Ich finde, dass hier gute Zusprache, sich den Bedürfnissen von Manni zu stellen viel eher angebracht ist.
Aber genau das tun wir doch die ganze Zeit

Mehr Zeit für ihn, seinen Freigang, einen Katzenkumpel.
Welche anderen Bedürfnisse siehst Du?
Mehr Zeit kann weder Freigang noch Katzenkumpel ersetzen.
Bleibt also Freigang und/oder Katzenkumpel.
Ich weiß, wie schwer das ist, geliebte Tiere zu verlieren, daher kann ich auch sehr gut verstehen, dass ice.age sagt, sie will keine neuen Katzen mehr. Wirklich! Das muss man erstmal verkraften, und dass man sich den Schmerz nicht wieder und wieder zumuten will, ist absolut verständlich. Womöglich war das aber einfach auch mal ein riesengroßes Pech, denn in der Regel werden Katzen ja schon etwas älter, und wenn man Freigänger hat, werden die ja normalerweise auch nicht in Serie überfahren oder verschwinden oder werden tödlich krank. Klar ist man ein gebranntes Kind, wenn einem sowas passiert ist, man steht erstmal unter Schock und muss den Schmerz verarbeiten.
Und da ist dann eben die Frage: Nochmal eine neue Katze? Oder eben - was wird aus der verbliebenen Katze. Womit wir wieder bei sämtlichen obigen Argumenten angelangt wären.
Vielleicht noch eine Geschichte, die eine andere Sichtweise ermöglichen könnte:
Wir hatten ja jahrelang Farbmäuse und eine Weile auch Farbratten.
Die Sterblichkeit bei den Mäusen (und leider auch bei den Ratten) war ziemlich hoch. Zeitweise mussten wir monatlich Mäuse, teilweise auch mehrere gleichzeitig, einschläfern lassen wegen Tumoren, Kratzmäusen etc.... Das hat uns sehr mitgenommen. Zumal unsere Mäuse oft gerade mal 1 Jahr erreicht haben, einige wenige 1,5 Jahre, nur 2 oder 3 haben an der 2-Jahres-Grenze gekratzt. Und unsere Ratte Nezumi verstarb mit gerade mal 1 Jahr bei einer Tumor-OP...(Die durchschnittliche Lebenserwartung von Farbmäusen liegt bei 1,5 Jahren, die von Ratten bei 2,5 Jahren).
Das hat uns sehr frustriert, das hat uns sehr traurig gemacht.
Aber irgendwann sind wir zu der Einstellung gelangt: Wir bieten hier Notfalltieren ein schönes Zuhause, wir bieten ihnen eine schöne Zeit. Und da zählen nicht die Tage, sondern da zählt es, wie gut es ihnen geht. Und wenn sie mit einem Jahr wegen eines Tumors eingeschläfert werden müssen, dann sollen sie diese Zeit so gut wie möglich verleben. Mit dieser Einstellung ging es uns besser: Egal, wie lange die Zeit ist, die ein Tier bei uns verbringt: Das Wichtigste ist, dass es dem Tier in dieser Zeit so gut wie möglich geht - denn mehr Zeit bleibt ihm nicht. Die Tiere leben im Hier und Jetzt. Die kennen kein Gestern und kein Morgen... Die wissen nicht, dass sie vielleicht noch ein Jahr oder im Falle von Katzen auch möglicherweise noch viele Jahre hätten haben können.... Natürlich ist das für uns Menschen tragisch und traurig - aber die Tiere haben kein Bewusstsein dafür.
Klar wäre ich untröstlich, wenn eine unserer jüngeren Katzen plötzlich krank würde oder stürbe. Auch bei Netty oder Dinah, die ja mit mindestens 12 bzw. bei Netty 13 Jahren schon zur älteren Fraktion gehören, wäre ich untröstlich - aber ich wüsste, die hätten ihre Zeit gehabt. Und auch wenn eine jüngere Katze krank würde und stürbe - so wüsste ich, sie hätte eine gute Zeit gehabt, zumindest so gut, wie ich es ihr ermöglichen konnte. Und das ist es, was letztendlich zählt... finde ich...
LG, seven