Hallo bin neu, und auch wenn das Thema schon etwas älter ist und ich zu lang schriebe jetzt hier mal mein Beitrag über meine Erfahrungen: Wir haben eine Katze und einen Kater, beide jung und ungestüm, und beide zu "erziehen" war irgendwie sinnlos - mir fällt schwer das zusammenzufassen, darum in Anekdotenform:
Wir haben zB herausgefunden, dass wenn wir sie vom Frühstückstisch haben wollen, müssen wir sie streicheln, das mögen sie dann überhaupt nicht und ergreifen die Flucht - wenn auch sehr würdevoll und auffallend gemächlich.
Sie wissen genau was sich lohnt und was nicht, was angenehm ist und was nicht - es ist ihnen egal. Wasserspritze und laut pfeifen, ignorieren, fauchen.. alles wirkt nach einem uns nicht bekannten Zeitplan - mal überhaupt nicht, mal ein wenig, mal ist die Katzendame dann sehr betroffen, denn sie hat eine empfindliche Seele (teilt mächtig aus und kann selten einstecken) und man muss sich dann auch noch das schlechte Gewissen verkneifen. Der Kater fühlt sich ja dann generell auch bestraft wenn man ihn (nur ganz ganz leicht, die Geste zählt, nicht die Vehemenz!) ins Ohr kneift oder ins Genick - aber es ist egal, er macht oft ohne Punkt und Komma den nächsten "Mist", er ist da ganz Geschäftsmann, er hat viele Projekte parallel laufen.
Wenn Vollmond ist lassen wir sie halt nachts toben und hoffen inständigst dass es die Nachbarn nicht stört. Zum Glück ist ihnen die Toberei in den anderen Nächten zu öde, also meistens.
Was auffällt: wenn wir alle viel zu tun haben und den ganzen Tag nicht zu hause sind, dann nerven sie nachts richtig rum, d.h. wir müssen vorm schlafengehen ausreichend Spiele anbieten damit sie "ausgelastet" sind. Aber manchmal ignorieren sie unsere Spielangebote und toben dann halt lieber nachts durch die Wohnung.
Ein wichtiger Punkt ist glaube ich, dass wir sie zusammengeführt haben als sie noch klein waren (10-12 Wochen, bzw 14 Wochen), und sie sich auch gehörig aneinander abarbeiten können weil sie ca. ebenbürtig sind. Ich glaube wären sie jeweils allein, würden sie 3x soviel Blödsinn machen.
Ein paar mal war es aber so schlimm, dass ich tatsächlich Atemübungen gemacht hab und vor mich hingemurmelt hab "Ich bin ganz ruhig, ich bin gelassen".
Nichts ist köstlicher als der Punktsieg, wenn zB die Katze die Krallen in die Vorhänge versenkt und man geht einfach raus, wartet kurz oder macht was, kommt wieder rein, sie vergisst ihre Enttäuschung über diese Ignoranz und schielt einen an und hebt die Pfote und man hebt die Finger und sagt laut !A! (so ein warnender Laut) und sie senkt die Pfote wieder und guckt betreten und leckt sich selbige Pfote. Klappt ungefähr jedes 3. Mal. Manchmal reicht ein !A!, manchmal nützt einfach gar nix. Manchmal kann man sie auch ablenken durch auf den Arm nehmen, das lieeebt sie, aber manchmal rennt sie weg, weil sie partout nicht auf den Arm will. Bisher haben wir noch nie vorher gewusst, was Erfolg hat - außer dieses "vom-Tisch-streicheln", das klappt immer.
Na vielleicht ist das einfach so, dass es da kein "Rezept" gibt wie bei der Hundeschulung.