Selbst wenn die Tritte und die Halsbänder und das "Tsccchht" als Strafreiz allein nicht dazu ausreichen würden um einen Hund zu quälen (für mich ist das bereits zu viel) so ist es für mich dennnoch das ständig eingesetzte Flooding das ich definitiv als psychische Gewalt werte.
Beim Flooding (diesen Begriff gibt es auch in der Humanpsychologie) wird der Hund dem größtmöglichen Reiz ausgesetzt und zwar so lange, bis er keine Reaktion mehr zeigt.
Flooding ist in der Humanpsychologie umstritten aufgrund der großen Gefahr von Traumatisierungen, andererseits kann man damit tatsächlich sehr schnell Ergebnisse einfahren.
Cesar Millan nutzt das Flooding, indem er den Hund ganz nah an die schwierige Situation heranbringt (zusammentreffen mit anderen Hunden, Futter wegnehmen, bürsten ...etc...) und dann anfängt jede Reaktion des Hundes zu unterdrücken oder sogar zu bestrafen.
Stellt euch folgendes vor:
Die Situation vor der ihr am meisten Angst habt (nehmen wir an es sind Spinnen), jetzt setzt euch jemand in einen Raum voller Spinnen, die sind überall, krabbeln auf euch zu, sitzen an der Decke usw...normalerweise würdet ihr davon laufen oder vor den Spinnen so weit wie möglich in die Ecke flüchten, oder vielleicht sogar anfangen die Spinnen zu töten (also Aggression zeigen) wenn ihr ganz verzweifelt seit.
Nun kommt aber jemand und bestraft euch jedes Mal wenn ihr eine solche Abwehrreaktion zeigt (er schreit euch so lange an "LASS DAS!" oder gibt euch vielleicht sogar Backpfeifen bis ihr euch wirklich nicht mehr traut eine Reaktion zu zeigen und es für jeden Außenstehenden so aussieht als würden euch die Spinnen nichts mehr ausmachen.
Nur ist es nicht so, dass Spinnen jetzt für euch irgendwie positiv besetzt wären, nein, ihr habt nichts gelernt, ihr habt nur resigniert.
...genau das ist es, was Millan in seinem Training erreicht, Resignation. Die Tiere sind nicht "ruhig" sie sind gebrochen (und gebrochene Dinge haben oft scharfe Enden).
Gebrochene Hunde sind keine Partner, sie sind erzwungene Untergebene (wobei ich glaube dass das genau das ist, was Millan will, er will Macht über die Tiere haben).
Ähnlich stark mit aversiven Mitteln bei der Erziehung wird z.B. in der Ausbildung von Jagdgebrauchshunden und einigen Polizeihunden gearbeitet, der ständige Vertrauensbruch durch Druckausübung ist dann am Ende wohl auch der Grund warum viele dieser Gebrauchshunde nicht mit im Haus leben, sondern im Zwinger. Es steht zu befürchten, das diese Hunde aggressiv werden, sobald man sich in ihrer Nähe entspannt und den Druck zurücknimmt.
Mal abgesehen davon, dass viele der Tritte erfolgen, wenn er den Hund schon umgedreht hat und/oder der Hund bereits nicht mehr im direkten Angriff ist.
Ja, aber genau das möchte Millan, er möchte die Tiere reizen um danach seine Macht zu demonstrieren, er möchte die Tiere nicht führen, er möchte sie beherrschen.
Nochmal zu den Tritten: Habe mir jetzt nochmal einige Videos angesehen, in denen er relativ kleine noch nicht ausrastende Hunde tritt.
https://www.youtube.com/watch?v=buUH...t=HL1364415379
In diesem Video sehe ich ehrlich gesagt eine Menge Tierquälerei und es tut mir sehr weh das mit anzusehen. Viele der Hunde reagieren wirklich erst aggressiv nachdem Millan sie angeht und dann bestraft er sie dafür.
Neben Tritten sehe ich auch wie Hunde mit der Leine gewürgt werden (der Husky bei 2:15) und wie eine viel zu schwere Bulldogge am Nacken hochgezogen wird, obwohl man einen derart schweren Hund dabei ernsthaft verletzten könnte.
Ich finde es außerdem grauenhaft, wie er seine Quälereien auch noch mit verschleierndem Vokabel belegt ("Ich entspanne den Hund, bis er ruhig wird."
Nochmal zu dem Hund in dem Fortsetzungsvideo mit Holly:
Natürlich ist es nicht gleich ein Zeichen von Unterwerfung wenn der Hund mal den Schwanz hängen lässt, aber dieser Hund führt die höchsten Unterwerfungsgesten aus und geht nur noch geduckt nachdem Millan nur einen Schritt auf ihn zugegangen ist. Soetwas tut doch kein wesensfester Hund der noch dazu Vertrauen zu seiner Führungsperson hat.