leute mehr wissen wollen und dann auch gerne nochmals ein Treffen mit mir planen, wo ich ihnen ein paar Tipps geben kann. Manchmal reicht das. Manchmal ergibt sich aber auch eine lange Zusammenarbeit, über Monate.
Und viele Leute haben eben schon die Erfahrung gemacht, dass sie selbst in Hundeschulen (anerkannten) extrem viel Schlechtes gelernt hatten...
Beispiel: Welpenkurs, der Welpe hat Angst, versteckt sich bei der Besitzerin. Dann heisst es nur: schieben sie ihn weg, er soll selber schauen, soll nicht Schutz beim Frauchen suchen....
Jop, dieser Hunde hat 2 Jahre später meine Hündin angefallen. Ja, war ne super Hundeschule, der Hund hat definitiv was gelernt: „schau selbst, wehr Dich selbst, auf Frauchen ist kein Verlass!“
Prima, wir haben dann 8 Monate gebraucht, den Hund soweit zu bekommen, dass er wieder entspannt an der Leine andere Hunde kreuzen kann. Vorher war das Zeter-Mordio.
Ich sage ja auch nicht, dass meine Hunde Roboter sind, die immer und jederzeit zu 150% Prozent "funktionieren". Natürlich nicht. Aber selbst bei einem "unberechenbareren Hund" kann man viel verhindern, in dem man vorausschauend handelt. Und da hapert es leider auch vielen... Latschen durch die Wälder, noch mit der Kollegin, unterhalten sich über die neuste Mode. Sie sehen den Biker nicht, der entgegen kommt. Und wenn er auf 10 m herangekommen ist, kommt dann die grosse Hektik: "Aysha, komm her, Fido, bei Fuss...." Der Biker muss auf die Bremse (ehem, also mit Biker meine ich nun Radfahrer) und ärgert sich natürlich schon wieder über die Hunde, die unkontrolliert umherlaufen und ihm vor dem Rad durchtraben... Super... Hätten die Quasseltanten ihre Hunde schon abgerufen, in dem Moment wo der Biker ins Blickfeld gekommen ist, hätten sie den Stress jetzt nicht. Und der Biker auch nicht. Und das sind Situationen, die mich ärgern.